Děčín

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Děčín
Wappen von Děčín
Děčín (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Děčín
Fläche: 11770,0641[1] ha
Geographische Lage: 50° 46′ N, 14° 12′ OKoordinaten: 50° 46′ 25″ N, 14° 11′ 46″ O
Höhe: 135 m n.m.
Einwohner: 49.521 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 405 02
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 35
Verwaltung
Oberbürgermeister: Marie Blažková (Stand: 2014)
Adresse: Mírové nám. 1175/5
405 38 Děčín 4
Gemeindenummer: 562335
Website: www.mmdecin.cz
Lage von Děčín im Bezirk Děčín
Karte

Děčín (deutsch Tetschen, 1942–1945 Tetschen-Bodenbach, 1945: Děčín-Podmokly) ist eine Stadt im Ústecký kraj an der Elbe im Norden der Tschechischen Republik, nahe der Grenze zum deutschen Bundesland Sachsen. Děčín besitzt den wichtigsten Eisenbahn-Grenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien, der Teil der transeuropäischen Verkehrsachse Nord-/Ostsee – Dresden – Prag ist. Dieser Grenzübergang war früher unter dem Namen Bodenbach bekannt. Bodenbach (Podmokly) ist heute der größte linkselbische Stadtteil von Děčín.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Übergangsbereich zwischen Böhmischer Schweiz und Böhmischem Mittelgebirge in einem Talkessel, in den von Osten die Ploučnice (Polzen) und von Westen der Jílovský potok (Eulaubach bzw. Eulauer Bach) in die Elbe münden. Mit einer Höhenlage von 135 m n.m. ist Děčín die am tiefsten gelegene Stadt Tschechiens. Einige der durch Eingemeindungen zur Stadt gekommenen Ortsteile wie z. B. Maxičky (Maxdorf) liegen aber bereits auf den Höhen von Böhmischer Schweiz bzw. Böhmischem Mittelgebirge und damit bedeutend höher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter und frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss und Kettenbrücke (1855)

Archäologische Funde belegen, dass die Besiedlung des Tetschener Talkessels bis in die jüngere Bronzezeit zurückreicht. Im 10. Jahrhundert legten die Přemysliden am Standort des heutigen Schlosses eine hölzerne Befestigungsanlage an. Diese schützte und kontrollierte eine wichtige Elbfurt, über die ein am Südfuß des Erzgebirges nach der Lausitz führender Handelsweg verlief. Unterhalb der Burg entstand ein Handelsort, der 993 erstmals erwähnt wurde. Der Elbhandel selbst wurde 1057, die Burg erstmals 1128 erwähnt.

Im 13. Jahrhundert erfolgte der Umbau der hölzernen Befestigungsanlage zu einer steinernen Burg, die zugleich das Verwaltungszentrum der Domäne Děčín wurde. König Ottokar II. legte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die südlich der Burg auf der Frauenwiese gelegene Stadt Děčín (Tetschen) an, wahrscheinlich weil die ältere und tiefer gelegene Siedlung von einem Hochwasser vernichtet wurde. Im 14. Jahrhundert errichteten die Herren von Wartenberg im Norden der Burg eine neue Stadt, die einen Großteil der Einwohner der alten Stadt aufnahm. Von 1347 bis 1350 grassierte hier die Pest, der zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Für das Jahr 1384 belegen Urkunden die Stadtgerechtsame und das Vorhandensein des Zunftwesens (Schusterbrief). Der genaue Zeitpunkt der Stadtrechtsverleihung ist hingegen unbekannt. Wahrscheinlich ist dafür die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts anzusetzen.

1534 ging die Grundherrschaft Tetschen mitsamt Stadt und gleichnamigen Schloss in den Besitz derer von Bünau über. Damit begann eine Blütezeit der Stadtentwicklung, da die Bünaus die wirtschaftliche Entwicklung ihres neuen Besitzes forcierten. Sie intensivierten u.a. den Handel mit Holz, für die die Waldungen in der Umgebung Tetschens gute Voraussetzungen boten. Gleichzeitig führten sie die Schafzucht ein und errichteten in Tetschen zwei große Schafställe. In der Umgebung der Stadt ließen sie Obstgärten und Weinberge anlegen. Der gestiegene Elbhandel ließ die Stadt bis zum Dreißigjährigen Krieg aufblühen.

Während des Dreißigjährigen Krieges befanden sich Burg und Stadt abwechselnd in den Händen von sächsischen, schwedischen und kaiserlichen Truppen. Die Stadt selbst brannte während dieser Zeit mehrmals ab.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tetschen um 1900

Auf der linken Elbseite befanden sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur einige kleine unbedeutende Siedlungen, die sich 1850 zum Ort Bodenbach zusammenschlossen. Ein Jahr später wurde am 6. April 1851 der letzte, von Krippen nach Bodenbach führende Abschnitt der Dresden-Bodenbacher Eisenbahn in Betrieb genommen. Der Eisenbahnbau forcierte die Entwicklung des bis dato wirtschaftlich unbedeutenden linken Elbufers. Innerhalb weniger Jahrzehnte siedelten sich zahlreiche Industriebetriebe an. Bodenbach entwickelte sich zu einem Industrieort mit umfangreicher Jugendstilarchitektur. Bereits 1880 übertraf der Ort das rechtselbische Tetschen sowohl an wirtschaftlicher Bedeutung als auch an Einwohnerzahl. Er bekam deshalb 1901 das Stadtrecht verliehen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt der wirtschaftliche Aufschwung beider Städte weiter an, er schlug sich in umfangreicher Bautätigkeit nieder. Tetschen hatte zwei Kirchen, ein Realgymnasium, eine Handwerkerschule, eine Schifferschule und war ein bedeutender Industriestandort.[3] 1901 wurde das Stadttheater als Varieté erbaut. 1906/07 entstand in Bodenbach eine Synagoge.

Ab 1918 gehörten Tetschen und Bodenbach zur neu gegründeten Tschechoslowakei und besaßen hier als Elbhäfen eine wichtige Funktion für den Außenhandel. Durch das Münchner Abkommen wurden beide Städte 1938 zusammen mit dem Sudetenland ohne Beteiligung der tschechoslowakischen Regierung dem Deutschen Reich zugesprochen. Am 1. Oktober 1942 wurden die Städte Bodenbach und Tetschen mit der Gemeinde Altstadt zur neuen Stadt Tetschen-Bodenbach vereinigt. Im Jahr 1945 gehörten beide Städte zum Landkreis Tetschen-Bodenbach im Regierungsbezirk Aussig im Reichsgau Sudetenland. Die Synagoge der Stadt überstand als eine von wenigen in Nordböhmen den Zweiten Weltkrieg.[4]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm am 8. Mai 1945 ein antifaschistischer Ausschuss von in der Stadt wohnhaften Deutschen und Tschechen das Rathaus, und Albert Allert, deutschböhmischer Antifaschist, wurde Bürgermeister. Nach wenigen Tagen wurde Allert allerdings wegen seiner deutschen Nationalität abgesetzt und durch František Eret ersetzt.[5]

Die deutschsprachige Bevölkerung wurde aus dem Sudetenland und Tetschen vertrieben. Ihr Vermögen wurde durch das Beneš-Dekret 108 konfisziert, das Vermögen der evangelischen Kirche durch das Beneš-Dekret 131 liquidiert und die katholischen Kirchen in der Tschechoslowakei enteignet.

1947 wurde der einheitliche Stadtname Děčín eingeführt. In der Nachkriegszeit hielt die bauliche Entwicklung der Stadt an. Vorhandene Anlagen wurden erweitert, und weitere Industriebetriebe siedelten sich an. Viele Neubürger aus Mittelböhmen und -mähren, der Slowakei, sogenannte Repatrianten, und Roma wurden angesiedelt. Im Zuge der Stadtentwicklung wurden zahlreiche alte Gebäude abgerissen, darunter auch weite Teile des alten Tetschener Stadtkerns. Ab den 1960er Jahren wurde für die wachsende Bevölkerung zusätzlicher Wohnraum in Neu- und Plattenbauvierteln vorwiegend an den Stadträndern geschaffen.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von Děčín, rechts über dem Hafen der Hohe Schneeberg

2002 nahm in der Stadt die damals größte Geothermieanlage Europas ihren Betrieb auf. Die Anlage erzeugt jährlich 78 GWh und versorgt einen Großteil der Stadt mit Erdwärme. Das geothermale Wasser wird aus einer Quelle in 400 m Tiefe gewonnen. Die Investitionen beliefen sich auf knapp 17 Millionen Euro.

Heute ist Děčín mit über 50.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in der Region Ústí und zugleich ein bedeutendes Wirtschafts- und Verwaltungszentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknoten in Nordböhmen.

Seit den 1990er Jahren werden Planungen für eine Elbe-Staustufe Děčín flussabwärts der Stadt vorangetrieben. Gegen das Vorhaben gibt es umweltpolitischen Widerstand, unter anderem aus dem benachbarten Sachsen.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1749 hatte Tetschen 210 Häuser und im Jahr 1787 293 Häuser.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1833 0 1.532 in 312 Häusern, Bodenbach hat 190 Einwohner in 34 Häusern
1848 0 1.670
1869 03.822
1880 0 5.612
1900 09.698 deutsche Einwohner,[3] Bodenbach hat 11.000 Einwohner
1914 11.500
1930 12.855 davon 9944 Deutsche (77 %), 2.135 Tschechen (17 %) und 734 Ausländer (6 %) [6][7]
1939 11.962 davon 1.362 Evangelische, 9.702 Katholiken, 135 sonstige Christen und sieben Juden[7]
1942 36.000 Tetschen-Bodenbach insgesamt
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1947 10.639 am 22. Mai
1961 ca. 40.000 davon etwa 20.000 in Bodenbach
1978 49.600
1991 55.112
2001 52.506
2005 51.820

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile und Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Schäferwand (Pastýřská stěna) über Děčín auf das rechte Ufer der Elbe

Děčín besteht aus 35 Ortsteilen:[8]

  • Děčín I – Děčín (Tetschen)
  • Děčín II – Nové Město (Neustadt)
  • Děčín III – Staré Město (Altstadt, ehem. Dorf, nicht die Altstadt)
  • Děčín IV – Podmokly (Bodenbach)
  • Děčín V – Rozbělesy (Rosawitz, 1850 nach Bodenbach eingemeindet)
  • Děčín VI – Letná (Herbstwiese, 1850 nach Bodenbach eingemeindet)
  • Děčín VII – Chrochvice (Krochwitz, 1849 nach Wilsdorf und 1923 nach Bodenbach eingemeindet)
  • Děčín VIII – Dolní Oldřichov (Niederulgersdorf)
  • Děčín IX – Bynov (Bünauburg, 1948 eingemeindet)
  • Děčín X – Bělá (Biela, 1948 eingemeindet)
  • Děčín XI – Horní Žleb (Obergrund)
  • Děčín XII – Vilsnice (Wilsdorf)
  • Děčín XIII – Loubí (Laube) mit Podskalí (Rasseln)
  • Děčín XIV – Dolní Žleb (Niedergrund)
  • Děčín XV – Prostřední Žleb (Mittelgrund)
  • Děčín XVI – Připeř (Peiperz)
  • Děčín XVII – Jalůvčí (Kalmswiese)
  • Děčín XVIII – Maxičky (Maxdorf)
  • Děčín XIX – Čechy (Tscheche)
  • Děčín XX – Nová Ves (Neudorf)
  • Děčín XXI – Horní Oldřichov (Oberulgersdorf, 1923 nach Bodenbach eingemeindet)
  • Děčín XXII – Václavov (Wenzelsdorf)
  • Děčín XXIII – Popovice (Pfaffendorf, 1850 nach Bodenbach eingemeindet)
  • Děčín XXIV – Krásný Studenec (Schönborn)
  • Děčín XXV – Chmelnice (Hopfengarten)
  • Děčín XXVI – Bechlejovice (Bachelsdorf)
  • Děčín XXVII – Březiny (Birkigt) mit Libverda (Liebwerd)
  • Děčín XXVIII – Folknáře (Falkendorf)
  • Děčín XXIX – Hoštice nad Labem (Hostitz)
  • Děčín XXX – Velká Veleň (Großwehlen, auch Großwöhlen)
  • Děčín XXXI – Křešice (Krischwitz)
  • Děčín XXXII – Boletice nad Labem (Politz a. d. Elbe)
  • Děčín XXXIII – Nebočady (Neschwitz)
  • Děčín XXXIV – Chlum (Kolmen)
  • Děčín XXXV – Lesná (Hortau)

Die 70 Grundsiedlungseinheiten sind Bechlejovice, Bělá, Boletice nad Labem, Březiny, Bynov, Čechy, Červený vrch (Rotberg), Děčínská výšina (Kaiseraussicht), Děčín-střed, Dolní Oldřichov, Dolní Žleb, Folknáře, Havraní vrch (Rabenstein), Hlavní nádraží, Horní Oldřichov, Horní Žleb, Hoštice nad Labem, Chlum, Chlumská stráň, Chmelnice, Chmelník (Hopfenberg), Chrochvice, Jakuby (Jakuben), Jalůvčí, Kamenická (Steinbach), Krásný Studenec, Kristin Hrádek (Christianaburg), Křešice, Labská niva, Lesná, Lesní Mlýn (Buschmühle), Letná, Letná-Lovosická, Loubí, Marjanín (Mariannaberg), Maxičky, Nad Boleticemi, Nad Dolním Žlebem, Nad Křešicemi, Nad Slovankou, Nebočady, Nemocnice, Nová Ves, Pastýřská stěna (Schäferwand), Pod Chlumem, Podmokly, Popovice, Prostřední Žleb, Průmyslový obvod Boletice, Průmyslový obvod Křešice, Přípeř, Přípeřské polesí (Peiperzer Waldhäuser), Přístav, Rozbělesy, Staré Město, Telefonka, U cihelny, U koupaliště, U nemocnice, U Ploučnice, U stadiónu, U zimního stadiónu, Václavov, Velká Veleň, Vilsnice, Východní nádraží, Za nádražím, Zámek (Schloss Tetschen), Želenice (Seldnitz) und Žlíbek (Bösegründel).[9]

Zu Děčín gehören außerdem die Ansiedlungen Čertova Voda (Tschirte), Dolní Chlum (Stabigt), Libverda (Liebwerd) und Podskalí (Rasseln).

Kataster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 11.770 ha und gliedert sich in 22 Katastralbezirke[10]

  • Bělá u Děčína: 564 ha
  • Boletice nad Labem: 256 ha
  • Březiny u Děčína: 434 ha
  • Bynov: 1503 ha
  • Chlum u Děčína: 344 ha
  • Chrochvice: 146 ha
  • Děčín: 460 ha
  • Děčín-Staré Město: 297 ha
  • Dolní Žleb: 1091 ha
  • Folknáře: 245 ha
  • Horní Oldřichov: 143 ha
  • Hoštice nad Labem: 256 ha
  • Krásný Studenec: 592 ha
  • Křešice u Děčína: 393 ha
  • Lesná u Děčína: 346 ha
  • Loubí u Děčína: 47 ha
  • Maxičky: 1854 ha
  • Nebočady: 276 ha
  • Podmokly: 688 ha
  • Prostřední Žleb: 1103 ha
  • Velká Veleň: 397 ha
  • Vilsnice: 3345 ha

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Děčín: Das Schloss geht auf eine Ende des 10. Jahrhunderts von den Přemysliden erbaute Befestigung (1128 erwähnt) zur Kontrolle der Elbschifffahrt zurück. Im 13. Jahrhundert wurde der hölzerne Bau zu einer steinernen Burg umgebaut und erweitert. Die Bünaus bauten die Anlage im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss um, verkauften dieses aber nach dem Dreißigjährigen Krieg an die Familie von Thun und Hohenstein. Diese nutzte das Schloss bis zu ihrer Umsiedelung nach Jílové (Eulau) 1932 und verkauften es dann an den Staat. Seit 1934 nutzten tschechische Grenztruppen das Anwesen als Kaserne, während des Zweiten Weltkrieges waren es deutsche Truppen, nach Kriegsende zog erneut die tschechische Armee und nach dem Prager Frühling die Sowjetarmee hier ein. Durch die militärische Nutzung wurde die Bausubstanz schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Abzug der Truppen (1991) konnten in den letzten Jahren aber bereits umfangreiche Renovierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Teile des Schlosses können bereits wieder besichtigt werden.
  • Rosengarten (Růžová zahrada): Der 1670 angelegte Garten befindet sich neben dem Schloss, Rosen werden hier allerdings erst seit 1881 gezüchtet. Der Park dient im Sommer als Veranstaltungsort für Konzerte.
  • Heilig-Kreuz-Kirche (kostel svatého Kříže): Die Kirche wurde in einer Phase des Schlossumbaus von 1687 bis 91 als barocke Hallenkirche an Stelle einer alten Holzkirche erbaut. Sie stellt eines der bedeutendsten Baudenkmäler Nordböhmens dar und ist mit Fresken von Josef Kramolín und einem marmornen Altar ausgestattet.
  • Johanniskapelle (Thunovská kaple sv. Jana Nepomuckého): Die ursprünglich 1732 von den von Thuns erbaute Barockkapelle wurde 1870–1872 nach Plänen von Friedrich von Schmidt erbaut und diente bis 1935 als Familiengrabstätte. Heute beherbergt die Kapelle eine 20-teilige barocke Figurengruppe.
  • Kirche St. Wenzel und St. Blasius (kostel sv. Václava a sv. Blažeje): Der Ursprung der Kirche reicht wahrscheinlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Nach der schwedischen Brandschatzung (1642) wurde sie im Barockstil neu gestaltet, brannte aber 1749 komplett ab. Der bis 1778 errichtete Neubau blieb bis 1826 ungenutzt und diente dann bis 1873 einer Schiffahrtsgesellschaft als Magazin. Die Wiedereinweihung als Kirche erfolgte erst 1878.
  • Děčíner Synagoge: Die Synagoge wurde von 1906 bis 1907 im Jugendstil kombiniert mit maurischen Bauformen errichtet.
  • Schäferwand: Gegenüber dem Schloss erhebt sich der markante 100 m hohe Sandsteinfelsen über die Elbe. Auf der Schäferwand befindet sich ein Ausflugsrestaurant und der Zoologische Garten (Zoologicka zahrada).
  • Polzenbrücke: Über den Fluss Ploučnice (Polzen) führt eine 1564–1567 erbaute spätgotische Steinbrücke, die wegen ihrer barocken Statuengruppe (1714) als kleine Schwester der Prager Karlsbrücke gilt.
  • Elbbrücken: Im Verkehrsknotenpunkt Děčín existieren mehrere Elbbrücken. Bereits seit 1855 waren die Städte Tetschen und Bodenbach durch die Kaiserin-Elisabeth-Brücke verbunden, eine der schönsten und größten Brücken in Böhmen. Diese Kettenbrücke brannte 1915 nieder. Auf ihren Pfeilern wurde 1933 die Tyrš-Brücke (Tyršův most), benannt nach Miroslav Tyrš, dem Gründer einer Sokolbewegung, erbaut. 1867 wurde die erste Eisenbahnbrücke als Fachwerkbrücke über die Elbe errichtet.
  • Hungerstein: Unterhalb der Kettenbrücke befindet sich am linken Ufer der Elbe ein etwa 6 Quadratmeter großer Basaltstein im Fluss, der nur bei Niedrigwasser sichtbar ist. Er wird als Hungerstein bezeichnet, weil sein Erscheinen mit der Einstellung der Schifffahrt auf dem Fluss einherging und sowohl die Schiffer als auch die Bauern wegen der Trockenheit früher große Not litten. Seit 1417 werden auf dem Stein die Niedrigstwasserstände gekennzeichnet, die Angaben seit 1616 sind noch deutlich erkennbar. Der Stein trägt die Beschriftung „Wenn Du mich siehst, dann weine“.
  • Böhmische Schweiz: Děčín liegt am Rande des Wander- und Ausflugsgebietes der Böhmischen Schweiz.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Stadt hat sich zu einer 140 km² großen Industrie- und Verwaltungsstadt im Norden Böhmens entwickelt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tyrš-Brücke

Durch die Lage an der schiffbaren Elbe mit den nördlichsten Binnenhäfen Tschechiens (Rozbělesy, Louby) und an einem der wichtigsten Eisenbahngrenzübergänge der Republik hat die Stadt traditionell eine wichtige Verkehrsbedeutung, auch wenn der Binnenschiffsverkehr seit der Transformation der 1990er Jahre nachgelassen hat.

Die Stadt verfügt über zwei Straßenbrücken über die Elbe, die historische Tyrš-Brücke (Tyršův most) (erbaut 1933) sowie die vierspurige Straßenbrücke (Nový most) im Verlauf der I/13 (erbaut 1979–1984, erneuert 2003–2005), und zwei Eisenbahnbrücken.

Hochrangige Bahnverbindungen bestehen mit der linkselbischen Bahnstrecke Praha–Děčín (seit 1851) sowie der rechtselbischen Bahnstrecke Kolín–Děčín (seit 1874, v. a. Güterverkehr) und der nördlich anschließenden Bahnstrecke Děčín–Dresden-Neustadt seit 1851 in Nord-Süd-Richtung, die heute Teil des Transeuropäischen Verkehrsnetzes sind. In West-Ost-Richtung knüpfen am linkselbisch liegenden Hauptbahnhof (ehemals Bhf. Bodenbach) die Nebenbahnen Děčín–Chomutov sowie Děčín–Jedlová seit 1869 der ehem. Böhmischen Nordbahn an. Der Ort verfügt auf beiden Seiten der Elbe über einen Rangierbahnhof.

Die Stadt ist durch die Fernstraßen I/13 (Teplice – Nový Bor) mit Anschluss an die Autobahn D8 (Dresden – Praha) und die im Elbtal führende I/62 (Staatsgrenze bei Schmilka – Ústí nad Labem), beide Teile der Europastraße 442, angebunden. 1938 wurde die rechtselbische Elbuferstraße nach Bad Schandau (jetzt I/62) gebaut. Bis dahin führte der Straßenverkehr über den Stadtteil Kalmswiese und Schneeberg im linkselbischen Hinterland. Die frühere Hauptstraße ist noch heute als asphaltierter Waldweg erhalten.

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Klutschak: Schloss Tetschen. Prag 1855 (E-Kopie).
  • Anton Emanuel von Komers: Landwirthschaftliche Notizen für den Besuch vom Tetschen und Peruc. Prag 1856 (E-Kopie).
  • Anton Emanuel von Komers: Betrachtungen über die landwirthschaftliche Unterrichtsfragwe; und die landwirthschaftliche Lehranstalt in Tetschen-Liebwerd mit Skizzen aus der Güterverwaltung in Böhmen. Prag 1856 (E-Kopie).
  • Alfred Schickel: Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei: Geschichte, Hintergründe, Bewertungen Hrsg.: Bundesministerium für Vertriebene und Flüchtlinge, Dokumentation, ISBN 3-89182-014-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Děčín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/562335/Decin
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 442.
  4. Kilian Kirchgessner: Das Wunder von Decin. In: Jüdische Allgemeine, 11. Januar 2007; abgerufen am 28. Juli 2017.
  5. Petr Joza in: Tschechische und deutsche Antifaschisten in Děčín nach Kriegsende. http://www.radio.cz/de/artikel/91103
  6. Rudolf Hemmerle: Sudetenland Lexikon Band 4, Seite 441. Adam Kraft Verlag, 1985. ISBN 3-8083-1163-0.
  7. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_tetschen.html#ew39tetstetschen
  8. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/562335/Obec-Decin
  9. http://www.uir.cz/zsj-obec/562335/Obec-Decin
  10. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/562335/Obec-Decin