Obernzell
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Passau | |
| Höhe: | 294 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,25 km² | |
| Einwohner: |
3850 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 211 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 94130 | |
| Vorwahl: | 08591 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 75 137 | |
| Marktgliederung: | 21 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Marktplatz 42 94130 Obernzell |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Josef Würzinger (CSU) | |
| Lage des Marktes Obernzell im Landkreis Passau | ||
Obernzell ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Erholungsort.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Obernzell liegt in der Region Donau-Wald direkt an der Donau. Die Flussmitte der Donau bildet die Grenze zu Oberösterreich.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
In Bayern:
In Oberösterreich:
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Obernzell hat 21 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Es gibt die Gemarkungen Ederlsdorf, Kellberg und Obernzell.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort, hervorgegangen aus einer Mönchszelle, war zunächst Besitz der Herren von Griesbach und gehörte seit 1217 zum Hochstift Passau. Als Griesbach am niederen Markt oder Niedergriesbach in der Zell bildete es weiterhin eine Einheit mit Untergriesbach. 1283 besaß es eine Pfarrei, 1359 erhielt es das Marktrecht.
In dieser Zeit wurde die Verarbeitung von Ton und Graphit Obernzells bedeutendster Wirtschaftsfaktor. Bereits 1516 besaß die Obernzeller Graphitschmelztiegelhafnerei eine eigene Zunftordnung. Um 1530 wurde der Ort erstmals Hafnerzell nach den hier ansässigen Hafnern benannt. Die hergestellten Schmelztiegel bestanden zu 50 % aus Graphit, 40 % aus Ton und 10 % Quarz. Sie wurden vor allem von Alchimisten, Metallgießern und Münzstätten gebraucht. Die Schmelztiegel machten Obernzell so berühmt, dass Bernhard Grueber und Adalbert Müller 1846 in ihrem Buch Der bayrische Wald schrieben:
- „Obernzell ist ungeachtet seiner Kleinheit im Auslande bekannter, als manche deutsche Residenzstadt. Diesen Ruf verdankt es den unübertrefflichen Schmelztiegeln, welche hier verfertigt und in die halbe Welt versendet werden.“[3]
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts setzte sich der Name Obernzell als Ortsbezeichnung durch. Im Schloss hatte bis zur Säkularisation der fürstbischöfliche Pfleger seinen Sitz. Obernzell wurde 1803 mit dem größten Teil des Passauer Gebietes zugunsten Ferdinands von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern. Erst 1940 stellte die letzte Obernzeller Schmelztiegelfabrik die Produktion ein.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ederlsdorf eingegliedert.[4]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
- 1970: 3.426 Einwohner
- 1987: 3.425 Einwohner
- 2000: 3.790 Einwohner
- 2011: 3.850 Einwohner
Politik [Bearbeiten]
Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2008 Josef Würzinger (CSU). Er wurde bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 mit 94,49 % gewählt und löste Manfred Riedl (SPD) ab.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1949 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 618 T€.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Marktgemeinderat setzt sich seit 1. Mai 2008 folgendermaßen zusammen:
- CSU 6 Sitze
- SPD 3 Sitze
- Wählergemeinschaft Ederlsdorf 3 Sitze
- Freie Wähler 2 Sitze
- Erlauer Liste 2 Sitze
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Obernzell unterhält Partnerschaften mit der österreichischen Marktgemeinde Aschach an der Donau sowie mit der ungarischen Gemeinde Szigliget (seit 2005).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Keramikmuseum im ehemals fürstbischöflichen Schloss Obernzell mit freiem Eintritt
- barocke Marktkirche Obernzell
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Obernzell
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft [Bearbeiten]
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 7, im produzierenden Gewerbe 1664 und im Bereich Handel und Verkehr 88 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 287 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1238. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 515 ha, davon waren 268 ha Ackerfläche und 247 ha Dauergrünfläche. Es gibt 3 Lederfirmen, davon sind 2 Hersteller mit eigenen Kollektionen, außerdem sind ein weiteres besonderes Merkmal 2 Töpfereien, die die Tradition der Hafner fortführen.
Verkehr [Bearbeiten]
Über die B 388 erreicht man das 16 km entfernte Passau und in Gegenrichtung Wegscheid (16 km) an der Grenze zu Oberösterreich.
Seit 1904 hat Obernzell mit seinem Bahnhof in Erlau (b. Passau) Anschluss an die Bahnstrecke Passau–Hauzenberg. Der Personenverkehr wurde hier 1970 eingestellt. Der Güterverkehr wurde 1997 eingestellt. 2001 wurde die Strecke stillgelegt. Es gibt Bestrebungen sie zu reaktivieren.
Autofähre Obernzell [Bearbeiten]
Eine Autofähre verbindet Obernzell mit dem gegenüberliegenden (österreichischen) Donauufer, wo die B 130 Nibelungen Straße über Engelhartszell a.d.D. (9 km) und Eferding (40 km) nach Linz (65 km) führt. Die Fähre ist der einzige autotaugliche Donauübergang zwischen Passau und der Donaubrücke Niederranna, sonst gibt es nur noch die Fußgängerfähre Engelhartszell–Jochenstein. Die Fähre quert regelmäßig das ganze Jahr, aber nur tagsüber.[5]
Bildung [Bearbeiten]
Es gibt folgende Einrichtungen (STand: 1999):
- Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 102 Kindern
- Volksschulen: 1 mit 15 Lehrern und 221 Schülern
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Lukas Kern (1681–1749), Schiffsmeister und Stifter des Lukas-Kern-Kinderheims
- Otto Zirnbauer (1903-1970), deutscher Bildhauer und Restaurator
- Reiner Kunze (* 1933), deutscher Lyriker
- Günter Zahn (* 1954), deutscher Leichtathlet und Schlussläufer des Fackellaufs der Olympischen Spiele 1972 in München
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111117/200538&attr=OBJ&val=752
- ↑ Bernhard Grueber, Adalbert Müller: Der bayrische Wald, 1846, Nachdruck: Morsak Verlag, Grafenau 1993, S. 135
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 590.
- ↑ Donaufähre Obernzell: Fährzeiten. obernzell.de
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