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Großer Preis von Großbritannien 1962

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 Großer Preis von Großbritannien 1962
Renndaten
5. von 9 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1962
Streckenprofil
Name: XV RAC British Grand Prix
Datum: 21. Juli 1962
Ort: Aintree, Vereinigtes Königreich
Kurs: Aintree Circuit
Länge: 362,1 km in 75 Runden à 4,828 km
Wetter: sonnig, trocken
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus-Climax
Zeit: 1:53,6 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus-Climax
Zeit: 1:55,0 min (Runde 36)
Podium
Erster: Vereinigtes Konigreich Jim Clark Vereinigtes Konigreich Lotus-Climax
Zweiter: Vereinigtes Konigreich John Surtees Vereinigtes Konigreich Lola-Climax
Dritter: Neuseeland Bruce McLaren Vereinigtes Konigreich Cooper-Climax
Jim Clark im Lotus

Der Große Preis von Großbritannien 1962 (offiziell XV RAC British Grand Prix) fand am 21. Juli auf dem Aintree Circuit in Aintree statt und war das fünfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1962.

Seit dem Großen Preis von Großbritannien 1954 wechselte der Austragungsort dieses Rennens jährlich zwischen dem Aintree Circuit und dem Silverstone Circuit. Dieser regelmäßige Rennstreckenwechsel endete 1962, zum zweiten Mal in Folge wurde der Grand Prix auf dem Aintree Circuit veranstaltet. Es war gleichzeitig das letzte Rennen auf dieser Rennstrecke, da sie anschließend verkauft wurde. Danach fand der Große Preis von Großbritannien abwechselnd auf dem Silverstone Circuit und in Brands Hatch statt.

Wegen eines Streiks der Metallverarbeitungsindustrie in Italien hatte Ferrari den Großen Preis von Frankreich auslassen müssen. Der Streik war zwar beendet worden, aber Ferrari schaffte es nur einen Wagen für den Großen Preis von Großbritannien vorzubereiten. Als Fahrer für diesen Ferrari 156 wurde Phil Hill eingesetzt. Das Fahrzeug war jedoch während des ganzen Rennwochenendes nicht konkurrenzfähig.

Zum letzten Mal fuhr Jack Brabham einen privaten Lotus 24. Ab dem Großen Preis von Deutschland setzte er seinen eigenen Wagen, den Brabham BT3, ein. Das Bowmaker Racing Team meldete für John Surtees zusätzlich einen Lola Mk4A. Surtees fuhr im Training und im Rennen jedoch den bisherigen Wagen, den Lola Mk4. Ian Burgess fuhr sein erstes Saisonrennen für das debütierende Team Anglo-American Equipe auf einem Cooper T53 Special. Tony Settember bestritt sein Debütrennen für Emeryson Cars auf einem Emeryson 1004. Wolfgang Seidel qualifizierte sich das letzte Mal in seiner Karriere für einen Grand Prix, Jay Chamberlain und Tony Shelly das einzige Mal. Bei allen drei Fahrern scheiterten weitere Versuche sich für nachfolgende Rennen zu qualifizieren. Shelly fuhr für John Dalton, ebenso wie Keith Greene. Da John Dalton aber nur einen Wagen zur Verfügung hatte, erhielt Shelly den Lotus 18 fürs Rennen, Greene durfte im Training fahren. Maurice Trintignant pausierte ein Rennen, weil sein Wagen nach dem Unfall in Frankreich immer noch beschädigt war. Siffert trat nicht an, nachdem er das Startgeld für den Grand Prix nicht aufbringen konnte.

Mit Brabham nahm ein ehemaliger Sieger am Rennen teil, bei den Konstrukteuren waren zuvor Ferrari siebenmal und Cooper zweimal erfolgreich. In der Fahrerwertung führte Graham Hill vor Phil Hill und Bruce McLaren, in der Konstrukteurswertung lag B.R.M. vor Cooper und Lotus. Eine Woche vor dem Rennen fand ein nicht zur Automobilweltmeisterschaft zählender Grand Prix statt, der Große Preis der Solitude, den Dan Gurney auf Porsche gewann.

Zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal in der Saison erzielte Jim Clark auf Lotus die Pole-Position. Er war dabei eine halbe Sekunde schneller als der Zweitplatzierte Surtees auf Lola. Dritter wurde Innes Ireland, der für das UDT Laystall Racing Team fuhr. Auf Startplatz vier platzierte sich McLaren vor Graham Hill und Gurney. Somit waren auf den ersten sechs Positionen der Startaufstellung sechs verschiedene Teams vertreten. Jo Bonnier qualifizierte sich hinter seinem Teamkollegen auf Rang sieben, Richie Ginther auf B.R.M. wurde Achter vor Brabham und Trevor Taylor. Phil Hill, mit dem einzigen Ferrari im Feld, wurde Zwölfter und war mehr als zwei Sekunden langsamer als Clark.

Beim Start hatte Ireland Probleme mit dem Getriebe und verlor viele Plätze, sodass Clark in Führung ging; Surtees war Zweiter. Dahinter verbesserte sich Gurney auf Rang drei, McLaren blieb Vierter. Auch Brabham gewann am Start mehrere Positionen, überholte Graham Hill und lag damit auf Rang fünf. Graham Hill überholte Brabham einige Runden später, um die Position zurückzugewinnen. An der Spitze gab es für den Rest des Rennens keine Zweikämpfe um Positionsveränderungen mehr. Clark baute seinen Vorsprung auf Surtees auf mehr als eine Minute aus und hielt ihn konstant aufrecht. Gurney fiel durch einen Defekt mehrere Plätze zurück, McLaren war deshalb neuer Dritter vor Graham Hill und Brabham.

In der sechsten Rennrunde schied Shelly mit einem Motorschaden aus. Bei Seidel versagten die Bremsen in Runde 11 und Bonnier stellte seinen Wagen in Runde 27 mit defektem Differential ab. Erneut schied Roy Salvadori auf Lola aus, er blieb weiterhin ohne Zielankunft in dieser Saison. Phil Hill, dessen Wagen nicht schnell genug war, um Punkte für Ferrari zu erzielen, erlitt in Runde 47 einen Motorschaden und beendete das Rennen ebenfalls vorzeitig.

In einem weitestgehend ereignislosen Rennen dominierte Clark und gewann den Grand Prix mit 49 Sekunden Vorsprung vor Surtees. Neben der Pole-Position und dem Sieg fuhr Clark die schnellste Rennrunde und führte das gesamte Rennen an. Damit erzielte er seinen ersten Grand Slam. Nachdem es vorher vier verschiedene Sieger in vier Rennen gab, war er auch der erste Fahrer, der 1962 zwei Grands Prix gewann. Dies war für ihn der Auftakt einer Serie von vier Siegen in Folge beim Großen Preis von Großbritannien. Surtees erreichte zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Podestplatz, nachdem er schon beim Großen Preis von Großbritannien 1960 auf Lotus Zweiter geworden war. Für den Konstrukteur Lola war es der erste Podestplatz. McLaren wurde Dritter, Graham Hill Vierter. Mit einer Runde Rückstand kam Brabham auf Rang fünf ins Ziel und Tony Maggs wurde Sechster. Die weiteren Plätze innerhalb der Wertung belegten Gregory, Taylor, Gurney und Jackie Lewis.

In der Fahrerwertung behielt Graham Hill mit einem Punkt Vorsprung die Führung vor Clark, der sich um zwei Positionen verbesserte. McLaren blieb auf dem dritten Rang und hatte drei Punkte Rückstand auf Graham Hill. Insgesamt lagen die ersten fünf Fahrer aber noch sehr eng zusammen und jeder Fahrer hatte noch die theoretische Chance auf den Titelgewinn. Auch in der Konstrukteurswertung waren die Abstände zwischen den Konstrukteuren gering, Lotus übernahm die Führung und hatte einen Punkt Vorsprung auf B.R.M. Dritter war Cooper mit drei Punkten Rückstand.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Scuderia Ferrari SpA SEFAC 2  Phil Hill Ferrari 156 Ferrari 1.5 V6 D
 Porsche System Engineering 8  Dan Gurney Porsche 804 Porsche 1.5 B8 D
10  Jo Bonnier
 Owen Racing Organisation 12  Graham Hill BRM P57 BRM 1.5 V8 D
14  Richie Ginther
 Bowmaker Racing Team 16  Roy Salvadori Lola Mk4 Climax 1.5 V8 D
24  John Surtees Lola Mk4[# 1]
Lola Mk4A[# 1]
 Cooper Car Company 18  Tony Maggs Cooper T60 Climax 1.5 V8 D
26  Bruce McLaren
 Team Lotus 20  Jim Clark Lotus 25[# 2] Climax 1.5 V8 D
Lotus 24[# 2]
22  Trevor Taylor Lotus 24
 Brabham Racing Organisation 30  Jack Brabham Lotus 24 Climax 1.5 V8 D
 Rob Walker Racing Team 28  Maurice Trintignant Lotus 24 Climax 1.5 V8 D
 UDT Laystall Racing Team 32  Innes Ireland Lotus 24 Climax 1.5 V8 D
34  Masten Gregory
 Anglo-American Equipe 36  Ian Burgess Cooper T53 Special Climax 1.5 L4 D
 Emeryson Cars 40  Tony Settember Emeryson 1004 Climax 1.5 L4 D
 Ecurie Galloise 42  Jackie Lewis Cooper T53 Climax 1.5 L4 D
 Autosport Team Wolfgang Seidel 44  Wolfgang Seidel Lotus 24 BRM 1.5 V8 D
 Ecurie Excelsior 46  Jay Chamberlain Lotus 18 Climax 1.5 L4 D
 John Dalton 48  Keith Greene[# 3] Lotus 18/21 Climax 1.5 L4 D
 Tony Shelly[# 3]
 Ecurie Maarsbergen 54  Carel Godin de Beaufort Porsche 718 Porsche 1.5 B4 D
Anmerkungen
  1. 1 2 John Surtees fuhr den Lola Mk4 mit der Nummer 24 in den Trainingssitzungen und im Rennen.
  2. 1 2 Jim Clark fuhr den Lotus 25 mit der Nummer 12 in den Trainingssitzungen und im Rennen.
  3. 1 2 Keith Greene fuhr den Lotus 18/21 mit der Nummer 48 in den Trainingssitzungen, Tony Shelly in den Trainingssitzungen und im Rennen.

Klassifikationen

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Startaufstellung

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Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
1  Jim Clark  Lotus-Climax 1:53,6 153,00 km/h 1
2  John Surtees  Lola-Climax 1:54,2 152,20 km/h 2
3  Innes Ireland  Lotus-Climax 1:54,4 151,93 km/h 3
4  Bruce McLaren  Cooper-Climax 1:54,6 151,66 km/h 4
5  Graham Hill  B.R.M. 1:54,6 151,66 km/h 5
6  Dan Gurney  Porsche 1:54,8 151,40 km/h 6
7  Jo Bonnier  Porsche 1:55,2 150,88 km/h 7
8  Richie Ginther  B.R.M. 1:55,2 150,88 km/h 8
9  Jack Brabham  Lotus-Climax 1:55,4 150,61 km/h 9
10  Trevor Taylor  Lotus-Climax 1:56,0 149,83 km/h 10
11  Roy Salvadori  Lola-Climax 1:56,2 149,58 km/h 11
12  Phil Hill  Ferrari 1:56,2 149,58 km/h 12
13  Tony Maggs  Cooper-Climax 1:57,0 148,55 km/h 13
14  Masten Gregory  Lotus-Climax 1:57,2 148,30 km/h 14
15  Jackie Lewis  Cooper-Climax 1:59,4 145,57 km/h 15
16  Ian Burgess  Cooper-Climax 2:00,6 144,12 km/h 16
17  Carel Godin de Beaufort  Porsche 2:01,4 143,17 km/h 17
18  Tony Shelly  Lotus-Climax 2:02,4 142,00 km/h 18
19  Tony Settember  Emeryson-Climax 2:02,4 142,00 km/h 19
20  Jay Chamberlain  Lotus-Climax 2:03,4 140,85 km/h 20
21  Wolfgang Seidel  Lotus-B.R.M. 2:11,6 132,07 km/h 21
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  Jim Clark  Lotus-Climax 75 2:26:20,8 1 1:55,0 (36.)
2  John Surtees  Lola-Climax 75 + 49,2 2 1:55,8 (46.)
3  Bruce McLaren  Cooper-Climax 75 + 1:44,8 4 1:56,2 (46.)
4  Graham Hill  B.R.M. 75 + 1:56,8 5 1:56,4 (42.)
5  Jack Brabham  Lotus-Climax 74 + 1 Runde 9 1:56,4 (28.)
6  Tony Maggs  Cooper-Climax 74 + 1 Runde 13 1:56,4 (60.)
7  Masten Gregory  Lotus-Climax 74 + 1 Runde 14 1:57,4 (32.)
8  Trevor Taylor  Lotus-Climax 74 + 1 Runde 10 1:56,6 (45.)
9  Dan Gurney  Porsche 73 + 2 Runden 6 1:57,2 (21.)
10  Jackie Lewis  Cooper-Climax 72 + 3 Runden 15 2:00,2 (19.)
11  Tony Settember  Emeryson-Climax 71 + 4 Runden 19 2:02,2 (62.)
12  Ian Burgess  Cooper-Climax 71 + 4 Runden 16 1:59,6 (64.)
13  Richie Ginther  B.R.M. 70 + 5 Runden 8 1:57,4 (39.)
14  Carel Godin de Beaufort  Porsche 69 + 6 Runden 17 2:04,4 (68.)
15  Jay Chamberlain  Lotus-Climax 64 + 11 Runden 20 2:07,6 (6.)
16  Innes Ireland  Lotus-Climax 61 + 14 Runden 3 2:05,0 (55.)
 Phil Hill  Ferrari 47 DNF 12 1:58,4 (39.)
 Roy Salvadori  Lola-Climax 35 DNF 11 1:58,2 (33.)
 Jo Bonnier  Porsche 27 DNF 7 1:58,0 (21.)
 Wolfgang Seidel  Lotus-B.R.M. 11 DNF 21 2:14,0 (9.)
 Tony Shelly  Lotus-Climax 6 DNF 18 2:10,4 (5.)

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2, 1 Punkt(e). Es zählten nur die fünf besten Ergebnisse aus neun Rennen. In der Konstrukteurswertung zählten dabei nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Graham Hill B.R.M. 19
2  Jim Clark Lotus-Climax 18
3  Bruce McLaren Cooper-Climax 16
4  Phil Hill Ferrari 14
5  John Surtees Lola-Climax 13
6  Dan Gurney Porsche 9
7  Tony Maggs Cooper-Climax 9
8  Trevor Taylor Lotus-Climax 6
9  Richie Ginther B.R.M. 4
10  Lorenzo Bandini Ferrari 4
11  Jack Brabham Lotus-Climax 3
12  Giancarlo Baghetti Ferrari 3
13  Ricardo Rodríguez Ferrari 3
14  Jo Bonnier Porsche 2
15  Carel Godin de Beaufort Porsche 2
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
16  Masten Gregory Lotus-Climax 0
17  Willy Mairesse Ferrari 0
18  Maurice Trintignant Lotus-Climax 0
19  Lucien Bianchi Lotus-Climax 0
20  Jo Siffert Lotus-Climax 0
21  John Campbell-Jones Lotus-Climax 0
22  Jackie Lewis Cooper-Climax 0
23  Tony Settember Emeryson-Climax 0
24  Ian Burgess Cooper-Climax 0
25  Jay Chamberlain Lotus-Climax 0
26  Innes Ireland Lotus-Climax 0
 Roy Salvadori Lola-Climax 0
 Wolfgang Seidel Emeryson-Climax 0
 Ben Pon Porsche 0
 Tony Shelly Lola-Climax 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Lotus 24
2  B.R.M. 23
3  Cooper 21
4  Ferrari 14
Pos. Konstrukteur Punkte
5  Lola 13
6  Porsche 12
7  Emeryson 0