Voestalpine

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Voestalpine
Voestalpine-Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000937503
Gründung 1946
Sitz Linz, Österreich
Leitung Wolfgang Eder (Vorstandsvorsitzender)
Joachim Lemppenau (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 46.400 (03/2013)
Umsatz 11,5 Mrd. EUR (2013)
Branche stahlbasierte Technologie- und Industriegüter
Website www.voestalpine.com

Die voestalpine AG ist ein weltweit agierender österreichischer stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern mit Sitz in Linz (Oberösterreich). Die voestalpine ging 1995 aus dem 1946 gegründeten Stahlkonzern VÖEST hervor, der Teil der verstaatlichten Industrie Österreichs war.

Die voestalpine ist in über 50 Ländern vertreten und besteht aus rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten. Die voestalpine AG notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 46.400 Mitarbeiter und der Umsatz im Geschäftsjahr 2012/13 betrug rund 11,5 Mrd. EUR. Das EBITDA lag bei 1,441 Mrd. Euro.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Panorama des Werksgeländes Linz. Rechts, Bildmitte Stahlwerk LD-3 und Hochöfen 4, 5 und 6, weiter links Hochofen A, ganz links Kraftwerk

Hauptartikel: VÖEST

Gründung als Rüstungsbetrieb[Bearbeiten]

Der Spatenstich für den Bau der Linzer Hermann-Göring-Werke, welche vollständig Reichswerke Aktiengesellschaft für Erzbergbau und Eisenhütten ‚Hermann Göring’ Linz hießen, und Tochtergesellschaft der Berliner Reichswerke Hermann Göring waren, erfolgte am 13. Mai 1938. Als Standort wurde die nahe der Donau gelegene Dorfsiedlung St. Peter/Zizlau – seit 1915 Stadtteil von Linz – ausgewählt. Grund dafür war, dass der breite Streifen im Osten von Linz aufgrund der permanenten Hochwassergefahr bis auf St. Peter nahezu unbebaut war. Man entschied sich daher, dafür die Siedlung abzutragen und die Einwohner in andere Stadtteile umzusiedeln. Das Gebiet wurde großflächig mit Schotter aufgeschüttet, um künftigen Hochwassern vorzubeugen. Bei der Schottergewinnung in der Umgebung von Linz entstanden der Weikerlsee sowie Teile des Pichlinger Sees.

Als Standort wurde ursprünglich auch das Gebiet um Pichling und Asten in Erwägung gezogen, doch kam man zum Entschluss, dort würde zu viel landwirtschaftliche Nutzfläche verloren gehen. Das Areal im Osten von Linz, auf welchem nun gebaut wurde, besaß ein Ausmaß von 4 km × 1,5 km (heute rund 1 km² weniger). Auf demselben Areal wurde von der nationalsozialistischen Herrschaft auch die Stickstoffwerke Ostmark AG gegründet – die spätere Chemie Linz.

Die Hermann Göring-Werke Linz und ihre inzwischen gegründeten Tochtergesellschaften, die Eisenwerke Oberdonau GmbH (Rüstungsbetrieb) und die Stahlbau GmbH (Engineering- und Montagebetrieb zum Bau der Linzer Werke), wurden 1939 mit der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft zur Alpine Montan Aktiengesellschaft "Hermann Göring" Linz fusioniert.[2]

Ohne ausländische Arbeitskräfte – ab 1938 zivile Ausländer, ab 1940/41 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie ab Ende 1942 KZ-Häftlinge – hätten die Werke nicht gebaut und die Rüstungsgüter nicht produziert werden können.[3]

1941, nachdem der erste Hochofen angeblasen werden konnte, begannen die Eisenwerke Oberdonau mit der Produktion von Panzerteilen, welche im nahe gelegenen Nibelungenwerk St. Valentin montiert wurden. Bis 1944 konnten drei weitere Hochöfen fertiggestellt werden, und so wurden bis zur weitgehenden Kriegsbeschädigung der Werksgebäude durch US-amerikanische Bombenangriffe im Juli 1944 rund 1,5 Millionen Tonnen Roheisen für die Erzeugung von Panzerblechen produziert. Im selben Jahr erreichte der Beschäftigtenstand der Linzer Werke seinen Höhepunkt. Der Ausländeranteil (Zwangsarbeit) ohne Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge betrug durchschnittlich zwei Drittel, in einzelnen Betriebsteilen sogar bis zu 90 Prozent.[4] Die über 7000 KZ-Häftlinge aus Mauthausen, die zwischen 1942 und 1945 in zwei Lagern auf dem Werksgelände untergebracht waren, wurden in der Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH, Hochofenschlackenwerk, Linz/Donau, beim Ausbau der Hütte Linz und der Panzerproduktion der Eisenwerke Oberdonau und schließlich mehr oder weniger in allen Produktionsbereichen der Reichswerke eingesetzt.[5]

Bis zuletzt arbeiteten rund 20.000 Menschen (ohne KZ-Häftlinge) in allen Betrieben der Linzer Werke,[6] welches neben den anderen neuen Industrieunternehmen zum wirtschaftlichen Motor der Stadt geworden war. Die Bevölkerungszahl der Stadt stieg von 112.000 im Jahre 1938 auf 194.000 im Jahr 1945 an. Allerdings befanden sich auch rund 40.000 Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Umsiedler, Flüchtlinge (teils aus Siedlungen nördlich der Donau, da man die nahende Besatzungszeit durch die Russen fürchtete) und Bombengeschädigte in der Stadt.

Kriegsende und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Ein Gasometer der Voest, ein weithin sichtbares Industriebauwerk

Nach Kriegsende wurden die ehemaligen Hermann Göring-Werke als deutsches Eigentum von den Alliierten (USA) beschlagnahmt und in Vereinigte österreichische Eisen- und Stahlwerke (VÖEST) umbenannt und von der Alpine Montan AG getrennt. Am 16. Juli 1946 wurde die neu gegründete VÖEST von den Amerikanern zur treuhändigen Verwaltung an die Republik Österreich übergeben. Aufgrund des Verstaatlichtengesetzes vom 26. Juli 1946 ging die VÖEST in das Eigentum des österreichischen Staates über.[7]

Die verbliebenen 4400 Arbeiter der VÖEST begannen nun mit dem Wiederaufbau. Als erstes wurde das Kraftwerk, welches auch heute noch den Großteil der Energieversorgung sicherstellt, wiederaufgebaut. Betrieben wird es mit Kokerei- und Gichtgas, sowie heute auch Erdgas. Danach wurden die Kokerei, der Hochofen und das Stahlwerk wieder in Betrieb genommen. 1947 konnte der erste Hochofen wieder angeblasen werden, ein Symbol des Wiederaufbaus. 1951 waren drei, ab 1956 vier Hochöfen in Betrieb. Ab 1947 konnte auch wieder Stahl produziert werden, und im gleichen Jahr ergänzte ein weiterer Siemens-Martin-Ofen die Stahlproduktionskapazität.

Aufschwung[Bearbeiten]

Die VÖEST bildete das Fundament der Verstaatlichten Industrie, die spätere Österreichische Industrieholding AG (ÖIAG). Ab 1947 erlebte die VÖEST einen beständigen Aufschwung und wurde spätestens mit der Entwicklung des LD-Verfahrens zur Stahlerzeugung im Jahre 1952 zum Paradebetrieb der Verstaatlichten Industrie. Im selben Jahr wird auch die GIWOGGemeinnützige Industrie-Wohnungsges. m.b.H. Linz – gegründet, um VÖEST-Mitarbeitern selbst Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. So wurden von dieser Gesellschaft Wohnsiedlungen wie beispielsweise bereits 1952 die Muldenstraßensiedlung mit 178 Wohneinheiten errichtet.

Nachdem LD-Stahl auch für den Schiffbau zugelassen wurde, erwog die VÖEST eine eigene Reederei zu gründen. Grund dafür war, dass die Frachtkosten für Kohle und Erztransporte zwischen 1950 und 1970 massiven Preisschwankungen unterlagen. Pro Tonne musste das Unternehmen von 22 bis zu 120 englischen Shilling bezahlen. Die Ister-Reederei wurde gegründet, und im Januar 1958 lief bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft das erste Schiff vom Stapel – die zu 100 % aus LD-Stahl gebaute Linzertor. Aber auch die VÖEST selbst ließ Schiffe bauen. In der von 1974 bis 1991 zum Konzern gehörenden Schiffswerft Korneuburg, welche unter NS-Besatzung den Hermann-Göring-Werken einverleibt und ausgebaut wurde, wurden über 100 Passagierschiffe für die Sowjetunion gebaut.

1973 wurde die damals wirtschaftlich in Bedrängnis geratene steirische Alpine Montan AG (vollständige Bezeichnung Oesterreichisch-Alpine Montangesellschaft, Hauptproduktionsstätte in Leoben-Donawitz) auf politischen Druck hin wieder in die VÖEST eingegliedert, zu der sie bereits vor 1946 gehört hatte. Auch die anderen damaligen österreichischen Stahlerzeuger Böhler und Schoeller-Bleckmann wurden auf politischen Wunsch hin in den neuen Konzern miteingebracht. Das neu entstandene Unternehmen erhielt den Namen VÖEST-Alpine AG.

Krise der Verstaatlichten[Bearbeiten]

In den darauffolgenden Jahren wurde der starke politische Einfluss auf das verstaatlichte Unternehmen verstärkt zur Arbeitsplatzsicherung eingesetzt. Diese Praxis fand ihr Ende im Jahre 1985, als das zum Mischkonzern angewachsene Unternehmen, das bereits seit 1981 hochdefizitär war,[8] einen durch Ölderivatgeschäfte noch verstärkten Rekordverlust von 25 Milliarden Schilling einfuhr. In der Folge wurde das Unternehmen massiv re- und umstrukturiert und der Personalstand stark abgebaut. Der damalige Finanzminister Ferdinand Lacina entließ den gesamten Voest-Vorstand und beendete mit einer neuen gesetzlichen Grundlage das bis dahin übliche Parteienproporz-System, das die Bestellung der Unternehmensführung von politischer Zugehörigkeit anstatt von wirtschaftlicher Qualifikation abhängig gemacht hatte.[9]

Das Sanierungskonzept wurde am 1. September 1986 veröffentlicht und sah den Abbau von 9400 Mitarbeitern und einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 21,5 Milliarden Schilling bis 1990 vor. Um das entlassene Personal bei der Wiedereingliederung ins Erwerbsleben zu unterstützen, wurde 1987 die Stahlstiftung[10] gegründet. Die grundlegende Restrukturierung und strategische Neuausrichtung des ÖIAG-Konzerns führte 1988 und 1989 zur Bildung von sieben bzw. sechs Branchenholdings und damit auch zur völligen Restrukturierung des Stahl-Bereiches der verstaatlichten Industrie in Österreich. Durch Ausgliederung aus der bisherigen VOEST-ALPINE AG entstanden vier dieser sechs Branchenholdings oder bestanden zumindest in großem Ausmaß aus Betrieben und Gesellschaften, die in der Vergangenheit der VOEST-ALPINE Gruppe angehörten. Zwei dieser Branchenholdings waren die VOEST-ALPINE STAHL AG und die Maschinen- und Anlagenbau Holding AG. Letztere wurde u.a. die VOEST-ALPINE Industriebau GmbH und die VOEST-ALPINE Maschinenbau Gesellschaft m.b.H. (ab 1989 Machinery, Construction & Engineering Ges.m.b.H.) zugeordnet.[11] 1989 umfasste die VOEST-ALPINE STAHL AG alle Stahl erzeugenden Betriebe und die Unternehmen der stahlnahen Verarbeitung.[12]

Im selben Jahr wurden die sechs Branchenholdings der ÖIAG in die Industrie- und Beteiligungsverwaltungs-GesmbH (IBVG), einer hundertprozentigen Tochter der ÖIAG, eingebracht, die 1990 in die Austrian Industries AG umgewandelt wurde und den ersten Schritt in Richtung Börse durch eine Going-Public-Anleihe unternahm.[13] Mit dem Privatisierungsgesetz von 1993 wurde das Firmenkonglomerat im Wesentlichen in drei Konzerne zerlegt, die bis 1995 teilprivatisiert wurden:

Privatisierung[Bearbeiten]

Mit dem Börsengang im Jahr 1995 wurde die Privatisierung des bis dahin noch zu 100 Prozent im Staatseigentum (in der ÖIAG) befindlichen voestalpine eingeleitet. Das Unternehmen wurde 2001 in vier Divisionen gegliedert: Stahl, Bahnsysteme, motion (ab Ende 2005 Automotive) und Profilform. 2003 wurde die vollständige Privatisierung beschlossen – die letzten Staatsanteile wurden zum Verkauf angeboten.[14] Seit demselben Jahr firmiert das Unternehmen wieder unter der traditionellen Bezeichnung voestalpine AG, jedoch in neuer Schreibweise.

Am 29. März 2007 gab das Unternehmen bekannt, den Stahlerzeuger Böhler-Uddeholm übernehmen zu wollen, nachdem dessen Kernaktionär seine Anteile zum Verkauf anbot. Nach Ende der Angebotsfrist Anfang Juni 2007 verfügte der Konzern mit über 50 % der Anteile nun über die Mehrheit, wenn auch mit weniger Anteilen als ursprünglich erwartet worden waren.[15] Der Anteil wurde mit Stand vom 6. September 2007, auf 79,2 % am Grundkapital erhöht. Die Integration als fünfte Division Edelstahl fand statt. Nach dem Erwerb der restlichen Anteile von BÖHLER-UDDEHOLM AG im Jahre 2008 befindet sich diese nunmehr in vollständigem Eigentum des voestalpine.[16]Im September 2009 hat die voestalpine AG eine Neuordnung der Böhler-Uddeholm AG vorgenommen. Danach wurde die bisherige Division Welding Consumables der Division Bahnsysteme der voestalpine AG zugeordnet. Die bisherige Division Precision Strip wurde Teil der voestalpine-Division Profilform. Die Böhler-Uddeholm Divisionen High Performance Metals und Special Forgings bilden die neue voestalpine-Division Edelstahl und verbleiben bei der Böhler-UddeholmAG.[17]

Nach dem Zusammenschluss mit Böhler-Uddeholm beschäftigt der voestalpine-Konzern weltweit 41.490 Mitarbeiter (Stichtag 31. Dezember 2007).

Globale Wirtschaftskrise[Bearbeiten]

Nach dem Kollaps der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 sanken die Auftragseingänge der voestalpine und die Situation verschlimmerte sich laufend. Der Konzern reagierte rasch mit einem breitflächigen Krisenmanagement sowie mit konzernweiten Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogrammen. Das Geschäftsjahr 2009/10 wurde das härteste und schwierigste seit Jahrzehnten.

Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten]

Durch eine Strafanzeige deckte Voestalpine im März 2011 das Kartell Schienenfreunde auf, an dem das Unternehmen über Jahrzehnte beteiligt war.

In einem Ranking des Forbes Magazine der weltweit größten Aktiengesellschaften aus dem Jahre 2013 liegt die voestalpine auf Platz 920.[18]

Im April 2014 eröffnet Voestalpine ein 50 Mio. Euro teures Werk für Autokomponenten in Cartersville im Bundesstaat Georgia, USA. Zusätzlich baut Voestalpine eine Direktreduktionsanlage im texanischen Corpus Christi im Wert von 550 Mio. Euro.[19] Im Mai 2014 hat der voestalpine-Konzern mit voestalpine Profilform (China) für mehr als 20 Mio. Euro den 22. Produktionsstandort des Unternehmens in China in Betrieb genommen.[20] Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder plant, in naher Zukunft die Aktivitäten in den USA und China weiter auszubauen.[21] Generell sollen die Technologie- und Industriegütersparten von Voestalpine ausgebaut werden.[22]

Umsatz und EBITDA sanken im Geschäftsjahr 2013/14 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 % bzw. 3,4 % gleichzeitig stieg die Anzahl der Mitarbeiter um 3,8 %.[23]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Grundkapital: 307.132.044,75 EUR

169.049.163 Aktien[24]

  • RLB OÖ Invest GmbH und Co OG (15 %)
  • Oberbank AG (5 %)
  • voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung (13 %)[25]
  • Streubesitz (67 %)[26]

Struktur des Unternehmens[Bearbeiten]

Die voestalpine-Gruppe besteht aus der Konzernholding und gemäß den Kerngeschäftsbereichen aus vier Divisionen:[27]

Blick auf das Voest-Gelände in Linz über Traun und Donau im Juli 2007
  • Steel Division
  • Special Steel Division
  • Metal Engineering Division
  • Metal Forming Division

Mit Wirkung zum 1. April 2012 werden die bisher getrennt geführten Divisionen Automotive und Profilform künftig zu einer Division zusammengeführt.Durch die Zusammenfassung der beiden Divisionen sollen Synergieeffekte erzielt werden.[28]

Steel Division[Bearbeiten]

Die Steel Division bildet das Kerngeschäft des voestalpine-Konzerns und ist gleichzeitig die größte Einheit des Konzerns.

Schwerpunkt der Steel Division ist die Erzeugung und Verarbeitung von Flachstahlprodukten für die Automobil-, Hausgeräte- und Bauindustrie. In der Steel Division werden warm- und kaltgewalzte, sowie elektrolytisch verzinkte, feuerverzinkte und organisch beschichtete Bleche produziert. Hinzu kommen Elektroband, Grobblech- und Gießereiaktivitäten. Nachgelagerte Bereiche sind Stahl Service Center, Anarbeitung, Logistik Service und Mechatronik. Größtes operatives Unternehmen und gleichzeitig Leitgesellschaft der Steel Division ist die voestalpine Stahl GmbH mit Firmensitz in Linz.[29]

Special Steel Division[Bearbeiten]

Ein Hochregallager für 55.000 Euro-Paletten, das von voestalpine gebaut wird

Die Special Steel Division besteht aus weltweit führenden Edelstahl- und Werkstoff-Unternehmen. Produktionsgesellschaften befinden sich in Österreich, Deutschland, Schweden, Brasilien und den USA. Die Division entstand durch die Akquisition von Böhler-Uddeholm. Zu den Produkten zählen unter anderem Werkzeugstahl und Sonderlegierungen für Öl- und Dampfturbinen. Hauptsächlich sind der Werkzeugbau der Automobilindustrie sowie die Konsumgüterindustrie Kunden der Special Steel Division.[30]

Metal Engineering Division[Bearbeiten]

Die Metal Engineering Division ist eine Bündelung der Bahninfrastrukturaktivitäten der voestalpine. Teil der Division sind die Geschäftsbereiche Schienentechnik, Weichensysteme, Bahnlogistik und Bahnservices, sowie Draht, Nahtlosrohre und Schweißtechnik. Die Produkte der Metal Engineering Division sind hochwertige Schienen- und Weichenprodukte, Walzdraht, gezogener Draht und Spannstahl, Nahtlosrohre sowie Schweißzusatzstoffe und Halbfertigerzeugnisse. Ebenso bietet die Metal Engineering Division den kompletten Service für den Bahn-Fahrwegbau.

Die Metal Engineering stellt Produkte für die Eisenbahnindustrie, die Öl- und Gasindustrie, die Stahl- und Bauindustrie, die Maschinenbauindustrie und die Automobilindustrie her.[31]

Die voestalpine Austria Draht (650 Mitarbeiter, Stand 2013) wird die aus 1979 stammende Drahtwalzstrasse mit einer Gesamtinvestition von mehr als 100 Mio. Euro völlig erneuern. Den Auftrag erhielt der Anlagenbauer Danieli aus Buttrio bei Udine, der zentrale Hubbalkenofen wird von der Andritz AG geliefert. Ab 2016 soll dort 550.000 t Walzdraht jährlich erzeugt werden.[32]

2012 wurden 54 % der CPA Filament GmbH (sonst Teil der Steinklauber-Gruppe) erworben und dann am Standort Fürstenfeld eine neue Produktionsanlage für hochfesten Feinstdraht insbesondere zum Sägen von Silizium-Wafern (Elektronik, Photovoltaik) errichtet, die ab 2014 produzieren soll.[33][34]

Metal Forming Division[Bearbeiten]

Am 1. April 2012 wurden die Division Profilform und die Division Automotive zur Metal Forming Division zusammengeführt. voestalpine Metal Forming startete mit 10.000 Mitarbeitern weltweit. Die Kompetenzen des Konzerns werden damit in vier annähernd gleich großen Divisionen gebündelt. Durch die Zusammenlegung der beiden Divisionen ergibt sich eine Reihe von Vorteilen: So gab es schon bisher eine enge Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung. Auf der Kundenseite - insbesondere in der Automobilindustrie und am Energiesektor – gab es in den letzten Jahren immer stärkere Überschneidungen und damit sich hervorragend ergänzende Kompetenzen.

Die neue Division verfügt über fünf Geschäftsbereiche: Tubes & Sections ist ein weltweit führender Hersteller von innovativen und hochwertigen Rohren, Profilen und Präzisionsstahlrohrprodukten. Automotive Body Parts ist Direktlieferant von innovativen und qualitativ hochwertigen Karosserieteilen an die Automobilindustrie. Kaltgewalzte Edelbandstähle mit hoher Maßhaltigkeit und ausgezeichneter Oberflächengüte bleiben weiterhin unter Precision Strip zusammengefasst, anspruchsvolle Produktlösungen in den Bereichen Hochregallager und Systemregale unter Material Handling. Flamco produziert hoch qualitative Komponenten in der Heizungs- und Wasserinstallation mit dem Marktschwerpunkt Benelux.[35]

Innovationen[Bearbeiten]

LD-Verfahren[Bearbeiten]

Das von der damaligen VÖEST entwickelte Linz-Donawitz-Verfahren (LD-Verfahren) ist eine bedeutende Erfindung in der Stahlerzeugung, bei dem Roheisen mit technisch reinem Sauerstoff aufgeblasen wird. 1952 ging das weltweit erste LD-Stahlwerk am Standort Linz in Betrieb. Das heutige Stahlwerk LD-3, das 1973 eröffnet wurde, gilt bis heute als eines der modernsten der Welt.

Das Know-how der Ingenieure der damaligen Neubauabteilung zur Errichtung von (LD-)Stahlwerken floss später in den neugegründeten VOEST-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) ein (Dieser ging nach der Teilung der VÖEST 1993 in der VA Tech AG auf und gehört damit heute zum Siemens-Konzern).

HSH-Schienen[Bearbeiten]

Die voestalpine Schienen GmbH Donawitz produziert seit 1990 ultralange bzw. spezialkopfgehärtete Schienen in einer Länge von bis zu 120 Metern.[36] Das Verfahren zur Kopfhärtung ist eine Eigenentwicklung der voestalpine Schienen GmbH in Donawitz.[37]

Die ersten Versuche zu HSH-Schienen (Head Special Hardened) fanden bereits Anfang der 1980er Jahre statt,[38]aber erst 1990 begann die industrielle Fertigung auf einer auf einem eigenen Patent basierende Betriebsanlage zur Herstellung von kopfgehärteten Schienen. Als einziges Unternehmen liefert die voestalpine wärmebehandelte und schweißstoßfreie Schienen in einer Länge von 120 Metern aus.[39]

phs-ultraform[Bearbeiten]

2002 begann die Entwicklung der PHS-Technologie (Presshärtender Stahl). Durch Zusammenführung von Produkt- und Prozess-Know-how wurden von voestalpine Stahl, voestalpine Polynorm, voestalpine Europlatinen, voestalpine Krems und SADEF sowohl ein Verfahren zur Herstellung von Bauteilen aus härtbarem Stahl als auch eine Beschichtung auf Zinkbasis entwickelt und patentiert – die phs-ultraform. Dieser Presshärtende Stahl und die daraus gefertigten Produkte – crashrelevante Bauteile für die Automobilindustrie – haben eine hohe Festigkeit, Passgenauigkeit und Korrosionsbeständigkeit.[40]

vatron/ACCM/LCM[Bearbeiten]

Die vatron gmbh war ein Tochterunternehmen von voestalpine Stahl und Siemens VAI. Sie wurde am 1. Oktober 1998 aus den Forschungs- und Entwicklungsbereichen der voestalpine Stahl und der Siemens VAI herausgelöst, um Messsystementwicklungen für den Qualitätsproduzenten voestalpine auch am externen Markt zu verkaufen.

Vatron beschäftigte sich mit der Optimierung von Produktionsanlagen speziell im Bereich der Stahlindustrie, sowie der Entwicklung, Fertigung und Betrieb von physikalischen Simulationseinrichtungen. Die Produktpalette reicht hier von der Schlackenfrüherkennung im Stahlwerk, über Zustandsüberwachungen und Messgeräten an Stranggießanlagen bis zu optischen Qualitätsmessungen in Walzwerken.

Aufgrund geänderterer Geschäftsinteressen wurde das Joint Venture vatron gmbh mit 1. August 2011 aufgespalten und die jeweiligen Bereiche in die voestalpine und Siemens VAI reintegriert. voestalpine Stahl führt keine gesonderten Produktaktivitäten weiter, die Forschung wird im COMET K1-Kompetenzzentrum Austrian bzw. Linz Center of Mechatronics GmbH (ACCM/LCM) weitergeführt, an dem die voestalpine mit der Uni Linz (JKU) und der Upper Austrian Research zusammenarbeitet. Siemens VAI gründete auf Basis dieses Bereiches und sämtlicher enthaltener Produkte der ehemaligen vatron gmbh ein eigenes Kompetenzzentrum für Mechatronik.[41]

Stahlwelt[Bearbeiten]

2009 wurde die voestalpine Stahlwelt, eine Erlebniswelt für Erwachsene und Kinder eröffnet. In der Stahlwelt wird der Werkstoff Stahl und der voestalpine-Konzern multimedial erlebbar. Die Ausstellung vermittelt Wissen entlang der Bereiche Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Stahlprodukte und Stahlerfolge.[42]

voestalpine Stahlwelt, Schriftzug beim Eingangsbereich

Die zentrale Erlebniswelt ist eine riesige Stahlrotunde, die einem Stahlwerk-Tiegel nachempfunden ist. 80 verchromte Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 2,50 Metern sind Teil der Stahlwelt. Beeindruckende Exponate und interaktive Stationen machen den Werkstoff Stahl für Besucher spannend.[43] Weiters besteht auch die Möglichkeit einer Führung durch weite Teile des Betriebsgeländes.

Schichtbetrieb[Bearbeiten]

In Linz und Donawitz wird rund um die Uhr in 8-stündigen Schichten gearbeitet. Zu den Zeiten des Schichtwechsels - um 6, 14 und 22 Uhr - fahren zahlreiche so genannte „Schichtbusse“ aus den Linzer Umlandgemeinden bis ins voestalpine-Gelände und zurück. Mehrere Haltestellen befinden sich direkt in Linz. Auch Nicht-Mitarbeiter können zu gewöhnlichen Preisen diese Busse - zumeist von Postbus - benutzen.

Die Linie 18 der Linz AG Linien durchfährt werktags mit wenigen Kursen morgens und abends das Werksgelände Linz und schließt es im Norden und Süden an die Straßenbahnlinie an. [44]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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  1. Anual Report 2012/13. voestalpine AG, abgerufen am 6. August 2014.
  2. vgl. www.voestalpine.com/historie
  3. siehe http://www.voestalpine.com/historie
  4. vgl. www.voestalpine.com/historie
  5. vgl. Perz, B.: KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter der Reichswerke "Hermann Göring" in Linz, in: Rathkolb, O.; (Hg.): NS-Zwangsarbeit: Der Standort Linz der "Reichswerke Hermann Göring AG Berlin" 1938-1945, Bd. 1: Zwangsarbeit - Sklavenarbeit: Politik-, sozial- und wirtschaftshistorische Studien, Wien 2001, S. 499 ff
  6. vgl. Moser, J.: Aus ökonomischer Sicht: Die Bedeutung des Einsatzes ausländischer Arbeitskräfte, ZwangsarbeiterInnen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in den Linzer Eisen- und Stahlwerken, in: Rathkolb, O.; (Hg.): NS-Zwangsarbeit: Der Standort Linz der "Reichswerke Hermann Göring AG Berlin" 1938-1945, Bd. 1: Zwangsarbeit - Sklavenarbeit: Politik-, sozial- und wirtschaftshistorische Studien, Wien 2001, S. 335
  7. vgl. www.voestalpine.com/historie
  8. vgl. www.voestalpine.com/historie
  9. Ex-Staatsunternehmen auf Fusionskurs, Der Standard, 30. März 2007, S. 18
  10. Geschichte der Stahlstiftung
  11. vgl. VOEST-ALPINE STAHL AG, Stahl 88, Unser Auftrag ist Erfolg, Das Geschäftsjahr 1988 der Unternehmensgruppe VOEST-ALPINE STAHL, 6 und ÖIAG, Geschäftsbereich 1988 und Austrian Industries, Geschäftsbericht 1989.
  12. vgl. VOEST-ALPINE STAHL, Das Geschäftsjahr 1989 der Unternehmensgruppe VOEST-ALPINE STAHL, 12.
  13. vgl. www.voestalpine.com/historie
  14. vgl. http://www.voestalpine.com/historie
  15. DiePresse.com: voestalpine: Böhler-Übernahme mit Schönheitsfehler
  16. vgl. www.voestalpine.com/historie
  17. http://www.bohler-uddeholm.com/german/523_DEU_HTML.htm
  18. Elf Firmen unter den weltweit größten. In: oesterreich.orf.at. 18. April 2013, abgerufen am 18. April 2013: „Österreich ist mit elf Unternehmen in der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste des US-Magazins „Forbes“ der weltweit größten 2.000 Firmen vertreten. […] sowie der Stahlkonzern voestalpine (920) […] Unter den 2.000 Firmen befinden sich ausschließlich Aktiengesellschaften, weshalb beispielsweise Red Bull nicht vorkommt. […] Zur Erstellung der Rangliste wurden folgende Kennzahlen verwendet: Umsatz, Gewinn, Vermögenswert und Marktkapitalisierung.“
  19. Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19. April 2014
  20. http://www.voestalpine.com/group/static/sites/default/downloads/de/presse/2014-05-14-eroeffnung-des-produktionsstandorts-voestalpine-profilform-china.pdf
  21. Voestalpine mausert sich zum Global Player (Börsen-Zeitung am 25. April 2014)
  22. http://www.onvista.de/news/voestalpine-will-spitzenstellung-halten-1009021
  23. Annual Report 2013/14. voestalpine AG, abgerufen am 9. August 2014.
  24. voestalpine: Eigenkapital; abgerufen am 15. Juni 2012
  25. voestalpine: Mitarbeiterbeteiligung; abgerufen am 10. Jänner 2012
  26. OnVista: VOESTALPINE AG; abgerufen am 10. Jänner 2012
  27. vgl. Bouncken, Ricarda B.; Jones, Gareth R.: Organisation: Theorie, Design und Wandel. 5. Auflage; Pearson Studium, München 2008, S. 359.
  28. vgl. http://www.voestalpine.com/group/de/presse/presseaussendungen/2011-12-15-voestalpine-ag-strafft-konzernstruktur-veraenderungen-im-vorstand.html/
  29. vgl. http://www.voestalpine.com/group/de/divisionen/steel/
  30. vgl. http://www.voestalpine.com/group/de/divisionen/special-steel/
  31. vgl. http://www.voestalpine.com/group/de/divisionen/metal-engineering/
  32. 100 Millionen für neues Drahtwalzwerk in Donawitz, kleinezeitung.at vom 18. Oktober 2013
  33. http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/3442621/100-millionen-fuer-neues-drahtwalzwerk-donawitz.story 100 Millionen für neues Drahtwalzwerk in Donawitz, kleinezeitung.at vom 18. Oktober 2013
  34. http://www.cpa.at/de/news/newsartikel/Sawwire_.php Sägedraht für die Silicon Wafer Erzeugung, cpa.at, abgerufen am 20. Oktober 2013
  35. vgl. http://www.voestalpine.com/group/de/divisionen/metal-forming
  36. Schienen: Geschichte, voestalpine.com
  37. Offizielle Eröffnung, Presseaussendung, voestalpine.com.
  38. vgl. Hans Jörg Köstler (Red.): Werk Donawitz, Entwicklung und Umfeld 50 Jahre LD-Verfahren. Hrsg. voestalpine Bahnsysteme GmbH, Federführung bei der Herausgabe: Montanhistorischer Verein für Österreich, [Redaktion und Schriftleitung: Hans Jörg Köstler und Heinrich Wentner], Eigenverlag des Herausgebers, Donawitz 2002, S. 233
  39. vgl. VOEST-ALPINE Stahl AG, Unternehmensgruppe VOEST-ALPINE STAHL: Das Geschäftsjahr 1990, S. 18
  40. Ein Neuer Superstahl für das Automobil, voestalpine.com
  41. Competence Center Mechatronics, industry.siemens.com
  42. vgl. http://www.mamilade.at/voestalpine/stahlwelt/linz/1006620-voestalpine_linz.html
  43. vgl. http://www.voestalpine-stahlwelt.at/Erlebnis-Stahlwelt/Ausstellung
  44. http://www.linzwiki.at/wiki/Linie_18_(Linz_Linien)/ Linie 18 (Linz-Linien), LinzWiki, vom 13. November 2012, abgerufen am 27. März 2014

48.27388888888914.333333333333Koordinaten: 48° 16′ 26″ N, 14° 20′ 0″ O