Sauerkrautkoma

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Filmdaten
OriginaltitelSauerkrautkoma
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Länge96 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
RegieEd Herzog
DrehbuchStefan Betz
ProduktionKerstin Schmidbauer
MusikMartin Probst
KameraSebastian Edschmid
SchnittStefan Essl
Besetzung
Chronologie

← Vorgänger
Grießnockerlaffäre

Nachfolger →
Leberkäsjunkie

Sauerkrautkoma ist eine deutsche Kriminalkomödie von Ed Herzog mit Sebastian Bezzel und Simon Schwarz in den Hauptrollen. Es ist der fünfte Teil der Heimatkrimi-Filmreihe um den Polizisten Franz Eberhofer, nach den Romanen von Rita Falk. Der Kinostart in Deutschland war am 9. August 2018. Beim Kino-Open-Air in Starnberg wurde der Film am 5. August 2018 gezeigt.[3] Am 14. Februar 2019 wurde der Film auf DVD, Blu-ray sowie diversen Streaming-Portalen veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfpolizist Franz Eberhofer wird gegen seinen Willen nach München versetzt. Alle Bemühungen, sich dagegen zu wehren, helfen nichts, er muss sich von seinen Freunden und der ihm liebgewordenen Provinzbevölkerung verabschieden. Als er vor Jahren hierhin strafversetzt wurde, hätte er das nicht erwartet. Lediglich mit seiner Freundin Susi gibt es Probleme, sie drängt endlich zur Heirat, wozu Franz noch nicht bereit ist. So ist ihm die Auszeit zwischen ihnen ganz recht.

Im Kommissariat München empfängt die leitende Kommissarin, Elisabeth Mayerhofer, den Neuankömmling nicht sehr freundlich. Sie erklärt ihm unmissverständlich, dass hier im Team gearbeitet würde und Alleingänge nicht erwünscht wären. Als Arbeitsplatz weist sie ihm einen recht spartanischen Schreibtisch in einem unbehaglichen Großraumbüro zu, das an eine Fabrikhalle erinnert.

In München zieht Eberhofer vorerst bei seinem alten Kumpel Rudi ein, bis sich eine eigene Wohnung findet, was in München nicht ganz einfach wird. Sein Vater hat den Möbeltransport übernommen, muss aber nun feststellen, dass man ihm das Auto in der kurzen Zeit der Wohnungsbesichtigung gestohlen hat. Es wird am nächsten Tag in einem Wald aufgefunden. Als Franz und sein Freund Rudi das Fahrzeug nach Niederkaltenkirchen zurückbringen, entdeckt Franz’ Vater im Kofferraum eine Leiche. Da diese komplett in Frischhaltefolie eingewickelt wurde, haben sie auf der Fahrt nichts davon gerochen. Als der Gerichtsmediziner die Folie aufschneidet, erkennt Eberhofer das Opfer. Es handelt sich um Branka, das Kindermädchen des Bürgermeisters. Ohne sich mit seiner neuen Vorgesetzten abgestimmt zu haben, beginnt Eberhofer umgehend mit den Ermittlungen. Er sieht sich zunächst beim Bürgermeister in Brankas Zimmer um und findet dort eine größere Menge Bargeld. Als Elisabeth Mayerhofer davon erfährt, rügt sie ihn gehörig. Sie kann mit ihrem Team anhand von Überwachungsaufnahmen sehr schnell zwei Jugendliche als die Autodiebe ermitteln. Sie haben jedoch für die Tatzeit ein Alibi, sodass Eberhofer schlussfolgert, dass die Leiche erst nach ihrer Ankunft in Niederkaltenkirchen in das Auto gelegt wurde.

Als feststeht, dass das Opfer schwanger war, will sich Eberhofer durch einen Trick eine DNA-Probe des Bürgermeisters besorgen, da er ihn für den Verursacher der Schwangerschaft hält. Zu diesem Zweck setzt er Rudi ein, der in der Küche des Bürgermeisters zufällig einen Gegenstand findet, an dem Blut anhaftet. Kurzerhand nimmt er auch diesen heimlich mit, da es möglicherweise die Tatwaffe war, mit der Branka erschlagen wurde. Das bestätigt sich nicht, denn die rote Substanz war nur Erdbeermarmelade, aber die Vaterschaft des Bürgermeisters steht für Eberhofer außer Frage. Eberhofer konfrontiert den Mann mit der Nachricht, erfährt jedoch von ihm, dass er seit drei Jahren zeugungsunfähig sei. Somit kommt nur dessen vierzehnjähriger Sohn Damian in Frage. Als Eberhofer dem nachgeht, stellt sich heraus, dass die Haushälterin des Bürgermeisters Branka erschlagen hatte, weil sie Damian schützen wollte. In dem Kofferraum des Autos hatte sie die Leiche dann entsorgt. Für Eberhofer bietet sich nun die Chance, mit dem Bürgermeister einen Deal auszuhandeln. Er würde die Affäre seines Sohnes mit dem Opfer unter den Tisch fallen lassen, wenn sich der Bürgermeister im Gegenzug dafür einsetzt, dass er seine alte Dienststelle wiederbekommt. Doch nicht nur das glückt, er schafft es auch endlich, seiner Susi einen Heiratsantrag zu machen. Am Ende heiraten die beiden zwar doch nicht, aber Eberhofer wird dennoch Vater eines kleinen Paul.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der namensgebende Titel rührt daher, dass Rudi Birkenberger in der Münchner WG immer nur Dosen aufwärmt und sich deshalb freut, als Franz Eberhofer unter Verwendung von Omas selbstgestampftem Sauerkraut frisches Essen kocht. Weil Rudi seinen Appetit nicht zügeln kann, treffen ihn die abführenden Eigenschaften mit voller Härte, so dass der herbeigerufene „Leichenfledderer“ Günther scherzhaft ein „Sauerkrautkoma“ diagnostiziert.

„Thin Lizzy“ Elisabeth Mayerhofer, die in Grießnockerlaffäre gegen Franz ermittelt hatte, kommt in der Buchvorlage nicht vor. Auf Grund der positiven Resonanz, die sie bei den Zuschauern von Grießnockerlaffäre erhielt, wurde sie ins Drehbuch der Verfilmung aufgenommen.

Nach Dampfnudelblues (2013), Winterkartoffelknödel (2014), Schweinskopf al dente (2016) und Grießnockerlaffäre (2017) ist Sauerkrautkoma die fünfte Verfilmung der Franz-Eberhofer-Serie, basierend auf den Romanen von Rita Falk. Eine sechste Verfilmung folgte 2019 mit Leberkäsjunkie.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuschauerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in der Startwoche vom 9. bis zum 16. August von 301.000 Menschen im Kino gesehen. Vornehmlich in bayerischen Kinos gezeigt, erreichte er nach einer Woche Platz drei und eine Woche später sogar Platz eins der deutschen Kinocharts. In der dritten Spielwoche lag Sauerkrautkoma damit 24 Prozent über den Werten seines Vorgängers, Grießnockerlaffäre, dem bisher erfolgreichsten Film der Reihe mit über 840.000 Kinobesuchern.[4] Ein Jahr später lag der Film mit 1.010.131 Besuchern auf Platz 30 der Top 100 Deutschland und spielte per 18. August 2019 7.971.879 Euro ein.[5]

Sauerkrautkoma sahen bei seiner Erstausstrahlung am 19. August 2019 im Ersten insgesamt 5,17 Millionen Zuschauer. Dies ergab einen Marktanteil von 18,3 Prozent.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frankfurter Rundschau urteilte: „Die Provinzkrimis mit Sebastian Bezzel als schluffigem niederbayerischen Dorfpolizisten Eberhofer sind ein Erfolgsphänomen: Aufwand, Anmutung und Inhalt unterscheiden sich kaum von vergleichbaren TV-Komödien. Trotzdem hatte ‚Sauerkrautkoma‘, der fünfte Film der Reihe, über eine Million Kinobesucher; und das, obwohl sich bei der Adaption der Romane von Rita Falk längst eine gewisse Routine eingeschlichen hat. Die Verfilmungen funktionieren nicht zuletzt dank ihrer Kontinuität vor und hinter der Kamera nach dem ‚Alle Jahre wieder‘-Prinzip.“[7]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv stellt fest: „Die Morde sind bloß Mittel zum Zweck, um witzige Geschichten über liebenswert-skurrile Figuren zu erzählen. Tatsächlich bildet der jeweilige Kriminalfall quasi den einzigen Unterschied zwischen den von Martin Probst stets mit launiger Blasmusik unterlegten Geschichten. Durchgehendes Qualitätsmerkmal ist auch die sorgfältige Bildgestaltung.“[6]

Der Filmdienst wertete: „Routinierte Krimikomödie, die zwar Klischees weitgehend vermeidet, es aber auch nicht zu hintergründigem Charme bringt. Spielfreudig und komisch präsentiert sich erneut das hervorragende Ensemble.“[8]

Thomas Assheuer von Der Zeit kommentierte: „Es ist nicht so, dass ‚Sauerkrautkoma‘ den Zuschauer ästhetisch überfordert, der Film ist massentauglich und schielt ein wenig auf den Alleskleberhumor französischer Filmkomödien. Aber er ist weder reaktionär noch kitschig, er hat nichts von Söders sauberem Deutschtum, schon in Rita Falks lakonischen Romanvorlagen werden christsoziale Spießeridyllen liebevoll durchlüftet.“[9]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Franz Eberhofers neuer Dienststelle in München handelt es sich weder um die Polizeiinspektion 15 (wie von Rudi behauptet)[10] noch um die “Löwengrube“ (wie von Oma behauptet – an der Löwengrube liegt das Polizeipräsidium), sondern um die Verkehrspolizeiinspektion an der Tegernseer Landstraße.[11]

Die gemeinsame Wohnung von Rudi und Franz befindet sich in der Candidstraße 3, unweit der Verkehrspolizeiinspektion.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Sauerkrautkoma. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 179458/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Sauerkrautkoma. Jugendmedien­kommission.
  3. Fünf-Seen-Filmfestival: Sommerliches Kinovergnügen am See. Artikel vom 24. Juli 2018, abgerufen am 27. Juli 2018.
  4. 3 Mio. Kinobesucher für Eberhofer-Reihe sind erfolgreichste bayerische Kinofilmreihe aller Zeiten bei presseportal.de abgerufen.
  5. Top 100 Deutschland bei insidekino.de, abgerufen am 18. November 2019.
  6. a b Tilmann P. Gangloff: Bezzel, Schwarz, Potthoff, Stefan Betz, Ed Herzog. Deftiger Bayern-Spaß mit Leiche Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 18. November 2019.
  7. „Sauerkrautkoma“: Hommage an Niederbayern bei fr.de abgerufen.
  8. Filmkritik abgerufen bei filmdienst.de am 17. Januar 2019.
  9. Die Seelen des Südens bei zeit.de., abgerufen am 18. November 2019.
  10. https://www.polizei.bayern.de/muenchen/wir/organisation/dienststellen/index.html/58896
  11. https://www.polizei.bayern.de/muenchen/wir/organisation/dienststellen/index.html/58935
  12. Thomas Assheuer: Publikumspreis für "Sauerkrautkoma". Artikel vom 17. Januar 2019, abgerufen am 17. Januar 2019.