Grächen

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Grächen
Wappen von Grächen
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Vispw
BFS-Nr.: 6285i1f3f4
Postleitzahl: 3925
Koordinaten: 631137 / 11625146.1977.8421619Koordinaten: 46° 11′ 49″ N, 7° 50′ 31″ O; CH1903: 631137 / 116251
Höhe: 1'619 m ü. M.
Fläche: 14.32 km²
Einwohner: 1396 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 97 Einw. pro km²
Website: www.gemeinde-graechen.ch
Grächen

Grächen

Karte
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Grächen (walliserdeutsch: Greechu) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Visp des Schweizer Kantons Wallis und liegt im Mattertal.

Geographie[Bearbeiten]

Grächen befindet sich in 1'619 m ü. M. auf einer Terrasse oberhalb des Nachbardorfes St. Niklaus. Gegen Süden hin grenzt Grächen an den Weiler Gasenried. Grächen liegt im Niederschlag ärmsten Gebiet der Schweiz und der Alpen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde der Ort 1295 als „de Grangiis“ und 1307 als „Grenekun“. 1433 wurde eine eigene Kapelle zu Ehren des hl. Jakobus errichtet, die 1704 zu einer Kirche erweitert wurde. 1750 löste sich Grächen vollständig von der Pfarrei Stalden. 1935 wurde die heutige Kirche erbaut.

Zur Bewässerung wird seit Jahrhunderten das Wasser des Riedgletschers durch vier Wasserleite Suonen oder Fuhren auf die Wiesen und früher auf die Äcker geleitet. Die älteste und längste Wasserleitung Grächens heisst Eggeri. Sie leitet das Gletscherwasser bis ins Bärgji unterhalt der Hannigalp. Die Wasserleitungen dienen zum Teil auch heute noch zur Bewässerung der Wiesen. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde in Grächen Getreide, vor allem Roggen, angebaut. Allen Wasserleitungen entlang führen reizvolle Wanderwege.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 2000
Einwohner 338 389 665 1254

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Exekutive wird durch den Gemeinderat repräsentiert, welcher aus fünf Mitgliedern besteht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1953 ist Grächen durch eine Fahrstrasse mit St. Niklaus verbunden. Grächen ist im Gegensatz zu Zermatt, Bettmeralp und Saas-Fee nicht vollständig autofrei. Niedergrächen und ein nördlicher Dorfteil sind mit dem Auto erreichbar. Der Grossteil von Grächen inkl. dem Dorfkern sind jedoch autofrei und dürfen nur von Elektroautos befahren werden. Ein grosses Parkhaus steht zur Verfügung. Mit dem öffentlichen Verkehr ist Grächen gut erschlossen. Ab Brig resp. Visp fährt die Matterhorn–Gotthard-Bahn bis St. Niklaus. Das Postauto bringt die Reisenden nach dem Umsteigen bis nach Grächen. Es gibt aber auch Busse, die von Visp direkt bis nach Grächen fahren.

Grächen ist ein besonders bei Familien beliebter Ort für Sommer- und Winterferien. 2003 wurden in den Hotels, Chalets und Ferienwohnungen ca. 400'000 Übernachtungen (60 % im Winter, 40 % im Sommer) registriert.

Sommertourismus[Bearbeiten]

Leichte, meist ebene Wanderwege führen entlang der vier Suonen/Wasserleiten „Bineri“, „Drieri“, „Chilcheri“ und „Eggeri“. Ausgangspunkt für Wanderungen über Alpen und Bergwälder ist die Seilbahnstation Hannigalp 2114 m. Grächen ist Ausgangspunkt des Höhenweg Balfrin nach Saas-Fee (ca. 7 Stunden) und Ziel des Europaweges von Zermatt. Die Wanderung dauert 12 Stunden. Deshalb übernachten viele Wanderer auf halbem Weg in der Europahütte. Die beiden Höhenwege sind seit 2008 als regionale Route 27 „Swiss Tour Monte Rosa, ZermattSaas-Fee“ von Wanderland Schweiz signalisiert. Auf der Dreitagestour dient Grächen als Übernachtungsort.

Auch für bergtüchtige Familien zugänglich ist die Bordierhütte des SAC.

Wintertourismus[Bearbeiten]

Im Winter wird in Grächen hauptsächlich alpiner Skisport betrieben. Das Grächer Skigebiet erstreckt sich von Grächen auf 1619 m bis hinauf zum Seetalhorn auf 2864 m. Mit insgesamt 10 Liftanlagen (1 Gondelbahnen, 3 Sessellifte, 6 Skilifte) sind 40 km schneesichere Pisten befahrbar.[2]

Das Skigebiet in Grächen ist vor allem bei Familien beliebt. Im Winter 2011/2012 wurde die neue und in Europa einzigartige Märchen-Gondelbahn eingeweiht. In zehn der total 55 Gondeln erzählt die Schauspielerin Silvia Jost die Märchen der Gebrüder Grimm. Schon von aussen ist erkennbar, welches Märchen während der Fahrt zu hören ist. Nebst den Schweizer- und Walliser-Skischulen stehen auch Übungslifte und -hänge zur Verfügung, welche das Erlernen des Snowboardens oder Skifahrens angenehm gestalten. Im SiSu Familienpark sind Zauberteppiche und Übungslifte für die ersten Skiversuche vorhanden. Weiter sind hier auch ein grosser Spielplatz, ein Kino-Iglu und die Snow-Tubebahn integriert. Der Kinderhort mitten im Skigebiet ist für Skipassbesitzer kostenlos. Eltern können hier Ihre Kinder während zweier Stunden in die Obhut von Betreuer- Innen geben und ungestört dem Skifahren frönen. Auf der Hannigalp befindet sich ab dem Winter 2013/14 eine WLAN Zone, welche für alle Skifahrer und Besucher gratis zur Verfügung steht. Das Swisscom Skimovie kann von Skipassbesitzern genutzt werden. Wie bei den grossen Skirennen wird die Abfahrt ab dem Start in einem Starthäuschen gefilmt, bis der Fahrer im Ziel eintrifft. Auch die exakte Rennzeit wird gemessen. Nach der Fahrt kann das Video direkt aus dem Internet heruntergeladen und auf Social Media Kanälen geteilt werden

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Thomas Platter der Ältere (1499–1582), humanistischer Gelehrter und autobiographischer Schriftsteller
  • Adolf Fux (1901–1973), Journalist, Schriftsteller und Politiker, Grossrat (1933–1937, 1949–1961)
  • Ernst Schnydrig (1912–1978), Ordenspriester, Journalist und Schriftsteller

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Grächen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Kirche von Grächen
Blick von der Moosalp nach Grächen, rechts der Riedgletscher
Das Sportzentrum in Grächen, wo 2013 die 113. Schweizer Schach-Einzelmeisterschaften stattfanden.[3]
Blick auf das Matterhorn

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Grächen Bergbahnen-Informationen, abgerufen am 4. Februar 2011
  3. 113. Schweizer Schach-Einzelmeisterschaften, 2013 in Grächen