Châtel-de-Neuvre

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Châtel-de-Neuvre
Châtel-de-Neuvre (Frankreich)
Châtel-de-Neuvre
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Allier
Arrondissement Moulins
Kanton Souvigny
Gemeindeverband Bocage Bourbonnais
Koordinaten 46° 24′ N, 3° 19′ OKoordinaten: 46° 24′ N, 3° 19′ O
Höhe 214–301 m
Fläche 19,34 km2
Einwohner 547 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 28 Einw./km2
Postleitzahl 03500
INSEE-Code

Kirche Saint-Laurent

Châtel-de-Neuvre ist ein zentralfranzösischer Ort und eine Gemeinde mit 547 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Allier im Norden der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Châtel-de-Neuvre liegt auf einem Hügel über dem Westufer des Allier in der fruchtbaren und waldreichen Kulturlandschaft des Bourbonnais in einer Höhe von etwa 250 Metern ü. d. M. Die Stadt Moulins befindet sich ca. 20 Kilometer (Fahrtstrecke) nördlich; Clermont-Ferrand liegt etwa 84 Kilometer südlich. Zur Gemeinde gehören auch mehrere Einzelgehöfte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 630 600 529 582 512 515 517 553

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 600 auf über 1000 Personen an; aufgrund der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl der Gemeinde danach kontinuierlich bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrhundertelang lebten die Einwohner von Châtel-de-Neuvre als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte; hinzu kamen regionaler Kleinhandel und Handwerk. Während der Reblauskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau zeitweilig völlig zum Erliegen, doch werden mittlerweile wieder Rot-, Rosé- und Weißweine produziert, die über die Appellationen ‚Saint-Pourçain‘ und ‚Val de Loire‘ vermarktet werden. Einige der leerstehenden Häuser des Ortes wurden zu Ferienwohnungen (gîtes) umgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Existenz des Ortes ist seit dem 10. Jahrhundert belegt; er war eine spätkarolingische Verwaltungs- und Gerichtsstätte (viguerie). Angesichts der Dimensionen der im 11. und. 12. Jahrhundert erbauten romanischen Kirche – eine der ältesten im gesamten Département – ist eine Prioratskirche anzunehmen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tour d’Aigrepont
Kirchenschiff und Apsis
  • Die Pfarrkirche Saint-Laurent ist – mit Ausnahme der exakt behauenen Ecksteine und der Strebepfeiler – aus nahezu unbearbeiteten Bruchsteinen errichtet und entstand bereits im 11. Jahrhundert an der Stelle eines zerstörten gallorömischen Tempels, von dem einige wenige Spolien in den Außenwänden der Kirche vermauert sind; die Ostteile der Kirche und die Westfassade gelten jeweils als Werk des 12. Jahrhunderts und die kleine Kapelle am Ende des nördlichen Querhausarms mit ihrem spätgotischen Maßwerkfenster wurde im 15. Jahrhundert angebaut. Augenfällig sind die Trittsteintreppe in der Außenwand des gedrungen wirkenden und mit einem schlichten Satteldach bedeckten Vierungsturms, der aber immerhin über Schallöffnungen mit Doppelsäulen verfügt, und der imposante Blendbogen der Westfassade. Das äußerst schmucklose Mittelschiff der Kirche ist nur etwa drei Meter breit, aber über zehn Meter hoch und von einem langgezogenen Tonnengewölbe mit Gurtbogenunterzügen überspannt; die nur etwa 1,50 Meter breiten Seitenschiffe haben eine Vierteltonnenwölbung. Die Ostteile der Kirche werden von einem später durchbrochenen Oculusfenster in der Apsiskalotte erhellt. Der Kirchenbau ist bereits seit dem Jahr 1927 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Vom ehemaligen Château de Moulin-Neuf ist nur noch ein 14 Meter hoher Wohnturm (Tour d'Aigrepont) erhalten (46° 42′ 9″ N, 2° 55′ 18″ O), dessen Wandstärke zwischen 1,50 und 2,10 Meter beträgt; das hochaufragende Walmdach ist eine spätere Zutat. Der dreigeschossige Bau hat nur wenige kleine Rechteckfenster; er befindet sich in Privatbesitz und ist seit dem Jahr 1927 als Monument historique eingestuft.[2]
  • Das Château de Logères ist ein spätmittelalterlicher Bau, der aber häufig – zuletzt im 19. Jahrhundert – überarbeitet wurde und sich in Privatbesitz befindet.
  • Ähnliches gilt auch für das Château de Moncoquet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Augustin Leclerc: Châtel-de-Neuvre et sa région. Notes d’histoire locale. Réveret-Ardillon, Moulins 1982.
  • Le Patrimoine des Communes de l’Allier. Flohic Editions, Band 2, Paris 1999, ISBN 2-84234-053-1, S. 685–686.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Châtel-de-Neuvre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Laurent, Châtel-de-Neuvre in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Tour d’Aigrepont, Châtel-de-Neuvre in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)