Andreas Niedrig

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Triathlon
DeutschlandDeutschland 0 Andreas Niedrig
Andreas Niedrig (links) bei der Premiere von „Traumwärts“ (November 2013 in Bochum)
Andreas Niedrig (links) bei der Premiere von „Traumwärts“ (November 2013 in Bochum)
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 12. Oktober 1967 (52 Jahre)
Geburtsort Recklinghausen, Deutschland
Vereine
Erfolge
1998–2015 5 × Dritter Ironman
2001, 2002 2 × Zweiter Ironman
2001 7. Rang Ironman Hawaii
Status
aktiv

Andreas Niedrig (* 12. Oktober 1967 in Recklinghausen) ist ein deutscher Triathlet. Er wird in der Bestenliste deutscher Triathleten auf der Ironman-Distanz geführt.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Niedrig besuchte die Realschule bis zur sechsten Klasse und dann die Hauptschule in Oer-Erkenschwick. Nach dem Abschluss der Hauptschule mit der 9. Klasse begann eine Lehre als Elektroinstallateur, die er jedoch nach vier Monaten abbrach. Als 12-Jähriger rauchte er seinen ersten Joint, dann folgten Speed, Kokain und am Ende Heroin.[1] Er bewarb sich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und besuchte die Bundeswehrfachschule in Köln, die er nach einem Jahr wieder verließ. Danach nahm er einen Job als Lkw-Fahrer an.[2][3] Mit dem erfolgreichen Ende seiner zweiten Drogentherapie machte er eine Berufsausbildung zum Orthopädiemechaniker.

Triathlon seit 1993[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Entlassung aus der Therapieklinik in Bad Fredeburg im Februar 1993 begann Andreas Niedrig – motiviert durch seinen bei der Polizei tätigen Vater – mit dem Joggen und drei Monate später lief er seinen ersten Marathon in 2:43 h.[4] Im Oktober 1993 trat er für einen erkrankten Freund mit geliehenem Equipment bei einem Triathlon in Selm an und wurde in einem Starterfeld, in dem Westdeutschlands Spitze vertreten war, überraschender Neunter.[2]

Nach einigen Starts für sein Team „Rückenwind Geckos Dortmund“ in der nordrhein–westfälischen „Kronenliga“ wurde Andreas Niedrig 1996 für die Deutsche Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Ungarn nominiert.[5] 1997 wurde er bei der Langdistanz-Weltmeisterschaft im Rahmen des Triathlon International de Nice Siebter.

Für seinen ersten Ironman fünf Wochen später in Roth hatte Veranstalter Detlef Kühnel dem in der Szene noch weitgehend unbekannten Andreas Niedrig seine in der Anmeldung genannte Zielzeit von 8:20 h nicht abgenommen und zunächst beabsichtigt, ihn in die zweite Startgruppe zu stecken. Letztlich stieg Andreas Niedrig gemeinsam mit dem Vorjahressieger des Ironman Hawaii, Luc van Lierde, mit neuem Streckenrekord als Erster aus dem Wasser und lag die ersten 40 km auf der Radstrecke alleine in Führung. In 8:06:58 h wurde er Fünfter, vor diesem Rennen waren nur drei deutsche Triathleten schneller über die Ironman-Distanz gewesen.[4] Andreas Niedrig wurde später noch dreimal Dritter (1998, 1999 und 2000) und einmal Zweiter (2001) beim Ironman Europe, seine beste Platzierung beim Ironman Hawaii war Platz sieben in 2001.

Seine frühere Drogensucht schilderte Niedrig im Jahr 2000 im Buch Vom Junkie zum Ironman. Das Buch wurde 2008 unter dem Titel Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman mit Max Riemelt in der Hauptrolle verfilmt.[6][7][8]

2010 nahm Niedrig in einem 4er-Team zusammen mit Florian Lechner beim Radrennen Race Across America (RAAM) teil: „Team Arndt“ wurde Achter beim Rennen quer durch die USA über 4835 km. Das Team benötigte 6 Tage, 23 Stunden und 56 Minuten.[9]

Premiereninterview «Traumwärts» mit dem WDR (November 2013)

Am 6. November 2013 fand in Bochum die offizielle Deutschlandpremiere seines Films Traumwärts statt, eine Dokumentation über das Race Across America. 2011 hatte ein von ihm betreutes Team an diesem Rennen teilgenommen. Andreas Niedrig selbst hatte den Start als Einzelfahrer geplant, musste jedoch auf seinen Start aufgrund einer Verletzung verzichten und den Startplatz an sein Team übergeben.

Im August 2015 wurde der damals 48-Jährige Dritter beim Ironman Copenhagen, nachdem er bis km 22 auf der abschließenden Marathondistanz noch in Führung gelegen hatte. Im August 2016 ging er beim Ironman Vichy letztmals bei einem Ironman-Rennen an den Start und belegte den 26. Rang.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist seit dem 11. November 1988 verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Oer-Erkenschwick.
Andreas Niedrig ist ein jüngerer Bruder von Cornelia Niedrig (* 1964), der Hauptdarstellerin der Sat.1-Produktion Niedrig und Kuhnt – Kommissare ermitteln. In einer Folge dieser Reihe übernahm Andreas Niedrig eine Nebenrolle.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet Niedrig als Referent und Coach an Schulen, Universitäten und in Betrieben und gibt Seminare zum Thema Motivation. Niedrig arbeitet mittlerweile auch als Motivationscoach für eine große deutsche Krankenkasse.[10]

Auch sein Sohn Lorenz Niedrig ist als Leichtathlet aktiv und startete 19-jährig bei den Leichtathletik-U20-Europameisterschaften 2017 in Italien.[11][12]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Schmitt-Kilian: Vom Junkie zum Ironman. Wilhelm Heyne Verlag, München 2000, ISBN 978-3-453-64034-4 (überarbeitete und aktualisierte Fassung 2007)
  • Motivation kompakt. AZ Sport Media, Berlin 2008, ISBN 978-3-939978-05-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Andreas Niedrig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Wer kein Ziel hat, verläuft sich im Leben“. Bild-Zeitung, 1. Juni 2007
  2. a b Die Narbe des Eisenmanns. In: Der Spiegel. Nr. 22, 2000 (online).
  3. Ex-Junkie Andreas Niedrig: wir hatten nie das Gefühl etwas unrechtes zu tun In: Badische Zeitung vom 17. März 2011
  4. a b c Keep Smiling. In: Triathlet. Nr. 108, September 1997, OCLC 724506582, S. 23.
  5. Andreas Niedrig auf „Top-Stars“. (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) Website des TVG Buschhütten; abgerufen am 12. Oktober 2014
  6. Seite zum Film „Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman“. Archiviert vom Original am 17. Mai 2008.
  7. Seite der Produktionsfirma zum Film "Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman" (Memento des Originals vom 29. Dezember 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.enigmafilm.de
  8. Vom Junkie zum IRONMAN, Lebensgeschichte von Andreas Niedrig ab Herbst 2008 in den Kinos (Memento vom 25. Mai 2007 im Internet Archive), abgerufen am 12. Oktober 2014
  9. Interview mit Andreas Niedrig auf business-on.de/suedbaden im März 2011
  10. Techniker Krankenkasse – Motivationscoach Andreas Niedrig
  11. Lorenz Niedrig in DLV-C-Kader berufen
  12. DLV mit 80 jungen Athleten zur U20-EM nach Italien (5. Juli 2017)
  13. https://my3.raceresult.com/103580/RRPublish/pdf.php?name=Ergebnislisten%7C1.%20Ergebnisliste%20AK%20Mitteldistanz&contest=0&lang=de
  14. Virtuelle Urkunde. (PDF, 714 kB) 6. Stadtwerke Ratingen Triathlon, 14. September 2014, abgerufen am 12. Oktober 2014 (Ergebnislisten-Suchformular).
  15. Andreas Niedrig gewinnt 5. wind sports ISLANDMAN – Norderney Triathlon (29. Juni 2014)
  16. Knoepke läuft Sieger Niedrig in die Arme
  17. http://ap.ironman.com/triathlon/events/emea/ironman/barcelona/results.aspx?race=barcelona&rd=20181007&y=2018&q=niedrig#axzz5V9lioLs6
  18. Ironman South Africa Results. Archiviert vom Original am 17. Mai 2008.