Aidenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Aidenbach
Aidenbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Aidenbach hervorgehoben
48.56777777777813.089444444444345Koordinaten: 48° 34′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Aidenbach
Höhe: 345 m ü. NHN
Fläche: 17,19 km²
Einwohner: 2921 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94501
Vorwahl: 08543
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 112
Marktgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Aidenbach
Marktplatz 18
94501 Aidenbach
Webpräsenz: www.aidenbach.de
Bürgermeister: Karl Obermeier (CSU)
Lage des Marktes Aidenbach im Landkreis Passau
Landkreis Deggendorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Freyung-Grafenau Passau Witzmannsberg Windorf Wegscheid Vilshofen an der Donau Untergriesbach Tittling Tiefenbach (bei Passau) Thyrnau Tettenweis Sonnen Salzweg Ruhstorf an der Rott Ruderting Rotthalmünster Pocking Ortenburg Obernzell Neukirchen vorm Wald Neuhaus am Inn Neuburg am Inn Malching Kößlarn Kirchham (Landkreis Passau) Hutthurm Hofkirchen (Donau) Hauzenberg Haarbach Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Fürstenstein Eging am See Büchlberg Breitenberg (Niederbayern) Beutelsbach Bad Füssing Aldersbach Aidenbach Aicha vorm Wald ÖsterreichKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Aidenbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aidenbach und staatlich anerkannter Erholungsort. Der Ort ist bekannt durch die Schlacht von Aidenbach 1706, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Aidenbach liegt in der Region Donau-Wald südlich der Donau im westlichen Teil des Klosterwinkels und am Rand des Holzlandes. Der Markt ist eingebettet in ein kleines Seitental der Vils inmitten der typisch niederbayerischen Hügellandschaft. Vilshofen an der Donau liegt 10 Kilometer entfernt, Pfarrkirchen 20 Kilometer und Passau 35 Kilometer, wobei das umliegende Straßennetz keine ausgebauten Bundesstraßen aufweist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Aidenbach hat 19 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aidenbach, Aldersbach und Haidenburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Marktplatz von Aidenbach

In den Jahren 817 und 837 ist ein gewisser Haito als Stifter von Ländereien in unmittelbarer Nähe von Aidenbach urkundlich belegt. Vermutlich leitet sich der Ortsname von diesem ab, ergänzt um das althochdeutsche pah (auch bah oder pach) für Bach. 1072 wurde die Pfarrei Aidenbach erstmals in einer Stiftungsurkunde des Passauer Bischofs Altmann unter dem Namen Etinbach erwähnt. Sie war von 1076 bis zur Säkularisation dem Augustinerchorherrenstift St. Nikola zu Passau inkorporiert.

Ab 1120 war Aidenbach Sitz eines Herrengeschlechts; aus dieser Zeit ist der Name Atinpach belegt. Im 13. Jahrhundert war es im Besitz der Grafen von Hals und erhielt in dieser Zeit auch seine Marktfreiheit. In der Folgezeit kam Aidenbach an die Landgrafen von Leuchtenberg, später an Frauenberg sowie 1423 gemeinsam mit Haidenburg an Alban von Closen.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vererbte sich Aidenbach an die Grafen von Taufkirchen und wurde zuletzt von der Freifrau von Aretin erworben.

Aidenbach konnte lange Zeit als Teil der Herrschaft Haidenburg nur geringe Teile seiner Marktrechte ausüben. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige politische Gemeinde, die mit der Auflösung der Patrimonialgerichte 1848 volle Selbstständigkeit erhielt. 1967 wurde dem Markt Aidenbach das Prädikat Staatlich anerkannter Erholungsort verliehen. Mit der Gemeindegebietsreform in den 1970er Jahren kamen fast zwei Dutzend kleinere Ortschaften und Weiler zur Marktgemeinde hinzu.

Schlacht von Aidenbach[Bearbeiten]

Am 8. Januar 1706 fand hier im Rahmen der Bayerischen Volkserhebung während des Spanischen Erbfolgekrieges die Schlacht von Aidenbach statt, die den letzten Widerstand der revoltierenden bayerischen Bauern gegen die kaiserlich-habsburgische Besatzung brach. Es gab etwa 4.000 Gefallene.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Haidenburg eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 2.368 Einwohner
  • 1987: 2.323 Einwohner
  • 2000: 2.976 Einwohner
  • 2011: 3.099 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Aidenbach
Der Bürgermeister von Aidenbach Karl Obermeier auf einem Traktor während eines Oldtimerumzugs am 14. August 2011.

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 wie folgt zusammen:

  • CSU: 8 Sitze (42,9 % der Stimmen)
  • FW: 5 Sitze (31,8 % der Stimmen)
  • Innovative Aidenbach: 1 Sitz (9,4 % der Stimmen)
  • ÜW: 1 Sitz (8,9 % der Stimmen)
  • SPD-PFWG: 1 Sitz (7,0 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Karl Obermeier (CSU), der am 2. März 2008 mit 54,8% der gültigen Stimmen gewählt wurde.

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 952.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen umgerechnet 116.000 € netto.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein silberner Schrägbalken, belegt mit einem gebogenen Doppelhaken.“

Wappenerklärung: Der Schrägbalken, hier oft als "Schrägbach" bezeichnet, stellt einen Bach dar und "redet" so das Ortsnamengrundwort "Bach". Der sehr seltene gebogene Doppelhaken wird hier als landwirtschaftliches pickelähnliches Rodungs- und Urbarmachungswerkzeug in ältesten Zeiten beschrieben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Aidenbach

Denkmal am Handlberg[Bearbeiten]

In Erinnerung an die Bauernschlacht von Aidenbach kann das Denkmal am Handlberg besichtigt werden. Vom Marktplatz aus kann dieses in einem kurzen Fußmarsch von etwa zehn Minuten erreicht werden.

Theater[Bearbeiten]

Traditionell findet in den Sommermonaten Juli und August das Freilichttheaterstück Lieber bairisch sterben... Aidenbach 1706 zur Erinnerung an die verlorene Bauernschlacht statt. Ebenso gibt es die Laienspielgruppe Die vom Reschndobl, die alljährlich im Oktober und November zum Kirchenwirt aufspielt.

Oldtimertreffen[Bearbeiten]

Beim jährlichen Volksfestsonntag im August wird ein großes Oldtimertreffen mit Umzug für alte Bulldogs veranstaltet. An diesem Umzug nehmen ca. 100 Traktoren verschiedener Hersteller (Eicher, Lanz, Sendling, Porsche, BTG, Deutz, Fahr, Hatz) teil.

Lokale Spezialität[Bearbeiten]

Der Reschnspeck ist eine Aidenbacher Spezialität. Sie soll auf die verheerende Schlacht von Aidenbach zurückgehen, in der der Kampf der Niederbayern gegen die österreichischen Besatzer Anfang des 18. Jahrhunderts endete.

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

Im Umkreis von etwa 15 Kilometer befinden sich folgende Freizeitmöglichkeiten:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im Produzierenden Gewerbe 287 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 253 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 892. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 905 Hektar. Davon waren 767 Hektar Ackerfläche und 136 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Aidenbach

Aidenbach war früher der Endpunkt der Lokalbahn Vilshofen–Aidenbach. Heute führt eine Staatsstraße durch die Ortsmitte, um die sich die ganze Siedlung gruppiert.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 75 Kindergartenplätze mit 85 Kindern
  • Volksschule mit 21 Lehrern und 342 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111117/171009&attr=OBJ&val=732
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aidenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien