Krankenversicherung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gesetzliche Krankenkasse)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Krankenversicherung erstattet den Versicherten voll oder teilweise die Kosten für die Behandlung bei Erkrankungen, bei Mutterschaft und oft auch nach Unfällen.

Ausgestaltung[Bearbeiten]

Die Krankenversicherung ist Teil des Gesundheitssystems und in vielen Ländern auch des Sozialversicherungswesens.

Die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse oder der Vertrag mit einer Krankenversicherung ist entweder gesetzlich verpflichtend (Pflichtversicherung) oder freiwillig abschließbar (Individualversicherung). In einigen Ländern kommen neben finanziellen Leistungen auch Sachleistungen hinzu. Ob Folgekosten von Unfällen durch die Krankenversicherung oder stattdessen durch eine spezielle Unfallversicherung übernommen werden, ist ebenfalls länderspezifisch.

Die Krankenversicherungsprämie ist vom gewählten Leistungsangebot oder vom Einkommen des Versicherten abhängig.

Länderspezifisches[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Eine Absicherung im Krankheitsfall zu haben, ist in Deutschland für alle Einwohner gesetzlich vorgeschrieben. Etwa 87 Prozent sind sozial bei Körperschaften des öffentlichen Rechts, den Krankenkassen der gesetzlichen Krankenversicherung versichert und entrichten einen einkommensabhängigen Beitrag. Etwa 13 Prozent sind versicherungsfrei von der vorgenannten Kranken-Sozialversicherung, benötigen aber trotzdem die gesetzlich vorgeschriebene Absicherung im Krankheitsfall. Sie versichern sich individuell bei Aktiengesellschaften sowie Versicherungsvereinen der sogenannten privaten Krankenversicherung und entrichten eine risikoabhängige Versicherungsprämie. Freiwillige Zusatzleistungen können als Zusatzpolice abgesichert werden (Private Krankenzusatzversicherung).

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich ist eine Absicherung im Krankheitsfall nur für Einwohner mit regulärem Einkommen und deren Familie gegeben. Diese Pflichtversicherung wird vollständig und sozial von Körperschaften des öffentlichen Rechts, den Krankenkassen durchgeführt. Die Sozialversicherung ist nach Berufsklassen organisiert. Es gibt Sonderregelungen für Arbeitslose, Pensionisten und Kinder. Die Krankenversicherungsprämie ist einkommensabhängig. Freiwillige Zusatzleistungen können als Zusatzpolizze abgesichert werden (Private Zusatzversicherung).[1][2][3][4][5]

Schweiz[Bearbeiten]

Eine Absicherung im Krankheitsfall zu haben, ist in der Schweiz für alle Einwohner gesetzlich vorgeschrieben. Die Versichungspflicht besteht für alle im Rahmen der gesetzlich vorgegebenen Mindestleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und ist nicht zu verwechseln mit einer Pflegeversicherung. Dabei besteht eine Selbstbeteiligung pro Jahr, die aus einem festen Jahresbetrag (Franchise, mind. 300,00 SFR) und 10 Prozent der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt, max. 700,00 SFR) zusammengesetzt ist. Angeboten wird die soziale Krankenversicherung von Krankenkassen und von privaten Versicherungsunternehmen. Die Versicherungsprämie ist nicht einkommensabhängig und wird vom Arbeitgeber nicht bezuschusst, Geringverdiener erhalten jedoch einen Zuschuss des jeweiligen Kantons, die sogenannte Prämienverbilligung. Die Prämienhöhe kann von den Versicherern frei festgelegt werden, gilt dann aber als Einheitsprämie für alle Versicherten derselben Altersgruppe (Kinder, junge Erwachsene und Erwachsene) und Prämienregion. Zu dieser Einheitsprämie muss die soziale Krankenversicherung jeder Person angeboten werden (Kontrahierungszwang). Freiwillige Zusatzleistungen können als Zusatzpolice abgesichert werden (Privatversicherung).

Frankreich[Bearbeiten]

Ab 2016 wird die französische Zusatzversicherung "mutuelle santé individuelle", welche bis jetzt die Grundversicherung "securité sociale", durch die "mutuelle entreprise" (betriebliche Krankenversicherung) abgelöst[6]. Die neue (Pflicht)Versicherung teilt die Kosten der Versicherung zwischen den Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf, um die private Kosten zu senken. Die neue Versicherung wird für jeden französischen Arbeitnehmer und Staatsbürger Pflicht[7].

Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland[Bearbeiten]

Hauptartikel: National Health Service

Niederlande[Bearbeiten]

Wie auch in der Schweiz ist ein Leistungskatalog gesetzlich vorgegeben, und Personen müssen dieses Risiko bei einem der anerkannten privaten Versicherungsgesellschaften absichern. Versicherungsgesellschaften müssen jede Person zur angegeben Kondition aufnehmen.

Europäischen Union[Bearbeiten]

→ Hauptartikel Europäische Krankenversicherung

2009 wurde die gesetzliche Grundlage für die Gründung Europäischer Krankenversicherungen geschaffen.

Vereinigte Staaten von Amerika[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Krankenversicherung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. System der Pflichtversicherung (ASVG, GSVG, FSVG, BSVG), help.gv.at
  2. 100.000 Österreicher haben keine Versicherung, Kurier, 11. September 2013
  3. Krankenversicherung, Arbeitsmarktservice Österreich, zugegriffen am 4. April 2015
  4. Nichtversicherte, Im Wartezimmer der Mittellosen, zeit.de, 29. März 2012
  5. Selbstversicherung in der Krankenversicherung, help.gv.at.
  6. http://www.finanzen.fr/actualites/322/interview-lavis-dun-expert-sur-la-mutuelle-entreprise-obligatoire
  7. http://lorraine-internationale.fr/de/mutuelle-entreprise/
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!