Görisried

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Görisried
Görisried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Görisried hervorgehoben
47.70666666666710.509166666667803Koordinaten: 47° 42′ N, 10° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Unterthingau
Höhe: 803 m ü. NHN
Fläche: 23,14 km²
Einwohner: 1289 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87657
Vorwahl: 08302
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 131
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchplatz 8
87657 Görisried
Webpräsenz: www.goerisried.de
Bürgermeisterin: Thea Barnsteiner (Allgemeine Wählerschaft)
Lage der Gemeinde Görisried im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
Über dieses Bild

Görisried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Unterthingau.

Geografie[Bearbeiten]

Görisried liegt in der Planungsregion Allgäu. Es existiert nur die Gemarkung Görisried.

Görisried
Pfarrkirche Görisried

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Görisrieds beginnt vermutlich mit der früh- und hochmittelalterlichen planmäßigen Rodungsarbeit im fränkischen Gau Keltenstein (800–1300). An ihr waren das Fürststift Kempten, das Hochstift Augsburg, das Kloster St. Mang zu Füssen und die Herrschaft Kemnath beteiligt. In den Urkunden wird Görisried erstmals im 12. Jahrhundert bei einem Rechtsstreit am Rothwasser bei Wildberg erwähnt. Die ersten Familiennamen erscheinen in Urkunden von 1377.

Noch bis 1803 waren die Görisrieder Familien drei verschiedenen Pflegämtern zugeordnet: Oberdorf (Hochstift Augsburg), Nesselwang (St. Mang) und Unterthingau (Stift Kempten).

Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 noch 873 Einwohner gezählt, 1987 dann 1.011, 2000 schon 1.201 und am 1. Januar 2012 lebten 1.303 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Görisried.

Görisried wuchs zwischen 1988 und 2008 um 230 Einwohner bzw. ca. 22%.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Thea Barnsteiner (Allgemeine Wählerschaft).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Landesauszeichnung des Dorfes in Gold[Bearbeiten]

Im Jahr 1998 erhielt Görisried die Silbermedaille beim Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft und Gold im Landeswettbewerb. Ein gut ausgebautes Netz an Rad- und Wanderwegen macht Görisried zu einem Ziel für Naturfreunde.

Go to GÖ[Bearbeiten]

Mit go to GÖ findet jedes Jahr ein Rockfestival statt. Geboten werden überregional bekannte Cover-Bands sowie Live-Bands. Darunter befanden sich unter anderem Die Atzen, Mickie Krause, Sunrise Avenue, Doro Pesch, The Sweet, Revolverheld, Die Happy, Bananafishbones und J.B.O.

Kath. Pfarrkirche St. Oswald[Bearbeiten]

Görisried gehörte mit den Filialen Wildberg und Stadels bis zum ausgehenden Mittelalter zur Pfarrei Oberthingau, von der es am 5. November 1497 als selbständige Pfarrei getrennt wurde. Ein Neubau von 1631 unter Maurermeister Matthäus Mayr und Zimmermeister Baltus Kienzle erhielt 1679 einen neuen Turm und wurde um 1720 umgestaltet. Die nach dem Großbrand vom 6. September 1823 mit 36 Häusern des Ortes zerstörte Kirche wurde 1825/26 unter teilweiser Verwendung der alten Mauern wieder aufgebaut und 1830 geweiht, war jedoch nach 20 Jahren so baufällig, dass 1840/49 ein noch heute im Wesentlichen erhaltener Neubau in neugotischen Formen errichtet werden musste. Es erfolgte eine weitere Restaurierung 1947/49 mit Entfernung der neugotischen Elemente, und schließlich eine völlige Modernisierung von Kirche und umgebenden Friedhof Ende der 1980er unter Pfarrer Erwin Ruchte.

Das Gestühl stammt noch aus der Zeit des Wiederaufbaus 1825/26. Erhalten ist auch noch das ehemalige Hochaltarbild von 1850, zu Füssen Christi kniend der Patron der Kirche von Görisried, St. Oswald, und die Patrone der Filialkapellen, die Heiligen Ursula, Petrus von Alcatara und Sebastian. Ebenfalls erhalten ist die Holzfigur des Hl. Oswald von 1730/40 in neuerer Fassung und klassizistischem Rahmen, mit der Sockelinschrift: ECCLESIAM / REX BAVARIAE RESTAURAVIT EX CINERE, BENEFICII ORNARUNT / A IGNATIUS / EPISCOPUS AUGUSTANUS / CONSECRAVIT. (Historische Quelle: Michael Petzet: Landkreis Marktoberdorf, Bayerische Kunstdenkmale; 23, München: Deutscher Kunstverl., 1966).

Kapelle St. Ursula[Bearbeiten]

Die Kapelle St. Ursula befindet sich ca. einen Kilometer südlich von Görisried an der Straße nach Wildberg. Dort wurden 1634/35 die Pesttoten der Gemeinde begraben. 1681 erfolgte der Neubau des Chores und des östlichen Langhausteiles. Aus derselben Zeit stammen auch das Deckengemälde mit Szenen aus der Legende der hl. Ursula und das Gestühl.

StUrsula.jpg

Kapelle St. Petrus von Alcantara in Stadels[Bearbeiten]

Vorgängerin dieser Kapelle war eine um 1675 erbaute Feldkapelle zu Ehren des hl. Petrus von Alcantara. 1725 errichtete die Filialgemeinde Stadels im Ort die jetzige große Kapelle, die sich bald zu einer Wallfahrtsstätte entwickelte. Die Deckenfresken stammen aus dem Jahr 1776 von dem Kemptener Maler Linus Seif in stuckierten Profilrahmen. Im Chor ist die Stigmatisation des hl. Franziskus zu sehen, im Langhaus in den Hauptdeckenfeldern östlich der hl. Petrus von Alcantara und die hl. Teresia in Wolken. Der Engel und die Ortsansicht von Stadels unten sind völlig neu gemalt. In den sechs kleinen Rundfeldern der Decke und den drei Emporenfeldern finden sich Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. Am Schlussstein des Chorbogens ist das Wappen des Kemptener Fürstabts Rupert von Bodman (1678–1728) zu sehen.

Kapelle St. Sebastian in Wildberg[Bearbeiten]

Nach der Bauinschrift an der Empore wurde eine 1596 verfallene Kapelle 1652 wieder aufgebaut. Die heutige, in ihrer Gesamtanlage an den Umkreis des Füssener Baumeisters Johann Georg Fischer erinnernde Kapelle, geht auf einen Umbau von 1717 (Jahreszahl über dem Chorbogen) zurück.

Kalvarienberg in Görisried[Bearbeiten]

1867 begannen die Görisrieder unter Pfarrer Wilhelm Eisele mit dem Bau eines Kalvarienberg. Von den Figuren in der Ölbergkapelle weiß man, dass sie der Architekt Josef Müller in München besorgt hat.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Görisried

Galerie[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 2008 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 92, im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 16 und im Bereich Dienstleistungen 42 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 432. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2007 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.375 ha. Davon waren 1.324 ha Dauergrünfläche.

Im Jahr 1997 wurde Görisried zu einem der schönsten Dörfer Schwabens gewählt.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2009):

  • Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 46 Kindern. Seit 2008 wird Mittags- und Nachmittagsbetreuung angeboten.
  • Grundschule: 1 bis 4 Klasse

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Görisried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)