Willi Lemke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Willi Lemke, 2014
Willi Lemke bei einem Interview 2011

Wilfried „Willi“ Lemke (* 19. August 1946 in Pönitz/Ostholstein) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Sportfunktionär. Er ist seit dem 11. April 2008 Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung. Von 1999 bis 2007 war er Senator für Bildung und Wissenschaft und von 2007 bis April 2008 Senator für Inneres und Sport der Freien Hansestadt Bremen. Von 1981 bis 1999 war er Manager des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen von 2005 bis 2014 war er dort Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Biografie[Bearbeiten]

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Gymnasium Oberalster in Hamburg absolvierte Lemke ein Lehramtsstudium der Erziehungs- und Sportwissenschaft an der Universität Hamburg, welches er mit dem ersten Staatsexamen beendete. Anschließend war er von 1971 bis 1974 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen tätig. Nach dem Ende seiner Nebentätigkeit als Doppelagent für KGB und Verfassungsschutz[1] übernahm er 1974 die Geschäftsführung des SPD-Landesverbandes Bremen, bis er 1981 als Manager zum Fußballverein Werder Bremen wechselte. Dort prägte er gemeinsam mit Otto Rehhagel maßgeblich die „goldenen“ 1980er und 1990er Jahre (1981 bis 1995) des Vereins, in denen Werder Bremen einmal den Europapokal der Pokalsieger gewinnen konnte und zweimal Deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger wurde. Seit der Ausgliederung profitorientierter und leistungssportlicher Abteilungen des Gesamtvereins zur Werder Bremen GmbH & Co KGaA im Mai 2003 gehört Lemke deren Aufsichtsrat an und ist seit 2005 auch Vorsitzender des Aufsichtsrates. Im November 2012 wurde er in seinem Amt als Aufsichtsratvorsitzender für weitere vier Jahre bestätigt. 2014 trat er von diesem Posten zurück.[2]

Willi Lemke ist zum zweiten Mal verheiratet und hat vier Kinder.

Partei[Bearbeiten]

Nach der Ankündigung von Henning Scherf im September 2005 als Regierungschef von Bremen zurückzutreten, trat Lemke in einer Mitgliederbefragung der SPD-Basis zum neuen Bürgermeister an. Die Basis entschied sich mit 1924 Stimmen für Jens Böhrnsen als neuen Bürgermeister. Lemke erhielt 721 Stimmen. [3]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Nach der Bürgerschaftswahl 1999 wurde Lemke am 7. Juli 1999 als Senator für Bildung und Wissenschaft in den von Senatspräsident Henning Scherf geleiteten Senat der Freien Hansestadt Bremen gewählt.

Nach der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft 2007 übernahm Lemke in der neuen rot-grünen Koalition am 29. Juni 2007 das Amt des Senators für Inneres und Sport.

Ende 2007 wurde Lemke von der Bundesregierung für das Amt des UN-Sonderberaters für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung vorgeschlagen. Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zugesichert hatte, die Finanzierung dieses Amtes in Höhe von jährlich 450.000 € zu übernehmen, wurde Lemke am 18. März 2008 von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als Nachfolger von Adolf Ogi berufen.[4][5] Lemke trat deshalb am 6. April 2008 als Innensenator zurück.

Seit September 2010 ist Willi Lemke Honorarprofessor an der Western Cape Universität (UWC) Südafrika.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Willi Lemke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.focus.de/politik/deutschland/spionage_aid_146559.html
  2. Aufsichtsrat: Lemke und Dr. Hess-Grunewald einstimmig bestätigt
  3. "Lemke macht weiter – Böhrnsen kündigt Sparkurs für Bremen an"
  4. netzeitung.de vom 18. März 2008
  5.  Teurer Sonderberater. In: Der Spiegel. Nr. 10, 2008 (3. März 2008, online).