Königstein (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Königstein
Königstein (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Königstein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 36′ N, 11° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Königstein
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 35,13 km2
Einwohner: 1758 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92281
Vorwahl: 09665
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 135
Marktgliederung: 19 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Oberer Markt 20
92281 Königstein
Website: www.markt-koenigstein.de
Erster Bürgermeister: Bernhard Köller[2] (Freie Wähler)
Lage des Marktes Königstein im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Königstein

Königstein ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl angegeben):[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals um das Jahr 1130 als „Chungestein“ erwähnt, was so viel wie Königsburg bedeutet. Er war Sitz der Reichsministeralien von Königstein, die urkundlich im Jahre 1125 genannt wurden und nach 1250 ausstarben. 1393 übernahm Herzog Stephan III. von Bayern-Ingolstadt den Ort. Im Jahre 1357 wurde das Dorf Königstein zum Markt erhoben. Bis zum Jahre 1623 stand Königstein unter der Herrschaft der Herren von Breitenstein, deren Turnierschild dem Markt von König Maximilian I. Joseph 1817 als Marktwappen verliehen wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Gaißach eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Kürmreuth, Namsreuth und Sigras hinzu.[22] Zum 1. Januar 2003 kam ein Teil des aufgelösten gemeindefreien Gebiets Ober- und Unterwald zum Gemeindegebiet.[23]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 1592 auf 1706 um 114 Einwohner bzw. um 7,2 %. Am 31. Dezember 2004 hatte Königstein 1804 Einwohner.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es zwei Kirchen, die katholische Kirche St. Michael sowie die evangelische Kirche St. Georg. Die heute evangelische St. Georg-Kirche war bis 1965 Simultankirche. Königstein zählt zu den neun Gemeinden im Nordosten der Oberpfalz, in der die Bevölkerung mehrheitlich evangelisch ist.[24]

Politik und Öffentliche Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Königstein.

Marktgemeinderatswahl 2020[25]
(in %)
 %
60
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40
30
20
10
0
58,88
41,12
aktuelle Sitzverteilung im Marktgemeinderat Königstein (15. März 2020)
  
Insgesamt 12 Sitze

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat besteht aus zwölf Gemeinderäten. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 1440 Stimmberechtigten 1116 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 77,50 % lag.[26]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Bernhard Köller (FWG) mit 62,14 % der Stimmen gewählt.[27] Dessen Vorgänger war über 24 Jahre (seit 1. Mai 1996) Hans Koch (CSU/EL).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Markt Königstein
Blasonierung:Geteilt von Silber und Blau, oben eine rote heraldische Rose mit silbernem Butzen, unten schräg gekreuzt zwei silberne Reuthauen.“[28]

Das Wappen wurde der Marktgemeinde 1817 durch König Maximilian I. Joseph verliehen und 1982 durch Beschluss des Gemeinderats und Zustimmung der Regierung der Oberpfalz geändert.

Wappenbegründung: Das ursprüngliche Wappen von 1817 war geteilt von Silber und Blau und entsprach dem Schild der Herren von Breitenstein, denen Königstein bis 1623 gehört hatte. Infolge der Gemeindegebietsreform und der Eingliederung der Gemeinde Gaißach 1971, von großen Teilen der Gemeinden Kürmreuth und Namsreuth und des Gemeindeteils Hannesreuth von der aufgelösten Gemeinde Sigras 1972 wurden neue Bildelemente in das Marktwappen aufgenommen. Die gekreuzten Reuthauen im unteren Feld stehen für die eingemeindeten Orte, die „-reuth“ im Namen führen und sich dadurch als Rodungssiedlungen ausweisen. Die rote Rose im oberen Feld erinnert an die Schenken von Reicheneck, die im 13. Jahrhundert als Erben von Königstein genannt werden. Eine alte Überlieferung besagt zudem, dass eine rote Rose bzw. ein Rosenstrauch schon vor 1817 im Wappen geführt wurde.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königstein hat zwei gleichnamige Partnerstädte: Königstein im Taunus bei Frankfurt am Main und Königstein (Sächsische Schweiz) bei Dresden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georg
St. Michael

In Königstein befinden sich die evangelische St.-Georgs-Kirche und die katholische St.-Michaels-Kirche.

Reste von Schloss Königstein befinden sich nördlich der evangelischen Kirche St. Georg.

Die gut erhaltene Burgkapelle der Burgruine Breitenstein aus dem 12. Jahrhundert oberhalb des Ortsteils Breitenstein ist die einzige romanische zweigeschossige Doppelkapelle der Oberpfalz.

Von der Burg Kürmreuth sind Reste bei der Ortskirche St. Laurentius vorhanden.

Johanniskapelle auf dem Kühberg

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein umfangreiches Wanderwegenetz führt zu sehenswerten Felsen, Höhlen und Bergen. In der Nähe von Königstein liegen der Berg Ossinger mit Aussichtsturm, die Maximiliansgrotte, die Bismarckgrotte, die Sonnenuhr, die Anton-Völkel-Grotte und die Breitensteiner Bäuerin. Auf dem Sutzerberg (etwa 600 m) befindet sich ein zwei Kilometer langer botanischer Lehrpfad mit 60 Tafeln und einem Loki-Schmidt-Kräuterbeet.[29]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 gab es in der Gemeinde 301 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 737 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 436 Personen größer als die der Einpendler. 13 Einwohner waren arbeitslos.

Hotels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit von Königstein ist die außergewöhnlich hohe Dichte an Hotels. Allein im Ortskern befinden sich rund um den Marktplatz fünf solche Gebäude. In den Jahren vor dem Mauerfall 1989 war Königstein ein beliebtes Ziel für Besucher aus Westberlin.

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Königstein befinden sich mit den Firmen Reisedienst Meidenbauer und Kugler-Reisen zwei überregional tätige Busunternehmen. Diese decken neben Fernreisen teilweise auch den öffentlichen Nahverkehr in der Region ab.

Ein weiterer Arbeitgeber im Gemeindegebiet ist das Bauunternehmen Taubmann mit 3 Unternehmensgruppen für Massivbau. Holzbau und einem Abbundzentrum. Die Firma baut Wohn-, Gewerbe-, Büro- und Spezialimmobilien.[30]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 gab es 34 landwirtschaftliche Betriebe. Von der Gemeindefläche waren 844 Hektar landwirtschaftlich genutzt.

Wohn- und Pflegeheime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet finden sich mehrere Einrichtungen für betreutes Wohnen, bzw. zur Versorgung von behinderten Menschen:

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es

  • eine Kindertageseinrichtung mit 62 genehmigten Plätzen und 50 Kindern (Stand 1. März 2018) und die
  • Grundschule Königstein mit fünf Lehrern und 83 Schülern (Schuljahr 2018/19)[34]

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Königstein wurde im Jahr 1872 gegründet. Auf dem heutigen Stand der Technik deckt die Wehr ein breites Spektrum an Einsatzszenarien ab. Neben der ursprünglichen Aufgabe der Brandbekämpfung umfasst dies technische Einsätze wie zum Beispiel Türöffnungen oder Verkehrsunfälle bis hin zu Katastrophenschutzeinsätzen. Die Wehr unterhält (Stand 2019) 5 Fahrzeuge, verteilt auf 2 Feuerwachen.[35]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Kilometer nördlich von Königstein befindet sich die älteste bisher entdeckte menschliche Wohnstätte in der Oberpfalz, das sogenannte Kühloch (Höhlenkataster Fränkische Alb, Katasternummer A 40). Dort hausten vor mehr als 12.000 Jahren Höhlenbären. Auch Reste von Eisfüchsen und vom Mammut wollen Forscher dort gefunden haben. Von den Steinzeitmenschen, die die Höhle als Behausung nutzten, sind Steinbohrer aus blaugrauem Feuerstein, Klingenkratzer aus Hornstein und Skelettreste überliefert. Auch Jahrtausende später diente das Kühloch noch als Unterschlupf. Dort versteckten die Bauern in den Kriegen ihr Vieh. Aus dieser Zeit stammt der Name Kühloch. Außerdem nutzte Raub- und Mordgesindel die Höhle als Zufluchtstätte.

Söhne und Töchter von Königstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Georg Beringer (1829–1919), Fernmeldeinspektor und Bienenfachmann
  • Friedrich Wiesend (1909–1972), Ballettmeister an den Opern in Darmstadt und Berlin, inszenierte in Königstein ein Festspiel über das Schicksal derer von Breitenstein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Königstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Marktrat Königstein. Gemeinde Königstein, abgerufen am 2. September 2020.
  3. Gemeinde Königstein in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 29. Juli 2020.
  4. Gemeindeteil Bischofsreuth
  5. Gemeindeteil Breitenstein
  6. Gemeindeteil Döttenreuth
  7. Gemeindeteil Fichtenhof
  8. Gemeindeteil Funkenreuth
  9. Gemeindeteil Gaißach
  10. Gemeindeteil Hannesreuth
  11. Gemeindeteil Kürmreuth
  12. Gemeindeteil Loch
  13. Gemeindeteil Lunkenreuth
  14. Gemeindeteil Mitteldorf
  15. Gemeindeteil Mönlas
  16. Gemeindeteil Namsreuth
  17. Gemeindeteil Pruihausen
  18. Gemeindeteil Röslas
  19. Gemeindeteil Wildenhof
  20. Gemeindeteil Windmühle
  21. Gemeindeteil Ziegelhütte
  22. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 578.
  23. Auflösung des Ober- und Unterwaldes zum 1. Januar 2003
  24. Mariä Himmelfahrt: Kein Feiertag in neun Oberpfälzer Gemeinden, BR24, abgerufen am 15. August 2020.
  25. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  26. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  27. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 16. Mai 2020.
  28. Eintrag zum Wappen von Königstein (Oberpfalz) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  29. Botanischer Lehrpfad
  30. Taubmann-Bau
  31. Deutscher Orden: Soziotherapeutische Suchthilfeeinrichtung
  32. Regens-Wagner-Stiftung Michelfeld
  33. Dr. Loew Königstein
  34. Grundschule Königstein in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 29. Juli 2020.
  35. Freiwillige Feuerwehr Königstein