Unterthingau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Unterthingau
Unterthingau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Unterthingau hervorgehoben
47.77138888888910.505277777778773Koordinaten: 47° 46′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Unterthingau
Höhe: 773 m ü. NHN
Fläche: 45,23 km²
Einwohner: 2733 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87647
Vorwahl: 08377
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 175
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 9
87647 Unterthingau
Webpräsenz: www.unterthingau.de
Bürgermeister: Bernhard Dolp (Wahlgemeinschaft "Gewerbe und Arbeitnehmer")
Lage des Marktes Unterthingau im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Schloss Unterthingau
Wallfahrtskirche St. Stephan, Oberthingau
Deckengemälde in der Wallfahrtskirche St. Stephan, Oberthingau

Unterthingau ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Unterthingau.

Geographie[Bearbeiten]

Unterthingau liegt in der Region Allgäu und wird von der Kirnach durchflossen. Durch den Ort verläuft der Allgäu-Radweg.

Es existieren folgende Gemarkungen: Oberthingau, Reinhardsried, Unterthingau.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkung von Otto dem Großen als „Tiuoningouvue“, der den Ort an das Kloster Kempten schenkte, welches in der Folgezeit die Rodung und diesem Gebiet vorantrieb. Bischof Ulrich von Augsburg schenkte 950 einen Hof in Thingau an das Kemptener Kloster und soll im Jahr 963 hier einen Kirchenbau geweiht haben. Als erster Pfarrer ist um 1100 ein Odalrich de Tonego überliefert. Der Ortsname Thingau wird auf den Personennamen Tuono zurückgeführt, eine Differenzierung in Unter- und Oberthingau ist ab 1357 nachweisbar. Unterthingau war seit 1465 Sitz eines Dorfgerichts des Fürststiftes Kempten. Unterthingau bekam 1485 von Kaiser Friedrich III. das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten zugesprochen. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort mit dem Pflegamt Thingau zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige, damals selbständige Gemeinde. Im Jahr 1873 gliedert sich Unterthingau dem Bezirksamt Markt Oberdorf und dem Amtsgericht Obergünzburg ein. Im Rahmen der Gebietsreform wurde der Landkreis Marktoberdorf aufgelöst, Unterthingau gehört seitdem zum neu entstandenen Landkreis Ostallgäu.

Religionen[Bearbeiten]

Die katholischen Gemeindemitglieder des Marktes gehören zu den Kath. Pfarreien St.Nikolaus für die Ortsteile Unterthingau und Reinhardsried und St.Stephan für Oberthingau. Die Pfarrkirche St. Martin Kraftisried ist eine Filialkirche von St. Nikolaus. Die Pfarrei St. Nikolaus Unterthingau besteht aus den politischen Gemeinden Unterthingau und Kraftisried.

Seit September 2011 bilden diese Pfarreien und Filialen zusammen mit der Pfarrei St. Oswald Görisried eine Pfarreiengemeinschaft. Leiter ist Pfarrer Edward Wastag. Diakon Andreas Fischer ist pastoraler Mitarbeiter der Pfarreiengemeinschaft.

Die evangelisch-lutherischen Gemeindemitglieder in den Ortsteilen Unterthingau und Reinhardsried gehören der ca. 1.350 Personen umfassenden Kirchengemeinde Obergünzburg an, bestehend aus den politischen Gemeinden Obergünzburg, Günzach, Ronsberg, Untrasried, Hopferbach, Reinhardsried, Kraftisried und Unterthingau. Im Ortsteil Oberthingau gehören die evangelischen Bewohner der Kirchengemeinde Marktoberdorf an.

Ferner existieren Mitglieder sonstiger christlicher Gruppen, ebenso Muslime.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 erfolgte im Zuge der Gebietsreform die Eingemeindung der Gemeinden Reinhardsried und Oberthingau in den Markt Unterthingau.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2118 Einwohner[2]
  • 1970: 2133 Einwohner[2]
  • 1987: 2354 Einwohner
  • 2000: 2600 Einwohner
  • 2011: 2720 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernhard Dolp (Wahlgemeinschaft "Gewerbe und Arbeitnehmer").

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,067 Mio. €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 157.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in blau zwei rote Mohnblumen an schräggekreuzten, beblätterten grünen Stengeln.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Es existieren keine Städtepartnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Unterthingau[Bearbeiten]

Oberthingau[Bearbeiten]

Reinhardsried[Bearbeiten]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Umkreis der Ortsteile finden sich einige Bodendenkmäler, die von Fliehburgen und anderen mittelalterlichen Bauwerken zeugen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 162 und im Bereich Handel und Verkehr 63 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 94 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 898. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 117 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.565 ha, davon waren 2.563 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Unterthingau liegt an der Bundesstraße 12, die heute etwas abseits des Ortes vorbeiführt.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 87 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 23 Lehrern und 459 Schülern

Galerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Unterthingau geboren[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten mit Bezug zu Unterthingau[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unterthingau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.