Biessenhofen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Biessenhofen in Bayern. Für die gleichnamige Ortschaft der Gemeinde Amriswil, Kanton Thurgau, siehe Biessenhofen TG.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Biessenhofen
Biessenhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Biessenhofen hervorgehoben
47.83333333333310.633333333333710Koordinaten: 47° 50′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Biessenhofen
Höhe: 710 m ü. NHN
Fläche: 27,02 km²
Einwohner: 3986 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87640
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 112
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Biessenhofen
Füssener Str. 12
87640 Biessenhofen
Webpräsenz: www.biessenhofen.de
Bürgermeister: Wolfgang Eurisch (CSU/Überpart. Wählergem.)
Lage der Gemeinde Biessenhofen im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
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Biessenhofen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.

Geografie[Bearbeiten]

Biessenhofen liegt in der Planungsregion Allgäu.

Es existieren folgende Gemarkungen: Biessenhofen, Ebenhofen, Altdorf, Hörmanshofen, der Weiler Kreen und die Einöden Gennachsäge und Weiß.

Der Ort liegt in der Nähe des Bachtelsees und des Bärensees.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde urkundlich als Villa Buosahoua im Jahre 929 erstmals erwähnt. Biessenhofen gehörte zur Fürstabtei Kempten und ab 1610 zum Hochstift Augsburg. Auch gab es auf dem heutigen Gemeindegebiet die 1551 aus den Restbeständen der Herrschaft Kemnat durch Simprecht von Benzenau begründete kleine Herrschaft Ottilienberg mit dem Zentrum Dorf und Gericht Altdorf. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehören die Orte im Gemeindegebiet zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die politische Gemeinde. Im Jahre 1852 erhielt Biessenhofen Anschluss an die Eisenbahn. In den Jahren von 1864 bis 1876 hielt hier öfters der Hofzug des bayerischen Königshauses, und die hohen Herrschaften stiegen in bereitgestellte Kutschen um, um nach Füssen zu gelangen.

Zu Ende des Zweiten Weltkriegs befand sich in Biessenhofen aufgrund der verkehrsgünstigen Lage ein großes Entlassungslager der US-Armee.

Am 23. Dezember 1976 wurde der Name der Gemeinde Altdorf amtlich in Biessenhofen geändert.[3] Der neue Name der Gemeinde wurde erst nach einer Bürgeranhörung durch eine Regierungsverordnung festgelegt.

2014 wurden im Ortsteil Altdorf bedeutende Grabbeigaben alemannischer Gräber des 5. bzw. 6. Jahrhunderts geborgen. Darüber hinaus wird vermutet, dass sich bei Altdorf die römische Siedlung Escone befunden haben soll.


Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Ebenhofen in die Gemeinde Altdorf eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2798 Einwohner[3]
  • 1970: 3207 Einwohner[3]
  • 1987: 3806 Einwohner
  • 2000: 4036 Einwohner
  • 2011: 3944 Einwohner

Biessenhofen wuchs zwischen 1988 und 2008 um 233 Einwohner bzw. ca. 6%

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfgang Eurisch (CSU)

Er löste bei den Kommunalwahlen im März 2008 den bisherigen, langjährigen hauptamtlichen Bürgermeister Erwin Fahr ab.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.551 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 890 T€.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 26, im produzierenden Gewerbe 766 und im Bereich Handel und Verkehr 175 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 134 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.306. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es drei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 56 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.446 ha. Davon waren 1.419 ha Dauergrünfläche.

Größter Arbeitgeber in Biessenhofen ist ein Werk des Nestlé-Konzerns (gegründet 1905 als Tochterunternehmen der „Berner Alpenmilch“, umfirmiert 1917 als „Alpursa“, ab 1932 als „Allgäuer Alpenmilch AG“ und 1972 von Nestlé übernommen). Hergestellt wurden verschiedene Milchprodukte (früher u. a. die „Bärenmarke“). Inzwischen besteht der Hauptteil der Produktion aus hypoallergener Säuglingsnahrung und Instantbreien (Marken Alete und Beba), klinischer Trinknahrung (Marke Clinutren) sowie Suppen und Soßen (Marke Thomy Les Sauces) und seit 2004 auch trinkfertigen Kaffeeprodukten (Marke Nescafé Xpress).[5] Seit 2009 wird das Werk großflächig erweitert, um der steigenden Nachfrage nach Säuglingsnahrung gerecht zu werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Biessenhofen liegt verkehrsgünstig am Schnittpunkt zweier Bahnlinien: Eine ist die Bayerische Allgäubahn von München nach Lindau (siehe auch Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau über Kempten Richtung Augsburg und weiter nach Nürnberg), eine der ältesten bayerischen Eisenbahnstrecken. Da die meisten Züge heute ab Buchloe nach München abbiegen, hat man auch dahin Anschluss. Nach Füssen zweigt die Bahnstrecke Biessenhofen–Füssen (König-Ludwig-Bahn) ab. Biessenhofen ist somit ein wichtiger Umsteige- und Pendlerbahnhof im Allgäu. Die Bundesstraße B 16 führt durch Biessenhofen; an die B 12 besteht direkter Anschluss und somit auch zu den Autobahnen A 96 und A 7.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 125 Kindern
  • Volksschulen: 2 mit 28 Lehrern und 478 Schülern
  • Volkshochschule (VHS)

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Biessenhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=777&suchbegriff=7
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 519.
  5. Nestlé Deutschland AG Werk Biessenhofen