World in Conflict

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World in Conflict
World in Conflict Logo.jpg
Studio SchwedenSchweden Massive Entertainment
Publisher Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sierra Entertainment
Erstveröffent-
lichung
NordamerikaNordamerika 18. September 2007
AustralienAustralien 20. September 2007
EuropaEuropa 21. September 2007
Plattform Windows
Spiel-Engine Masstech
Genre Echtzeit-Strategiespiel
Spielmodus Singleplayer, Mehrspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Medium DVD-ROM
Sprache Uncut und Collectors Edition: Multilingual, USK 16 Version: nur Deutsch
Aktuelle Version 1.011
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
USK ab 18
PEGI ab 16+ Jahren empfohlen
Information USK-16-Fassung zensiert, USK-18-Version ungeschnitten

World in Conflict (oft abgekürzt WiC) ist ein von Massive Entertainment entwickeltes und von Sierra Entertainment veröffentlichtes Echtzeit-Strategiespiel für Windows. Es erschien am 18. September 2007 in Nordamerika und in den folgenden Tagen in Europa und Australien.

Das Spiel ist in der Zeit des Kalten Kriegs angesiedelt und erzählt in einer aus vierzehn Missionen bestehenden Kampagne die Geschichte eines Angriffs der UdSSR auf die NATO im Jahr 1989. Dominierendes Element des Spiels ist allerdings der Mehrspieler-Modus, bei dem die Spieler einzelne Gefechte des Krieges gegeneinander spielen können. World in Conflict grenzt sich von herkömmlichen Echtzeit-Strategiespielen etwa durch den Verzicht auf Basisbau und Ressourcensammeln ab. Dadurch gestaltet sich der Spielverlauf äußerst actionreich.

World in Conflict erhielt von der Fachpresse sehr gute Bewertungen. Führende Magazine lobten den actionreichen Spielfluss, die hohe Qualität der Grafik und die einfache Konfiguration und Verwaltung von Mehrspieler-Partien. Offizielle Verkaufszahlen wurden nicht veröffentlicht, Vertreter von Massive kommentierten die kommerzielle Entwicklung allerdings mehrfach positiv.

2009 erschien unter dem Titel Soviet Assault ein Add-on, das Teile der Kampagne des Hauptspiels aus der Perspektive der Roten Armee erzählt. Der Erweiterung ging eine schwierige Entwicklungsphase vor, die durch die Auflösung von Sierra Entertainment und dem Verkauf des Studios an den französischen Konzern Ubisoft gekennzeichnet war.

Handlung[Bearbeiten]

World in Conflict spielt in den 1980er Jahren. Die Sowjetunion leidet unter den Auswirkungen des kommunistischen Systems und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Dennoch verfügt sie über eine sehr große Streitmacht. Als Ursache für ihre Probleme macht sie die NATO, besonders die USA, verantwortlich. Dadurch verschlechtern sich die Beziehungen der beiden Machtblöcke deutlich. Im November 1989 führen die Kommunisten schließlich einen Großangriff auf die NATO-Staaten in Europa, der von Ost-Berlin ausgeht. Nach dem Sieg über die dort stationierten Amerikaner gelingt es den Sowjets, weite Teile Europas einzunehmen.[1]

In diesem Konflikt übernimmt der Spieler die Rolle des amerikanischen Offiziers Parker. Unter seinem Vorgesetzten, Colonel Sawyer, nimmt er an verschiedenen Einsätzen in Europa und Amerika teil. Zur Verfügung steht ihm dabei eine große Bandbreite von Einheiten, die je nach Einsatzort variiert. Bei den Einsätzen arbeitet er oft mit Captain Bannon, dem impulsiven Chef einer Panzerkompanie, zusammen.[2]

Seinen ersten Einsatz, der in einer Rückblende erzählt wird, hat er in der Nähe von Marseille in Südfrankreich. Dort kämpft er an der Seite eines französischen Bataillons und wehrt mit Mühe einen Angriff der Kommunisten ab. Anschließend wird er nach Norwegen entsandt, um ein abgestürztes Aufklärungsflugzeug der USA zu sichern. Trotz schwerem Ansturm der Russen gelingt es dem Einsatzteam, mithilfe norwegischer Späherdivisionen die Stellung solange zu halten, bis das Flugzeug, das nicht mehr geborgen werden kann, zerstört wird. Da die sowjetische Übermacht aber zu groß ist, sind die NATO-Kräfte letztlich zum Rückzug gezwungen. Dabei führen sie einen Angriff auf einen Hafen der Sowjets aus, bei dem sie versuchen, einige feindliche Atom-U-Boote zu versenken, was ihr nur zum Teil gelingt, da durch einen Fehler Bannons ein Boot fliehen kann.

Da sie die Stellungen in Europa nicht mehr halten können, ziehen sich die Amerikaner in ihre Heimat zurück. Dort müssen sie bald eine sowjetische Landung in der Nähe von New York abwehren. Dabei erbeuten die Angreifer zunächst zahlreiche Abrams-Kampfpanzer und weiteres Kriegsgerät. Den Amerikanern gelingt zwar der Sieg, allerdings führt die UdSSR in den folgenden Wochen einen weiteren Angriff, diesmal an der Westküste bei Seattle.

Diesem Angriff können die vereinzelten Garnisonseinheiten unter dem Kommando von Parker und Bannon nicht standhalten, sodass sie zur Evakuierung der Stadt und anschließend zum Rückzug gezwungen sind. Den Sowjets gelingt es, die Stadt zu besetzen und weite Teile der Westküste zu erobern. Parkers Einheit flieht nach Süden und verwickelt die Russen in ein Gefecht, was ihren Vormarsch verlangsamt.[3]

Primäres Ziel der Invasoren ist der Stützpunkt der Strategic Defense Initiative. Die Sowjets erachten dieses Projekt als größte Gefahr für ihr Land, wissen aber nicht, dass es bislang keine vorzeigbaren Ergebnisse besitzt. Daher versucht Parkers Einheit die Angreifer solange wie möglich von dem Stützpunkt Fort Teller fernzuhalten. Nach mehreren Kämpfen erreichen die Truppen die Kleinstadt Cascade Falls, die von einem russischen Spähtrupp besetzt wurde. Parker und Bannon gelingt es die Stadt einzunehmen und zu befestigen. Als die weit überlegene sowjetische Hauptstreitmacht eintrifft, bricht die Defensivstellung zusammen und die Amerikaner ziehen sich zurück, nachdem sie einen Atomschlag angefordert haben. Bei der Atomexplosion werden die Ortschaft Cascade Falls, Bannons Einheit, die als Köder in der Stadt geblieben ist sowie ein Großteil der sowjetischen Armee ausgelöscht.

Die Kampagne beginnt und endet mit dem Kampf um Seattle

Nachdem sich sie Bataillone von Sawyer und Parker, die beim Rückzug weit verstreut wurden und durch den EMP der Explosion keinen Funkkontakt mehr haben, wieder formiert haben, beginnen sie, gegen Seattle zu ziehen, um den sowjetischen Brückenkopf einzunehmen. Inzwischen ist die Volksrepublik China dem Krieg aufseiten der UdSSR beigetreten und hat eine Invasionsflotte mit Kurs auf Seattle zusammengestellt. Unter großem Zeitdruck drängen die Amerikaner die Russen zurück und greifen schließlich Seattle an. Dabei werden die russischen Streitkräfte endgültig geschlagen. Die chinesische Flotte kehrt daraufhin wieder nach Asien zurück, während die USA die Befreiung Europas vorbereitet.[1]

Spielprinzip[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Der Fokus des Spiels liegt in taktischen Gefechten. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine Truppenabteilung und führt diese durch die Schlacht. Dabei verzichtet das Spiel auf das aus vielen Echtzeit-Strategiespielen bekannte Aufbauen von Stützpunkten zur Rekrutierung neuer Einheiten. Zu Beginn eines Gefechts fordert der Spieler so viele Einheiten an, wie es sein Anforderungsguthaben zulässt. Das Anforderungsguthaben ist ein konstanter Wert, der festlegt, wie viele Truppen der Spieler gleichzeitig befehligen kann. Verliert der Spieler eine Einheit, wird seinem Konto der Wert der entsprechenden Einheit gutgeschrieben.[2]

Während eines Gefechts stehen dem Spieler verschiedene sogenannte taktische Hilfen zur Verfügung. Diese umfassen schlagkräftige Angriffe wie Fernbeschuss durch Artillerie, Bomberangriffe und chemische Angriffe. Die taktischen Hilfen sind mithilfe von Punkten nach ihrer Stärke sortiert. Je stärker ein Angriff ist, desto mehr Punkte braucht der Spieler. Punkte erhält der Spieler durch das Zerstören feindlicher Einheiten oder durch das Versorgen von Verbündeten.[1]

Die Umgebung ist in die Gefechte aktiv mit eingebunden. Im offenen Gelände suchen Soldaten selbstständig Schutz hinter Bäumen, im hohen Gras oder ähnlichem. Auch kann beinahe jedes Gebäude von Infanterie-Einheiten besetzt und anschließend als Schussposition genutzt werden. Allerdings können alle begehbaren Gebäude auch von Einheiten unter Beschuss genommen und zerstört werden. Ähnlich verhält es sich mit Brücken, die zum Einsturz gebracht werden können.

Das Head-up-Display (HUD) umfasst ein Befehlsfeld mit Buttons für Angriffs- und Bewegungsbefehle, eine vergrößerbare Minikarte des Schlachtfelds und zwei Anforderungsmenüs, eins für Einheiten und eins für taktische Hilfen. Diese Menüs sind standardmäßig eingeklappt, sodass das das HUD im Vergleich zu anderen Strategiespielen kompakt ausfällt. Zur Betrachtung des Schlachtfeldes steht dem Spieler eine komplett frei bewegliche Kamera zur Verfügung. In Mehrspieler-Partien steht zusätzlich eine Chat-Funktion zur Verfügung.

Spielmodi[Bearbeiten]

World in Conflict beinhaltet drei Spielmodi, die in ihrer reinen Form nur im Mehrspieler-Modus gespielt werden können. Die Kampagnenmissionen greifen lediglich Elemente der Einsatztypen auf. Die Einsätze sind zeitlich begrenzt, wobei die Dauer vor Beginn einer Partie einstellbar ist. In allen Modi sind strategische Punkte von Bedeutung, dies sind zentrale Orte auf dem Schlachtfeld, die von Bodeneinheiten eingenommen werden können. Strategische Punkte können vom Besitzer mit Geschützstellungen ausgerüstet werden.

Im Vorherrschaftsmodus (engl.: Domination) geht es darum, möglichst viele strategische Punkte zu erobern und zu halten. Das aktuelle Machtgleichgewicht wird durch die Domination Bar, einen Balken, der das Stärkeverhältnis beider Fraktionen angibt, gezeigt. Zu Beginn einer Partie ist das Gleichgewicht ausgeglichen, beide Fraktionen besitzen den gleichen Anteil an der Domination Bar. Besitzt eine Fraktion mehr strategische Punkte als der Gegner, so wächst ihr Anteil an der Domination Bar. Sobald eine Fraktion die gesamte Domination Bar kontrolliert, hat sie gewonnen. Läuft das Zeitlimit vorher ab, gewinnt die Fraktion, die den größeren Anteil an der Domination Bar besitzt.[3]

Der Angriffsmodus (engl.: Assault) wird in zwei Runden gespielt. Eine Fraktion übernimmt zunächst die Rolle des Verteidigers, die andere die des Angreifers. Die Angreifer versuchen, möglichst viele Kommandoposten einzunehmen, die Verteidiger versuchen, dies zu verhindern. Die zu erobernden Kommandoposten werden durch Eroberung nacheinander freigeschaltet. In der zweiten Runde werden die Rollen vertauscht und die Verteidiger versuchen nun, die Kommandoposten, die der Angreifer erobern konnte, wieder einzunehmen. Es gewinnt die Fraktion, die in beiden Runden die meisten Kommandoposten kontrollieren konnte.[3]

Beim Tauziehen (engl.: Tug of War) kämpfen die Fraktionen um eine Front, die mehrere in Reihe platzierte strategische Punkte dargestellt wird. Das Ziel beider Fraktionen ist die Front zum Gegner zu drängen. Dies geschieht durch das Erobern aller Punkte der Front. Der Eroberer verschiebt dadurch die Front in Richtung des gegnerischen Lagers. Die Partie wird von der Fraktion gewonnen, die die Front zum gegnerischen Lager gedrückt hat. Geschieht dies bis zum Ablauf der Zeit nicht, so gewinnt das Team, dessen Basis von der Kriegsfront am weitesten entfernt ist.[3]

Einzelspieler-Modus[Bearbeiten]

Das Herz des Einzelspieler-Modus World in Conflict ist die Kampagne. Sie besteht aus 14 umfangreichen Missionen, die in Form von taktischen Gefechten ablaufen. Eine Mission setzt sich aus primären und sekundären Missionszielen zusammen. Die primären Missionsziele sind entscheidend für den Sieg, während die sekundären dem Spieler zusätzliche Hilfen wie Verstärkung oder Luftschläge geben. Die Handlung der Kampagne wird durch Zwischensequenzen und Dialoge während des Gefechts erzählt. Für seinen Fortschritt in der Kampagne erhält der Spieler zahlreiche Medaillen, jedoch haben diese keinen spielerischen Nutzen.

Mehrspieler-Modus[Bearbeiten]

Im Mehrspieler-Modus stehen den Spielern die Karten der Kampagne sowie von Moddern erstellte Karten zur Verfügung. Diese sind an einen der drei zur Verfügung stehenden Spielmodi gebunden. Zu Beginn einer Partie wählen die Spieler eine Fraktion aus. Verfügbar sind dabei die drei aus der Kampagne bekannten: die USA, die NATO und die UdSSR. Anschließend suchen sie sich eine der vier Rollen aus, was Einfluss auf die verfügbaren Einheiten hat. Danach beginnt das Gefecht. Die Einsatzziele hängen dabei von dem gewählten Spielmodus ab.[3]

Um den Mehrspieler-Modus von World in Conflict nutzen zu können, muss der Spieler zunächst einen Account im Massgate-System, einer vom Entwickler Massive selbst entwickelten Onlineplattform, erstellen. Massgate ermöglicht es dem Spieler, bei einem laufenden Spiel beizutreten oder ein neues Spiel zu beginnen. Es können bis zu 16 Spieler, acht pro Team, an einer Sitzung teilnehmen. Falls die Maximalzahl an Spielern nicht erreicht ist, ist es möglich weitere computergesteuerte Konten am Spiel teilnehmen zu lassen.[1]

Einheiten[Bearbeiten]

Der M1-A1 Abrams ist einer der stärksten Fahrzeuge im Spiel

Die Einheiten in World in Conflict sind in vier verschiedene Klassen unterteilt und folgen dem Stein-Schere-Papier-Prinzip. Während eines Gefechts können Einheiten an bestimmten Landezonen eingeflogen werden, sofern der Spieler über genügend Anforderungspunkte verfügt.[2]

Panzertruppen verfügen über eine starke Panzerung, besitzen eine große Feuerreichweite und große Angriffskraft. Im Gegenzug sind langsam und sehr anfällig gegenüber Luftangriffen und Raketenschützen.

Infanteristen zählen zu den vielseitigsten Truppentypen. Zum einen können sie die gut Umgebung zu ihrem Vorteil nutzen und sich z.B. in Wäldern oder Gebäuden verschanzen. Zum anderen verfügen sie über ein vielfältiges Waffenarsenal, darunter MGs, Raketenwerfer und Scharfschützengewehre. Ferner sind sie in der Lage, Sprengfallen zu errichten. Allerdings ist Infanterie sehr verwundbar, gerade im offenen Gelände.

Lufteinheiten sind schnell und im Falle des schweren Kampfhubschraubers enorm kampfstark. Sie eignen sich sowohl zur Unterstützung eigener Truppen durch Aufklärung und Transport als auch für den Luft-Boden-Kampf.[2]

Unterstützungsfahrzeuge umfassen Fahrzeuge, die am Kampf nur in spezialisierter Weise teilnehmen können, etwa Flakpanzer und Raketenwerfer. Diese Fahrzeuge sind gut dafür geeignet, Bodentruppen zu unterstützten, jedoch auf sich allein gestellt beinahe wehrlos.

Die Einheiten sind nach Truppentypen, z.B. schwere Panzer oder Helikopter, gegliedert. Dabei stehen jeder Fraktion die gleichen Truppentypen zur Verfügung, es unterscheiden sich lediglich die Modelle. Jeder Truppentyp verfügt über bis zu zwei Spezialwaffen, eine offensive und eine defensive. Offensive umfassen Raketen mit besonderen Sprengköpfen oder Schnellfeuergewehre. Zu den defensiven Waffen zählen Rauchgranaten und Täuschkörper.[4]

Übersicht über alle Fahrzeuge
Rolle Truppentyp USA NATO UdSSR
Panzertruppen Leichte Panzer M551A1 Sheridan FV101 Scorpion PT-76
Panzertruppen Mittelschwere Panzer M60 Chieftain Mk 5 T-62
Panzertruppen Schwere Panzer M1A1 Abrams Leopard 2A4 T-80 U
Panzertruppen Transportwagen M2A2 Bradley FV510 Warrior BMP-2
Panzertruppen Amphibientransporter AAVP7A1 Luchs BTR-80
Lufteinheiten Mittelschwere Kampfhubschrauber AH-1W Super Cobra Sa-341 Gazelle Mi-28 Havoc
Lufteinheiten Schwere Kampfhubschrauber AH-64A Apache A129 Mangusta Mi-24V HIND
Lufteinheiten Spähhubschrauber OH-6A Cayuse BO-105 PAH-1 Ka-25 Hormone
Lufteinheiten Transporthubschrauber UH-60 Black Hawk SA-332 Super Puma Mi-8 HIP
Infanterie Truppentransporter HMMWV D-90 UAZ-469
Infanterie Transport-LKW M939 TRM 4000 Ural 4320
Unterstützung Mittelschwere Flak M163 VAS Gepard ZSU-23-4 Shilka
Unterstützung Schwere Flak M730A2 Roland SA-13 Gopher
Unterstützung Mittelschwere Artillerie M125 FV 432 2S1 Gvozdika
Unterstützung Schwere Artillerie M270 MLRS LARS 110 SF2 2S7 Pion
Unterstützung Reparaturpanzer M88 A1 ARV Chieftain AAVR VT-55

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Erste Konzepte zu World in Conflict entstanden im Jahr 2004 in einer Arbeitsgruppe bei Massive Entertainment. Das Besondere dieses Konzepts war die beinahe vollständige Zerstörbarkeit der Umgebung. Weiterhin wurde es für ein Strategiespiel als ungewöhnlich actionreich geplant. Daher beschloss Massive die Entwicklung der Spiels weiter voranzutreiben.[5]

Im Verlauf der Entwicklung vergrößerte sich das Team der Entwickler von anfänglichen 15 auf knapp 100. Bei der Gestaltung des Spiels besaßen die Entwickler große Freiheiten. Lediglich einmal übte Vivendi, der Eigentümer von Sierra, Kritik im Bezug auf den Mehrspieler-Part, der zu diesem Zeitpunkt den Hauptteil des Spiels ausmachte. Daher begannen die Entwickler eine komplexe Kampagne zu implementieren, wozu der Autor und Spiele-Desginer Larry Bond angeworben wurde.[5]

In technischer Hinsicht greift World in Conflict auf damals fortschrittliche Grafiklösungen zurück, z.B. die Havok-Software, mit deren Hilfe zahlreiche reale Physik-Effekte berechnet werden können, oder die SpeedTree-Technik, die die realitätsnahe Darstellung von Wäldern erlaubt. Einen wesentlichen Part der Technologie-Entwicklung stellte aber das Schaffen der Grundlagen für den Mehrspieler-Modus dar. Dazu zählte die Kommunikations-Plattform Massgate.[5]

World in Conflict wurde am 5. April 2006 von Sierra Entertainment erstmals angekündigt. Als Besonderheiten nannte die Firma ein frisches Szenario aus dem Kalten Krieg, ein actionreiches Spielkonzept und eine komplett frei bewegliche Kamera.[6] In den folgenden Wochen zeigten die Entwickler erste Bilder und Spielsequenzen.[7] Die erste größere Präsentation erfolgte bei der Electronic Entertainment Expo in Los Angeles, bei der die Entwickler in einigen Mehrspieler-Partien die wesentlichen Elemente des Spiels vorstellten.[8] Als voraussichtliches Veröffentlichungsdatum gaben die Entwickler den September des Jahres 2007 an.[9]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

World in Conflict erschien am 18. September 2007 in Nordamerika und in den folgenden Tagen in Europa und Australien.[10] Vorbesteller erhielten bereits einen früheren Zugriff auf eine Beta-Version des Spiels sowie auf eine DVD mit Zusätzen, etwa weitere Karten und Material des History Channel.[11] Zusätzlich erschien eine Sammler-Edition unter dem Namen World in Conflict: Collector's Edition. Diese umfasste Beigaben wie Flaggen der USA und der UdSSR und Reste der Berliner Mauer.[12]

Ein paar Monate nach der Veröffentlichung des Spiels gaben die Entwickler umfangreiche Mod-Tools heraus, mit deren Hilfe anschließend einige Modprojekte entstanden sind. Im Mai 2008 veranstaltete Sierra einen Wettbewerb, bei dem es darum ging, möglichst gute Mehrspieler-Karten zu entwickeln.[13]

Die Originalversion erhielt in Deutschland von der USK eine Einstufung als für Jugendliche ungeeignet. Kritikpunkte waren einige taktische Hilfen, etwa die Atombombe, der Gasangriff und der Napalmschlag, die daraufhin umbenannt und mit anderen visuellen Effekten versehen wurden.

Bereits während des Entwicklungsprozesses war das Spiel als Betaversion in der Electronic Sports League, einer Liga für E-Sport (abgekürzt ESL) vertreten. Nach der Veröffentlichung wurden mehrere Spiel-Turniere ausgetragen, bei denen insgesamt Preise in Wert von etwa 20.000 € sowie separate Auszeichnungen von Massive und Sierra ausgestellt wurden.[14]

Verkauf von Massive[Bearbeiten]

Nach der Veröffentlichung von World in Conflict begann Massive Entertainment mit der Arbeit an einem Add-On. 2007 fusionierten jedoch die beiden Konzerne Vivendi Universal und Activision Blizzard. Dadurch erfolgten größere Umstrukturierungen in beiden Firmen, in deren Rahmen Sierra Entertainment aufgelöst wurde. Das Studio Massive wurde daraufhin zum Verkauf angeboten. Ubisoft erwarb in der folgenden Zeit das Entwicklerstudio Massive und ließ die Arbeit an dem Add-On wieder fortsetzen.

Rezeption[Bearbeiten]

Bewertung in Spielemagazinen[Bearbeiten]

Bewertungen
Publikation Wertung
4Players 88 %[15]
Eurogamer 9/10[4]
GameSpot 9,5/10[2]
GameSpy 5/5[17]
GameStar 89/100[18]
IGN 9,3/10[1]
PC Games 90 %[3]
Metawertungen
GameRankings 89,27 %[19]
Metacritic 89/100[20]

World in Conflict wurde von der Fachpresse außergewöhnlich positiv aufgenommen. Es erzielte Metawertungen von beinahe 90 %.[19] Kritiker lobten den unkomplizierten Aufbau des Spiels, die für ein Strategiespiel teilweise ungewöhnlichen Spielprinzipien sowie die hohe Grafikqualität.

Dan Adams vom Online-Magazin IGN vergab mit 9,3 von 10 Punkten eine sehr hohe Wertung. Er lobte das Spiel in jeder Hinsicht. So seien das Spielkonzept sehr action- und abwechslungsreich. Ferner lobte er, dass sowohl der Einzelspieler- als auch der Mehrspieler-Modus gut in das Spiel integriert seien und keine deutlichen Schwächen aufweisen. Insbesondere der Mehrspieler-Modus überzeugte durch seine Möglichkeiten bei der Verwaltung von Partien. Auch unter technischen Gesichtspunkten schnitt das Spiel gut ab. Die Grafiken, die Zwischensequenzen und der Ton seien herausragend. Kritik übte der Autor am Schwierigkeitsgrad des Spiels, der für erfahrene Strategiespieler zu gering sei.[1] Das Magazin vergab zwei Auszeichnungen als Best Strategy Game des Jahres 2007, eine nur im Bezug auf unmittelbare Windows-Konkurrenz und eine plattformübergreifende.[21][22] Außerdem wurde es als bester Mehrspieler-Titel des Jahres 2007 ausgezeichnet.

Jason Ocampo von GameSpot bewertete das Spiel ähnlich positiv und bezeichnete es als Meisterwerk des Studios. Er lobte die Gestaltung der Umgebung, die dem Spieler sowohl außergewöhnlich viele taktische Möglichkeiten bietet, als auch durch ihre beinahe komplette Zerstörbarkeit sehr realistisch wirke. Die Kampagne sei von hoher Qualität, das Herzstück des Spiels sei aber klar der Mehrspieler-Modus. In diesem sei es nicht nur vergleichsweise einfach, Mitspieler zu suchen und Partien zu eröffnen, er sei auch durchweg gut geplant und umgesetzt.[2] Auch GameSpot verlieh dem Spiel eine Auszeichnung als Best Strategy Game 2007.

Auch Redaktion der deutschen Zeitschrift PC Games schloss sich den positiven Kritiken an. Sie lobte das teamorientierte und flüssige Spielkonzept, das für Einsteiger leicht zugänglich sei. Allerdings seien die drei Spielmodi etwas zu ähnlich geraten. Die optische Präsentation sei sehr ansprechend gelungen, was allerdings sehr auf Kosten der Hardware gehe. Als weiteren Mangel führen die Autoren an, dass die Kartengröße sich nicht der Spieleranzahl anpasst. So seien manche Karten für wenige Spieler zu groß, manche dafür bei zu vielen Spielern deutlich zu eng.[3]

Daniel Matschijewsky vom Magazin GameStar bezeichnete die Kampagne als sehr gut gelungen, als abwechslungsreich und als eindrucksvoll inszeniert. Trotz ihrer Kürze und ihrem Fokus aus die amerikanische Perspektive sei sie packend erzählt, was auch an der starken Synchronisation liege. Auch in übrigen Disziplinen sei es überzeugend und weise nur kleinere Mängel, z.B. zu leblos gestaltete Karten auf.[18]

Bei GameSpy erhielt das Spiel die Maximalwertung von fünf Sternen. Der Autor Allen Rausch lobte das Spiel in jeder Hinsicht und bezeichneten es als einen Triumph für das Studio. Kritik übte er allerdings am Mehrspieler-Modus, bei dem Erfolg zu stark vom Teamspiel abhängt. Allerdings sei dieser dennoch innovativ und fesselnd. Auch die übrigen Bereiche des Spiels seien alle auf sehr hohem Niveau.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Neben den Auszeichnungen von IGN und GameSpot erhielt World in Conflict zahlreiche Editors' Choice-Awards, Preise die von einzelnen Testern nach dem Review vergeben werden. Außerdem wurde es mit einem Game Critics Award in der Kategorie des besten Strategiespiels ausgezeichnet.[23] Die Seite GameTrailers prämierte das Spiel darüber hinaus als Best Strategy Game Of E3.

Verkaufszahlen[Bearbeiten]

In der ersten Verkaufswoche gelangte das Spiel an die Spitze der weltweiten Verkaufscharts. Vor allem in Nordamerika, Australien und Deutschland dominierte es die Ranglisten. In den übrigen Verkaufsregionen war es immerhin in regelmäßig unter den Top 3 vertreten.[24] Sierra Entertainment zeigte sich zufrieden mit dem kommerziellen Erfolg. Der Vorsitzende des Unternehmens, Martin Tremblay, kommentierte die Verkäufe folgendermaßen:[25]

“Sierra Entertainment is extremely proud that the World in Conflict video game is realizing the level of success that can be expected from a game of such high quality. We see the World in Conflict audience continually expanding as PC players read the stunning reviews, hear about the game from their friends or try the multiplayer demo, and in turn, discover what this new 'action-strategy' gameplay is all about”

„Sierra Entertainment ist sehr stolz, dass World in Conflict den Erfolg hat, der von einem Spiel von solch hoher Qualität zu erwarten ist. Das Spielpublikum wächst kontinuierlich, da Spieler die erstaunten Testberichte lesen, von Freunden vom Spiel erfahren oder die Mehrspieler-Demo ausprobieren und dabei entdecken, worum es bei diesem Action-Strategie-Konzept geht.“

Soviet Assault[Bearbeiten]

Eine sowjetische Einheit steht im Zentrum des Add-Ons

Der Publisher Ubisoft veröffentlichte am 12. März 2009 die erste und einzige offizielle Erweiterung für World in Conflict mit dem Titel World in Conflict: Soviet Assault. In Soviet Assault wird die aus dem Hauptspiel bekannte Kampagne aus Sicht der Sowjet-Streitkräfte erzählt. Sie beginnt mit dem Angriff der Roten Armee auf Westberlin und umfasst fünf weitere Missionen aus späteren Phasen des Kriegs. An den Spielmechaniken wurden keine Änderungen vorgenommen.[26]

Soviet Assault sollte ursprünglich 2008 bei Sierra erscheinen. Durch die Fusion von Vivendi und Activision Blizzard kam es allerdings zu einigen Unregelmäßigkeiten bei der Entwicklung, die zur Verzögerung des Projekts und zu einigen Kürzungen in dessen Umfang führten.

Soviet Assault erschien im Einzelhandel und als Download. Später wurde eine Complete Edition veröffentlicht, welche neben dem Add-on auch das Hauptspiel beinhaltet. Die Besonderheit dieser Edition ist, dass die Sowjet- und die aus dem Hauptspiel bekannte US-Kampagne miteinander verflochten sind, sodass der Spieler hin und wieder im Verlauf der Missionen zwischen amerikanischer und russischer Perspektive wechselt.[26]

Die Kritiken für das Erweiterungspaket fielen schwächer aus, Metacritic berechnete eine Metawertung von 72/100 Punkten. Viele Autoren, etwa von GameSpot, IGN oder GameSpy bemängelten, dass der Inhalt von Soviet Assault deutlich zu gering sei, um dessen Preis zu rechtfertigen.[27][28]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Dan Adams: Test "World in Conflict". ign.com, 27. September 2007, abgerufen am 29. Juli 2014 (englisch).
  2. a b c d e f Jason Ocampo: Test "World in Conflict". GameSpot, 18. September 2007, abgerufen am 29. Juli 2014 (englisch).
  3. a b c d e f g Test "World in Conflict". PC Games, abgerufen am 29. Juli 2014.
  4. a b Dan Whitehead: Test "World in Conflict". eurogamer.net, 24. September 2007, abgerufen am 29. Juli 2014 (englisch).
  5. a b c Entwicklungsgeschichte von "World in Conflict". ign.com, 11. Januar 2008, abgerufen am 5. August 2014 (englisch).
  6. Wade Steel: "World in Conflict" angekündigt. ign.com, 5. April 2006, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  7. Tom McNamara: Erster Blick auf "World in Conflict". ign.com, 20. April 2006, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  8. Dan Adams: Präsentation auf der E3. ign.com, 9. Mai 2006, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  9. Bennett Ring: Veröffentlichungsdatum angekündigt. ign.com, 7. Juni 2007, abgerufen am 2. August 2014 (englisch).
  10. Veröffentlichungsdaten "World in Conflict". giantbomb.com, abgerufen am 1. April 2014 (englisch).
  11. Daemon Hatfield: Zusätzliche Inhalte für Vorbesteller. ign.come, 8. Juni 2007, abgerufen am 1. August 2014 (englisch).
  12. Keith Veronese: Stücke der Berliner Mauer verfügbar. io9.com, abgerufen am 10. August 2014 (englisch).
  13. Jimmy Thang: Karten-Wettbewerb. ign.com, 7. Mai 2008, abgerufen am 5. August 2014 (englisch).
  14. Ende von "World in Conflict" in der ESL. Electronic Sports League, abgerufen am 8. September 2014 (englisch).
  15. Jörg Luibl: Test "World in Conflict". 4Players.de, 18. September 2007, abgerufen am 28. Juli 2014.
  16. "Hiro": Test "World in Conflict". jeuxvideo.com, 18. September 2007, abgerufen am 29. Juli 2014 (französisch).
  17. a b Allen Rausch: Test "World in Conflict". GameSpy, abgerufen am 10. August 2014 (englisch).
  18. a b Daniel Matschijewsky: Test "World in Conflict". GameStar, 14. September 2007, abgerufen am 29. Juli 2014.
  19. a b Metawertung "World in Conflict". gamerankings.com, abgerufen am 29. Juli 2014 (englisch).
  20. Metawertung "World in Conflict". metacritic.com, abgerufen am 29. Juli 2014 (englisch).
  21. E3-Auszeichnungen 2007 (plattformübergreifend). ign.com, 20. Juli 2007, abgerufen am 7. August 2014 (englisch).
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatE3-Auszeichnungen 2007 (Windows). ign.com, 2007-20-07, abgerufen am 7. August 2014 (englisch).
  23. Sieger des Jahres 2007. gamecriticawards.com, abgerufen am 8. August 2014 (englisch).
  24. World in Conflict Tops Sales Charts. gamershell.come, 9. Oktober 2007, abgerufen am 7. August 2014 (englisch).
  25. Kommentare zum Verkaufsstart von "World in Conflict". Massive Entertainment, abgerufen am 7. August 2014 (englisch).
  26. a b Marcel Kleffmann: Test "Soviet Assault". 4players.com, 13. März 2009, abgerufen am 7. August 2014.
  27. Allen Rausch: Test "Soviet Assault". GameSpy, 18. März 2009, abgerufen am 10. August 2014 (englisch).
  28. Charles Onyett: Test "Soviet Assault". ign.com, 16. März 2009, abgerufen am 10. August 2014 (englisch).
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