Atlanta (Fernsehserie)

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Seriendaten
Deutscher Titel Atlanta
Originaltitel Atlanta
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2016
Länge 22 Minuten
Episoden 10 in 1+ Staffeln (Liste)
Genre Comedy
Idee Donald Glover
Musik Ludwig Göransson
Kamera Christian Sprenger
Erstausstrahlung 6. September 2016 (USA) auf FX
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
21. November 2016 auf FOX
Besetzung

Atlanta ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die von Donald Glover entwickelt wurde.[1] Die erste Staffel der Comedyserie wurde zwischen dem 6. September und dem 1. November 2016 beim US-Sender FX ausgestrahlt. Die zweite Staffel ist für 2018 geplant.[2] Im deutschsprachigen Raum begann die Erstausstrahlung der ersten Staffel am 21. November 2016 beim Pay-TV Sender FOX Channel.[3]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alleingänger Earnest „Earn“ Marks lebt, nachdem er sein Studium an der Elite-Universität Princeton abgebrochen hat, ziellos in den Tag hinein und kehrt in seine Heimatstadt Atlanta zurück. Er hält sich mit Mindestlohnjobs über Wasser, um die Miete zu zahlen, seine Tochter auf eine anständige Schule schicken und deren Mutter, seine Dauerfreundin Van, ab und zu in ein Restaurant einladen zu können. Bald wird Earn in Atlanta zum Manager seines Cousins Alfred Miles, der sich als Rapper Paper Boi nennt und dem ein Überraschungshit gelungen ist, weshalb er auf dem besten Weg ist, eine Karriere zu starten. Alfred ist ein gemütlicher Typ, der dem Ruhm skeptisch begegnet und lieber bekifft auf der Couch liegt, als in Nachtclubs mit leicht bekleideten Mädchen zu feiern. Darius wird zur rechten Hand von Alfred und arbeitet gemeinsam mit ihm an der Musik.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptdarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler Rolle Hauptrolle
(Folgen)
Synchronsprecher
Donald Glover Earnest 'Earn' Marks 1.01– Leonhard Mahlich
Brian Tyree Henry Alfred 'Paper Boi' Miles 1.01– Jan-David Rönfeldt
Keith Stanfield Darius 1.01– Arne Stephan
Zazie Beetz Vanessa 1.01– Magdalena Turba
Harold House Moore Swiff 1.01– Tobias Schmidt

Nebenfiguren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspieler Rolle Nebenrolle
(Folgen)
Synchronsprecher
Cranston Johnson Deshawn 1.04, 1.08 Marios Gavrilis
Emmett Hunter Stranger 1.01, 1.07 Oliver Feld
Rick Holmes Craig Allen 1.08, 1.09
Ashley John Chick 1.08, 1.09
Terri Abney Krista 1.05, 1.10

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Deutscher Titel Original­titel Erstaus­strahlung Deutsch­sprachige Erstaus­strahlung (D/A) Regie Drehbuch Quoten
1 Der große Knall The Big Bang 6. Sep. 2016 21. Nov. 2016 Hiro Murai Donald Glover
Weil er keinen Job hat und nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll, wird Earn der Manager für seinen Cousin, den Rapper Paper Boi, und muss sich nun mit Menschen aus der Musikindustrie herumschlagen.
2 Die Straßen gehören uns Streets on Lock 6. Sep. 2016 22. Nov. 2016 Hiro Murai Stephen Glover
Earn wird nach einer Schießerei verhaftet.
3 Pleite durch’s Leben Go for Broke 13. Sep. 2016 29. Nov. 2016 Hiro Murai Stephen Glover
Earn hat ein Date mit Van, wobei er sich dies eigentlich nicht leisten kann. Paper Boi und Darius treffen sich mit einer Gruppe von Schlägern, um einen Deal zu machen.
4 Der Streisand-Effekt The Streisand Effect 20. Sep. 2016 29. Nov. 2016 Hiro Murai Donald Glover
Nachdem ein Blogger beginnt Paper Boi online zu schmähen, beschließt er sich auf die Suche nach diesem Blogger zu begeben. Darius und Earn versuchen Geld aufzutreiben.
5 Keiner schlägt den Biebs Nobody Beats the Biebs 27. Sep. 2016 6. Dez. 2016 Hiro Murai Donald Glover
Paper Boi nimmt an einem Basketballspiel mit Prominenten teil, um Geld für Jugendliche zu sammeln, gerät jedoch mit einem berühmten Hip-Hop-Künstler aneinander. Während seiner Schießübungen gerät Darius in Schwierigkeiten.
6 Dein Wert Value 4. Okt. 2016 6. Dez. 2016 Donald Glover Donald Glover
Als Van eine alte Freundin trifft, laufen die Dinge nicht gut für sie.
7 B.A.N. B.A.N. 11. Okt. 2016 13. Dez. 2016 Donald Glover Donald Glover
Paper Boi ist Gast einer Fernsehsendung.
8 Der Club The Club 18. Okt. 2016 13. Dez. 2016 Hiro Murai Jamal Olori
Earn, Paper Boi und Darius besuchen den Primal Night Club. Dabei sieht sich Paper Boi in Konkurrenz mit einem beliebten NBA-Spieler der Atlanta Hawks, der auch den Club besucht.
9 Juneteenth Juneteenth 25. Okt. 2016 20. Dez. 2016 Janicza Bravo Stefani Robinson
Earn and Van sind auf einer Juneteenth-Party eingeladen, die von einem reichen Paar veranstaltet wird und treffen hier auf ein paar seltsame Menschen.
10 Die Jacke The Jacket 1. Nov. 2016 20. Dez. 2016 Hiro Murai Stephen Glover
Earn erwacht nach einer durchzechten Nacht und macht sich auf die Suche nach seiner marineblauen Bomberjacke.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Staffel der Serie konnte bislang alle Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen.[4] Zudem ging Atlanta aus den 18th Annual Golden Tomato Awards in den Kategorien Best New TV Show 2016 und Best TV Comedy 2016 als Sieger hervor.[5] Vom American Film Institute wurde Atlanta im November 2016 in die Top-10-Liste der AFI TV Programs of the Year aufgenommen.[6]

Daniel Gerhardt von Die Zeit meint, Glover porträtiere in der Serie realistisch und liebevoll die Hip-Hop-Szene seiner Heimatstadt. Hierzu verwende er neben einem kenntnisreich kompilierten Soundtrack und Gastauftritten, in denen diverse Rapper ihre früheren Jobs persiflieren, auch die treffend überzeichneten Machenschaften lokaler Rapblogs, Radiosender und Labels. Die Serie, so Gerhardt, zeige Glovers Weg zu einer legitimen Rapbiografie, handele aber auch davon, wie ihre Protagonisten trotzdem um Normalität kämpften. Unmissverständlich sei jedoch Glovers Kernbotschaft von einer black experience, indem er die Vielfalt der schwarzen Lebensrealitäten aufzeige und hierdurch auch Frieden mit seiner eigenen Biografie schließe.[7]

Jürgen Schmieder von der Süddeutschen Zeitung glaubt, dass die Serie dem Leben von Afroamerikanern in den Vereinigten Staaten so nahe kommt, wie kaum eine andere. Weil Earl und Alfred viel zu sehr damit beschäftigt sind, heute zu überleben, können sich die beiden nicht um morgen oder das große Ganze kümmern. Zum Aufbau der Serie erklärt Schmieder, einzelne Folgen beschäftigten sich ausschließlich mit einzelnen Figuren und deren Innenleben, das wiederkehrende Wort „Nigger“ trommele sich als Rhythmus ins Gehirn des Zuschauers, die Sujets Armut und Gewalt seien die Melodie und die bittersüßen Dialoge der Protagonisten die Verse eines melancholischen Rapsongs, der scheinbar zufällig zur Fernsehserie geworden sei.[8]

Nina Rehfeld von Spiegel Online meint, Serien wie Atlanta veränderten das amerikanische Fernsehen, weil sie die Perspektive afroamerikanischer Helden und Hauptfiguren einnehmen und die afroamerikanische Lebenswirklichkeit ungeschminkt im Fernsehen abzubilden versuchen, ohne dabei von einer Getto-Ästhetik geprägt zu sein. Das Gegenteil sei der Fall, so Rehfeld: „Neben enormem erzählerischen Talent kommt ein großes Gespür für eine visuelle Atmosphäre zum Zug, die Authentizität und Heimatgefühl vermittelt.“[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

African American Film Critics Association Awards 2017

  • Auszeichnung als Beste Comedyserie[10]

Critics’ Choice Television Awards

Directors Guild of America Awards 2017

  • Nominierung als Beste Comedyserie (Donald Glover)[14]

Golden Globe Awards 2017

Gotham Awards 2017

  • Nominierung in der Kategorie Breakthrough Series – Long Form[16]

MTV Movie & TV Awards 2017

NAACP Image Awards 2017

  • Nominierung als Beste Serie – Comedy
  • Nominierung als Bester Serien-Hauptdarsteller – Comedy (David Glover)
  • Nominierung in der Kategorie Outstanding Writing in a Comedy Series (David Glover)
  • Auszeichnung in der Kategorie Outstanding Directing in a Comedy Series (David Glover, Folge Value)[18][19]

People’s Choice Awards 2017

  • Nominierung als Beliebteste Comedyserie im Kabelfernsehen für den People’s Choice Award[20]

Producers Guild of America Awards 2017

  • Auszeichnung mit The Danny Thomas Award for Outstanding Producer of Episodic Television, Comedy[21]

Primetime-Emmy-Verleihung 2017

  • Nominierung als Beste Comedyserie
  • Nominierung als Bester Hauptdarsteller – Comedyserie (Donald Glover)
  • Nominierung als Bester Regisseur – Comedyserie (Donald Glover)
  • Nominierung für das Beste Drehbuch – Comedyserie (Donald Glover)
  • Nominierung für das Beste Drehbuch – Comedyserie (Stephen Glover)
  • Nominierung für das Beste Casting – Comedyserie (Alexa L. Fogel, Tara Feldstein Bennett und Chase Paris)[22]

TCA Awards 2017

  • Nominierung in der Kategorie Individual Achievement in Comedy (Donald Glover)
  • Nominierung in der Kategorie Outstanding New Program
  • Nominierung in der Kategorie Outstanding Achievement in Comedy
  • Nominierung in der Kategorie Program of the Year

Writers Guild of America Awards 2017

  • Auszeichnung als Beste Comedy-Serie
  • Auszeichnung als Beste neue Serie
  • Nominierung in der Kategorie Episodic Comedy (Folge Streets on Lock, Stephen Glover)[23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Atlanta – Stylishe Teaser-Trailer zu Donald Glovers neuer Comedy-Serie auf FX In: moviepilot.de, 6. Juli 2016.
  2. Andy Swift: Atlanta Season 2 Delayed Until 2018. In: TVLine. Penske Media Corporation, 12. Januar 2017, abgerufen am 13. November 2017 (englisch).
  3. Atlanta: FOX Channel holt Dramedy im November nach Deutschland. In: Serienjunkies.de. 2. September 2016. Abgerufen am 5. November 2016.
  4. Atlanta. Season 1 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 13. November 2016.
  5. Best-reviewied TV Comedy 2016 In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 21. Januar 2017.
  6. Hilary Lewis: AFI Names Top Movies, TV Shows for 2016 In: The Hollywood Reporter, 8. Dezember 2016.
  7. Daniel Gerhardt: Viele Farben Schwarz In: Die Zeit Online, 8. Dezember 2016.
  8. Jürgen Schmieder: 'Versuch einfach, nicht zu sterben' In: Süddeutsche Zeitung, 22. November 2016.
  9. Nina Rehfeld: Helden in Hoodies In: Spiegel Online, 11. Oktober 2016.
  10. Dave McNary: 'Moonlight' Named Top Film by African American Film Critics In: Variety, 12. Dezember 2016.
  11. Laura Prudom: Critics’ Choice Awards Reveal Most Exciting New Series Honorees In: Variety, 7. September 2016.
  12. 22nd Annual Critics’ Choice Awards In: criticschoice.com. Abgerufen am 19. November 2016.
  13. Critics’ Choice Awards: See the Complete Winners List In: people.com, 12. Dezember 2016.
  14. Patrick Hipes: DGA TV Awards Nominations: 'Stranger Things', 'Westworld' & 'Atlanta' On List; Docus Include 'OJ: Made In America' In: deadline.com, 11. Januar 2017.
  15. Luca Celada: The 74th Golden Globe Nominations: La La Land, Moonlight And Emerging TV Talent In: goldenglobes.com, 12. Dezember 2016.
  16. Gordon Cox: ‘Get Out’ Leads 2017 Gotham Awards Nominations In: Variety, 19. Oktober 2017.
  17. Joey Nolfi: 'Get Out', 'Stranger Things' lead 2017 MTV Movie & TV Awards nominations In: Entertainment Weekly, 6. April 2017.
  18. Ruth Kinane: Beyoncé leads the pack of 2017 NAACP Image Awards nominees In: Entertainment Weekly, 13. Dezember 2016.
  19. McKenna Aiello: NAACP Image Awards 2017 Winners: The Complete List In: eonline.com, 12. Februar 2017.
  20. Hilary Lewis: People's Choice Awards: 'Captain America: Civil War', Kevin Hart Lead Nominations In: The Hollywood Reporter, 15. November 2016.
  21. Dave McNary: 'La La Land' Wins Producers Guild’s Top Movie Award In: Variety, 28. Januar 2017.
  22. Emmys 2017: Full List of Nominations In: Variety, 13. Juli 2017.
  23. Gregg Kilday und Michael O'Connell: 'La La Land,' 'Moonlight' Among WGA Theatrical Screenplay Nominations; 'Westworld,' 'Stranger Things' Lead TV Noms In: The Hollywood Reporter, 8. Dezember 2016.
  24. Erik Pedersen, Jeremy Gerard, Matt Grobar und Nellie Andreeva: WGA Awards: 'Moonlight' & 'Arrival' Win Top Film Prizes; FX’s 'Atlanta' & 'The Americans' Lead TV – Complete Winners List In: deadline.com, 19. Februar 2017.