Hahnbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hahnbach
Hahnbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hahnbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 32′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Hahnbach
Höhe: 386 m ü. NHN
Fläche: 67,38 km2
Einwohner: 4921 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92256
Vorwahl: 09664
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 126
Marktgliederung: 27 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Herbert-Falk-Straße 5
92256 Hahnbach
Webpräsenz: www.hahnbach.de
Bürgermeister: Bernhard Lindner (CSU)
Lage des Marktes Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Hahnbach ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hahnbach. Hahnbach liegt etwa 65 km östlich von Nürnberg und knapp 10 km nordöstlich von Sulzbach-Rosenberg an der Bundesstraße 14.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt liegt im Tal der Vils. Die waldreiche Hügellandschaft ist geprägt von Weiherwirtschaft.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind in Uhrzeigerrichtung die Stadt Vilseck, der Markt Freihung, die Gemeinde Gebenbach, die Stadt Amberg, die Gemeinde Poppenricht, die Stadt Sulzbach-Rosenberg und die Gemeinde Edelsfeld.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hahnbach hat 27 Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hahnbach wurde 1121 erstmals erwähnt. Der Markt Hahnbach gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Amberg des Kurfürstentums Bayern. Hahnbach besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten.

Durch das erste bayerische Gemeindeedikt wurde Hahnbach im Jahre 1808 zum Steuerdistrikt und dem Landgericht Amberg und damit dem Naabkreis zugeordnet.[3] Nach der Auflösung des Naabkreises zugunsten des Mainkreises und des Regenkreises wurde Hahnbach im Jahr 1810 zusammen mit dem Landgericht Amberg dem Regenkreis zugeordnet (ab 1838 „Oberpfalz und Regensburg“).[4]

Durch das zweite bayerische Gemeindeedikt wurde Hahnbach im Jahre 1818 eine eigenständige politische Gemeinde.[5]

Landgericht Vilseck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1838 wurde das Landgericht Vilseck gegründet, dem Hahnbach zusammen mit den Steuergemeinden Adlholz, Ehenfeld, Gebenbach, Gressenwöhr, Großschönbrunn, Iber, Irlbach, Langenbruck, Massenricht, Schalkenthan, Schlicht, Seugast, Sigl, Süß und Vilseck zugeordnet und aus dem Landgericht Amberg herausgelöst wurde.[6][7][8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die ursprüngliche Gemeinde Hahnbach, die durch Eingemeindungen von Adlholz, Iber, Süß und eines Teils von Irlbach am 1. April 1971, von Ursulapoppenricht und Teilen von Großschönbrunn und Mimbach am 1. Januar 1972 sowie eines Teils von Kötzersricht am 1. Juli 1972 vergrößert wurde.[9]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Geistliches Zentrum ist die Pfarrkirche St. Jakobus in Hahnbach. Zur Pfarrei St. Jakobus gehören Filialkirchen mit regelmäßigen Gottesdiensten in Iber (St. Konrad), Süß (St. Bartholomäus) und weiteren, kleineren Kapellen in Luppersricht, Dürnsricht, Kümmersbuch und Schalkenthan.

Die Pfarrgemeinde St. Ursula im Gemeindeteil Ursulapoppenricht bildet eine Seelsorgeeinheit mit der Pfarrei Gebenbach. Die Katholiken der Gemeindeteile Oberschalkenbach, Unterschalkenbach, Mülles und Kreuzberg sind der Pfarrei Schlicht zugehörig, Adlholz der Pfarrei Vilseck sowie Ölhof der Pfarrei Großschönbrunn.

Zur Zeit der Reformation war der Ort vollständig evangelisch, ebenso wie der größte Teil der Oberpfalz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hahnbach rekatholisiert. Erst seit den 1920er Jahren siedelten sich wieder Evangelische an, in erster Linie durch den Zuzug von Vertriebenen und Neubürgern. Gegenwärtig sind rund 10 Prozent der Bevölkerung evangelischen Bekenntnisses. Seit 1949 finden in Hahnbach evangelische Gottesdienste statt, die jahrzehntelang in der Friedhofskapelle gefeiert wurden. Im Jahr 1991 wurde ein Förderverein Evangelisches Gemeindezentrum gegründet, durch dessen Initiative zwischen 1995 und 1997 auf der Fläche des großen Kinderspielplatzes das Andreas-Raselius-Haus gebaut wurde. Die evangelische Kirchengemeinde wird heute organisatorisch von der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg betreut.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1800 0710
1900 0815
1939 1028
1946 1850
1950 1432
1961 1399
1970 1771
1990 2240
1995 4994
2005 5217
2010 5015
2015 4917

(Zahlen bis 1990 nur Hahnbach, ohne Gemeindeteile, ab 1995 mit Gemeindeteilen)

Quelle: bis 1950 und 1990: Chronik der Marktgemeinde Hahnbach (1992), 1961, 1970 und ab 1995: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder:

  • CSU 12 Mitglieder
  • SPD 4 Mitglieder
  • FW 4 Mitglieder

(Stand: Kommunalwahlen in Bayern 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernhard Lindner (* 1963) ist seit Mai 2014 Bürgermeister von Hahnbach.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hahnbach führt bereits seit dem 15. Jahrhundert ein Wappen. Im Jahr 1964 wurde es erneuert.

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„In Gold ein blauer Wellenbalken im Schildfuß, darauf stehend ein roter Hahn, überdeckt mit einem schmalen, in zwei Reihen von Silber und Blau gerauteten Balken.“

Wappensymbole und Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1508 ist die Führung eines eigenen Wappensiegels für Hahnbach urkundlich beglaubigt. Es handelt sich um ein sogenanntes redendes Wappen, das heißt, der abgebildete Hahn und der Bach sprechen für den Namen der Ortschaft. Außerdem deutet der Hahn auf die Adelsfamilie der Hannbeck hin, die bis zur zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Herrschaft in Hahnbach innehatte, bevor der Markt an die pfälzischen Kurfürsten ging. Der Balken mit den weiß-blauen Rauten ist ein Herrschaftssymbol der Wittelsbacher. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Balken weggelassen. 1964 wurde wieder die Form aus dem frühen 16. Jahrhundert angenommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amberger Tor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrzeichen von Hahnbach ist das mittelalterliche mittlere Markttor, genannt Amberger Tor. Es ist das einzige Tor der ehemals aus drei Toren bestehenden Ortsbefestigung, das heute in seiner ursprünglichen Substanz erhalten ist. Auf dem spitz zulaufenden Dachfirst des Amberger Tors befindet sich ein Storchenhorst, der jährlich von einem Storchenpaar besetzt wird.

Oberes Tor und Radlträger-Denkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das östliche, obere Markttor wurde 1975 wegen Baufälligkeit abgebrochen und für Erfordernisse des modernen Straßenverkehrs 1990 neu gebaut, so dass der Ortskern wieder einen architektonischen Abschluss hat. Vor dem oberen Tor erinnert das sogenannte Radlträger-Denkmal von Peter Kuschel (errichtet 1994) an die bis in die 1960er Jahre vorhandene Bepflasterung der Durchfahrtsstraße. Deren schlechten Zustand mussten sich die Hahnbacher von Auswärtigen stets vorhalten lassen. Durchfahrende Radfahrer nahmen ihr Gefährt demonstrativ auf die Schulter.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Patrozinium der Ortskirche St. Jakobus feiern Bürger und Vereine Ende Juli das Hahnbacher Marktfest, gleichzeitig als Kirchweih, dort Kirwa genannt. Dazu wird die Hauptstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt und in eine „Festmeile“ verwandelt.

Rund um die Kirche auf dem Frohnberg findet alljährlich zu Maria Himmelfahrt (15. August) eine Festwoche statt (Frohnbergfest). Außer von den Pilgern wird der idyllisch im Wald gelegene Ort auch von der einheimischen Bevölkerung aus Nah und Fern gerne besucht.

Zahlreiche Vereine und Gruppierungen gestalten kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse verschiedener Art: Wintervilsschwimmen, Faschingszug, Konzerte (Hahnbacher Marktbläser, verschiedene Chöre), Laientheater, Sportturniere (Reiten, Fußball, Beachvolleyball, Tennis, Kegeln, Sommerbiathlon), Johannisfeuer, Adventsmarkt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hahnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/190401&attr=OBJ&val=888
  3. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner, Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München, 1971, S. 141. (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  4. Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980 In Verbindung mit Richard Bauer, Reinhard Heydenreuter, Gerhard Heyl, Emma Mages, Max Piendl, August Scherl, Bernhard Zittel hrsg. von Wilhelm Volkert, o. Professor an der Universität Regensburg, München, 1983, ISBN 3-406-09669-7
  5. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner: Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München, 1971, S. 142. (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  6. Geschichtliches auf den Webseiten der Stadt Vilseck
  7. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner, Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München, 1971, S. 146. (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  8. Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern, München, 1838, S. 537 (online verfügbar auf Google Books)
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419.
  10. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  11. Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (Memento vom 29. Juni 2007 im Internet Archive)
  12. Wilhelm Bäumker: Weigl, Johann Baptist. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 476–478.