Fürstenstein

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Fürstenstein (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fürstenstein
Fürstenstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fürstenstein hervorgehoben
48.71666666666713.333333333333577Koordinaten: 48° 43′ N, 13° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 577 m ü. NHN
Fläche: 19,3 km²
Einwohner: 3292 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94538
Vorwahlen: 08504, 08544
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 121
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Fürstenstein
Vilshofener Str. 9
94538 Fürstenstein
Webpräsenz: www.fuerstenstein.de
Bürgermeister: Stephan Gawlik (CSU)
Lage der Gemeinde Fürstenstein im Landkreis Passau
Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Ansicht von Fürstenstein

Fürstenstein ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Fürstenstein liegt in der Region Donau-Wald im nördlichen Landkreis Passau sowie im südlichen Bayerischer Wald, hier regional als Dreiburgenland bezeichnet. Fürstenstein befindet sich 20 km nordöstlich von Vilshofen an der Donau, 10 km von der Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Aicha vorm Wald) sowie jeweils 22 km von Passau und Grafenau entfernt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Fürstenstein hat 20 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Fürstenstein.

Gemeindewappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt seit 1953 ein eigenes Wappen. Der Stufengiebel aus schwarzen Steinen ist die redende Schildfigur der 1599 ausgestorbenen Herren von Schwarzenstein, die als Orts- und Burgherren von Fürstenstein und Englburg in der Geschichte der Gemeinde von 1474 bis 1597 und als Inhaber hoher bayerischer und fürstbischöflich-passauerischer Ämter eine wichtige Rolle spielten. Von den Schwarzensteinern ging der schwarze Stufengiebel im Wappen 1602 an deren Rechtsnachfolger und Teilerben, die Freiherren von Taufkirchen, über.

Geschichte[Bearbeiten]

Fürstenstein gehörte den Grafen de la Perusa. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Schloss Fürstenstein war. 1818 entstand die politische Gemeinde.

Der Bau der Donaubrücke bei Vilshofen gab 1871/72 den Anstoß zur Erschließung des reichen Granitvorkommens bei Fürstenstein. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Steinbrüche in der Umgebung sowie zehn Granitwerke, in denen verschiedenartige Pflastersteine hergestellt wurden.

Das Jahr 1913 brachte den Anschluss an die Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck, die in den 1920er Jahren der Fürstensteiner Granitindustrie zu einer neuen Blütezeit verhalf. Die Weltwirtschaftskrise wirkte sich anschließend in Fürstenstein besonders schwer aus mit Hunderten von Arbeitslosen.

Im April 1945 traf auf dem Bahnhof des Ortsteils Nammering ein Evakuierungszug aus Buchenwald mit 4480 Häftlingen aus dem KZ Buchenwald ein, die nicht mehr bis zu ihrem vorgesehenen Ziel im KZ Dachau gelangten. An Entkräftung und durch die brutale Behandlung der SS-Wachmannschaften starben 794 der Häftlinge, welche verscharrt oder auf verschiedene Friedhöfe verteilt wurden. Mehrere Gedenksteine und ein Mahnmal erinnern an dieses Geschehen.[3]

Im Jahr 1958 nahm die Firma Ernst Roederstein, Spezialfabrik für Kondensatoren GmbH, mit 10 Personen die Produktion auf. In den Jahren 1960 und 1961 wurde das Werk in Oberpolling wesentlich erweitert. Zu Beginn der 1980er Jahre arbeiteten hier über 1 100 Beschäftigte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 3669 Einwohner
  • 1987: 3550 Einwohner
  • 2000: 3487 Einwohner
  • 2010: 3392 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU: 8 Sitze (51,99 Prozent der Stimmen)
  • FWG: 6 Sitze (36,24 Prozent der Stimmen)
  • SPD: 2 Sitze (11,77 Prozent der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Stephan Gawlik (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Josef Wax (Neue Liste der Gemeinde) und 2014 mit 61,33 Prozent der gültigen Stimmen im Amt zum zweiten Mal bestätigt.

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1261 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 173 T€.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick zum Schloss und zur Pfarrkirche von Fürstenstein

Schloss Fürstenstein[Bearbeiten]

Das Schloss Fürstenstein ist eine der drei Burgen des Dreiburgenlandes. Das Schloss Fürstenstein, das Wahrzeichen der Gemeinde, ist neben der Saldenburg und der Englburg eines der drei namengebenden Bauwerke des Dreiburgenlandes im Bayerischen Wald. Wann die Burg erbaut wurde ist bis heute unklar. Ältestes bekanntes Datum in der Historie ist die Zerstörung der Burg im Jahre 1332. In der Folgezeit wurde sie wieder errichtet und war Herrschaftssitz vieler Adelsgeschlechter. 1848 wurde das Schloss durch einen Brand zerstört und verfiel. Im Jahr 1860 erwarb der Passauer Bischof Heinrich von Hofstätter die Ruine. Er ließ Schloss Fürstenstein wiederaufbauen und übergab es 1861 den Englischen Fräulein. Diese richteten ein Erziehungsheim für verwahrloste Knaben ein. Seit Mai 2007 befindet sich das Schloss in Privatbesitz.

Freizeit[Bearbeiten]

Donau-Ilz Radweg[Bearbeiten]

Der Donau-Ilz-Radweg hat eine Länge von 50 km. Er führt von der Donau in Niederalteich auf einer ehemaligen Bahntrasse durch den Sonnenwald und das Dreiburgenland über die Gemeinde Fürstenstein ins Ilztal. Ab hier geht es auf ruhigen Nebenstraßen mit hügeligen Passagen zum Anschluss an den Adalbert-Stifter-Radweg in Bruckmühle, der eine Verbindung zum Dreiländereck Bayern-Österreich-Tschechien herstellt. Bei der Umwandlung von stillgelegten Bahntrassen in Radwege werden Schienen und Schotter entfernt und da der Untergrund durch die vorherige Nutzung als Bahnstrecke stark verdichtet ist, eignen sie sich hervorragend als Grundlage für Radwege.

Pilgerweg Via Nova[Bearbeiten]

Die Via Nova ist ein im Juli 2004 neu geschaffener europäischer Pilgerweg, der alten Wallfahrtsrouten folgt und verbindet mit drei Hauptsträngen und einigen Nebenwegen Bogen in Bayern, Příbram in Tschechien und St. Wolfgang im Salzkammergut (Österreich), ein seit dem Mittelalter europaweit bedeutendes Wallfahrtszentrum. Dieser junge, zeitgemäß ausgeformte Pilgerweg, führt auf 280 Kilometern quer durch Niederbayern und Oberösterreich. Die Wegstrecke läuft dabei auch durch das Gemeindegebiet der Gemeinde Fürstenstein.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 420 und im Bereich Handel und Verkehr 228 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1139. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 14 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 10 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 62 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 780 ha, davon waren 242 ha Ackerfläche und 537 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2012):

  • drei Kindergärten: 90 Kindergartenplätze mit 85 Kindern
  • eine Grundschule mit 9 Lehrern und 108 Schülern

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fürstenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Datenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online mit Details zur Gemeinde Fürstenstein
  3. Gedenksteine am Bahngleis in Richtung Aicha, an der Nammeringer Kirche (mit einem Text, der das konkrete Geschehen verschweigt) sowie auf dem Fürstensteiner Friedhof, wo 39 der Opfer begraben wurden. Bei Nammering wurde das Mahnmal KZ-Transport 1945 errichtet. Quelle: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 139