Dechantskirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dechantskirchen
Wappen von Dechantskirchen
Dechantskirchen (Österreich)
Dechantskirchen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 29,08 km²
Koordinaten: 47° 25′ N, 16° 1′ OKoordinaten: 47° 25′ 0″ N, 16° 1′ 1″ O
Höhe: 531 m ü. A.
Einwohner: 2.049 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 8241
Vorwahl: 03339
Gemeindekennziffer: 6 22 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dechantskirchen 34
8241 Dechantskirchen
Website: www.dechantskirchen.at
Politik
Bürgermeisterin: Waltraud Schwammer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
10
4
1
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Dechantskirchen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Dechantskirchen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Dechantskirchen ist eine Gemeinde mit 2049 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) in Österreich und befindet sich im Bundesland Steiermark, Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Mit 1. Jänner 2015 wurde Dechantskirchen im Rahmen der Gemeindestrukturreform um einen Teil (Katastralgemeinde Kroisbach und Schlag) der bis dahin bestehenden Nachbargemeinde Schlag bei Thalberg erweitert.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dechantskirchen liegt im Nordosten des Bezirkes Hartberg-Fürstenfeld und auch der Steiermark. Die Gemeinde befindet sich ca. 15 km nördlich der Bezirkshauptstadt Hartberg. Sie liegt am Fuße des Randgebirges östlich der Mur. Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist der Hochkogel (1.314 m), der südlichste Eintausender des Wechsels. Die Gemeinde wird von einigen Abflüssen des Wechsels durchzogen, die alle direkt oder indirekt Nebenflüsse der Lafnitz sind.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den drei Katastralgemeinden Dechantskirchen, Hohenau, Kroisbach und Schlag bzw. aus folgenden acht Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015[2]):

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Jänner 1967 wurde die Gemeinde Hohenau am Wechsel nach Dechantskirchen eingemeindet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Lorenzen am Wechsel Pinggau Friedberg
Nachbargemeinden Friedberg
Rohrbach an der Lafnitz Grafenschachen Pinkafeld

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dechantskirchen (rechts unten) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Auf Grund einer Vielzahl an vorhandenen Menhiren und einigen bekannten unterirdischen Gängen (Erdställe) kann davon ausgegangen werden, dass es menschliche Ansiedelungen bereits in prähistorischer Zeit, also 3000 bis 1500 v. Chr. im Gemeindegebiet von Dechantskirchen gegeben hat.

Für eine Besiedlung des Gebietes um Dechantskirchen in römischer Zeit geben zwei Grabsteine, aus Marmor gehauen, Zeugnis, wenn es auch nicht viel ist, was die jetzt an der alten Friedhofsmauer östlich der Kirche eingemauerten Bruchstücke kundtun. Der erste überlieferte nur noch den Namen eines gewissen Masculus MASCULO, der zweite war ein Grabstein für Calvisius, den Sohn des Calventius CALVISIO CALVENTI (i filio). Beide sind die jeweils oberen Bruchstücke einer Stele und wurden vom damaligen Kaplan Sales Prugger im Jahre 1846 aufgefunden. Der Grabstein für Masculus ist mit Adler, Delphinen und Palmettenverzierung versehen. Am zweiten Grabstein ist ein Mann in römischer Kleidung, eine kopflose Frau mit Granatapfel und ein gepanzerter Soldat dargestellt.

Von den Ende des 6. Jahrhunderts eingewanderten Slawen sind keine baulichen Reste erhalten geblieben. Ende des 8. Jahrhunderts wurde das Gemeindegebiet Teil des Frankenreiches. Es fiel aber bereits Ende des 9. Jahrhunderts an die Ungarn, bevor es im Jahre 1043 von Heinrich III. zurückerobert wurde. Das Gemeindegebiet kam zuerst zu den Markgrafen von Wels-Lambach und bald zu den Grafen von Formbach und war bis dato eine riesige Waldlandschaft.

Das Dorf Dechantskirchen wurde erstmals 1155 urkundlich erwähnt, als Erzbischof Eberhard I. von Salzburg dem Kloster Admont zwei Huben verlieh. Bereits 1163 kam das Dorf zum Stift Vorau aus Anlass von dessen Gründung durch Markgraf Ottokar III. In der Folge wechselte der Ort häufig den Besitzer.

Das Dorf Stögersbach wird erstmals 1396 urkundlich erwähnt, während Kroisbach bereits 1381 erstmals als Chreuspach erwähnt wird. Im 14. Jahrhundert war die Kolonisation des Gemeindegebietes damit abgeschlossen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Dechantskirchen
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Dechantskirchen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dechantskirchen liegt an der Wechsel Straße B 54 und hat so eine gute Verbindung nach Hartberg im Süden und Wiener Neustadt im Norden sowie in die Nachbargemeinden Pinggau und Friedberg. Auch die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz ist nach etwa acht Kilometern über die Anschlussstelle Friedberg-Pinggau (95) zu erreichen.

In Dechantskirchen befindet sich ein zum Haltepunkt herabgestufter Bahnhof der Thermenbahn. Diese bietet zweistündliche Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Hartberg.

Die Flughäfen Graz und Wien sind jeweils ca. 100 km entfernt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 20101) 2005 2000 1995 1990
St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 933 67 10 955 65 2) 599 52 8 632 61 9 739 68 10 672 62 9
SPÖ 342 24 04 456 31 2) 445 39 6 411 39 6 353 32 5 414 38 6
FPÖ 123 09 01 056 04 2) 098 09 1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlbeteiligung 81 % 84 % 85 % 84 % 90 % 93 %

1) Die inzwischen erfolgte Gemeindezusammenlegung wurde im Wahlergebnis nachvollzogen.
2) Die fiktive Vergleichswahl zeigt bei Fusionsgemeinden die summierten Stimmenergebnisse der ursprünglichen Gemeinden. Daher sind Mandatsvergleiche nicht möglich.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Waltraud Schwammer (ÖVP), Vizebürgermeister ist Johann Zinggl (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wirkung vom 1. November 1974 bekam die Gemeinde Dechantskirchen ein Wappen verliehen.
Blasonierung: „In einem von Grün zu Silber schrägrechts geteilten Schild oben eine goldene, mit einer pfahlweise gestellten silbernen Sichel gekreuzte Ähre, unten eine rote Krone, durch die ein grüner Palmzweig gezogen ist.“[3].

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Friedberg, Pinggau und Schäffern den TourismusverbandWechselland“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Schäffern.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde und heutige Katastralgemeinde Hohenau am Wechsel hat folgende Ehrenbürger ernannt:

  • Pfarrer Alexander Mauerhofer, 1927
  • Bezirkshauptmann Dr. Adolf Rochelt, 1932
  • Otto von Habsburg (1912–2011), 1934
  • Pfarrer Norbert Wurst, 1948
  • Altbürgermeister Josef Groller, 1955
  • Bezirkshauptmann Dr. Erwin Stibenegg, 1955

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ottokar Kernstock (1848–1928), österr. Dichter und Priester, 1873–1889 Kaplan in Dechantskirchen
  • Johann Reitmeier († 1977) stammte aus Dechantskirchen und wirkte als Seelsorger und Organisator in Treze Tílias (Dreizehnlinden), Brasilien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dechantskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. § 5 Abs. 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4–5.
  2. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  3. http://www.dechantskirchen.at/politik/gemeindewappen.htm
  4. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 327. ZDB-ID 1291268-2 S. 632.