Zweiter Koalitionskrieg

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Der Zweite Koalitionskrieg (1798/99–1801/02), wurde von einer Allianz um Russland, Österreich und Großbritannien gegen das im Ersten Koalitionskrieg erfolgreiche revolutionäre Frankreich geführt. Der erfolgreichste französische General, Napoleon Bonaparte, war nach der verlorenen Seeschlacht bei Abukir in Ägypten isoliert. Auch deswegen war das Bündnis zunächst sehr erfolgreich und konnte die französisch dominierten Tochterrepubliken in Italien zerschlagen und die alte Ordnung wiederherstellen. Allerdings waren die Verbündeten zerstritten, und Russland verließ die Allianz. Nachdem Napoleon aus Ägypten zurückgekehrt war und in Frankreich mit dem Konsulat die Herrschaft übernommen hatte, siegte er in Italien. Die verbliebenen Verbündeten schlossen Frieden mit Frankreich. Der Friede von Lunéville (1801) bestätigte dabei im Wesentlichen die Bestimmungen von Campo Formio. Indirekt war die Niederlage der Alliierten für die völlige Neugestaltung des Heiligen Römischen Reiches durch den Reichsdeputationshauptschluss mitverantwortlich. Mit dem Frieden von Amiens (1802) zwischen Großbritannien und Frankreich war der Krieg endgültig beendet.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Koalitionskrieg hatte insbesondere durch die Siege Napoleons eine erhebliche Ausweitung des französischen Einflusses mit sich gebracht. Zahlreiche Gebiete, etwa der niederländische Raum und das linksrheinische Rheinland, gehörten zum französischen Machtbereich. In den Niederlanden, Italien und der Schweiz waren Tochterrepubliken entstanden. Das Königreich Sardinien war besetzt. Frankreich hatte auch die Ionischen Inseln in Besitz genommen und verfügte damit über die Möglichkeit, auf dem Balkan einzugreifen. In Irland unterstützte Frankreich die antibritischen Aufständischen.

Die Schlacht bei Abukir (Gemälde von Thomas Luny [1834])

Der Krieg gegen Großbritannien war noch nicht beendet. Vor diesem Hintergrund kam es zum Ägyptenfeldzug Napoleons, um mit der Eroberung Ägyptens die britische Herrschaft in Indien zu bedrohen und die französische Hegemonie im Mittelmeer zu sichern. Auf dem Weg dahin eroberte Napoleon Malta, das im Besitz des Malteserordens war. Napoleon war zu Lande erfolgreich. Aber seit dem Sieg von Horatio Nelson bei Abukir (1. und 2. August 1798) waren er und seine Armee im Vorderen Orient isoliert.

Der russische Kaiser Paul I. war Großmeister des Malteserordens und nahm daher Anteil an dessen Schicksal. Insbesondere aber ging es ihm darum, ein weiteres Vordringen der Franzosen im Mittelmeer zu verhindern. Trotz weiter bestehender politischer Gegensätze schloss Russland im Dezember 1798 ein Bündnis mit dem Osmanischen Reich. Dieses hatte Frankreich wegen des Überfalls des zum Reich gehörenden Ägypten bereits den Krieg erklärt. Kurz darauf wurde ein älteres russisch-britisches Bündnis erneuert. Zunächst wurde am 18. Dezember ein provisorischer Vertrag geschlossen. Im Juni des nächsten Jahres folgte ein Vertrag über eine gemeinsame Expedition in die Niederlande. In Österreich, wo man die Schaffung von französischen Tochterrepubliken als Bedrohung ansah, begann man ebenfalls ein Bündnis mit Russland in Erwägung zu ziehen. Zunächst gestattete man lediglich den Durchmarsch einer russischen Armee von 60.000 Mann durch Habsburger-Gebiet nach Italien. Die Truppen kamen im Februar im österreichischen Machtbereich an. Frankreich sah dies als Bruch des Friedens an und erklärte am 12. März 1799 Österreich den Krieg.[1]

Auch Portugal und der Kirchenstaat gehörten zum Bündnis. Preußen schloss sich unter seinem neuen König Friedrich Wilhelm III. allerdings nicht an.

Für die kleineren Reichsstände vor allem im südlichen Deutschland schien ein neuer Krieg die Möglichkeit zu bieten, die auf dem Rastatter Kongress zu Tage getretenen Absichten zur Säkularisation und andere Beschlüsse rückgängig zu machen. Nachdem die Österreicher und Russen anfänglich erfolgreich gewesen waren, wurde der Reichskrieg gegen Frankreich erneuert, der formal nicht beendet war. Der Reichstag stimmte unter anderem der Finanzierung von 100 Römermonaten zu. Im Gegensatz dazu weigerten sich die preußisch dominierten norddeutschen Reichsstände, ihre Neutralität zu brechen und beteiligten sich weder finanziell noch mit Truppen am Krieg. Daher blieb der Erfolg hinter den Erwartungen zurück.[2] Von den Reichsständen beteiligten sich insbesondere Kurbayern, Württemberg und Kurmainz.

Die Feldzüge von 1799[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die innenpolitische und militärorganisatorische Lage in Frankreich war schwierig. Die Armee war zahlenmäßig schwächer als 1793/94. Außerdem gab es Aufstände in manchen Gebieten. Die einsatzfähigen Truppen von 250.000 Mann waren entlang der langen Grenzen von Holland bis Neapel verstreut.

Lage in Unteritalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Bündnis der Koalition schloss sich auch das Königreich Neapel an, das sich durch die französische Expansion in Italien bedroht sah. Voreilig erhob sich das Land auf Drängen der Königin Maria Karolina bereits 1789 gegen die Franzosen. Der österreichische General Mack marschierte mit 80.000 Mann auf Rom, der französische Befehlshaber Jacques MacDonald musste sich mit seinen 6.000 Mann aus der Stadt zurückziehen. Am 5. Dezember 1798 wurden die Neapolitaner aber bei Porto Fermo geschlagen, als sie die Franzosen bei Civita Castellana angriffen. Infolge brachen Meutereien bei Macks Truppen aus. Am 14. Dezember war MacDonald wieder Herr über Rom. Er bekam Anfang des Jahres 1799 das Kommando über die Truppen, die Neapel eroberten, erhielt aber den Befehl, das Land wieder zu räumen. Die französischen Truppen blieben in Süditalien erfolgreich, es kam im Januar 1799 zur Bildung der Parthenopäischen Republik. König Ferdinand III. musste auf die Insel Sizilien fliehen.

Krieg am Oberrhein, Erste Schlacht um Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Truppen unter General Masséna rückten Anfang März durch schweizerischem Boden zum Rhein vor. Mit 12.000 Mann planten die Franzosen ins Montafon vorzudringen und drängten die in Graubünden stehenden Österreicher zurück. Am 6. März versuchte Masséna zwischen Bregenz und Maienfeld an mehreren Stellen den Übergang über den Rhein zu erzwingen. Gleichzeitig ging auch die französische Donauarmee unter General Jourdan mit 45.000 Mann bei Kehl und Basel über den Rhein und drang nach Süddeutschland ein, 77.000 Österreicher unter Erzherzog Karl stellten sich dem Feind an der oberen Donau entgegen. Nach der verlorenen Schlacht bei Ostrach (21. März) zogen sich die französischen Truppen über Pfullendorf auf eine Linie Singen – EngenTuttlingen zurück – die österreichischen Truppen folgten. Am 25. März kam es zur Schlacht bei Stockach, erneut konnte die österreichische Hauptmacht die Franzosen zurückdrängen, welche auf Villingen zurückwich.

Die französische Helvetischen Armee unter General Masséna hatte im Raum Zürich etwa 25.000 Mann zur Verfügung, seine Vorhut bedrohte Vorarlberg. Am 7. März versuchten die Österreicher unter Feldmarschalleutnant Baron Hotze die Feldkirch bedrohende französische Division Oudinot zurückzuwerfen. Am 22. und 23. März stellte sich den Franzosen österreichischer Landsturm unter General Jelačić in der Schlacht bei Feldkirch erfolgreich entgegen. Erzherzog Karl vereinigte sich auf dem Gebiet der Helvetischen Republik mit den Korps der Generale Bellegarde und Hotze und zwang die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen bis 7. Juni 1799 in der Ersten Schlacht um Zürich zum Rückzug auf das westliche Ufer der Limmat.

Am 14. August 1799 traf ein russisches Hilfskorps unter General Korsakow zur Verstärkung der Österreicher in Schaffhausen ein. Erzherzog Karl versuchte darauf die Franzosen in der Zentralschweiz einkesseln. In der zweiten Septemberhälfte griff ein französisches Korps unter Soult zwischen Zürich- und Walensee gegen die Truppen Hotzes an. Die Franzosen unter Massena siegten am 26. September in der zweiten Schlacht von Zürich und vertrieben die Reste der Koalitionstruppen aus dem Gebiet der Eidgenossenschaft.

Krieg in Norditalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht bei Novi (Gemälde von Alexander Kotzebue)

In Norditalien schritten die Franzosen unter General Schérer zur Offensive und warfen die österreichische Vorhut im Gefecht bei Pastrengo (6. März) und vor Verona zurück. Er plante am 26. März mit drei Divisionen (Serrurier, Delmas und Grenier) das gegnerische Lager von Pastrengo anzugreifen, gleichzeitig sollten zwei andere Divisionen die österreichischen Kräfte bei Verona festhalten, während die Division Montrichard bei Legnago zur Offensive schritt (Schlacht bei Verona (1799)). Der österreichische Kommandeur Baron Kray passierte am 5. April bei Verona die Etsch mit der ganzen Armee und kam Scherer in der Schlacht bei Magnano mit einem Gegenangriff zuvor.

Am 8. April war in Villach das erste Korps der russischen Armee unter General der Infanterie Rosenberg eingetroffen, er setzte am 11. seinen Marsch fort und traf am 15. in Valeggio ein. Nachdem es zur Vereinigung mit der österreichischen Armee unter General Melas gekommen war, wurde der russische Feldmarschall Alexander Suworow mit dem allgemeinen Oberbefehl betraut. Zwischen 25. und 27. April wurde die französische Armee unter Moreau in der Schlacht bei Cassano an der Adda schwer geschlagen. Nach weiteren Gefechten bei Pozzo und Voprio, der Kapitulation der Division Serruriers am 28. April rückte die verbündete Armee am 29. April in Mailand ein. Die Franzosen mussten teils über den Tessino, teils bei Piacenza über den Po zurückgehen und hielten nur noch einige Festungen. Die italienischen Tochterrepubliken brachen zusammen.

Um die Vereinigung Moreaus mit der aus Süditalien zur Verstärkung herankommenden französische Armee unter MacDonald zu verhindern, wandte sich Suworow nach Tortona und konnte am 26. Mai Turin besetzen. MacDonalds Armee wurde in der Schlacht an der Trebbia (17. und 20. Juni 1799) ebenfalls geschlagen und musste sich bis zur Riviera zurückziehen. Die Österreicher unter Baron Kray belagerten mit unzureichenden Kräften die strategisch wichtige Stadt Mantua. Auf dem Marsch zum Entsatz dieser Festung wurden die Franzosen unter General Joubert in der Schlacht bei Novi (15. August 1799) von Suworow und Melas geschlagen. Suworow stellte das Königreich Sardinien im Widerspruch zu den österreichischen Kriegszielen wieder her, zog dann aber in die Schweiz ab um Rimski-Korsakow zu unterstützen.

General Championnet wurde Ende August zum neuen Befehlshaber der französischen Italienarmee ernannt. Am 1. September wurde das bisher selbstständige Kommando unter General Grenier zur Führung des linken Flügels des selbständigen Corpes des Alpes bestimmt. Das Ziel der Franzosen war es, die Verbindung von der Rivera zur Festung Cuneo für den Nachschub zu sichern. Championnet traf am 22. September in Genua ein, versuchte einen Gegenschlag, wurde aber durch die Österreicher in der Schlacht bei Genola (4. November) geschlagen. Am Abend des 26. November wurden die Belagerung von Coni eröffnet; welche nach kurzem Beschuss am 3. Dezember kapitulierte. Österreichische Truppen unter Klenau und Hohenzollern rückten über Chiavari an der Küste Liguriens vor und versuchten am 15. Dezember bei Albano einen vergeblichen Handstreich auf die französische Besatzung von Genua.

Suworows Alpenzug, Zweite Schlacht um Zürich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweite Schlacht bei Zürich (Gemälde von François Bouchot [1837])
Suworow überquert 1799 den Panixerpass

In der Folge sollte Suworow die Zweite Russische Armee unter Alexander Rimski-Korsakow bei der Eroberung der restlichen Schweiz unterstützen und sich mit diesem vereinigen. Suworow hatte am 25. September seine Truppen noch auf dem Gotthard und bei Andermatt stehen und musste sich den Weg weiter gegen Lecourbe und dessen Generale Gudin und Loison erkämpfen. Doch am 25. und 26. September wurden Rimski-Korsakow und Hotze von Massena in der Zweiten Schlacht um Zürich vernichtend geschlagen. Die Reste ihrer Armeen flüchteten über den Rhein.

Am Vierwaldstätter See bei Flüelen gab es für Suworow kein Durchkommen. So überstieg er den Kinzigpass ins Muotathal, wo ihm der herbeigeeilte Massena den Weg verlegte. Erst hier erhielt Suworow die Nachricht von der Niederlage Rimski-Korsakows.

Die russische Vorhut unter Bagration kämpfte sich über den Pragelpass in Richtung Glarus und Niederurnen durch. Zu jenem Zeitpunkt konnte bei Weesen jedoch kein Zusammenschluss mehr mit den Österreichern hergestellt werden. Die russischen Truppen in Graubünden waren nicht nur abgekämpft, sondern da die Franzosen den Gotthard wieder besetzt hatten, musste Suworow auch mit einer möglichen Umzingelung rechnen. So entschied er sich am 5. Oktober für den Übergang über Elm und den Panixerpass, von wo er sich mit den Resten seiner Armee nach Österreich zurückzog. Der russische Alpenzug endete ohne militärischen oder politischen Nutzen, obwohl die Leistungen, die in seinem Verlauf von Suworows Armee erbracht wurden, Militärgeschichte geschrieben haben.

Britisch-russische Invasion in Holland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Oberbefehl des Herzogs von York landeten am 27. August 1799 etwa 20.000 Briten unter Generalleutnant Sir Ralph Abercromby bei Callantsoog. Die Invasionstruppen wurden auf der Transportflotte unter Admiral Popham angelandet und durch Linienschiffe unter Admiral Duncan gedeckt. Ziel war es die bereits wenig kriegstüchtige Bataver Flotte zu neutralisieren und die Anhänger der bei den Landungstruppen anwesenden früheren Statthalters Wilhelm V. von Oranien zum Aufstand zu bringen.

Die Batavische Verteidigung unter Herman Willem Daendels konnte sich gegen die britische Schiffsartillerie auf den Befestigungen von Den Helder nicht lange halten und mussten sich zurückziehen. Den Versprechungen des Herzog von York gelang es am 30. August 1799 mit der Kapitulation im Vlieter, den Großteil der niederländischen Flotte zu übernehmen, nachdem Konteradmiral Story das batavische Texel-Geschwader mit 3700 Mann und 632 Kanonen in der Zuidersee kampflos an Admiral Andrew Mitchell übergeben hatte.

Schnell hatte der französische Oberbefehlshaber General Brune die Division unter Vandamme aus Friesland herangeführt und befahl der Division Dumonceau am 9. September bei Alkmaar den Gegenangriff einzuleiten. Die französisch-batavische Armee war jetzt mit etwa 23.000 Mann an Truppenzahl überlegen, das änderte sich zwar, nachdem des russischen Hilfskorps unter Generalleutnant Hermann von Fersen die Briten auf etwa 40.000 Mann verstärkt hatte, aber ein nahe Alkmaar angesetzter Ausbruchsversuch bei Krabbendam scheiterte am 10. September. Den Batavisch-französischen Truppen gelang es am 19. September in der Schlacht bei Bergen op Zoom bereits verlorene Stellungen zurückzunehmen. Ihre Flanke wurde gesichert durch Überschwemmungen. Der Raum zwischen Alkmaar und Zuiderzee konnte so mit einer kleinen Zahl von Truppen verteidigt werden. Der Rest der Armee, der mit frischen Truppen verstärkt wurde, wurde zwischen Langedijk und dem Meer konzentriert. Schoorldam, Oudkarspel und Koedijk wurden außerdem befestigt.

Als am 6. Oktober 1799 auch die Schlacht bei Castricum keinen Durchbruch erzwang, entschloss sich der Herzog von York zum Rückzug. Er sah keine Möglichkeit für ein stabiles Winterquartier im gehaltenen Landegebiet und unterzeichnete am 18. Oktober mit General Brune die Konvention von Alkmaar, einen Waffenstillstand auf freien Abzug. Nach Austausch der Kriegsgefangenen wurden die verbündeten Truppen bis zum 19. November wieder eingeschifft.

Politische Veränderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptproblem der Koalition waren ihre unterschiedlichen Interessen und Ziele: Großbritannien wollte ein Vordringen Russlands ins Mittelmeer verhindern, und Österreich sah durch die Erfolge von Suworow seine Machtposition in Oberitalien bedroht. Umgekehrt hatte die russische Führung das Gefühl, dass die Österreicher die russischen militärischen Erfolge nur für ihre eigenen Interessen nutzten. Die Niederlage der russischen Truppen führte Paul I. auf mangelnde österreichische Unterstützung zurück. Das russische Bündnis mit Großbritannien zerbrach an Meinungsverschiedenheiten über Malta. Daher trat Russland im Oktober 1799 aus der Allianz aus.[3]

Ein Jahr später bildete Russland dann mit den nordischen Staaten und Preußen ein gegen Großbritannien gerichtetes Bündnis der „bewaffneten Seeneutralität“. Preußen annektierte in diesem Zusammenhang das mit England in Personalunion verbundene Kurfürstentum Hannover. Die britische Flotte unter Nelson zerstörte die dänische Flotte in der Seeschlacht von Kopenhagen am 2. April 1801.

General Bonaparte vor dem Rat der Fünfhundert in Saint-Cloud am 10. November 1799 (Gemälde von François Bouchot aus dem Jahr 1840)

Mit dem Ausscheiden Russlands lastete der Krieg zu Lande auf Österreich sowie auf Bayern und Württemberg.

Inzwischen war Napoleon Bonaparte aus Ägypten nach Frankreich zurückgekehrt. Ihm gelang es durch den Staatsstreich des 18. Brumaire VIII (9. November 1799), die Macht in Frankreich an sich zu reißen und das Konsulat als neue Regierungsform zu etablieren. Er machte vergeblich Friedensangebote auf der Basis des Friedens von Campo Formio. Darauf wollte Österreich nicht eingehen, weil dies mit der Rückgabe der wiedergewonnenen Gebiete aus der ersten Phase des Kriegs verbunden gewesen wäre. Der damals führende österreichische Politiker Johann Amadeus Franz von Thugut verkannte im Übrigen die Situation in Frankreich und erwartete dort eine innenpolitische Krise. Trotz Warnungen hielt er angesichts der günstigen militärischen Lage am Kriegskurs fest.[4]

Die Feldzüge von 1800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlacht bei Marengo (Gemälde von Louis-François Lejeune [1802])

Feldzug nach Marengo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1800 überquerte Napoléon mit seiner Armee die Alpen beim Grossen St. Bernhard Pass und erreichte Ende Mai die Poebene. Während der österreichische Oberkommandierende General Michael von Melas mit der Hauptmacht am oberen Po stand und Turin besetzte, hielt das Korps des Feldmarschallleutnant Ott die Belagerung von Genua aufrecht, wo eine französische Garnison unter General Masséna verteidigte. Napoleon wandte sich in der Zwischenzeit nach Osten, überquerten den Tessin und besetzte am 2. Juni Mailand. Einen Gegenangriff der Österreicher auf Casteggio wurde durch General Lannes in der Schlacht bei Montebello (9. Juni) abgeschlagen, bei Stradella bezog die französische Hauptmacht vorerst eine feste Stellung. Napoleon Bonaparte ließ am 13. Juni in die Ebene des Tanaro bei Alessandria vorrücken, zwei Divisionen unter General Victor besetzten das Dorf Marengo. Die Franzosen schlugen die Österreicher unter Melas am 14. Juni 1800 in der Schlacht bei Marengo und zwangen den Gegner zum Abschluss der Konvention von Alessandria, die zur Räumung der Cisalpinischen Republik durch die Alliierten führte.

Schlacht bei Hohenlinden (Gemälde von Henri-Frédéric Schopin (1835))

Feldzug nach Hohenlinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Mitte Februar 1800 versuchten die Franzosen neuerlich über den Rhein zu kommen und bedrohten Vorarlberg. Am 14. Juli besetzten die Franzosen neuerlich Chur und das gesamte Graubünden. Anfang Juni begannen die Franzosen auf einer Breite von Straßburg bis zum Bodensee mit etwa 120.000 Mann nach Süddeutschland vorzugehen. Schon am 18. Juni nahmen französische Truppen München ein, die österreichisch-bayerischen Truppen unter Baron Kray zogen sich hinter den Inn zurück, nur Wasserburg, Mühldorf, Kraiburg und einige andere Orte an Inn und Salzach wurden als Brückenköpfe gehalten und befestigt. Zwischen Erding und Ebersberg hatten etwa 105.000 französische Soldaten Stellung bezogen.

Der französische Oberkommandierende Jean-Victor Moreau schloss mit Kray am 15. Juli den Waffenstillstand von Parsdorf ab. Da es aber trotz Verlängerung des Waffenstillstandes zu keinem Ergebnis der Friedensverhandlungen kam, nahm Moreau den Kampf wieder auf. Eine neu formierte österreichische Armee unter Erzherzog Johann wurde am 3. Dezember 1800 in der Schlacht bei Hohenlinden und am 14. Dezember 1800 in der Schlacht am Walserfeld (auch Schlacht bei Salzburg genannt) geschlagen. Daraufhin wurde der Waffenstillstand von Steyr (25. Dezember 1800) geschlossen. Österreich war vollständig besiegt, England isoliert und Russland hatte sich bereits wieder an Frankreich angenähert.

Kriegsende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich und Heiliges Römisches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Februar 1801 wurde mit den Friede von Lunéville der Krieg zwischen Frankreich, Österreich und dem Heiligen Römischen Reich beendet. Der Friede bedeutete im Kern eine Rückkehr zum Frieden von Campo Formio, das heißt die Wiederherstellung der französischen Vorherrschaft in Italien. Österreich war gezwungen, die Tochterrepubliken und die früheren französischen Erwerbungen (etwa die linksrheinischen Gebiete des Reiches und die österreichischen Niederlande) offiziell anzuerkennen. Außerdem kamen die habsburgischen Sekundogenituren im Großherzogtum Toskana und im Herzogtum Modena unter französische Kontrolle. Ersatz für die bisherigen Herrscher sollte dafür aus Säkularisationen geschaffen werden.

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offiziell hatte Russland schon im Herbst 1801 Frieden mit Frankreich geschlossen. Dabei kam es zu Verabredungen über eine territoriale Neuordnung in Deutschland. Der preußisch-österreichische Dualismus erleichterte es den beiden Mächten, grundlegende Veränderungen der Struktur des Reiches durchzusetzen. Beide wollten die mittleren Staaten zu Lasten der beiden deutschen Großmächte stärken. Auf dem Reichsdeputationshauptschluss wurde über die Veränderungen verhandelt. Dabei wurden die wesentlichen Ergebnisse bereits durch Verträge Frankreichs mit den verschiedenen deutschen Staaten vorweggenommen. Russland und Frankreich verständigten sich auf einen Entschädigungsplan. Die Deputation des Reichstages konnte daran nichts Wesentliches mehr ändern. Somit waren die Säkularisationen der Germania Sacra und die Mediatisierung der kleinen Reichsstände zu Gunsten der Mittelstaaten eine Folge des Zweiten Koalitionskrieges.

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1800 war das belagerte Malta an die Briten gefallen. Neapel musste nach der Niederlage bei Siena am 14. Januar 1801 Frieden schließen. Portugal wurde im Mai 1801 von Spanien angegriffen und musste sich ergeben.

In England wurde die Regierung vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Probleme zum Frieden gedrängt. Im Februar 1801 stürzte die Regierung Pitt. Der folgende Premierminister aus dem Lager der Whigs, Henry Addington, begann mit Friedensverhandlungen. Die Briten zwangen die Reste der französischen Armee in Ägypten zur Aufgabe. General Menou hatte nach der Ermordung von Kléber den Oberbefehl über die französischen Truppen, wurde aber am 21. Mai bei Alexandria vom englischen General Ralph Abercromby gänzlich geschlagen und musste am 30. August die Kapitulation unterzeichnen.

Endgültig endete der Zweite Koalitionskrieg durch den Frieden von Amiens zwischen Frankreich und England am 27. März 1802. Beide Parteien leisteten Verzicht. England versprach, Ägypten und Malta aufzugeben, und erkannte die „natürlichen Grenzen“ Frankreichs an. Frankreich verzichtete auf zukünftige koloniale Erwerbungen. Der Friede hielt nicht lange. Bereits 1803 kam es wieder zu einem Krieg zwischen Großbritannien und Frankreich, und 1805 folgte der Dritte Koalitionskrieg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Dürst (Hrsg.): Atlas Suworow : Atlas des Feldzuges der kaiserlich-russischen Truppen in der Schweiz bis 1799. Werd, Zürich 2000, ISBN 978-3-85932-313-1 (=Faksimile).
  • Katja Frehland-Wildeboer: Treue Freunde? Das Bündnis in Europa, 1714–1914 (= Studien zur internationalen Geschichte, Band 25). Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59652-6 S. 30f. (Überarbeitete Dissertation Universität Heidelberg 2007, 478 Seiten).
  • Jürg Stüssi-Lauterburg et al: Weltgeschichte im Hochgebirge. Merker Effingerhof, Lenzburg 2010
  • Charles J. Esdaile: The French Wars, 1792–1815. New York 2001, S. 17–24
  • Francis Smith: Die Kriege vom Altertum bis zur Gegenwart. Berlin u. a. 1911, S. 517–523
  • Karl Otmar Aretin: Das Alte Reich. Bd. 3. Das Reich und der österreichisch-preußische Dualismus. Stuttgart 1997
  • Manfred Botzenhart: Reform, Restauration und Krise. Deutschland 1789–1847. S. 24–27
  • Elisabeth Fehrenbach: Vom Ancien Regime zum Wiener Kongress. München 2001
  • Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Stuttgart 1983, S. 666–667

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zweiter Koalitionskrieg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Frehland-Wildeboer: Treue Freunde? Das Bündnis in Europa 1714–1914. München 2010, S. 171
  2. Karl Otmar Aretin: Das Alte Reich. Bd. 3. Das Reich und der österreichisch-preußische Dualismus. Stuttgart 1997, S. 469
  3. Katja Frehland-Wildeboer: Treue Freunde? Das Bündnis in Europa 1714–1914. München, 2010, S. 171
  4. Karl Otmar Aretin: Das Alte Reich. Bd. 3. Das Reich und der österreichisch-preußische Dualismus. Stuttgart 1997, S. 472