Ebermannsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ebermannsdorf
Ebermannsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ebermannsdorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 24′ N, 11° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 396 m ü. NHN
Fläche: 45,39 km2
Einwohner: 2421 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92263
Vorwahl: 09624
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 118
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 8
92263 Ebermannsdorf
Website: www.ebermannsdorf.de
Bürgermeister: Erich Meidinger (CSU[2])
Lage der Gemeinde Ebermannsdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der OberpfalzKönigstein (Oberpfalz)Hirschbach (Oberpfalz)EtzelwangWeigendorfBirglandKastl (Lauterachtal)EdelsfeldEdelsfeldVilseckNeukirchen bei Sulzbach-RosenbergSulzbach-RosenbergEichen (gemeindefreies Gebiet)FreihungHirschauGebenbachSchnaittenbachHahnbachIllschwangFreudenberg (Oberpfalz)UrsensollenEbermannsdorfEnsdorf (Oberpfalz)KümmersbruckRieden (Oberpfalz)HohenburgSchmidmühlenPoppenrichtAmmerthalAmbergLandkreis Neustadt an der WaldnaabWeiden in der OberpfalzLandkreis SchwandorfLandkreis BayreuthLandkreis Nürnberger LandLandkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild

Ebermannsdorf ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach etwa acht Kilometer südöstlich von Amberg in der Region Oberpfalz-Nord.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ebermannsdorf liegt acht Kilometer südöstlich von Amberg am Schnittpunkt der Bundesstraße 85 und der Bundesautobahn 6. Die nächstgelegenen Großstädte sind Nürnberg (60 km) und Regensburg (50 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwölf Ortsteile (in Klammern jeweils der Siedlungstyp):[3]

Es gibt folgende Gemarkungen: Au, Breitenbrunn, Diebis, Ebermannsdorf, Pittersberg.

Größere Ortsteile neben Ebermannsdorf sind die 1971 eingemeindeten Orte Pittersberg (an der Bundesstraße 85 zwischen Amberg und Schwandorf gelegen) und Diebis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Ebermannsdorf
Schloss Ebermannsdorf

Die heutige Gemeinde Ebermannsdorf war einst der Stammsitz des Edelgeschlechtes der Ebermannsdorfer, die erstmals im Jahr 1079 erwähnt wurden. Von ihrer Burg Eberburg ist noch der achteckige Wohnturm erhalten.

Im Jahre 1123 erschien ein Razo von Ebermannsdorf und 1129 ein Wirnt von Ebermannsdorf in Urkunden des Klosters Ensdorf. 1309 dürfte das Geschlecht mit Albert von Ebermannsdorf ausgestorben sein. Im Jahre 1364 wurde ein Dietrich Tanlacher und 1464 sowie 1476 ein Jacob Kemnater genannt.

Das Geschlecht der Fuchssteiner trat um 1480 das Erbe der Kemnather in Ebermannsdorf an. Johann Fuchssteiner, Kanzler des Pfalzgrafen Friedrich, wurde wegen einer unlauteren Vermittlung und der Begünstigung einer Verschwörung in Amberg inhaftiert. Der ehemalige Torturm des Pfalzgrafenschlosses (heutiges Landratsamt des Landkreises Amberg-Sulzbach), in dem der Kanzler zwei Jahre festgehalten wurde, trägt noch den Namen Fuchssteiner.

Schon 1480 wurde unterhalb der alten Burg ein zweiter Herrensitz erwähnt, den im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts die von Löfen (Loefen) innehatten. Es folgte Johann Joseph Freiherr von Dürr (Dyrr), der unter Verwendung des alten Mauerbestandes wohl das jetzige Schloss errichtete. Es ist Wahrzeichen und Mittelpunkt von Ebermannsdorf. Seit 1965 befindet es sich im Besitz eines Zweiges der Adelsfamilie von Eyb.

In die Gemeinde Ebermannsdorf wurden am 1. April 1971 die zuvor selbstständigen Gemeinden Pittersberg und Diebis eingemeindet.[4]

Der Ort Pittersberg soll zwischen 1200 und 1300 entstanden sein. Der ursprüngliche Name war vermutlich Pütasberg (pütens = Quelle), also Quellenberg. Wahrzeichen des Ortes ist die Pfarrkirche, die im Jahre 1458 erbaut wurde. Nach Plünderung und Bränden war der Ort nahezu 70 Jahre unbewohnt. Erst 1706 wurden die Pfarrei und auch das Gotteshaus im Barockstil wieder errichtet.

Nach Funden in der näheren und weiteren Umgebung von Diebis muss die Gegend schon sehr früh von Menschen bevölkert worden sein, was Funde aus der jüngeren Steinzeit dokumentieren. Durch den Ort soll früher eine Straße aus dem Vilstal nach Böhmen geführt haben.

Mit der Auflösung des gemeindefreien Gebiets Freihölser Forstes zum 1. März 2005 kam ein Teil zum Gemeindegebiet hinzu.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ebermannsdorf gehört katholischerseits zur Pfarrei Theuern-Ebermannsdorf. Die evangelischen Christen gehören zur evangelischen Pfarrgemeinde Rieden.

In Ebermannsdorf gibt es zwei Friedhöfe, die alte Schlosskirche (benannt nach Johannes dem Täufer), die katholische Pfarrkirche Bruder Konrad (1981 erbaut) sowie ein evangelisches Gemeindehaus.

Der Ort Pittersberg mit den Gemeindeteilen Diebis, Ipflheim, Frauenlohe, Breitenbrunn und Au gehört zur Pfarrgemeinde Pittersberg, zu der auch angrenzende Teile des Landkreises Schwandorf gehören. In Pittersberg befinden sich eine Pfarrkirche und ein Friedhof.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
50
40
30
20
10
0
40,63
23,90
21,76
13,71
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Ebermannsdorf (15. März 2020)
    
Insgesamt 14 Sitze

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Sitze. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2.000 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Ebermannsdorf 1.422 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 71,10 % lag.[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Erich Meidinger (CSU). Er wurde bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 mit 51,57 % der Stimmen gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen in der jetzigen Form besteht seit 1992. Das Wappen wurde 2013 optimiert.

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ebermannsdorf
Blasonierung: „Geteilt; oben gespalten von Silber und Blau, vorne ein wachsender, rot und silbern gekleideter hl. Nikolaus, der in der Rechten einen goldenen Bischofsstab und in der Linken ein schwarzes Buch mit drei goldenen Kugeln hält, hinten drei senkrechte, schwebende silberne Rauten, unten in Gold ein silbern bewehrter schwarzer Eber.“[9]
Wappenbegründung: Der abgebildete heilige Nikolaus deutet auf den Patron der Pfarrkirche St. Nikolaus im Ortsteil Pittersberg hin. Die drei Rauten stammen aus dem Familienwappen der Freiherren von Loefen und erinnern beispielhaft an die unterschiedlichen Adelsfamilien, die im Lauf der Zeit Eigentümer der Hofmark Ebermannsdorf waren. Zugleich deuten die Rauten auf die Territorialherrschaft der Wittelsbacher hin. Der Eber im unteren Wappenteil deutet als „redendes“ Symbol auf den Gemeindenamen hin.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1933 hatte Ebermannsdorf 145 Einwohner, 1939 146 Einwohner. Nach der Gemeindegebietsreform wurden auf dem Gebiet der Gemeinde 1970 1129 gezählt, 1987 waren es 1990 und im Jahr 2000 2474 Einwohner sowie Ende 2014 2439 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 gab es in der Gemeinde 891 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1035 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 146 Personen größer als die der Einpendler. 32 Einwohner waren arbeitslos.
  • 2016 gab es 26 landwirtschaftliche Betriebe. Von der Gemeindefläche waren 855 Hektar landwirtschaftlich genutzt.
  • Im Gemeindeteil Schafhof wurde ein Gewerbe- und Industriegebiet mit etwa 400.000 m² ausgewiesen. In den vergangenen Jahren entstanden hier über 600 neue Arbeitsplätze. Nicht nur Computer-, Netzwerk- und High-Tech-Firmen haben sich angesiedelt, auch die Grammer AG ist mit einem Standort hier vertreten, zudem Nowy Styl. Darüber hinaus sind ein Werk für Kalksandstein und ein Verteilerzentrum der Post am Standort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten Sonnenschein: Im Ort Ebermannsdorf befindet sich ein dreigruppiger Kindergarten inklusive zweigruppiger Kinderkrippe mit insgesamt 99 Plätzen (Stand 1. März 2018).
  • Volksschule: Grundschule (Klassen 1–4) mit 89 Schülern im Jahr 2018/19.[10] Die Mittelschüler ab der 5. Klasse besuchen die Schule in Kümmersbruck.
  • In Ebermannsdorf befindet sich auch eine Gemeindebücherei. Neben deutsch- und englischsprachigen Büchern stehen den Bürgern Zeitschriften, DVDs, Hörbücher, Brett- und Computer- sowie Wii-spiele zum Ausleihen bereit.

Kultur und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ebermannsdorf gibt es knapp 40 Vereine, Clubs und Sportgruppen, die das Leben im Ort gestalten und mit Veranstaltungen bereichern. Als Beispiele für jedes Jahr stattfindende Feierlichkeiten seien Theateraufführungen der Ebermannsdorfer Theatergruppe, das Bockbierfest der Hobbypusterer und der Freiwilligen Feuerwehr, die große Kirwa der Kirwagemeinschaft, das Stodlfest der Freiwilligen Feuerwehr sowie verschiedene Weihnachts- und Faschingsveranstaltungen genannt. Ein großer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist jedes Jahr die Burgweyhnacht an der alten Kirche und dem Gutshof. Diese wird von den Vereinen Junge Union/CSU, Historischer Verein und den Burgschützen veranstaltet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ebermannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister und Gemeinderat. Gemeinde Ebermannsdorf, abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. Gemeinde Ebermannsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. Juli 2020.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 419.
  5. www.regierung.oberpfalz.bayern.de
  6. Gemeinderatswahl 2020
  7. Gemeinderatswahl 2020
  8. Bürgermeisterwahl 2020
  9. Eintrag zum Wappen von Ebermannsdorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Grundschule Ebermannsdorf in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 22. Juli 2020.