Thyrnau

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde, das Kloster siehe Kloster Thyrnau. Siehe auch Tyrnau.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thyrnau
Thyrnau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thyrnau hervorgehoben
48.61513.536944444444455Koordinaten: 48° 37′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 33,68 km²
Einwohner: 4108 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94136
Vorwahl: 08501
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 150
Gemeindegliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Thyrnau
Hofmarkstr. 18
94136 Thyrnau
Webpräsenz: www.thyrnau.de
Bürgermeister: Alexander Sagberger (Wähler-Gemeinschaft Thyrnau-Kellberg)
Lage der Gemeinde Thyrnau im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Blick auf Thyrnau von Kellberg aus. Links das Zisterzienserinnenkloster, halbrechts der Turm der Lorettokapelle und ganz rechts die Pfarrkirche
Links die Pfarrkirche, rechts die Lorettokapelle mit markantem Turm

Thyrnau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau und staatlich anerkannter Luftkurort.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Thyrnau liegt in der Region Donau-Wald auf den südlichsten Ausläufern des Bayerischen Waldes sowie nördlich über dem tief eingeschnittenen Tal der Donau nicht weit entfernt vom benachbarten Oberösterreich. Der Ort liegt nur 9 km nordöstlich der Dreiflüssestadt Passau und 8 km südwestlich von Hauzenberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Thyrnau hat 44 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Thyrnau, Donauwetzdorf und Kellberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Steinzeitsammlung im Rathaus zeigt die Spuren einer frühen Besiedelung. Das Gebiet gehörte seit 1010 aufgrund einer Schenkung Kaiser Heinrichs II. dem Kloster Niedernburg. Zwischen 1200 und 1300 wird Turna, Tiena oder Tuna (= Dornau) öfters als Ortschaft erwähnt. Die Hofmark war im Mittelalter Sitz verschiedener Ortsadeliger, der Hofmarksherren. 1257 wird ein „Wichard de Tyerna“ erwähnt, 1258 „Wernhardus de Tuna“. Das Lehen des Hochstiftes Passau war um 1400 im Besitz der Thyrnau (auch Tyerna oder Tirna) und der Kienast. Achatius von Tyerna beteiligte sich 1431 an einem Aufstand gegen den Bischof. Um 1450 erschienen neben den Kienast die Pschaechel auf Thyrnau. Die Pschaechel starben um 1580 aus. Weitere Schreibweisen für den Namen der Ortschaft waren 1518 Thürnnen, 1616 Thyma und 1812 Thürnau.

Der Besitz gelangte danach an die Herren von Schätzl. Um 1620 stiftete Ulrich von Schätzl das Spital. 1676 unternahm Kaiser Leopold I. kurz nach seiner Trauung in Passau einen Jagdausflug nach Thyrnau, wo Johann Sebastian Schätzl sein Gastgeber war.

1692 kaufte Bischof Johann Philipp von Lamberg das Gut. Bischof Leopold Ernst von Firmian ließ den Herrensitz zu einem Jagdschloss ausbauen. 1785 wurde Thyrnau Pfarrvikariat und schon am 16. August 1786 Pfarrei. Thyrnau fiel 1803 mit dem größten Teil des hochstiftlichen Gebietes an Ferdinand von Toskana säkularisiert und gelangte erst 1805 an Bayern.

1902 übernahmen Zisterzienserinnen das Schloss und wandelten es in ein Kloster um. Im Pfarrort (und Ortsteil) Kellberg ist eine der Mutterkirchen des Südlichen Bayerischen Waldes zu finden.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Donauwetzdorf eingegliedert.[3] Am 1. Mai 1978 kam Kellberg hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 3.187 Einwohner
  • 1987: 3.534 Einwohner
  • 2000: 4.038 Einwohner
  • 2011: 4.235 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus von Thyrnau

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Alexander Sagberger (Wähler-Gemeinschaft). Er wurde im Jahr 2014 Nachfolger von Eduard Moser (CSU). Der zweite Bürgermeister der Gemeinde ist Johann Koller (CSU), dritter Bürgermeister ist Robert Grübl (SPD).

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1831 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 583 T€.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In dem ehemaligen fürstbischöflichen Schloss befindet sich seit 1902 das Zisterzienserinnenkloster Thyrnau.

Die Pfarrkirche St. Franz Xaver beherbergt die „Thyrnauerin“, eine spätgotische Marienstatue.

Daneben befindet sich die Loretokapelle.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Thyrnau

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbebetriebe sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 10, im produzierenden Gewerbe 470 und im Bereich Handel und Verkehr 133 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 221 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1352. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 6 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 82 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1830 ha, davon waren 1078 ha Ackerfläche und 746 ha Dauergrünfläche.

Die ZF Achsgetriebe GmbH, eine 100-prozentige Tochter der ZF Passau GmbH hat ihren Sitz in Thyrnau und ist auf die Entwicklung und Herstellung von PKW-Achsgetrieben aller Art spezialisiert.


Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2012):

  • 2 Kindergärten (mit Kinderkrippen) in Thyrnau und Kellberg
  • 1 Grundschule in Thyrnau mit Mittags- und Nachmittagsbetreuung

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johann Anetseder (1898–1948), Politiker (CSU), Abgeordneter im Landtag von Bayern
  • Alois Johannes Lippl (1903–1957), Intendant, Regisseur, Film- und Hörspielautor. Namensgeber der Grundschule in Thyrnau

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111117/215820&attr=OBJ&val=761
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 548.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 620.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thyrnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien