Reinhold Lopatka

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Reinhold Lopatka (2012)

Reinhold Lopatka (* 27. Jänner 1960 in Vorau, Steiermark) ist ein österreichischer Politiker der ÖVP. Von Dezember 2013 bis November 2017 war er Obmann des ÖVP-Parlamentsklubs.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhold Lopatka besuchte nach der Volkschule Dechantskirchen das Neusprachliche Gymnasium Oberschützen, wo er 1978 maturierte. Im Jahr 1982 wurde Lopatka nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Theologie an der Universität Graz zum Doktor iuris promoviert. Schon in seiner Jugend- und Studienzeit als Schüler- und Studentenvertreter aktiv, wurde er schließlich 1986 in den Steirischen Landtag gewählt. Während seiner Schulzeit trat er 1975 der K.Ö.St.V. Asciburgia in Oberschützen bei und gründete 1976 die K.Ö.St.V. Festenburg in Hartberg, beide im MKV. Er war zudem auch Sprecher der Amnesty International-Gruppe 122[1]. Im Jahre 2005 verlieh ihm die katholische Studentenverbindung K.Ö.St.V. Babenberg Graz im ÖCV ihr Ehrenband und seit 2013 ist er Ehrenmitglied bei einer K.a.V. Capitolina Rom im CV.

Reinhold Lopatka ist seit 1983 verheiratet und hat drei Söhne. Sein Bruder Eduard ist Arzt und betreute auch das ÖSV-Team.[2][3]

Von 1993 bis 2001 war Lopatka steirischer ÖVP-Landesgeschäftsführer, von 2000 bis 2003 war er Klubobmann der Steirischen Volkspartei im Landtag. 2002 schließlich managte er für die Bundes-ÖVP den Nationalratswahlkampf. Bei der Nationalratswahl 2002 gewann die ÖVP deutlich an Stimmen (15,2 % mehr als 1999) und wurde wieder mandatsstärkster Klub im Nationalrat. Wolfgang Schüssel, damaliger Bundesparteiobmann der ÖVP, holte nach diesem Wahlsieg Lopatka in die Bundespartei und ernannte ihn 2003 zum Generalsekretär der ÖVP. Im selben Jahr wurde er als Abgeordneter in den Nationalrat gewählt. In die Bundesregierung Gusenbauer (2007/2008) wurde er von der ÖVP als Staatssekretär im Bundeskanzleramt entsandt, wo er das Ressort Sport betreute, in die darauf folgende Bundesregierung Faymann I als Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen. Im Zuge der Regierungsumbildung im April 2011 anlässlich des gesundheitsbedingten Rücktrittes des ÖVP-Vorsitzenden und Vizekanzlers Josef Pröll schied er unter dessen Nachfolger Michael Spindelegger aus dem ÖVP-Regierungsteam aus und nahm sein Nationalratsmandat wieder ein. Im Oktober 2011 wurde er außenpolitischer Sprecher seiner Partei. Am 11. September 2012 trat er als Staatssekretär im Außenministerium nochmals in die Bundesregierung Faymann I ein[4] und gehörte dieser bis zu ihrer Demissionierung nach der Nationalratswahl 2013 an. Am 12. Dezember 2013 wurde Reinhold Lopatka in einer geheimen Wahl als erster Steirer mit 98 % zum Obmann des ÖVP-Parlamentsklubs gewählt. Seit 2004 ist er Landesparteiobmannstellvertreter der Steirischen Volkspartei, von 2004 bis 2015 war er Vizepräsident der Politischen Akademie der ÖVP. 2010 übernahm er die Präsidentschaft der Österreichisch-Australischen Gesellschaft, zudem ist er Rechnungsprüfer der Europäischen Volkspartei (EVP), Vizepräsident des Österreichischen Behindertensportverbandes (ÖBSV) und Präsident des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung. Von 2014 bis Juli 2017 war er Bundesparteiobmann-Stellvertreter der Österreichischen Volkspartei.

2015 warb Klubobmann Lopatka vier Mandatare des Team Stronach (TS) für den ÖVP-Parlamentsklub im Nationalrat an. Hierdurch erhöhte sich dessen Abgeordnetenstand von 47 (Nationalratswahl 2013) auf 51. Die ÖVP rückte damit bis auf ein Mandat an die Abgeordnetenzahl der SPÖ heran, die seit der Nationalratswahl 2013 mit 52 Mandataren vertreten ist. Dieses Manöver rief Kritik aller anderen im Nationalrat vertretenen Parteien hervor.[5]

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf von Reinhold Lopatka auf www.lopatka.at
  2. Parlamentarische Anfrage 14015/J XXV. GP. Österreichisches Parlament, 24. August 2017, abgerufen am 30. September 2017 (PDF; 137 KB).
  3. Rainer Seele: Überall böses Blut. In: FAZ. 14. April 2009, abgerufen am 30. September 2017.
  4. Lopatka: Der Marathonmann kehrt in die Regierung zurück, DiePresse.com, 22. August 2012. Abgerufen am 22. August 2012.
  5. [1], abgerufen am 8. September 2015.
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)