Aitrang

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aitrang
Aitrang
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aitrang hervorgehoben
47.81666666666710.533333333333745Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Biessenhofen
Höhe: 745 m ü. NHN
Fläche: 30,71 km²
Einwohner: 2015 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87648
Vorwahl: 08343
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Füssener Str. 12
87640 Biessenhofen
Webpräsenz: www.aitrang.de
Bürgermeister: Jürgen Schweikart (Wählergemeinschaft Eintracht)
Lage der Gemeinde Aitrang im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
Über dieses Bild
Aitrang im Ostallgäu
Elbsee bei Aitrang

Aitrang ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.

Geografie[Bearbeiten]

Aitrang liegt in der Region Allgäu. Es existieren folgende Gemarkungen: Aitrang, Huttenwang, Wenglingen. Ferner gibt es noch die Ortsteile Binnings, Görwangs, Krähberg, Neuenried, Wolfholz, Münzenried und Umwangs sowie zahlreiche Einödhöfe. Auf Gemeindegrund befindet sich auch noch der Elbsee.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in einer Urkunde des Frankenkönigs Pippin des Kurzen (741–768) ist der Ort erwähnt. Der Ort war Reichsvogtei des reichsunmittelbaren Klosters St. Mang (Füssen), das seit 1227 die Niedergerichtsbarkeit innehatte. Die Reichsvogtei wurde mehrmals verpfändet und als letztes vom Fürststift Kempten 1524 erworben. Der Ort fiel im Reichsdeputationshauptschluss 1803 an die Fürsten Oettingen-Wallerstein. Vor 1803 überschnitten sich in diesem Ort die Rechte des Klosters St. Mang sowie die des Fürststiftes Kempten. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Zugunglück von Aitrang[Bearbeiten]

Hauptartikel: Eisenbahnunfall von Aitrang

9. Februar 1971 – Auf der Fahrt von München nach Zürich durchfuhr der TEE 56 „Bavaria“, ein Dieseltriebzug RAm der SBB, hinter dem Bahnhof Aitrang eine Rechtskurve mit 130 km/h, obwohl diese nur für 80 km/h zugelassen war. Der Zug entgleiste, zerstörte das Gegengleis und einige Wagen stürzten eine Böschung hinab. Kurze Zeit nach dem Unfall fuhr ein aus der Gegenrichtung kommender Schienenbus in die Unfallstelle. Bei dem Unglück kamen 28 Personen ums Leben, 42 wurden verletzt. Weil gefrorenes Wasser in den Bremsschläuchen die Leitung der Druckluftbremse blockierte, konnte der Lokführer im führenden Steuerwagen des TEE nur mit der elektrischen Bremse des Triebkopfes am Schluss des Zuges bremsen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Anlässlich der Gemeindegebietsreform wurde am 1. Mai 1978 die selbstständige Gemeinde Huttenwang mit den Weilern Neuenried, Umwangs und Wolfholz nach Aitrang eingemeindet. Am 1. Januar 1982 wurde noch der Weiler Wenglingen (vorher in der Gemeinde Ruderatshofen) nach einer Volksabstimmung umgegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Aitrang wuchs zwischen 1988 und 2008 um 245 Einwohner bzw. ca. 14 %.

Jahr 1961 1970 1987 2000 2011
Anzahl der Einwohner 1697[2] 1632[2] 1757 1942 2000

Religionen[Bearbeiten]

In Aitrang ist ein Großteil der Einwohner katholisch, eine Minderheit ist evangelisch. Die Kirche St. Ulrich ist die einzige Kirche in Aitrang. Außerdem gibt es die Kirche St.Johannes in Huttenwang. In Wenglingen, das kirchlich zu Apfeltrang gehört, existiert außerdem die Rosinakapelle. In Görwangs steht die Wallfahrtskirche St. Alban.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1782 Gemeindeführer Johann Georg Haggenmüller
  • 1810–1833 Ortsvorsteher Philipp Hannes (*ca. 1770)
  • 1833–1855 Ortsvorsteher Johann Martin Eichele (*1789; †1875)
  • 1855–1880 Ortsvorsteher Jakob Blenk (†1902)
  • 1900– Erster Bürgermeister Josef Abletshauser
  • 1929– Erster Bürgermeister Franz Xaver Abletshauser (*1897; †1971)
  • Erster Bürgermeister Karl Barromäus Trunsperger (*1913; †1968)
  • Erster Bürgermeister Anton Bräckle (*1903; †1980)
  • 1972–1978 Erster Bürgermeister Alois Huber (*1921; †2007)
  • 1978–1990 Erster Bürgermeister Ulrich Schindele (*1928; †2009)
  • Erster Bürgermeister Georg Petrich
  • –2002 Erster Bürgermeister Hans Bischof (Wählergemeinschaft)
  • 2002–lfd. Erster Bürgermeister Jürgen Schweikart (Wählergemeinschaft Eintracht)

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 900 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 224 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist "gespalten; vorne geteilt von Rot und Blau, hinten in Silber ein roter Abtstab, beseitet von zwei gegeneinander gebogenen blauen Bogenfelgen."

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 193 und im Bereich Handel und Verkehr 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 79 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 595. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 93 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.174 ha, im Wesentlichen Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Aitrang liegt an der Bayerischen Allgäubahn von München nach Lindau, allerdings ohne Haltepunkt. Die Züge passieren das Gemeindegebiet ohne Halt.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 72 Kindergartenplätze mit 60 Kindern
  • Eine Volksschule mit elf Lehrern und 187 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten wurden in Aitrang geboren:

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aitrang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779 und 815.