Fränkisch-Crumbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fränkisch-Crumbach
Fränkisch-Crumbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fränkisch-Crumbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 45′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 187 m ü. NHN
Fläche: 16,1 km²
Einwohner: 3232 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64407
Vorwahl: 06164
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rodensteiner Straße 8
64407 Fränkisch-Crumbach
Webpräsenz: www.fraenkisch-crumbach.de
Bürgermeister: Eric Engels (CDU)
Lage der Gemeinde Fränkisch-Crumbach im Odenwaldkreis
Breuberg Höchst im Odenwald Lützelbach Bad König Brensbach Brombachtal Fränkisch-Crumbach Reichelsheim (Odenwald) Mossautal Michelstadt Erbach (Odenwald) Hesseneck Beerfelden Sensbachtal Rothenberg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Baden-Württemberg Baden-Württemberg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Kreis BergstraßeKarte
Über dieses Bild

Fränkisch-Crumbach ist eine Gemeinde im Odenwaldkreis in Hessen (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkisch-Crumbach liegt im Vorderen Odenwald beiderseits des Crumbachs, einem linken westlichen Zufluss der Gersprenz, die bei Stockstadt in den Main fließt. Die Gemeinde liegt im hessischen Teil Frankens. Die mit über 16 Quadratkilometern recht große Gemarkung, davon 524 Hektar bewaldet, reicht vom Gersprenzufer im Osten bis zum Rimdidim (499 m) im Westen und schließt dabei die Ruine von Burg Rodenstein und eine Reihe von Weilern und Wohnplätzen ein, wie Bierbach, Eberbach, Erlau, Güttersbach, Höllerheck, Holzwiese, Meierei, Michelbach, Rodenstein und Schleiersbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkisch-Crumbach ist die einzige Gemeinde im Odenwaldkreis ohne eingegliederte Ortsteile. Sie ist im Rahmen der Gebietsreform in Hessen nicht verändert worden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fränkisch-Crumbach grenzt im Norden an die Gemeinde Brensbach, im Osten und Süden an die Gemeinde Reichelsheim (beide im Odenwaldkreis) sowie im Westen an die Stadt Lindenfels (Kreis Bergstraße) und die Gemeinde Fischbachtal (Landkreis Darmstadt-Dieburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Crumbach datiert aus dem Jahr 1148. Weitere historisch belegte Namensformen sind (in Klammern das Jahr der Erwähnung) Crumpach (1219, 1372,1433), Krumppach (1434) und Crumbach (1653).[2] Seit 1822 ist die Form Fränkisch-Crumbach in Gebrauch.

Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1806 gehörte der Ort als Herrschaft Crumbach zur Rodensteiner Mark und gehörte zunächst den Herren von Rodenstein, die sich vor Erbauung der Burg Rodenstein Herren von Crumbach nannten. Nach deren Aussterben gegen Ende des 17. Jahrhunderts kam Fränkisch-Crumbach zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt die 1806 im Großherzogtum Hessen aufging.

Bis zur Gebietsreform in Hessen gehörte die Gemeinde dem Landkreis Dieburg an. Am 1. August 1972 wurde Fränkisch-Crumbach zusammen mit Brensbach in den Odenwaldkreis eingegliedert.[3]

Bis zum Jahr 2014 war der Ort ein anerkannter Erholungsort.[4]

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Nach einer Beschreibung der Lorscher Mark Heppenheim gibt es Merkmale dafür, dass Fränkisch-Crumbach schon 795 bestanden haben dürfte. In einer Speyerer Urkunde von 1150 wird ein "Freier Magenes de Crumpach" erwähnt, was als deutlicher Hinweis auf die Zugehörigkeit zu Crumbach betrachtet werden kann. Um 1300 erhielt Crumbach die Zehntgerichtsbarkeit und wurde im Jahre 1457 Haupt- und Gerichtsort der Mark Rodenstein.

Inzwischen ging Crumbach in den Besitz der reichsunmittelbaren Ritter von Rodenstein über, die wie die Freiherren von Gemmingen, Mitglieder der Fränkischen Ritterschaft Kanton Odenwald waren.

Die Rodensteiner begannen im Jahre 1574 mit dem Bau eines Schlosses im Ort. Um diese Zeit dürfte auch der heute noch bestehende Name "Fränkisch-Crumbach" entstanden sein. Die Gruftkirche der Rodensteiner, die lange vor dem Schlossbau entstand, besitzt kunstgeschichtlichen Wert.

Der Dreißigjährige Krieg forderte von der einst blühenden Ortschaft seinen Tribut. Die unversehrt gebliebene, allerdings nicht bewohnte Burg Rodenstein wurde zum Steinbruch und zum Magazin für Privatbauten.

Durch Kauf und Erbfolge fasste 1693 die Familie von Gemmingen-Hornberg in Fränkisch-Crumbach Fuß. Etwa im Jahre 1719 bauten sich die Herren von Pretlack im Ort ein Schloss.

Fränkisch-Crumbach erhielt im Jahre 1740 die Genehmigung zum Abhalten von fünf Märkten. Während das Schloss der Freiherren von Gemmingen-Hornberg heute noch von ihnen bewohnt ist, ging das ehemalige Pretlack´sche Schloss 1858 durch Kauf an die Gemeinde über, die es als Schulhaus und Bürgermeisterei einrichtete. Es dient auch heute noch der Gemeindeverwaltung als Rathaus.

Während der napoleonischen Rheinbundzeit wurde die reichsunmittelbare Herrschaft der Freiherren von Gemmingen-Hornberg an das Land Hessen übergeben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 48,5 11 48,8 11 54,9 13 50,1 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,9 10 42,7 10 38,6 9 34,9 8
FDP Freie Demokratische Partei 8,6 2 8,5 2 2,6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,5 1 7,7 2
ULF Unabhängige Liste Fränkisch-Crumbach 4,8 1
Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 60,3 76,2 64,3 73,6

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eric Engels (CDU) wurde in der Stichwahl am 10. April 2011 mit 52,1 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Er trat das Amt am 1. Juli 2011 an und löste Gerhard Maser (SPD) ab, der nicht mehr kandidierte.

  • 1969–1999 Philipp Loos (SPD)
  • 1999–2011 Gerhard Maser (SPD)
  • seit 2011 Eric Engels (CDU)
Sarolta-Kapelle

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein goldener Schrägbach, beseitet von je einem goldenen Stern.“[8]

Dieses Wappen, welches das F. CROMBACH GERICHTSSIEGEL aus dem 17. Jahrhundert zeigt, wurde dem Ort 1926 in den angegebenen Farben amtlich verliehen, für die die Wappenfarben der ortsadligen Familien von Prettlack und von Gemmingen maßgebend waren. Die Abbildung bei Otto Hupp hat einen schräglinken silbernen Bach.

Der Fallende Bach nahe der Ruine Rodenstein.jpg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Burg Rodenstein wurde außerhalb des Ortes in einem Seitental des Gersprenz-Tals um das Jahr 1250 erbaut und verfiel nach dem Tod des letzten Rodensteiners und durch die spätere Nutzung als Steinbruch ab dem 17./18. Jhd. zur Ruine.
  • Das Rathaus wurde 1719 an der Stelle eines älteren Adelsbesitzes von Johann Rudolf Victor von Pretlack als Palais der Familie von Pretlack erbaut. Es befindet sich seit 1860 in Gemeindebesitz und wurde 1968 zum Rathaus umgebaut.
  • Die Sarolta-Kapelle wurde 1892 von Adolph von Gemmingen als Mausoleum für seine Gattin Sarolta errichtet. Ihr Obergeschoss dient als katholische Kapelle. In der Gruft im Untergeschoss sind der Bauherr und seine Gattin beigesetzt, außerdem befinden sich dort Gedenktafeln für die Kinder des Paares. Eine Grablege der Freiherren von Gemmingen befindet sich außerdem auch auf dem Friedhof, neben einer älteren Gruftkapelle der Freiherren von Pretlack.
  • Der Fallende Bach: Im Quellhorizont des Spitzen Bruches im Gemeindewald Fränkisch-Crumbach entspringt ein Bächlein, das hangabwärts über einen hohen Felsblock plätschert, den "Fallenbachfelsen", der sich unmittelbar an dem Waldweg zwischen Burgruine Rodenstein und Freiheit steil aufragt. Der Fels ist bei winterlichem Frostwetter mit Eiskristallen überzogen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 findet jährlich in Fränkisch-Crumbach ein Hammerwurf-Meeting auf internationalem Niveau statt.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Bundesstraße 38 (WeinheimRoßdorf) ist die Gemeinde an das Verkehrsnetz angeschlossen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. „Fränkisch-Crumbach, Odenwaldkreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 9. Juli 2014, abgerufen am 10. Juli 2014.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Erbach vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 224
  4. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: 80. Sitzung des Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in Hessen vom 14. Oktober 2014. Staatsanzeiger für das Land Hessen 7/2015 Seite 148
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Karl Ernst Demandt und Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 92.
  9. Hammerwurfmeeting Fränkisch-Crumbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fränkisch-Crumbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien