Brensbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Brensbach
Brensbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brensbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 46′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Odenwaldkreis
Höhe: 175 m ü. NHN
Fläche: 23,18 km2
Einwohner: 5012 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 216 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64395
Vorwahl: 06161
Kfz-Kennzeichen: ERB
Gemeindeschlüssel: 06 4 37 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ezyer Straße 5
64395 Brensbach
Webpräsenz: www.brensbach.de
Bürgermeister: Rainer Müller (SPD)
Lage der Gemeinde Brensbach im Odenwaldkreis
BreubergHöchst im OdenwaldLützelbachBad KönigBrensbachBrombachtalFränkisch-CrumbachReichelsheim (Odenwald)MossautalMichelstadtErbach (Odenwald)OberzentLandkreis Darmstadt-DieburgBayernBaden-WürttembergBaden-WürttembergKreis BergstraßeKreis BergstraßeKreis BergstraßeKarte
Über dieses Bild

Brensbach ist eine Gemeinde im südhessischen Odenwaldkreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brensbach liegt im nördlichen Odenwald im Gersprenztal.

Brensbach aus der Nähe von Nieder-Kainsbach gesehen

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brensbach grenzt (im Uhrzeigersinn) im Norden an die Stadt Groß-Bieberau, an die Stadt Reinheim und die Gemeinde Otzberg (alle Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Osten an die Gemeinde Höchst und die Stadt Bad König, im Süden an die Gemeinden Brombachtal und Reichelsheim und im Westen an die Gemeinden Fränkisch-Crumbach (alle Odenwaldkreis) und Fischbachtal (Landkreis Darmstadt-Dieburg).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich nach der Hauptsatzung in die sechs Ortsbezirke Affhöllerbach (mit Kilsbach), Brensbach (mit Mummenroth), Höllerbach, Nieder-Kainsbach (mit Stierbach), Wallbach und Wersau (mit Bierbach und Hippelsbach).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Brendisbach wurde Brensbach 1223 erstmals erwähnt. Ein entsprechender urkundlicher Nachtrag im Codex Eberhardi bezüglich eines Lehen des Schenk Gerhard I. von Erbach wurde vom Hessischen Staatsarchiv Darmstadt 2004 als rechtskräftiger Beweis hierzu herangezogen.[2]

Ab 1257 wurden Angehörige des Adelsgeschlechtes von Brensbach urkundlich genannt. Sie gehörten vermutlich schon ab 1214 mit Fridericus de Ertbach zu den Burgmannen von Schloss Erbach und erhielten von der Herrschaft Erbach die für sie namensgebenden Lehen zu Brensbach mit dem Ritter Friedrich von Brensbach zwischen 1255 und 1257.[3] Im Jahre 1266 trat Friedrich von Brensbach in einer Urkunde als Zeuge für die Schenken von Erbach auf.[4] Das wappenführende Geschlecht mit den drei Ringen im Schrägrechtsbalken gehörte somit bis zu deren Ausgehen um 1414 zu den Dorfherren von Brensbach. Bedingt durch eine gleichartige Wappenführung ist von einer Verwandtschaft der Herren von Brensbach zu den Herren von Echter auszugehen. Vermutet wird wohl auch zu Recht, dass das „Echtersche Haus, noch mit alten Mauern umgeben“ zu Brensbach der alte befestigte Herrensitz von Vorfahren der nach diesem Odenwalddorf benannten Herren von Brensbach und der Echter gewesen sein dürfte.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Februar 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Affhöllerbach in die Nachbargemeinde Nieder-Kainsbach eingegliedert. Am 1. August 1972 kamen Höllerbach, Nieder-Kainsbach, Wallbach und Wersau zu Brensbach,[6] das gleichzeitig aus dem Landkreis Dieburg in den Odenwaldkreis eingegliedert wurde.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 25 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,5 11 50,2 13 57,1 14 63,0 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,7 8 31,7 8 42,9 11 37,0 11
UWG-Brensbach Unabhängige Wählergemeinschaft Brensbach 23,7 6 18,1 4
Gesamt 100 25 100 25 100 25 100 31
Wahlbeteiligung in Prozent 55,3 52,9 51,6 57,1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Brensbach waren bis 1964 ehrenamtlich tätig. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen 1972–1977 wurden die heutigen Ortsteile eingemeindet. Erster Bürgermeister der so neu geschaffenen Gemeinde, die den Namen des größten Ortsteils beibehielt, war Willi Riedel.

Bürgermeister der Gemeinde Brensbach seit 1892:
Amtszeit Name Partei
1892–1923 Martin Friedrich parteilos[11]
1922–1937 Georg Wilhelm Schanz parteilos[12]
1941–1945 Philipp Trinkaus NSDAP[13]
1945–1948 Leonhard Hofmann parteilos[14]
1948–1952 Leonhard Weber parteilos[15]
1952–1966 Georg Groh II. parteilos[16]
1966–1966 Andreas Göttmann parteilos[17]
1966–1972 Gerhard Schütz parteilos[18]
1972–1997 Willi Riedel SPD[19]
1997–2014 Hans-Georg Stosiek SPD[20]
seit 2014 Rainer Müller SPD[21]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Brensbach.svg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Brensbach
Blasonierung: „In silbernem Schild unten ein blauer Bach, darüber schwebend eine von 5 sechszackigen Sternen begleitete rote züngelnde Flamme.“[22]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Georg Massoth gestaltet und 1956 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Die Bedeutung des Wappens spiegelt sich im Namen Brensbach wider: Im Sternenglanz sah der namensgebende Bach der Legende nach aus, als würde er brennen. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass dies bei Sonnenuntergang so aussah, da die Beleuchtung durch die Sterne zu gering ist.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 12. Juni 1978 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „In Rot-Weißem Flaggentuch im oberen Drittel aufgelegt das Gemeindewappen.“[23]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Brensbach unterhält seit 1978 partnerschaftliche Beziehungen zu der französischen Gemeinde Ézy-sur-Eure.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brensbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Georg Dascher: Brensbach - Die Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner. Berg-Druck, 64354 Spachbrücken 2005, Seite 13.
  3. Thomas Steinmetz: Die Schenken von Erbach, Sonderheft 3 aus Der Odenwald, Verlag Breuberg Bund, 2000, Seiten 94–95, ISBN 3-922903-07-X
  4. Die Abschrift der Originalurkunde findet sich bei (OBER-)MOSSAU, JOHANNITERHAUS: Sammlung von sieben Urkundenabschriften der Zeit von 1255 bis 1401 (HStAD Bestand C 1 A Nr. 21). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen). (Digitalisat der Urkunde).
  5. Wolfgang Martin in: Aschaffenburger Jahrbuch, Band 13/14, ISBN 3-87965-052-7, hierin: Urkunden des Reichsgräflich Ingelheimischen Archivs, S. 17.
  6. Der Hessische Minister des Innern: Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach (GVBl. II 330–16) vom 11. Juli 1972. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 224, § 8 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 357 und 359.
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  11. Friedrich, Martin In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  12. Georg Wilhelm Schanz In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  13. Philipp Trinkaus In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  14. Leonhard Hofmann In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  15. Leonhard Weber In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  16. Georg Groh II. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  17. Andreas Göttmann In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  18. Gerhard Schütz In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  19. SPD dankt Willi Riedel für fast vier Jahrzehnte Engagement auf der Website der SPD Brensbach vom 27. Januar 2006.
  20. Bürgermeister Hans-Georg Stosiek hört mit 65 auf auf ECHO-Online vom 5. Juli 2013.
  21. Rainer Müller wird neuer Bürgermeister von Brensbach auf der Website der SPD Brensbach vom 3. Februar 2014.
  22. Wappen Brensbach In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  23. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Brensbach, Odenwaldkreis vom 12. Juni 1978. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1978 Nr. 27, S. 1249, Punkt 794 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,6 MB]).