Friedberg (Steiermark)

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Friedberg
Wappen von Friedberg
Friedberg (Steiermark) (Österreich)
Friedberg (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt: HB)
Fläche: 25,87 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 16° 3′ O47.44138888888916.058055555556601Koordinaten: 47° 26′ 29″ N, 16° 3′ 29″ O
Höhe: 601 m ü. A.
Einwohner: 2.566 (1. Jän. 2015)
Postleitzahlen: 8240, 8243
Vorwahl: 03339
Gemeindekennziffer: 6 22 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 20
8240 Friedberg
Website: www.friedberg.at
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Zingl (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
7
5
3
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadtgemeinde Friedberg im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld
Bad Blumau Bad Waltersdorf Buch-St. Magdalena Burgau Dechantskirchen Ebersdorf Feistritztal Friedberg Fürstenfeld Grafendorf bei Hartberg Greinbach Großsteinbach Großwilfersdorf Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Ilz Kaindorf Lafnitz Loipersdorf bei Fürstenfeld Neudau Ottendorf an der Rittschein Pinggau Pöllau Pöllauberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Sankt Jakob im Walde Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Schäffern Söchau Stubenberg Vorau Waldbach-Mönichwald Wenigzell SteiermarkLage der Gemeinde Friedberg (Steiermark) im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Friedberg (rechts) um 1878 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Friedberg ist eine Stadtgemeinde mit 2566 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) in der nordöstlichen Steiermark (im Gerichtsbezirk Fürstenfeld im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Friedberg liegt exponiert am südlichen Abhang des Wechselgebirges nahe dem Dreiländereck Steiermark-Niederösterreich-Burgenland. Sie befindet sich im Nordosten des Bezirkes Hartberg-Fürstenfeld in einer Entfernung von ca. 20 km zur Bezirkshauptstadt Hartberg.

Der tiefstgelegene Punkt liegt bei Oberwaldbauern mit 455 m ü. A., der höchste Punkt in der Nähe des Hilmtores mit knapp über 1000 m ü. A.. Die Altstadt selbst befindet sich auf knapp 600 m ü. A.. Landschaftlich gehört der nördliche Teil der Gemeinde zum Wechsel / Steirische Zentralalpen und der südliche zum südburgenländischen Riedelland / Alpenvorland.

Die Stadt selbst ist mit der benachbarten Marktgemeinde Pinggau räumlich zusammengewachsen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Friedberg gliedert sich

  • geografisch in die Ortsteile Stadt (inkl. Ortsgraben, Bahnhof und Hochstraße), Ehrenschachen, Schwaighof, Stögersbach, Maierhöfen und Oberwaldbauern
  • administrativ in die Katastralgemeinden 64007 Friedberg, 64005 Ehrenschachen und 64018 Schwaighof
  • administrativ in die Wahlsprengel Stadt, Ortgraben und Ehrenschachen
  • statistisch in die Zählsprengel 62211000 Friedberg-Stadt, 62211001 Friedberg-Umgebung und 62211002 Ehrenschachen

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1968 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Ehrenschachen und Friedberg zur heutigen Stadtgemeinde Friedberg vereinigt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Pinggau Pinggau Pinggau
Dechantskirchen Nachbargemeinden Pinggau
Dechantskirchen Pinkafeld Pinggau

Geschichte[Bearbeiten]

Friedberg von Pinggau aus gesehen, Lith. um 1820, J.F. Kaiser

Die Stadt Friedberg (ehemals Friburg und Friberg geheißen)[1] wurde unterhalb einer seit ungefähr 1170 bestehenden Wehrburg zum Schutz der Wechsel Straße errichtet. Die Stadt wurde von Leopold V. aus Teilen der Lösegelder für den englischen König Richard I. Löwenherz 1194 erbaut. Die erste bekannte urkundliche Nennung als Stadt stammt aus 1254 (fridberc).

Im Mittelalter war die Stadt Sitz einer bedeutenden Burganlage (später Doppelschloss). Friedberg wurde mehrfach Opfer von Türken- und Ungarneinfällen wie auch von Stadtbränden. Heute ist das Schloss abgetragen, an seiner Stelle wurde ein weithin sichtbares Kriegerdenkmal errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Mit Stichtag 1. Jänner 2014 lebten in Friedberg insgesamt 2766 Personen (2588 Haupt- und 178 Nebenwohnsitze).

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Polizeibeamte Wolfgang Zingl (SPÖ) wurde im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 16. April 2015 zum Bürgermeister gewählt. Er ist der erste SPÖ-Bürgermeister in der Geschichte der Stadt Friedberg.[2] Zingl tritt die Nachfolge von Karl Mathä (ÖVP) an, der sich aus der Stadtpolitik zurückzog. Der Aufsehen erregende Wechsel wurde deshalb möglich, weil die ÖVP bei der Gemeinderatswahl die absolute Mehrheit verlor und die SPÖ mit der FPÖ eine Koalition einging. Die Angelobung wurde durch Bezirkshauptmann Max Wiesenhofer vorgenommen.[3]

Dem Stadtvorstand gehören weiter der Vizebürgermeister Leo Riebenbauer (ÖVP) und der Finanzreferent Günter Glatz (ÖVP) an.[4]

Amtsleiter ist Helmut Riegler.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren folgender Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010 2005 2000 1995 1990
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
ÖVP 746 47 7 979 57 9 856 50 8 1.020 62 10 1.045 59 9 916 53 8
SPÖ 563 35 5 591 35 5 692 41 6 0459 28 04 576 33 5 717 42 7
FPÖ 291 18 3 135 08 1 150 09 1 0167 10 01 141 08 1 093 05 0
Wahlbeteiligung 76 % 79 % 81 % 84 % 90 % 94 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt unterhält seit 1966 eine Partnerschaft mit der gleichnamigen Stadt Friedberg in Bayern. 1968 kam die Gemeinde Ljutomer im nordöstlichen Teil Sloweniens hinzu. Mit Söchtenau, einer Gemeinde mit ca. 2600 Einwohnern im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, besteht seit 1979 eine weitere Partnerschaft.

Tourismusverband[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Dechantskirchen, Pinggau und Schäffern den TourismusverbandWechselland“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Schäffern.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Von einer Wappenverleihung an die Stadt Friedberg ist nichts überliefert. Im Jahr 1313 verwendete Friedberg ein eigenes Siegel, dessen Aussehen nicht bekannt ist. Das älteste erhaltene Siegel aus dem Jahr 1491 verwendet bereits die sogenannte Treuhand.

Das heute verwendete Stadtwappen stellt auf blauem Untergrund zwei zum Gruß gereichte Hände über einem rot-weiß-roten Schild dar. Es wurde am 14. Mai 2011 in der jetzigen Form verliehen. [6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Friedberg

Museen[Bearbeiten]

Im Sesselmuseum der Firma Thonet sind über 80 Exponate ausgestellt, unter anderem der Weltausstellungstisch von London 1851 sowie der einzige in Privatbesitz befindliche Liechtenstein-Stuhl.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche Jakobus d. Ä. wurde Ende des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil errichtet, im Jahre 1418 aber von den Ungarn zerstört. Der gotische Neubau wurde aber bereits zwischen 1529 und 1532 von den Türken stark in Mitleidenschaft gezogen. Die heutige Kirche ist auf dem gotischen Sockel gebaut und wartet mit einer reichen barocken Innenausstattung auf.
  • Der planmäßig errichtete historische Stadtkern zeigt einen der schönsten geschlossenen mittelalterlichen Hauptplätze der Steiermark.
  • Das ehemalige Ungartor (eines der ehemaligen Stadttore von Friedberg) wurde im Jahre 1994 beim Steg über den Ortgraben wieder errichtet.
  • Das weithin sichtbare Kriegerdenkmal steht an der Stelle des ehemaligen Doppelschlosses.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Bahnhof in Friedberg

Verkehr[Bearbeiten]

Die Wechsel Straße B 54 von Wiener Neustadt nach Gleisdorf verläuft durch das Gemeindegebiet. Über sie und die Steinamangerer Straße B 63 kann die Süd Autobahn A 2 über die Anschlussstelle Friedberg-Pinggau (95) in etwa fünf Kilometer erreicht werden. Des Weiteren werden die Busstationen entlang der B54 zwischen Schäffernsteg und Graz von einer Buslinie bedient, die einen Verkehr nach Wien über Schäffernsteg und zurück anbietet. Da auf der Linie zwischen Schäffernsteg und Graz ein Bedienungsverbot besteht, kann Graz von Friedberg über jene Linie nicht direkt erreicht werden. Es bestehen direkte Verbindungen nach Wien und welche, die ein Umsteigen in Schäffernsteg erfordern. Die Buslinie wird hauptsächlich von Pendlern benützt. Die Bezirkshauptstadt Hartberg und die Landeshauptstadt Graz können über Regionalbuslinien erreicht werden.

Der Bahnhof Friedberg ist ein Eisenbahnknotenpunkt. Hier treffen sich die Thermenbahn nach Hartberg und Fehring, die Wechselbahn nach Aspang sowie die Pinkatalbahn nach Oberwart. Die Thermenbahn und die Wechselbahn bieten zweistündliche Regionalzug-Verbindungen nach Hartberg bzw. Wien. Der Personenverkehr auf der Pinkatalbahn zwischen Friedberg und Oberwart wurde im August 2011 eingestellt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Friedberg ist Mitglied der oststeirischen 8-Städte-Kooperation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Kaufkraft in der Region zu stärken.

Bildung und Soziales[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Friedberg existieren eine Volksschule, eine Hauptschule und eine Polytechnische Schule. Ebenfalls befindet sich die Wechsellandbücherei in Friedberg.

Gesundheitsversorgung[Bearbeiten]

Im Sozialzentrum der Stadt befinden sich Stützpunkte des Roten Kreuzes, der Hauskrankenpflege sowie der Forstaufsicht. Des Weiteren sind in Friedberg eine Apotheke und einige Fachärzte ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen, die in Friedberg gelebt haben[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Springrock-Festival[Bearbeiten]

  • Festhalle Friedberg / Ende April
  • Veranstalter: Friedberger Kultur Klub

Pfingstfest[Bearbeiten]

  • Festhalle Friedberg / Pfingsten
  • Veranstalter: Sportverein Friedberg

Steinbruchfest[Bearbeiten]

Oktoberfest[Bearbeiten]

  • Festhalle Friedberg / Ende September
  • Veranstalter: Stadtkapelle Friedberg

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topographia Austriacarum S. 198
  2. Gemeinde Friedberg: Bürgermeister (abgerufen am 18. Mai 2015)
  3. Meine Woche vom 17. April 2015: ' (abgerufen am 18. Mai 2015)
  4. Gemeinde Friedberg: Gemeindeorgane (abgerufen am 18. Mai 2015)
  5. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 327. ZDB-ID 1291268-2 S. 632.
  6. http://www.friedberg.at/Name-und-Wappen.14.0.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedberg (Steiermark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien