Bremer Dom

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Dom St. Petri in Bremen aus Richtung Rathaus

Der St.-Petri-Dom in Bremen ist ein aus Sandstein und Backstein gestalteter romanischer Kirchenbau, der vom 11. Jahrhundert an über den Fundamenten älterer Vorgängerbauten errichtet und bis ins 13. Jahrhundert im Stil der Gotik umgebaut wurde. Im 14. Jahrhundert gab es Erweiterungen um seitliche Kapellen. 1502 begann die Umgestaltung in eine spätgotische Hallenkirche, die aber über ein neues Nordseitenschiff nicht hinauskam, als die Reformation alle Bautätigkeit stoppte. Im späten 19. Jahrhundert erfolgte eine umfangreiche Renovierung des schwer vernachlässigten und teils zerstörten Baus in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung, mit der Doppelturmfassade im Westen und einem (zuvor vermutlich nie vorhandenen) Vierungsturm in neoromanischem Stil. Das Gotteshaus gehört heute zur evangelisch-lutherischen Domgemeinde St. Petri. Es steht seit 1973 unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Der Ort an der Stelle des heutigen Doms, dem höchsten Punkt der Weserdüne unmittelbar bei einer bereits bestehenden Siedlung wurde mit dem (dort vermuteten) Bau einer Kirche durch den angelsächsischen Missionsbischof Willehad im Jahr 789 zur Keimzelle des sich entwickelnden Bistums. Der Holzbau wurde bereits 792, nur drei Jahre nach seiner Fertigstellung, im Zuge der Sachsenkriege niedergebrannt und restlos zerstört. Nach dem Tod von Willehad 789 gab es 13 Jahre weder einen Bischof noch einen Dom in Bremen. 805 wurde unter der Leitung des neuen Bischofs Willerich mit der Errichtung eines Nachfolgebaus aus Stein begonnen. Reste dieses Bauwerks konnten bei Ausgrabungen im Mittelschiff des heutigen Doms entdeckt werden und ermöglichen eine Erfassung der ungefähren schlichten Gestalt dieses zweiten Bremer Doms, in welchem von 845 bis 865 auch der berühmte Ansgar residierte, welcher Bischof von Bremen und Erzbischof von Hamburg in Personalunion war. Man vermutet, dass der Dom ab etwa 860 eine dreischiffige Hallenkirche war. In der heutigen Westkrypta lässt ein Mauerteil mit bearbeiteten Eck- und Sockelsteinen, jetzt einbezogen in die Nordwand, vermuten, dass sich vor der Kirche ein frei stehender Glockenturm befunden haben könnte.

Während der Amtszeit Gebhards II. erhielt der Dom ein Rosettenfenster
Netzgewölbe (Mitte 16. Jahrhundert) im nördlichen Seitenschiff

In den ersten Jahren der Amtszeit von Bischof Adalbrand (1035 bis 1043) begann der Umbau zum geplanten salischen Dom, welcher der Kernzelle des heutigen Baukörpers entspricht. Noch vor der Vollendung fiel das Gotteshaus jedoch – wie auch der Großteil der übrigen Stadtbebauung – am 11. September 1041 der Feuersbrunst des Bremer Brandes zum Opfer. Die Flammen beschädigten auch Teile der Dombibliothek irreparabel. Dieses Ereignis ist auch als der erste Dombrand bekannt. Zwar ordnete Adalbrand den sofortigen Wiederaufbau an, doch auf Grund des hohen Grades der Zerstörung fiel der größte Teil der Bauzeit in die Amtszeit von Adalbrands Nachfolger Adalbert (1043 bis 1072). Dieser, einer der bedeutendsten Herrscher jener Epoche, orientierte sich bei seinen Vorgaben zum Um- beziehungsweise Wiederaufbau unter anderem am Architekturstil des Vorgängers des heutigen Kölner Doms, des sogenannten Alten Doms. Neuere Untersuchungen und Forschungen konnten Übereinstimmungen in vielen Punkten und eine ähnliche Bauweise belegen. Des Weiteren war Adalbert, der mehrere Jahre in Italien verbracht hatte, von der mediterranen Kultur sehr angetan und nahm auch die Kathedrale der kampanischen Stadt Benevent zum Vorbild. Zudem ordnete er an, für die Arbeiten am Bremer Dom lombardische Handwerker einzusetzen, was zu Unmut und Unverständnis in der Bremischen Handwerkerschaft führte. Adalbert war bestrebt, den Dom noch in seiner Amtszeit zu vollenden – was ihm letztendlich auch gelingen sollte – und trieb dessen Bau deshalb mit wenig Rücksicht auf die Interessen der Stadt voran. So ließ er beispielsweise die Mauer der Domburg niederreißen, um Baumaterial zu gewinnen. Das so ungeschützte Bremen konnte im Jahr 1064 von den Sachsen geplündert werden. Der neugebaute Bremer Dom war eine flachgedeckte Basilika mit zwei Chören. Den östlichen weihte man Maria und den westlichen dem Apostel Simon Petrus. Die Kirche hatte über ihrer Westfassade vermutlich zwei Türme sowie im Inneren zwei von den italienischen Steinmetzen ausgearbeitete Krypten, welche bis heute erhalten sind. Die westliche Krypta wurde 1066 geweiht, so dass man davon ausgeht, dass etwa in dieser Zeit auch der gesamte Bauprozess der Vollendung zulief. Mit einem Alter von knapp 1000 Jahren ist sie der älteste erhaltene Raum in Bremen.[2]

Unter Adalberts Nachfolger Liemar (1072 bis 1101) wurden weitere, wenn auch im Vergleich zum vollständigen Kirchenneubau geringfügige Umbauten vorgenommen. Allerdings kam es während seiner Amtszeit auch zum zweiten Dombrand. Im Anschluss gelang es, das Gotteshaus relativ schnell wiederaufzubauen, da die Zerstörungen nicht die Ausmaße von 1041 aufwiesen.

Während der Amtsperiode Gerhards II. (1219 bis 1258) kam es zu einigen wichtigen Veränderungen, sowohl aus architektonischer wie auch aus religiöser Sicht. Zunächst bestätigte Papst Honorius III. im Jahr 1224 das Doppelbistum mit Sitz in Bremen endgültig. Das heißt, dass Bremen nun Erzbischofssitz war und Hamburg keinen eigenen Bischof mehr hatte. Das Domkapitel Hamburgs blieb aber mit besonderen Rechten ausgestattet bestehen. Der Bremer Dom war seither Metropolitankathedrale. Unmittelbar darauf begannen umfangreiche Umbauten der Kirche, welche deutlich durch Vorbilder aus der rheinischen Region beeinflusst wurden. Die Flachdecke des Mittelschiffes wurde durch ein sechsteiliges Rippengewölbe ersetzt, also eingewölbt beziehungsweise überformt, und dem Langhaus wurde eine Doppelturmfassade mit Rosette vorgeblendet. Durch diese Maßnahme nahmen die zuvor sehr niedrigen Türme langsam Gestalt an. Die Seitenschiffe sowie Ost- und Westchor erhielten eine Gestaltung, die Bezüge zu anderen Kirchenbauten im Herrschaftsbereich der Verwandten von Erzbischof Gerhard II. herstellten.

Im 14. Jahrhundert ruhte der Weiterbau des Doms etwas, trotzdem erfolgte die Errichtung einer Kapelle an der Südseite der Kirche sowie einer Doppelkapelle an der Nordseite des Ostchores. Im Jahr 1346 erhöhte man den Nordturm. Er erhielt einen gotischen Helm. Der Dom gab in dieser Zeit seine Kirchspielfunktion an die nahe Liebfrauenkirche und seine Pfarrdienste an die nur wenig südlich gelegene St.-Wilhadi-Kirche ab. Er diente somit nicht mehr für die seelsorgerische Betreuung der Bürger, sondern – als Kathedrale des Erzbistums – den Gottesdiensten (Tagzeiten und Messen) des Erzbischofs und des Domkapitels sowie für besondere Anlässe, Feste und Feiern.

In der Amtszeit des Erzbischofs Johann III. Rode von Wale erfolgte ab 1502 bis 1522 ein Umbau des nördlichen Seitenschiffs zu einer spätgotischen Halle mit Netzgewölben. Vermutlich war Entsprechendes auch mit dem südlichen Seitenschiff geplant, wurde aber nie ausgeführt, hier blieb es bei den Erweiterungen durch die Kapellenanbauten des 14. Jahrhunderts. Ein weiterer Ausbau wurde durch die einsetzende Reformation in Bremen verhindert.

Erzbischof Rode gab 1511 den Auftrag für den Druck eines Messbuchs, das Missale secundum ritum ecclesie Bremense, das den in der Diözese Bremen gültigen Ritus für die Heilige Messe beschreibt.[3]

Reformation und Zeit des Verfalls[Bearbeiten]

Dom im Jahr 1589 (Ausschnitt aus dem kolorierten Kupferstich von Frans Hogenberg, der 1598 im Städtebuch von Braun und Hogenberg erschien)

Am 9. November 1522 hielt der vertriebene Augustinermönch Heinrich von Zütphen in Bremen die erste reformatorische Predigt in einer Kapelle der St.-Ansgarii-Kirche. Daraufhin trugen die Domherren eine Beschwerde beim Erzbischof Christoph von Braunschweig-Lüneburg vor. Dieser forderte die Auslieferung von Zütphens, stieß allerdings beim Stadtrat und der Bürgerschaft auf Widerstand. Zur Klärung des Falls wurden eine Ständeversammlung und eine Provinzialsynode einberufen, welche allerdings ohne Erfolg blieben. Im Zuge der reformationsfreundlichen Haltung der Stadtoberen sahen sich die drei Klöster Bremens (Paulskloster, Johanniskloster und Katharinenkloster) gezwungen, zu schließen. Ab 1524 wurden neben den katholischen Priestern auch evangelische Prediger an den Pfarrkirchen eingesetzt, und wenig später durften in diesen gar keine Messen mehr gelesen werden. 1534 wurde eine durch Luther genehmigte Kirchenordnung eingeführt. Bereits 1532 war der Dom geschlossen worden, da die Reformation beim Domkapitel nach Meinung der führenden Reformatoren nicht schnell genug ablief und am Palmsonntag der Dom von einer radikalen Bürgergruppe, den sogenannten 104 Männern, in Besitz genommen wurde.[4] Diese Schließung wurde 1547, nach 15 Jahren, wieder aufgehoben, als der reformierte Feldprediger Albert Rizäus Hardenberg zum neuen Domprediger ernannt wurde. Seine Ernennung hatte verschiedene Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Anhängern Melanchthons zur Folge. Schließlich verwies man Hardenberg am 18. Februar 1561 der Stadt.[5]

Daraufhin wurde der Dom zum zweiten Mal innerhalb von 29 Jahren geschlossen. Hardenberg wurde jedoch von der Mehrheit der Bürger, dem Bürgermeister sowie einigen Ratsherren des Bremer Rates unterstützt. Zwar wollte die Ratsmehrheit gegen diese vorgehen, doch eine Bürgerbewegung verteidigte sie im Januar 1562. Dies führte dazu, dass zahlreiche Gegner Hardenbergs die Stadt verließen. Mit den religiös motivierten Konflikten in Bremen beschäftigten sich Kreistage des Erzbistums, das Reichskammergericht sowie die Hanse, der Bremen damals als Hansestadt angehörte. Letztere beschloss 1563 sogar die Verhansung Bremens, also den Ausschluss der Stadt aus der Kaufmannsvereinigung (1576 wurde Bremen wieder in die Hanse aufgenommen). Ab 1566 wurden vom Bremer Domkapitel lutherische Administratoren anstelle von Erzbischöfen gewählt. Diese hatten jedoch nahezu die gleichen Aufgaben inne. Die Streitigkeiten konnten erst im Februar 1568 gelöst werden, und die Mehrzahl der Hardenberg-Gegner kehrte zurück. Mittlerweile hatte sich der reformierte Glaube in Bremen durchgesetzt, was die Stadt von ihrem noch weiterhin katholisch geprägten Umland isolierte. 1581 schloss sich Bremen der Genfer Reformation an. Vierzehn Jahre später erhielt die Stadt eine neue Kirchenordnung nach der deutsch-reformierten Form (Consensus Bremensis), und um 1600 wurde der Heidelberger Katechismus eingeführt.

Der Dom jedoch unterstand der Jurisdiktion des Erzstifts und nicht der Stadt und blieb lutherisch. Man muss also unterscheiden zwischen den konfessionellen Konflikten zwischen protestantischer Stadt und weiterhin katholisch geprägten Umland einerseits und andererseits dem innerörtlichen Gegensatz zwischen dem sich am reformierten Bekenntnis orientierenden Rat mit den vier Pfarrgemeinden und den Lutheranern, die erst nach der Wiedereröffnung des Doms 1638 dort eine Gemeindekirche fanden.

Der Dom im Jahr 1695: Der Südturm (rechts) ist seit 1638 zerstört und der Nordturm trägt seit dem Brand von 1656 ein Notdach. (Ausschnitt aus einer Zeichnung des Schweden Erik Dahlberg)

Am 27. Januar 1638 kollabierte der baufällige niedrigere Südturm des Domes, der noch immer keinen hohen, spitzen Helm, sondern nur einen fast unscheinbaren Dachansatz hatte, und begrub dabei zwei an ihn angelehnte kleine Häuser unter sich. Bei diesem Unglück starben acht Menschen.

Der Ratsschreiber Metje, der im Augenblick des Einsturzes aus dem Rathaus auf den Marktplatz trat, beschrieb das Ereignis später mit den Worten:

„Und wie ich aus der Tür komme, da höre ich doch ein Poltern und Brechen, als ob einer tausend Holzstangen auf einmal durchbricht. Da gucke ich gleich zum Turm hoch, und ich denke, mir bleibt das herz stehen! Ein langer Riss von oben bis unten, und wie ich da noch hinsehe, wird der immer breiter und breiter, und das Dach verschwindet im Turm – ja, und dann brechen auch schon die Mauern herunter! Ein Krach war das, ich dachte, der ganze Dom bricht zusammen!“[6]

Trotz der teilweisen Zerstörung öffnete der Dom wenig später auf Veranlassung des lutherischen Administrators Friedrich III. Prinz von Dänemark nach 77 Jahren erstmals als Parochialkirche wieder seine Pforten für lutherische Gläubige und erhielt noch im gleichen Jahr am 11. November eine Diakonie.

1648 wurde das Erzstift Bremen säkularisiert und ging als Herzogtum Bremen an Schweden. Nur acht Jahre später kam es zu einem weiteren Unglück: Am 4. Februar 1656 brannte der Nordturm nach einem Blitzeinschlag zusammen mit dem Dach des Mittelschiffes im dritten Dombrand nieder. Der Südturm war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder aufgebaut. Der Nordturm erhielt nach seinem raschen Wiederaufbau ein flaches Notdach, das jenem ähnelte, welches der Südturm bis zu seinem Einsturz trug.

1715 übertrug Schweden die Rechte am Bremer Dom an das kur-hannoversche Konsistorium in Stade. Unter dessen Herrschaft erhielt der Nordturm 1767 ein Kupferblechdach – eine sogenannte Welsche Haube. Die Haube ersetzte das seit dem 111 Jahre zurückliegenden Brand auf dem Turm befindliche Notdach, wurde von der Bremer Bevölkerung allerdings mehrheitlich als unpassend für den Turm angesehen.

Neuzeit[Bearbeiten]

Gemäß dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel das Domgebiet der Stadt Bremen zu und wurde eingegliedert. Die Stadt versuchte vergeblich, die Domgemeinde zu zerschlagen, und erkannte letztendlich 1830 die neue Verfassung der Gemeinde an. Lange Jahre bestand seitens der Stadt weder der Wunsch noch der Wille nach einer Restaurierung des baufälligen Gotteshauses, sodass es sein Erscheinungsbild mit dem Nordturm mit Welscher Haube und dem halb zusammengebrochenen Südturm nahezu das ganze 19. Jahrhundert beibehielt.

Westfassade des Doms mit den zwei 1901 fertiggestellten Haupttürmen. (Ansichtskarte von ca. 1908; links das Rathaus und der Bremer Roland)

Erst in den 1880er Jahren entwickelte man Pläne für einen radikalen Um- beziehungsweise Neubau des Doms, welcher dann, getragen von der Bremischen Bürgerschaft und finanziell unterstützt durch Franz Ernst Schütte, ab 1888 nach Ideen des Dombaumeisters Max Salzmann realisiert wurde. Man beabsichtigte, den mittelalterlichen Zustand wiederherzustellen, überarbeitete den Dom aber schließlich doch entsprechend den zeitgenössischen Vorstellungen im neuromanischen Stil mit Verweisen auf Kirchenbauten in der deutschen Hauptstadt Berlin.

Während dieser Bauphase ergänzte man am Bremer Dom unter anderem das Brautportal an der Nordseite und den Vierungsturm. Die markanteste Änderung betraf jedoch die Westfassade. Sie erhielt ihre heutige Form und zudem zwei gleich große, das Kirchenschiff deutlich überragende Türme mit hohen spitzen Turmhelmen. Im Innenraum des Kirchenschiffs erneuerte man die Wandbemalungen. Die Glasfenster mit Darstellungen wichtiger Szenen der Reformation schuf der Frankfurter Künstler Alexander Linnemann. Der Grundstein für den Südturm wurde 1889 gelegt, und nur vier Jahre später waren beide Türme vollendet. Die gesamte Restaurierung konnte 1901 abgeschlossen werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom 1943 bei einem Luftangriff auf Bremen von Brandbomben getroffen. Die Schäden hielten sich zunächst in Grenzen; lediglich die Scheiben des Südschiffes gingen zu Bruch. Im darauffolgenden Kriegsjahr erlitt die Kirche weitere Bombentreffer. Im März des Jahres 1945 explodierte an der Nordseite des Doms eine Sprengbombe. Infolgedessen stürzten große Teile des Gewölbes ein. Das gesamte Gebäude galt als einsturzgefährdet. Einige Trümmersteine dieses Angriffs liegen noch immer als Mahnmal im Dom. Bereits unmittelbar nach Beendigung des Krieges begann 1946 die Restaurierung des Dachstuhls des Nordschiffes; bis 1950 war das zerstörte Gewölbe wiederhergestellt. Den damals zerstörten Bereich kann man heute daran erkennen, dass das Kupfer des Kirchenschiffdaches an der restaurierten Einschlagsstelle der Bombe noch keine Patina besitzt.

Von 1973 bis 1984 fanden unter der Leitung des Landesarchäologen umfangreiche archäologische Grabungen im und am Dom statt (1973 im Mittel- und im Südschiff, 1979 im Nordschiff, 1983 in der Ostkrypta und 1984 im Bleikeller). Bei diesen Untersuchungen fand man die Grundmauern der Vorgängerbauten, mehrere Gräber von ehemaligen Erzbischöfen und gewann Erkenntnisse zur Baugeschichte. Die Mehrzahl der gemachten Funde lagert heute im Dommuseum und im Focke-Museum. Zusätzlich zu den Grabungen fanden Instandhaltungsarbeiten statt, die sowohl Schäden an Fundamenten und Mauern beheben als auch die innere Ausstattung gegenüber den Veränderungen des 19. Jahrhunderts an den Zustand im Mittelalter annähern sollten.

Architektur[Bearbeiten]

Vierungsturm
Nordturm mit Turmuhr
Blick vom Chor zur Orgel

Heute weist der Bremer Dom einen typischen kreuzförmigen Grundriss auf und besitzt über der Vierung, dem Kreuzungspunkt des Querschiffes mit dem Hauptschiff, einen Vierungsturm. Zudem existieren zwei Seitenschiffe (ein nördliches sowie ein südliches), zwei Hallenkrypten und Chöre. Das äußere Erscheinungsbild des Kirchenbaus ist relativ schlicht gehalten und am neuromanischen Architekturstil orientiert. Die Länge des Baus beträgt etwa 93 m.

Die beiden bronzenen Haupttore des Gotteshauses an den Basen der Haupttürme sind mit jeweils 22 auf Rechtecken angeordneten biblischen Szenen geschmückt. Nicht so bedeutend, aber ungleich imposanter ist das Brautportal an der Nordseite des Nordschiffes. Es ermöglicht den Eintritt in das Seitenschiff und wurde im Zuge der Restaurierung von 1888 als Ersatz für ein altes Rundbogentor errichtet. Wie der Name sagt, ziehen durch dieses Tor Brautpaare in die Kirche ein.

Besonders sehenswert ist auch der sich gut in die schlichte Architektur des Doms einfügende Bibelgarten in einem Innenhof des ehemaligen Kreuzgangs zwischen dem Südschiff und dem Konzerthaus Glocke. Dieser 37 Meter mal 13 Meter messende Freiraum wurde 1998 bepflanzt. Er beherbergt neben 60 verschiedenen Pflanzenarten, die alle in der Bibel erwähnt werden, auch traditionelle Gewächse aus Klostergärten. Der Garten wird von den Bibelgärtnern gepflegt und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Einmal im Monat werden Führungen angeboten. Im Garten befinden sich einige Bänke, die zum Verweilen im Grünen einladen sollen. Auf der zentralen Rasenfläche steht eine kleine Statue von Jakobus dem Älteren mit der den Jakobsweg kennzeichnenden Muschel auf dem Sockel.

Haupttürme[Bearbeiten]

Die beiden Haupttürme des Bremer Domes sind quadratisch angelegt und haben eine Basisseitenlänge von jeweils elf Metern. Sie haben eine gesamte Höhe von 92,31 m,[7] ohne die Wetterfahnen sind es etwa 89 m. Häufig wird in Büchern und Broschüren auch eine Höhe von 99 m ohne Wetterfahnen angeben, was allerdings eine falsche Angabe ist.[8]

Die Domtürme mit ihren mittlerweile von Patina überzogenen Kupferhelmen sind die höchsten Kirchtürme in der Stadt Bremen und die einzigen mit einer Aussichtsplattform. Diese befindet sich unter dem Dachansatz des Südturms, also in etwa 50 Metern Höhe. Zu erreichen ist sie über 265 Steinstufen. Der Nordturm ist normalerweise für die Öffentlichkeit gesperrt und wird nur zu besonderen Anlässen (beispielsweise am Tag des offenen Denkmals) geöffnet.

Der Nordturm besitzt eine Turmuhr. Diese wird seit 1961 elektromechanisch betrieben. Das entsprechende Uhrwerk fertigte die Turmuhrenmanufaktur Eduard Korfhage & Söhne mit Hauptsitz in Melle-Buer. Dank eines Gewichtes ist die Bremer Domturmuhr in der Lage, sich nach einem Stromausfall automatisch auf die richtige Zeit einzustellen. Zu Beginn eines Stromausfalls setzt auch das Uhrwerk aus, und ein Gewicht läuft ab. Die Länge der Strecke, die dieses zurücklegt, entspricht der Dauer des Stromausfalls. Nach dessen Ende wird das Gewicht wieder eingezogen und die Uhr entsprechend gestellt. Das Domuhrwerk muss einmal im Monat gewartet werden.

Ausstattung[Bearbeiten]

Christusrelief (um 1050) in der Westkrypta
Einige der klugen und törichten Jungfrauen im Nordflügel
Chorwange: Christus übergibt Petrus den Schlüssel. Eine für das Bremen-Wappen bedeutsame Szene
Hl. Cosmas und Damian aus der sog. Knigge-Kapelle (jetzt im Dom-Museum)
Heilige Sippe (um 1510)

Da der Dom zwischen 1532 und 1638 überwiegend geschlossen war und danach von den Lutheranern genutzt wurde, die weniger bilderfeindlich waren als die übrigen, reformierten Kirchengemeinden der Stadt, besitzt der Dom noch heute einen im Vergleich zu anderen protestantischen Kirchen bemerkenswerten Bestand an Kunstwerken, auch aus mittelalterlicher Zeit. Gleichwohl repräsentiert er nur einen geringen Teil der ursprünglichen Ausstattung, zu der beispielsweise über 50 Altäre gehörten. Nach Material und Chronologie geordnet, werden die Hauptwerke im Folgenden vorgestellt:

Frühe Steinplastik[Bearbeiten]

Vermutlich vom Tympanon eines Westportals stammt das große, ursprünglich ein Halbrund bildende Relief des thronenden Christus, heute in der Westkrypta. In der Linken hält er ein aufgeschlagenes Buch, in der Rechten zwei Schlüssel. Ob die im Bedeutungsmaßstab reduzierte Figur unten rechts den Hl. Petrus oder eine Stifterfigur darstellt, ist bisher unentschieden. Von ihrer Deutung hängt auch die Interpretation des ganzen ab, ob Christus hier (wie häufig in Tympana) als eschatologischer Weltenrichter oder bei der Schlüsselübergabe an den Apostel Petrus (den Patron des Doms !) gezeigt werden sollte. Die beiden Schlüssel sind jedenfalls als Attribut des Schutzheiligen in das erzbischöfliche Wappen eingegangen. Obwohl stark verwittert und nur als Fragment erhalten, vielleicht sogar überarbeitet, ist unbestritten, dass es das älteste Werk der Bildhauerkunst im Bremen und seinem weiteren Umkreis darstellt. Eine Präzisierung der Entstehungszeit ist freilich strittig und reicht von „um 1050“[9] bis „2.Hälfte 12. Jahrhundert“.[10]

Aus einer Figurenfolge der klugen und törichten Jungfrauen stammen die fünf Steinfiguren an der inneren Nordwand des Nordseitenschiffs. Man vermutet als ursprünglichen Standort das Brautportal auf der Nordseite, also zum Domshof hin, wo sie am schrägen oder gestuften Gewände zusammen mit den restlichen, verlorenen Figuren und einem Tympanon ein Figurenportal bildeten. Reste des zugehörigen Bogenfeldes stellen vielleicht die beiden noch stärker zerstörten Sitzfiguren einer Marienkrönung dar. Beide Gruppen waren zu unbekannter Zeit, vielleicht schon bei der spätgotischen Nordseitenschifferweiterung hoch an die Westfassade versetzt worden, nach dem Umbau um 1900 in die Ostkrypta gebracht, die fünf törichten Jungfrauen jedoch später an ihren heutigen, für eine Betrachtung äußerst ungünstigen Platz. Dennoch ist ihre außerordentliche Qualität trotz aller Substanzverluste noch zu erkennen. Vor allem an den leidlich erhaltenen Gewändern, die mit ihren feinen Fältelungen wie dünnster Stoff fließen und die Glieder darunter mit angedeutetem Kontrapost nur zart hervorheben ist zu erkennen, dass diese Fragmente zu den bedeutendsten Monumentalskulpturen der frühen Gotik um 1230 in Deutschland gehören. Damit stellen sie überdies den ältesten Figurenzyklus dieses Themas in unserem Land dar.[11]

Skulptur um 1400[Bearbeiten]

Aus bremischen Quellen der Zeit um 1400[12] wissen wir, dass es Jahre gesteigerter künstlerischer Aktivitäten für den Dom waren, gefördert durchaus auch von bürgerlichen Bauherren.[13] Am Anfang dieser Welle steht das Chorgestühl.[14] Von der 1823 abgerissenen, ursprünglich u-förmig angeordneten doppelten Sitzreihe dieser an Chorwände und Lettner angelehnten Anlage haben sich mindestens sieben Seitenwangen erhalten, die 31 Bildfelder aus dem Alten Testament und Neuen Testament wiedergeben und damit die in Deutschland umfangreichste mittelalterliche Szenenfolge an einem Chorgestühl bieten. Zwischen 1366 und 1368 wurde es fertiggestellt.[15] Ikonographisch interessant ist der singuläre Fall einer Motivübernahme an den sechs Bildfeldern zum öffentlichen Auftreten Jesu, die entsprechende Miniaturen aus einer damals noch im Bremer Dom verwahrten ottonischen Bilderhandschrift benutzten. Künstlerisch bemerkenswert sind die Szenen auf den hohen Wangen mit ihrer Szenenfolge von der Kreuzigung Christi bis zum Pfingstbild. Die Darstellungen an den niederen Wangen aus der Geschichte der Makkabäer hat man als politische Demonstration im Konfliktfeld zwischen Erzbischof, Domkapitel und Rat gedeutet.

Zwei Kruzifixe in der Ostkrypta aus Sandstein sind um 1400 oder wenig später entstanden. Ob das Altarkreuz aus dem Dom stammt, ist ungewiss,[16] doch passt es stilistisch nach Bremen. An der Westwand ist ein nicht vollständig erhaltenes Kruzifix montiert, das sich 1888 noch an der Westfassade über einem der Eingänge befand. Wegen seiner realistischen, schmerzvoll verzerrten Gesichtszüge und präzisen Erfassung der Körpermodellierung hat man es oft dem Ende des 15. Jahrhunderts zugeordnet, doch die schwingenden Bögen des Lendentuchs machen eine Einordnung dieses bislang eher verkannten Werks in die Zeit des Weichen Stils notwendig.[17]

Das spitzbogig gerahmte Bildfeld mit dem Letzten Abendmahl stammt wahrscheinlich vom Giebelschmuck einer Sakramentsnische, die es an der nördlichen Chorwand gegeben haben dürfte. Heute ist das Relief auf Augenhöhe im Dommuseum zu sehen.[18]

Ebendort zeigt ein Reliefpaar Szenen aus dem Leben der Ärzteheiligen Cosmas und Damian, die im Dom hoch verehrt wurden.[19] Schließlich rühmte man sich hier seit 1335, von diesen Heiligen die kompletten Reliquien zu besitzen, für die um und nach 1400 auch ein goldener Schrein geschmiedet wurde, der seit 1649 der Münchener Michaelskirche gehört.

Von höchstem künstlerischem Rang und zum Kreis der sogenannten Schönen Madonnen zu rechnen ist schließlich das vollrunde Standbild der Hl. Dorothea, das als Dauerleihgabe im Focke-Museum verwahrt wird. Die „schönste unter den mittelalterlichen Plastiken Bremens“[20] ist im Umkreis der Parler vermutlich in Böhmen entstanden.

Nach Umfang und künstlerischer Bedeutung stehen diese Bildwerke mindestens gleichbedeutend neben ihren weltlichen Nachbarn und Zeitgenossen: dem Bremer Roland und den Rathausfiguren.

Spätgotische Steinskulpturen[Bearbeiten]

Aus der Zeit zwischen 1430 und 1480 gibt es kaum Skulpturen im und am Dom. Erst gegen Ende des Jahrhunderts setzt sich mit großen Ensembles und zahlreichen Epitaphien die Bildhauerkunst fort.

Die Darstellung eines kreuztragenden Christus von einem Portalbogenfeld der Westfassade (jetzt im Inneren), um 1490, stammt wohl aus einer westfälisch beeinflussten bremischen Bildhauerwerkstatt, die auch die Einzelfiguren der Heiligen Christophorus, Hieronymus, Nikolaus und die Hl. Anna schuf.

1512 wurde der Westlettner von Evert van Roden aus Münster mit einer Skulpturengalerie ausgestattet. Seitlich der Gruppe mit den beiden Domgründern, Bischof Willehad und Karl dem Großen, sind zehn in Bremen besonders verehrte Heilige dargestellt: vier lokale Erzbischöfe, daneben die Heiligen Victor, Corona, Achatius, Quiriacus/Cyriacus von Jerusalem und weitere, nicht eindeutig benennbare. Eine farbige Fassung vom Anfang des 20. Jahrhunderts wurde 1980 entfernt, die Figuren dabei allerdings in einer ganz falschen Reihenfolge wieder aufgestellt. Zum Ensemble des Westlettners gehörten ursprünglich wohl auch die in der gleichen westfälischen Werkstatt gefertigten Einzelfiguren der Muttergottes, des Hl. Dionysius, des Hl. Rochus und des Hl.Gregor. Stilistisch anzuschließen ist das figurenreiche Hochrelief der Heiligen Sippe im Nordturm. 1525 bekam Meister Evert dann noch den Auftrag für ein Relief der Taufe Jesu nach einer Vorlage aus der Armenbibel, das ebenso wie ein formal ähnliches, aber zwei Jahrzehnte älteres Relief mit der Verkündigung zu einer Bilderfolge[21] für den ehemaligen Domkreuzgang gehörte.

Skulpturengalerie an der Westempore mit Bischof Willehad und Karl dem Großen

Bronzegüsse[Bearbeiten]

Fuß des spätromanischen Taufbeckens in der Westkrypta
barocke Kanzel (1641)

Einer der bekanntesten Ausstattungsgegenstände des Bremer Doms ist das Bremer Taufbecken. Es wird von vier auf Löwen reitenden Männern getragen und zeigt auf der Wandung zwischen ornamentalen Palmettenbändern in zwei Arkadenreihen 38 Figuren (Christus, Apostel und Engel oben und Halbfiguren der Propheten mit Spruchbändern in Händen unten). Das Bronzebecken wurde um 1220–1230 von einem vermutlich bremischen Glockengießer hergestellt. Sein Fassungsvermögen beträgt nach den Untersuchungen von R.Spichal 216,5 Liter, er vermutet, dass es im Mittelalter als städtische Norm für Hohlmaße gedient habe.[22][23] Da der Wert dem bremischen Handelsmaß für Flüssigkeiten, einem Oxhoft (in Bremen: 217,44 Liter) oder drei Bremer Getreidescheffeln (je ca. 72,5 Liter) nahekommt, hat diese auch an anderen mittelalterlichen Taufbecken entsprechend verifizierte These einiges für sich. Das Werk befand sich zunächst im Westchor der Kirche. Danach erlebte es zahlreiche Umsetzungen. So stand es seit dem 16. Jahrhundert auf einem dreistufigen Podest nördlich des Eingangs. Ab 1811 befand es sich in der ersten Kapelle vor dem Chor. Nach der Umgestaltung der Westkrypta zur Taufkapelle wurde es im Jahr 1958 dorthin versetzt.

Einen Türzieher in Gestalt eines Löwenkopfes, um 1520, der sich noch 1876 am Nordportal befand, besitzt das Focke-Museum.

Im Zuge der 1909 abgeschlossenen großen Domrestaurierung erhielten die beiden Westportale Bronzetüren nach Modellen des Kölner Bildhauers Peter Fuchs, sie wurden von Josef Louis, Köln, gegossen; die Bildfelder auf den Nordtüren (1895) stellen Szenen aus dem Alten, jene am Südportal (1898) solche aus dem Neuen Testament dar. In beide ist je ein Löwenkopf von einer älteren Tür des 13. Jahrhunderts als Türzieher eingelassen, an der Nordtür in den linken Flügel, an der Südtür in den rechten; an den beiden übrigen Flügeln sind jeweils moderne Kopien eingefügt.[24]

Weitere Ausstattungsstücke[Bearbeiten]

Dom-Maus

Als der Dom 1638 wieder für (jetzt lutherische) Gottesdienste geöffnet worden war, ließ der letzte Bremer Erzbischof Friedrich Prinz von Dänemark 1641[25] die figürlich reich geschmückte Kanzel durch Jürgen Kriebel, den Glückstädter Hofbildhauer des Dänenkönigs Christian IV., anfertigen. Die Kanzel hatte ursprünglich eine farbige, in der Barockzeit eine weiß-goldene Fassung und im 19. Jahrhundert einen braunen Anstrich, der um 1977 entfernt wurde. Das Bildprogramm (Apostel, Propheten, Tugenden) wird überhöht durch den über das Böse siegenden, auferstehenden Christus auf dem Schalldeckel.

Die bekannteste moderne Glasmalerei im Bremer Dom, die „Anbetung der Hl. Drei Könige“, ist vom französischen Maler Charles Crodel geschaffen worden.

Im Inneren des Kirchenschiffes befinden sich annähernd 90 Gräber von Bischöfen, Erzbischöfen und anderen einflussreichen Kirchenpersönlichkeiten. Doch auch die letzte Ruhestätte Adolph Freiherr Knigges liegt hier.

Auf dem Ostchor befindet sich an der rechten Seitenwand am Fuße eines Rundbogenportals aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts (ursprünglich ein Eingangsportal außen an der alten Westfront des Domes zum Marktplatz hin) die Dom-Maus. Ein Bild der Maus war im Mittelalter ein Symbol für das Unreine und Böse,[26] das durchaus seinen Platz an untergeordneter Stelle der kirchlichen Bilderwelt finden konnte. Ob seine Funktion an dieser Stelle die Bannung der von außen eindringenden Macht des Teufels war[27] oder vielleicht doch eher die Ohnmacht des Bösen gegenüber der im Dombau sichtbar sein sollenden Macht des christlichen Gottes darstellte, bleibt ungewiss. Dass aber die Maus später als Wahrzeichen diente, mit deren Nennung wandernde Handwerksgesellen andernorts ihren Aufenthalt in Bremen glaubhaft machen sollten, ist eine moderne Legende, für die seriöse Quellen bisher nicht namhaft gemacht werden konnten.[28]

Eine besondere Sehenswürdigkeit im Bremer Dom ist der Bleikeller, der über den Bibelgarten zu erreichen ist. Von diesem ist seit dem späten Mittelalter bekannt, dass in ihm gelagerte Leichen sehr gut mumifizieren. Es werden mehrere Mumien in offenen Särgen ausgestellt.

Dom-Museum[Bearbeiten]

Thronender Christus in der Mandorla (Dom-Museum)

1987 wurde das Dom-Museum eingeweiht und dient seither in erster Linie der Ausstellung jener Gegenstände, die während der archäologischen Grabungen von 1973 bis 1984 geborgen wurden. In dem ökumenischen Museum werden jedoch auch andere liturgische Gegenstände aus vergangenen Jahrhunderten gezeigt, dazu zählen zeitweise auch Leihgaben der bremischen katholischen Kirche. Im Jahr 1995 kam es zu einer Erweiterung des Museums, dessen Kosten von der Stiftung Bremer Dom e. V. getragen wurden. Bei Umbaumaßnahmen in einem Raum wurden durch Zufall mittelalterliche Wandmalereien entdeckt, die zu den umfangreichsten erhaltenen in Bremen gehören und wahrscheinlich kurz vor der Altarweihe dieser einstigen Kapelle im Jahr 1414 entstanden sind.[29]

Orgeln[Bearbeiten]

Eine der berühmtesten Orgeln des Bremer Doms war eine Schnitger-Orgel mit 56 Registern, welche zwischen 1693 und 1698 von Arp Schnitger erbaut wurde. Nach mehreren Umbauten dieses Instruments, u. a. durch Otto Biesterfeldt in den Jahren 1827/28, wurde die Schnitger-Orgel 1847–1849 durch einen Orgelneubau mit 59 Registern von Johann Friedrich Schulze aus Paulinzella ersetzt.

Sauerorgel[Bearbeiten]

Prospekt der Sauer-Orgel
Spieltisch der Sauer-Orgel

Im Zuge der Restaurierung des Westwerks des Bremer Domes erhielt der Dom 1894 unter Verwendung des Schulze-Prospektes und des Contrabass 32' von 1849 eine neue Orgel von Wilhelm Sauer. Eine Reihe von Umbauten zwischen 1903 und 1958 führten zu umfassenden Veränderungen in der technischen Anlage und einem Austausch bzw. Umbau/Umstellung von insgesamt 58 originalen Sauer-Registern, um die Disposition dem Zeitgeschmack im Hinblick auf die sogenannte Orgelbewegung anzupassen. Vom dreimanualigen Instrument mit 65 Registern entwickelte es sich über verschiedene Zwischenstufen zum viermanualigen Instrument mit 101 Registern. Durch eine umfassende Restaurierung von Christian Scheffler (1995–1996) gelang es schließlich, zahlreiche zwischenzeitlich entfernte Register der Ästhetik Wilhelm Sauers entsprechend zu rekonstruieren. Darüber hinaus wurde der 1958 teilweise zerstörte neogotische Prospekt wiederhergestellt sowie ein neuer fahrbarer Spieltisch auf der Empore gebaut. Heute verfügt die große Orgel auf der Westempore über 98 Register.

I Hauptwerk C–a3
1. Principal 16′
2. Bordun 16′
3. Praestant 8′
4. Doppelflöte 8′
5. Gamba 8′
6. Flüte 8′
7. Principal amabile 8′
8. Quintatön 8′
9. Gemshorn 8′
10. Gedackt 8′
11. Octave 4′
12. Rohrfloete 4′
13. Violini 4′
14. Gemshorn 4′
15. Rohrquint 22/3
16. Octave 2′
17. Flachfloete 2′
18. Rauschquinte 22/3
19. Cornett III–IV
20. Mixtur III–V
21. Scharff V
22. Bombarde 16′
23. Trompete 8′
24. Clarine 4′
II Positiv C–a3[Anm. 1]
25. Salicional 16′
26. Bordun 16′
27. Principal 8′
28. Floete 8′
29. Spitzfloete 8′
30. Gedackt 8′
31. Salicional 8′
32. Octave 4′
33. Flauto Dolce 4′
34. Salicional 4′
35. Nachthorn 4′
36. Quinte 22/3
37. Rohrfloete 2′
38. Piccolo 2′
39. Quinte 11/3
40. Siffloete 1′
41. Rauschquinte II 22/3
42. Cornett III
43. Mixtur III
44. Cymbel
45. Fagott 16′
46. Tuba 8′
47. Clarinette 8′
III Schwellwerk C–a3

48. Gamba 16′
49. Gedackt 16′
50. Principal 8′
51. Concertfloete 8′
52. Schalmei 8′
53. Zartfloete 8′
54. Quintatön 8′
55. Gedackt 8′
56. Aeoline 8′
57. Voix celeste 8′
58. Praestant 4′
59. Traversfloete 4′
60. Viola 4′
61. Nasat 22/3
62. Nachthorn 2′
63. Piccolo 2′
64. Harmonia aethera III
65. Sesquialtera II
66. Mixtur IV
67. Trompet 8′
68. Oboe 8′
69. Krummhorn 8′
Glocken
IV Schwellwerk C–a3
70. Quintatön 16′
71. Gemshorn 8′
72. Unda maris 8′
73. Rohrflöte 8′
74. Traversflöte 4′
75. Fugara 4′
76. Flautino 2′
77. Vox humana 8′
Tremulant für Nr. 77
Pedal C–f1
78. Contrabaß 32′
79. Principalbaß 16′
80. Violon 16′
81. Subbaß 16′
82. Salicetbaß 16′
83. Quintbaß 102/3
(Fortsetzung)
84. Echobaß (Nr. 49) 16′
85. Offenbaß 8′
86. Cello 8′
87. Baßflöte 8′
88. Dulciana 8′
89. Quinte 51/3
(Fortsetzung)
90. Flaut Dolce 4′
91. Octave 4′
92. Terz 31/5
93. Mixtur IV
(Fortsetzung)
94. Posaune 32′
95. Posaune 16′
96. Fagott 16′
97. Trompete 8′
98. Clarine 4′
99. Engl. Horn 4′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, IV/I, III/II, IV/II, IV/III, I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Superoktavkoppel: II/I
  • Spielhilfen:
Feste Kombinationen (p, mf, f, Tutti, Tutti Rohrwerke), Absteller (Rohrwerke ab, Manual 16′ ab, Zungen-Einzelabsteller),
Drei Schwelltritte -- für III. und IV., und separat für Vox Humana (IV), Crescendowalze, Absteller (Walze ab, Koppeln aus der Walze und Handregister ab)
2 x 256fache Setzeranlage, Sequenzer.
  • Anmerkungen
  1. ausgebaut bis a4.

Bachorgel[Bearbeiten]

Bach-Orgel

An der Ostwand des nördlichen Querschiffes befindet sich die im Stile des Neobarock gehaltene Bach-Orgel mit 35 Registern, die zwischen 1965 und 1966 in der Werkstatt der niederländischen Orgelbauer van Vulpen in Utrecht gefertigt und am 20. Februar 1966 mit einem Konzert von Käte van Tricht eingeweiht wurde. Sie ersetzte die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte erste Bachorgel des Erbauers Wilhelm Sauer, die anlässlich des 26. deutschen Bachfestes 1939 im Dom eingeweiht wurde.

I Rugwerk C–g3
1. Prestant 4′
2. Holpijp 8′
3. Roerfluit 4′
4. Gernshoorn 2′
5. Nasard 11/3
6. Sexquialter II 22/3
7. Scherp IV 1′
8. Dulciaan 16′
9. Kromhoorn 8′
Tremulant
II Hoofdwerk C–g3
10. Prestant 16′
11. Prestant 8′
12. Roerfluit 8′
13. Octaaf 4′
14. Spitsfluit 4′
15. Quint 22/3
16. Octaaf 2′
17. Mixtuur VI–VIII 11/3
18. Trompet 8′
III Borstwerk C–g3
19. Houtgedekt 8′
20. Gedekt Fluit 4′
21. Prestant 2′
22. Siflet 1′
23. Tertiaan II
24. Cimbel II
25. Vox humana 8′
Tremulant
Pedal C–f1
26. Prestant (Nr. 10) 16'
27. Subbas 16′
28. Octaaf 8′
29. Gedekt 8′
30. Octaaf 4′
31. Nachthoorn 2′
32. Mixtuur VI 22/3
33. Bazuin 16′
34. Trompet 8′
35. Schalmei 4′
36. Cornet 2'
  • Koppeln: II/I, III/I, I/P, II/P, III/P

Wegscheider-Chororgel[Bearbeiten]

Wegscheider-Orgel

Die neueste Orgel des Doms ist eine einmanualige Chororgel der Dresdner Orgelwerkstatt Wegscheider aus dem Jahr 2002, die der musikalischen Gestaltung von Trauungen, Abendmahlsgottesdiensten und anderen Veranstaltungen im Hochchor des Domes dient. Ermöglicht wurde der Bau dieser Orgel, die sich im Chorraum an der Nordseite links vom Altar befindet, durch eine Stiftung von Ingeborg Jacobs, der Witwe des Bremer Firmengründers Walther C. Jacobs.

I Manual C–f3
1. Bordun 16'
2. Principal 8'
3. Viola di Gamba 8'
4. Gedackt 8'
5. Octave 4'
6. Rohrflöte 4'
7. Nasat 3'
8. Superoctave 2'
9. Mixtur III
Tremulant
Pedal C-d1
10. Subbass (Nr.1) 16'

Silbermann-Orgel[Bearbeiten]

Silbermann-Orgel

1939 erwarb die Domgemeinde aus Dresden eine historische Silbermann-Orgel mit acht Registern.[30] Sie war ursprünglich zwischen 1734 und 1748 unter der Leitung des Orgelbauers Gottfried Silbermann für die Kirche im sächsischen Etzdorf entstanden und erhielt 1796 ein Pedal. Seit 1865 stand sie im Gotteshaus von Wallroda. 1902 erwarb sie der Dresdner Orgelbauer Eduard Berger. Anschließend befand sich die Orgel 37 Jahre lang in verschiedenen privaten Händen und wurde mehrmals umgebaut, bevor sie 1939 von Richard Liesche und Käte van Tricht in Dresden entdeckt und in den Bremer Dom transferiert wurde.

Hier befand sie sich zunächst in der Westkrypta, wurde während des Krieges in die Ostkrypta versetzt und steht heute wieder an ihrem alten Platz in der Westkrypta. Im Jahr 1994 restaurierte die Dresdner Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider das Instrument und sorgte neben der Entfernung des später hinzugefügten Pedals für eine Wiederherstellung der zwischenzeitlich modifizierten Tonhöhe, Stimmung und Intonation. Sie ist eine von 32 noch existierenden Silbermann-Orgeln.[31]

Gleichzeitig fertigte Wegscheider eine Kopie des Instrumentes an, die seit 1994 im Gottfried-Silbermann-Museum in Frauenstein im Erzgebirge steht.

Manual CD–c3
Rohrflöte 8′ C–c0 Holz neu, 36 Metallpfeifen alt
Principal 4′ Zinn, 37 Pfeifen im Prospekt, 43 von 49 Pfeifen alt
Rohrflöte 4′ Metall, 48 Pfeifen alt
Nasat (Diskant) 3′ Metall, Zinn, 22 von 25 Pfeifen alt
Octava 2′ Zinn, 48 Pfeifen alt
Sesquialtera (Diskant) 13/5(=Terz) Zinn, 4 von 25 Pfeifen alt
Quinta 11/2 Zinn, 28 von 48 Pfeifen alt
Sifflöte 1′ Zinn, 24 von 48 Pfeifen alt
Tremulant

Klop-Orgel[Bearbeiten]

Klop-Orgel

Im April 2001 erwarb der Dom eine 1991 in der niederländischen Orgelwerkstatt von Gerrit Klop gebaute zweimanualige Orgel. Die Klop-Orgel ist eine Dauerleihgabe aus Privatbesitz und steht in der Ostkrypta unter dem Chor. Im Stile der italienischen Renaissance hat sie als „organo di legno“ ausschließlich Holzregister.

I Hauptwerk C–f3
1. Principale 8' B/D
2. Voce Umana 8' D
3. Ottava 4' B/D
4. Flauto 4' B/D
5. Decimaquinta 2' B/D
6. Decimanona 11/3' B/D
7. Vigesimaseconda 1' B/D
8. Vigesimasesta 2/3' B/D
II Regalwerk C–f3
9. Regal 8' B/D

Pedal C–d1
angehängt an I

Als Organisten am Bremer Dom waren unter anderem Käte van Tricht (1933–1974), Richard Liesche (1930–1957), Hans Heintze (1957–1975) und Zsigmond Szathmáry (1976–1978) tätig. Seit 1979 ist Wolfgang Baumgratz Organist am Dom St. Petri in Bremen.

Glocken[Bearbeiten]

Glocke 1 – Brema
Glocke 2 – Maria Gloriosa

Der Dom hatte im Mittelalter mindestens acht Glocken.[32] Von diesen ist die Maria Gloriosa aus dem Jahr 1433 – ein Werk des norddeutschen Glockengießers Ghert Klinghe – noch erhalten. Diese trägt mehrere Inschriften. Die erste ist in Latein verfasst und lautet:

cvm strvctvarivs meynardvs no(m)i(n)e / dictvs hic opvs ecc(lesia)e respexit / tractvs amore petri clavigeri vas fecit hoc fieri
(Als der Bauherr Meinard – so lautet sein Name – hier den Kirchenbau beaufsichtigte, hat er aus Liebe zum Schlüsselträger Petrus dieses Gefäß herstellen lassen.)

Unter diesen Zeilen befindet sich ein auf Niederdeutsch gereimtes Gedicht:

anno domini mccccxxxiii / meister ghert klinge de mi geghoten hat / ghot gheve siner sele rat / in de ere sunte peters kosme unde damian / ghot late se lange to eren loew ghan / jhesus pc maria gloriosa
(Im Jahre des Herrn 1433. Meister Ghert Klinghe, der mich gegossen hat, Gott gebe seiner Seele Rat, zu Ehren von St. Peter, Cosmas und Damian, Gott lasse sie lange zu ihrem Lobe gehen. Jesus pc (?) Maria Gloriosa.)

Zusätzlich zu den Inschriften ist die Maria Gloriosa am Glockenrand noch mit biblischen Szenen geschmückt. So werden etwa Mariä Verkündigung und die Kreuzigungsgruppe mit den Heiligen Cosmas, Damian, Maria Magdalena und Simon Petrus dargestellt. Die übrigen jedoch wurden infolge des Einsturzes des südlichen Kirchturmes 1638 zerstört. Es gelang jedoch, sie im Laufe der Jahrhunderte zu ersetzen. Im Ersten wie auch im Zweiten Weltkrieg musste der Dom, wie auch die anderen mittelalterlichen Bremer Stadtkirchen, seine Glocken als Metallspende abliefern. Somit befand sich 1945 lediglich noch die alte Maria Gloriosa im Nordturm. Im Jahr 1951 spendete ein in die Vereinigten Staaten ausgewanderter gebürtiger Bremer der Hauptkirche seiner alten Heimatstadt die Neuanschaffung zweier Glocken für den Nordturm. Sie erhielten die Namen Hansa und Felicitas. Gegossen wurden beide Glocken in der Glockengießerei Otto im Bremer Stadtteil Hemelingen. Die Inschriften sind stark von den damals noch nicht weit zurückliegenden Schrecken des Krieges beeinflusst. Die Hansa trägt die Inschrift:

VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM – ANNO DOMINI MCMLI
(Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit – Im Jahre des Herrn 1951)

und die Felicitas den Spruch:

DONA PACEM DOMINE IN DIEBUS NOSTRIS – ANNO DOMINI MCMLI
(Verleih uns Frieden, Herr, zu unserer Zeit – Im Jahre des Herrn 1951)

Zwölf Jahre später, 1962, spendete eine Bremer Kaufmannsfamilie einen Neuguss der ehemals im Dom vorhandenen Glocke Brema. Auch diese wurde, wie schon ihre Vorgänger aus den Jahren 1894 und 1925, in der Glockengießerei Gebrüder Otto gefertigt. Sie ist die größte Glocke des Bremer Doms, wiegt etwa sieben Tonnen und hängt allein im Südturm. Risse in der Aufhängung machten 2008 eine mehrmonatige Stilllegung erforderlich. Nach Reparaturarbeiten konnte die Brema am 25. Mai desselben Jahres wieder geläutet werden.[33] Die Inschrift der Glocke lautet:

BREMA / IN KRIEG UND NOT VERLOREN / NEU ENTSTANDEN OSTERN 1962 / DIE TOTEN ZU EHREN / DIE LEBENDEN ZU MAHNEN. SEI GETREU BIS AN DEN TOD / SO WILL ICH DIR DIE KRONE DES LEBENS GEBEN.

Die 1894 aus zwei von Kaiser Wilhelm II. gespendeten Kanonen gegossene erste Brema zersprang 1919. Sie trug die Inschrift:

„Brema heiß ich, Gott preis ich,
mein Erz im Krieg erbeutet,
zu Friedensfeiern läutet
sei jedem, der mich hört,
Frieden im Herzen beschert.“[33]

Läuteordnung[Bearbeiten]

Zum regulären Sonntagsgottesdienst werden die Hansa, die Felicitas und die Maria Gloriosa geläutet, auch zum Mittags- und Abendgeläut ist dies der Fall, die Ausnahme ist Freitag, wo die Brema solistisch läutet. Zu besonderen Festtagen erfolgt das Plenum. Der Viertelstundenschlag ist auf der Hansa, der Stundenschlag auf der Maria Gloriosa.

Datenübersicht[Bearbeiten]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer, Gussort
 
Masse
(kg)
Schlagton
 
Turm
 
1 Brema 1962 Glockengießerei Otto, Bremen 7112 g0 +- 0 Südturm
2 Maria Gloriosa 1433 Ghert Klinghe, Bremen h0 +- 0 Nordturm
3 Felicitas 1951 Glockengießerei Otto, Bremen d1 +2 Nordturm
4 Hansa 1951 Glockengießerei Otto, Bremen e1 +2 Nordturm

Stadtgeläut[Bearbeiten]

Die nahegelegene mittelalterliche Martinikirche konnte ihre durch Metallspenden und Krieg zerstörten Glocken ebenfalls bis 1962 ersetzen und hat sie in der Tonfolge auf die Domglocken abgestimmt. Bei der Einweihung am 18. Juli 1962 läuteten die Glocken von Dom und Martinikirche zusammen zehnstimmig. Das sogenannte Altstadtgeläut wird heutzutage als eines der schönsten in Deutschland bezeichnet und hat die Tonfolge:

Kirche Dom Dom Martini Dom Martini Dom Martini Martini Martini Martini Martini
Schlagton g0 h0 c1 d1 d1 e1 f1 g1 a1 c2 d2

Glocken-Ritzzeichnungen[Bearbeiten]

Die 1433 gegossene Große Glocke hat seltene, kunsthistorisch bedeutsame Glocken-Ritzzeichnungen, die in einem Werk der Kunsthistorikerin Ingrid Schulze in einem eigenen Kapitel gewürdigt werden[34].

Gemeindeleben[Bearbeiten]

Der Bremer Dom bietet heutzutage Gläubigen etwa 1.600 Sitzplätze an. Gottesdienste mit Taufen finden sonntäglich ab 10:00 Uhr statt, häufig mit Abendmahl. An kirchlichen Feiertagen können Zeiten variieren. Geleitet werden die Gottesdienste im wechselnden Turnus von den momentan sechs Pastoren der Gemeinde. Essentieller Bestandteil eines jeden Gottesdienstes im Dom sind das Spiel auf der Sauer-Orgel sowie die Lieder des Domchores. Wie in jeder anderen Kirche finden auch im Dom Konfirmationen, kirchliche Hochzeiten sowie Trauerfeiern statt.

Am jeweils letzten Sonntag eines Monats ab 18:00 Uhr wird im Dom die Thomasmesse gefeiert. Sie stellt eine Alternative zum sonst oftmals festgeschriebenen Ablauf eines Gottesdienstes dar und richtet sich laut eigener Beschreibung an fragende Christen, Zweifler im Glauben, frustrierte Kirchgänger, Gottesdienstmuffel.[35] Der Name dieses Gottesdienstes erinnert an den Apostel Thomas, der auch als der ungläubige Thomas bekannt ist. Die Thomasmesse ist ökumenisch ausgerichtet und setzt ihre Schwerpunkte auf moderne Kirchenmusik, Meditation und alternative Glaubensvermittlung. So werden beispielsweise die Lesungen und Predigten sowohl von Geistlichen als auch von Laien gestaltet und Dialoge und Rollenspiel initiiert.

Für Touristen ist der Dom frei geöffnet, es werden jedoch auch Führungen angeboten.

Zusätzlich zur Hauptkirche in der Bremer Innenstadt verfügt die Domgemeinde noch über die St. Petri Domkapelle am Osterdeich Nr. 70a im Ortsteil Peterswerder (Stadtteil Östliche Vorstadt). Auch dort werden Gottesdienste und Taufen abgehalten. Zudem ist sie in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungsort der Familiengottesdienste, die speziell für kleinere Kinder gedacht sind.

Kirchenmusik[Bearbeiten]

Die Kirchenmusik hat eine lange Tradition in der Bremer Domgemeinde. So wurde beispielsweise bereits im Jahr 1685 durch den Kantor Laurentius Laurentii der erste Domchor ins Leben gerufen. Dieser hatte nachweisbar 1732 neun Mitglieder. Der Chor finanzierte sich durch Auftritte auf Familienfesten und wurde zunächst von der Gemeinde selber nur mangelhaft unterstützt, obwohl einige Kantoren, wie etwa Wilhelm Christian Müller, versuchten, seine Popularität zu steigern. Die Neugründung des Chores erfolgte 1856 und im darauffolgenden Jahr begann man mit öffentlichen Konzerten. So wurde hier im Jahr 1868 das Werk Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms uraufgeführt. Heutzutage erarbeitet der Chor jährlich etwa sechs bis acht große Konzerte. Diese werden oftmals von Rundfunkanstalten übertragen. Auch hat der Chor schon mehrere Schallplatten und CDs veröffentlicht, von denen „Ein deutsches Requiem“ mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Zu den Kantoren des Domchores zählen unter anderem:

Der Turmbläserbrunnen am südlichen Domturm

Stadtweit bekannt sind auch die Turmbläser des Doms, die es in Bremen seit mindestens 1737 gibt. Sie blasen jeden Sonntag nach dem Gottesdienst mit Posaunen Choräle, Quartette, Fugen und Volkslieder von der Aussichtsplattform des Südturmes. In der Weihnachtszeit spielen sie nicht nur sonntags. Die Tradition der Turmbläser drohte in Bremen noch vor wenigen Jahren unterzugehen, da die Finanzierung ungesichert war, seit etwa 2006 finden die Konzerte jedoch wieder regelmäßig statt.

Neben den oratorischen Darbietungen des Chores finden im Jahr durchschnittlich noch 50 weitere Konzerte und Vorführungen statt, die eher instrumental geprägt sind. Zusätzlich werden jeden Donnerstag bei freiem Eintritt kleine Vorführungen von Orgel-, Kammer- oder Chormusik angeboten. Im Jahr 1983 initiierte der damalige Domkantor Wolfgang Helbich die sogenannten „NÄCHTE“. Diese gut fünfstündigen Mischungen aus Chormusik, sinfonischen Werken und Kammermusik sind jeweils einem bestimmten Komponisten gewidmet, finden jedes Mal in einem anderen Bereich des Kirchenschiffes statt und werden zumeist von Radio Bremen übertragen.

Zur Förderung des musikalischen Nachwuchses gibt es am Dom die Bremer Domsingschule.

Kirchenleitung[Bearbeiten]

Das oberste Entscheidungsgremium der St. Petri-Domgemeinde ist der Kirchenkonvent. Dieser setzt sich aus ständigen sowie aus wählbaren Mitgliedern zusammen. Ständig im Konvent vertreten sind die Bauherren, die Prediger, die hauptamtlichen Kirchenmusiker sowie insgesamt 36 Diakone und Altdiakone. Die frei wählbaren Plätze, auf die sich jedes Gemeindemitglied bewerben kann, werden für jeweils eine Vierjahresperiode vergeben; es besteht jedoch die Möglichkeit zur Wiederwahl. Der Kirchenkonvent gab sich im Jahr 1999 eine Verfassung, die seinen Aufgabenbereich genau umreißt: Das Gremium ist für die Wahl der Bauherren aus seiner Mitte, die Wahl und Ernennung der Prediger, sowie die Wahl der Mitglieder des Kirchenvorstandes verantwortlich. Alle von der Finanzverwaltung in der Domkanzlei getroffenen Entscheidungen hinsichtlich des Haushaltsplanes, der Stellenplanung oder der Jahresrechnung bedürfen der Zustimmung des Konvents. Allein dieser ist darüber hinaus in der Lage, die Gottesdienstordnung grundsätzlich zu ändern. Zur Beratung über verschiedene Themen ist es dem Konvent erlaubt, Arbeitsgemeinschaften und Ausschüsse bestehend aus seinen Mitgliedern zu bilden.

Die 1638 gegründete Diakonie existiert noch immer. Ihr gehören momentan (Februar 2008) 24 Mitglieder an. Diese haben sich verpflichtet, jeweils zwölf Jahre ehrenamtlich für die Kirche und die Gemeinde tätig zu sein.

Bekannte Domprediger und Superintendenten[Bearbeiten]

zeitlich geordnet

  • Albert Hardenberg (um 1510–1574), Theologe und Reformator, Domprediger von 1547 bis 1561
  • Simon Hennings, 3. Prediger 1654 bis 1661
  • Bernhard Oelreich, Superintendent von 1673 bis 1686
  • Dr. Jacob Hieronymus Lochner (1649-1700), Superintendent vor 1700
  • Gerhard Meier (1664–1723), von 1701 oder 1702 bis 1723 Superintendent
  • Christoph Bernhard Crusen (1676–1744), Pastor und Superintendent von 1725 bis 1744
  • Johann Vogt (1695–1764), Domprediger ab 1719
  • Wolbrand Vogt (1698–1774), Domprediger ab 1746
  • Johann Georg Olbers (1716–1772), Domprediger ab 1760
  • Johann Gotthard Schlichthorst (1723–1780), Domprediger seit 1765, 1775 bis 1780 Pastor Primarius und Superintendent
  • Johann David Nicolai (1742–1826), 1771–1781 Subrektor bzw. Rektor des Athenaeums, Domprediger seit 1781, Pastor Primarius von 1810 bis 1826
  • Adolph Georg Kottmeier (1768–1842), Domprediger
  • Oscar Mauritz (1867–1959), Hilfsprediger von 1889 bis 1892, Domprediger ab 1897, Pastor Primarius von 1915 bis 1946
  • Otto Hartwich (1861–1948), Domprediger von 1909 bis 1934
  • Erich Pfalzgraf (1879–1937), Domprediger von 1914 bis 1937
  • Heinz Weidemann (1895–1976), Domprediger von 1926 bis 1944 und ab 1934 Landesbischof von Bremen, Mitglied der NSDAP von 1933 bis 1943
  • Günter Abramzik (1926–1992), Domprediger von 1958 bis 1992
  • Ortwin Rudloff (1930–1993), Domprediger von 1971 bis 1993

Domschulen[Bearbeiten]

Im Laufe der Geschichte gab es zwei dem Dom angegliederte kirchliche Schulen. So erfolgte 1642 die Gründung einer lutherischen Lateinschule, der Domschule, welche als Konkurrenz zur reformierten Lateinschule, dem Paedagogeum von 1528 im Katharinenkloster, fungierte. Das Gebäude der Schule befand sich im Kapitelhaus an der Domsheide unmittelbar südlich des Doms. Für das Institut, welches in der Regel sechs Lehrkräfte hatte, erließ man 1648 eine Schulordnung und im gleichen Jahr fiel die Schule zusammen mit dem Dom an Schweden und unterstand von da an einem Konsistorium. Die Professoren beziehungsweise die Lehrer, welche zuvor noch zusätzlich im Kirchendienst arbeiten mussten, wurden nun von dieser Tätigkeit entbunden. Zum Lehrpersonal gehörten der Rektor, der Konrektor, der Subrektor, ein Collaborator, ein Kantor für den Musikunterricht sowie ab 1683 auch ein Grammaticus.

1681 richtete man das Athenaeum ein. Dieses war eine Abteilung für Studenten, die vormals die Lateinschule besucht hatten – also praktisch die weiterführende Oberstufe. Auch dieses geschah als Konkurrenz zum reformierten Gymnasium illustre von 1610. Zunächst besuchten nur wenige Schüler das Athenaeum, doch es wurde für seine herausragende Bibliothek gerühmt. 1718 wurden beide Institute hannoverisch und im Jahr 1726 zählte das Athenaeum 89 Schüler. Nachdem es 1803 zurück an die Stadt Bremen geführt worden war, unterstellte man es einem Scholarchat. Daraufhin wurde die Schule in ein Lyzeum umgewandelt und die Schülerzahl stieg auf bis zu 170 an. 1817 ging das Lyzeum in einer Hauptschule auf.

Eine weitere Domschule existierte seit dem 16. Jahrhundert ebenfalls im Kapitelhaus. Die Schüler kamen mehrheitlich aus lutherischen Familien. 1874 zog man in das umgebaute Pastorenhaus in der Marktstraße Nummer 14 um, aber nur sechs Jahre später, 1880, ging diese Domschule in einer kostenpflichtigen staatlichen Volksschule auf.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Für den ersten katholischen Kirchenneubau in Hamburg nach der Reformation, den Neuen Mariendom, wurde der Bremer Dom zum Vorbild genommen. Seit 1995 ist er auch zu einem echten Dom geworden mit Bischofssitz für das neue Erzbistum Hamburg.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karsten Bahnson: Der St. Petri-Dom zu Bremen, 10. Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin München 2006
  • Johann Christian Bosse und Hans Henry Lamotte: Der Dom zu Bremen. Aufnahmen von Lothar Klimek. Mit Literaturhinweisen, 2. überarbeitete Auflage, 1998 (= Die Blauen Bücher), ISBN 3-7845-4231-X.
  • Die Stimmen unserer Hansestadt Bremen – In Geschichte und Klangbildern. Bedeutende Glocken und Geläute aus Bremen. ARM-Verlag (Audio-CD).
  • Uwe Pape (Hrsg.), Winfried Topp, Wolfram Hackel, Christian Scheffler: Die Orgeln im St. Petri Dom zu Bremen. Pape-Verlag, 2002, ISBN 978-3-921140-56-7.
  • Detlev G. Gross (Hrsg.), Ingrid Weibezahn: Schätze aus dem Bremer St. Petri Dom – Führer durch das Dom-Museum. Edition Temmen, 1. Auflage 2005, ISBN 3-86108-540-2.
  • Architekten- und Ingenieur-Verein: Bremen und seine Bauten. Bearbeitet und herausgegeben vom… Mit 800 Abbildungen und 12 Beilagen. I. Band. Verlegt bei Carl Schünemann. Bremen 1900. (Enthält Pläne des Bremer Doms und anderer historischer Bauwerke Bremens im Maßstab 1:500).
  • Wilhelm Tacke: Bleikeller im Dom zu Bremen – oder der Dachdecker, der kein Dachdecker war. Johann Heinrich Döll Verlag, Bremen 1985, ISBN 3-88808-029-0.
  • Wilhelm Tacke: Der Figurenfries der lettnerartig ausgebildeten Orgelempore – Versuch einer Deutung, in Jb. d. Vereins f. Niedersächsisches Volkstum e. V. Bremer Heimatbund 1996 S.38 – 77
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München 1992, S. 6–14.
  • Reinhard Karrenbrock: Westfalen-Bremen-Niederlande, Westfälische Bildhauer des späten Mittelalters in Bremen, in: Bremen und die Niederlande, Jahrbuch 1995/96 der Wittheit zu Bremen, Hauschild: Bremen 1997, S. 40–61.
  • Der Bremer Dom. Baugeschichte, Ausgrabungen, Kunstschätze. Hefte des Focke-Museums Nr. 49, Focke-Museum: Bremen 1979.
  • Hans Otte: Rettung des Luthertums? Der Bremer Dom in schwedischer Hand, in: Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte, 87 (2008), S. 159-180.
  • Hermann Alexander Müller: Der Dom zu Bremen und seine Kunstdenkmale. Mit eingedruckten Holzschnitten und vier Tafeln nach Zeichnungen des Dombaumeisters Johann Wetzel. C. Ed. Müller, Bremen 1861 MDZ Reader

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bremer Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmaldatenbank des LfD
  2. Westkrypta. St. Petri Dom Bremen, abgerufen am 12. Februar 2013.
  3. Exemplare befinden sich im Dom-Museums und der Universitätsbibliothek Bremen
  4. Zwei wertvolle Bücher in: Schätze aus dem Bremer St. Petri Dom – Führer durch das Dom-Museum, S. 49–50.
  5. Die Entwicklung dieser theologischen Auseinandersetzungen zwischen Lutheranern und „Calvinern“ schildert Friedrich Seven, Niederländische Einflüsse aus die 1. und die 2. Reformation in Bremen, in: Bremen und die Niederlande. Jahrbuch der Wittheit zu Bremen, Bremen 1995/96, S. 62–68.
  6. Regina Bruss (Hrsg.): Bremen / Bremerhaven Geschichte + Geschichten. 1. Auflage, Verlag Eilers + Schünemann, Bremen 1980, S. 31.
  7. Walter Born: Die hohen deutschen Kirchtürme, ISBN 3-7848-7010-4, Hildesheim: Lax 1979. Die Höhenangaben basieren auf amtlichen Vermessungen.
  8. Das die oft angegebene Höhe von 99 m ohne den Wetterfahnen falsch ist, wurde auch durch eine Nachmessung des Nordturmes von J. Möhring im Jahr 2009 bestätigt. Es sind etwa 89 m.
  9. wohl erstmals so bei Siegfried Fliedner und Werner Kloos, Bremer Kirchen, Bremen 1961, S. 14 und 17f.
  10. Volker Plagemann, Bremen und Bremerhaven, München:Deutscher Kunstverlag, 1979, S. 13, 56 und Abb. 8
  11. Wolfgang Grape, Neues zu entdecken, Fischerhude 1985, S. 15-39; Grape ordnet den oben genannten thronenden Christus diesem Portalzyklus zu
  12. Lieselotte Klink, Johann Hemelings „Diplomatarium fabricae ecclesiae Bremensis“ von 1415/20, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 37, Lax: Hildesheim 1988
  13. Peter Wieck, Die bürgerliche Verwaltung der Bremer Domfabrik, in: Bremisches Jahrbuch 46, 1959, S. 122 ff.
  14. Alfred Löhr, Das Chorgestühl im Dom zu Bremen, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte, Bd.13, 1974, S. 123-180
  15. Wilhelm Tacke, Anmerkungen zu zwei Wappen am Wange 8 des Chorgestühls in der Bremer St.-Petri-Kirche, in: Hospitium Ecclesiae, Forschungen zur Bremischen Kirchengeschichte, Bd. 15, Bremen 1987, S. 29-56
  16. Aus dem Nachlass eines Bremer Architekten. Leihgabe des Focke-Museums (Inv.Nr. 01204) an den Dom. Karrenbrock (s. Lit.) vermutete, es habe ursprünglich als Bekrönung der Sakramentsnische gedient.
  17. Karrenbrock, S. 41-42
  18. Ingrid Weibezahn: Das Abendmahlsrelief, in: Schätze aus dem Bremer St. Petri Dom – Führer durch das Dom-Museum, Seite 24-27.
  19. Ingrid Weibezahn: Das Relief der beiden Arztheiligen Cosmas und Damian in: Schätze aus dem Bremer St. Petri Dom – Führer durch das Dom-Museum, Seite 24-27
  20. Wolfgang Grape, Zwei Skulpturen und das frühe Bürgertum in Bremen, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte, Bd. 32, 1993, S. 63-74. Allerdings war es nicht der bürgerliche Dombauherr Hemeling, der „die Dorothea in Böhmen orderte“ (S.74), denn die kniende Stifterfigur unter der Sockelplatte ist deutlich als Domkapitular gekleidet.
  21. Patricia Margarete Räbiger: Biblia Pauperum-Darstellungen im Bleikeller in: Wilhelm Tacke: Allerlei Erbauliches und Beschauliches über den St.-Petri-Dom und den Bleikeller, Jahrbuch des Vereines für Niedersächsisches Volkstum, 1996, S. 253-319
  22. Eichamt Bremen – Bronzetaufbecken. Abgerufen am 13. September 2013.
  23. Reinhold Spichal, Jedem das Seine, Markt und Maß in der Geschichte am Beispiel einer alten Hansestadt, Brockkamp:Bremen 1990, S. 148-151
  24. Ursula Mende, Die Türzieher des Mittelalters, München 1981, S. 72, 138, 196, 248
  25. Die über der Kanzeltür angebrachte Jahreszahl "1638" bezieht sich auf die kurz zuvor erfolgte Wiedereröffnung des Doms. Die Datierung "1641" wird eindeutig belegt von der durch eine königlich-dänischen Beamten in diesem Jahr ausgestellte Quittung für eine zugunsten des Bremer Kanzelbaus erfolgte Holzlieferung an Kriebel.
  26. Ortwin Rudloff, Kirchenmaus und Armenbibel, Club zu Bremen: Bremen 1993, S. 5-11
  27. so Götz Ruempler, Die Bremer Dom-Maus, Temmen: Bremen 2009
  28. Das Wahrzeichen war vielmehr „eine auf einem Grabmal abgebildete Windmühle des Walls, die gerade über Adams Haupt erscheint, der eben mit Eva den Apfel versucht“ (A.Storck, Ansichten der fr. Hansestadt Bremen, Bremen 1820, S. 250)
  29. Die Wandmalereien auf der Website des St. Petri Doms.
  30. Orgel von Gottfried Silbermann im Bremer Dom, auf silbermann.org, gesehen 23. Juni 2010
  31. Orgelporträt auf der Webseite der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 9. April 2013.
  32. Die Domglocken auf der Website des St. Petri Doms.
  33. a b Glockengedanken zum Mittagsgebet
  34. Ingrid Schulze: Ritzzeichnungen von Laienhand – Zeichnungen mittelalterlicher Bildhauer und Maler? Figürliche Glockenritz-Zeichnungen vom späten 13.Jahrhundert bis zur Zeit um 1500 in Mittel- und Norddeutschland. Leipzig 2006, ISBN 978-3-939404-95-8
  35. Die Homepage der Thomasmesse.

53.0754166666678.8088888888889Koordinaten: 53° 4′ 31,5″ N, 8° 48′ 32″ O