Heldenberg

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Heldenberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Heldenberg
Heldenberg (Österreich)
Heldenberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Hauptort: Kleinwetzdorf
Fläche: 27,4 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 57′ OKoordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 57′ 0″ O
Höhe: 238 m ü. A.
Einwohner: 1.347 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 49 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3704, 3701, 3710
Vorwahl: 02956
Gemeindekennziffer: 3 10 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wimpffen-Gasse 5
3704 Kleinwetzdorf
Website: www.heldenberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Steinbach (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
16
3
16 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Heldenberg im Bezirk Hollabrunn
Alberndorf im PulkautalGöllersdorfGrabernGuntersdorfHadresHardeggHaugsdorfHeldenbergHohenwarth-Mühlbach am ManhartsbergHollabrunnMailbergMaissauNappersdorf-KammersdorfPernersdorfPulkauRavelsbachRetzRetzbachSchrattenthalSeefeld-KadolzSitzendorf an der SchmidaWullersdorfZellerndorfZiersdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Heldenberg im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Heldenberg ist eine Gemeinde mit 1347 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heldenberg liegt im Tal der Schmida im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 27,37 Quadratkilometer. 26,89 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Glaubendorf, Großwetzdorf, Kleinwetzdorf, Oberthern und Unterthern.

Mit der NÖ. Kommunalstrukturverbesserung wurde 1967 aus den Gemeinden Oberthern und Unterthern die Gemeinde Thern. 1971 wurden die Orte Glaubendorf, Kleinwetzdorf und Großwetzdorf zusammengeführt und die Gemeinde Heldenberg gebildet. Der neue Name der Gemeinde nimmt Bezug auf die Gedenkstätte Heldenberg. 1972 schloss sich die Gemeinde Thern der Großgemeinde Heldenberg an.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ober- und Unterthern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich IV. aus dem Jahr 1066 wird der Ort Ternie erstmals urkundlich erwähnt.

Eine Unterscheidung von Oberthern und Unterthern gibt es erstmals in einem Urbar des Stiftes Passau aus dem Jahre 1320, wo ein Inferior Tern und ein Superior Tern genannt wird.

Die mittelalterlichen Besitzverhältnisse zeigen im Jahr 1590 Besitzungen vom Stift Göttweig, vom Stift Garsten sowie der Gräfin Hardegg. 1401 dürfte die Kirche in Oberthern errichtet worden sein, urkundlich belegt ist eine Kirchenobligation aus dem Jahr 1635. Die Kirche wurde durch einen Zubau im Jahr 1961 erweitert.

Obwohl bereits im 17. Jahrhundert von der Ansässigkeit eines Lehrers in Oberthern berichtet wird, sah erst die Theresianische Schulreform 1787 für Ober- und Unterthern eine eigene Schule vor. Die Volksschule Oberthern wurde 1966 aufgelassen und dem Schulsprengel Großweikersdorf zugeschlagen.

Groß- und Kleinwetzdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste zweifelsfreie Erwähnung des Namens Wetzdorf stammt aus dem Gültbuch (Einnahmenverzeichnis) des Stiftes Zwettl aus dem Jahr 1346.[3]

Die Pfarre wurde 1783 im Zuge der josephinischen Reformen gegründet.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in Kleinwetzdorf das Schloss Wetzdorf erbaut, eine aus drei Höfen bestehende, zweigeschoßige Anlage, die 1726 um eine Schlosskapelle erweitert wurde. Joseph Gottfried Pargfrieder, ein Lieferant der k.u.k. Armee, erwarb 1832 das Schloss und ließ die Gedenkstätte Heldenberg (1846–1849) sowie den englischen Garten mit kegelförmigem Aussichtsberg anlegen.

Glaubendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes leitet sich vom Vornamen Chlubo ab, etymologisch also nicht von „glauben“, sondern von „(auf)klauben“ (sammeln, aufheben). In alten Urkunden wurde die Schreibweise Chlubendorf verwendet, die früheste urkundliche Erwähnung erfolgte um das Jahr 1130 als Cloubendorf.[4]

In Glaubendorf entstanden um etwa 5000 v. Chr. zwei Kreisgrabenanlagen. Die kleinere Anlage Glaubendorf 1 besteht aus zwei konzentrischen Gräben. Glaubendorf 2 umfasst drei Gräben von 71 m, 90 m und 109 m Durchmesser um einen inneren Palisadenkreis mit 50 m Durchmesser (d.s. 158 m Länge, 650 Baumstämme). Durch geomagnetische Prospektion wurden fünf (ursprünglich wahrscheinlich sechs) Erdbrücken als Zugänge ins Innere und zwei Tore im Palisadenring nachgewiesen. Das Aushubvolumen wird auf 6100 m³ geschätzt, die Bauzeit auf 3 bis 5 Jahre.[5][6]

Für die NÖ. Landesausstellung 2005 wurde am Heldenberg in Kleinwetzdorf eine Kreisgrabenanlage rekonstruiert. Sie ist nunmehr Bestandteil der regulären Ausstellung am Heldenberg.

Der Originalort der Anlage Glaubendorf 2 kann ebenfalls besichtigt und begangen werden (rund 500 m Feldweg beschildert ab der Bahnunterführung der Straße Glaubendorf – Ruppersthal). Die Ausmaße der Anlage sind durch Bepflanzung sichtbar gemacht worden.

Die Pfarre Glaubendorf wurde vor dem Jahr 1256 gegründet. Die Pfarrkirche wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von den Kuenringern gestiftet und ist wie jene von Kühnring den Aposteln Philippus und Jakobus geweiht. Das heutige Kirchengebäude geht in Teilen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1.096 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1.061 Einwohner, 1981 1.074 und im Jahr 1971 1.155 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister
  • bis 2009 Alfred Wunderer (ÖVP)
  • seit 2009 Peter Steinbach (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisgrabenanlage in Glaubendorf
Pfarrkirche Großwetzdorf
Filialkirche Glaubendorf
Kellergasse in Oberthern

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 108. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 480. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,07 Prozent.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heldenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Gemeinde. Gemeinde Heldenberg, abgerufen am 30. Mai 2015.
  3. Marianne Gastgeb: Heimatbuch Wetzdorf. Grosswetzdorf 2000, DNB 972132198.
  4. Franz Neugebauer: Chronik von Glaubendorf. Röm.-kath. Pfarramt Glaubendorf, Wien 1974, DNB 995678901.
  5. Informationstafel am Originalort der Anlage Glaubendorf 2
  6. Friedrich Damköhler, Josef Stefan: Die Schmida – eine Region stellt sich vor. 1. Auflage. Ziersdorf 2010, ISBN 978-3-200-02028-3, S. 156.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 26. März 2020.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 26. März 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 26. März 2020.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 26. März 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 26. März 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Heldenberg. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 26. März 2020.