Hartmut von Hentig

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Hartmut von Hentig (vorne Mitte), 1972 als Laudator zur Friedenspreisverleihung an Janusz Korczak (posthum) in der Paulskirche

Hartmut von Hentig (* 23. September 1925 in Posen) ist ein vor allem in der westdeutschen Reformpädagogik seit den 1960er Jahren einflussreicher Erziehungswissenschaftler und Publizist. Im Zusammenhang mit den 2010 bekannt gewordenen Fällen sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule war von Hentig als langjähriger enger Freund Gerold Beckers,[1][2] des als Haupttäter beschuldigten ehemaligen Leiters dieser Schule, öffentlicher Kritik ausgesetzt.

1963 folgte von Hentig der Berufung auf eine Professur am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen. Er war seit 1965 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der zu gründenden Universität Bielefeld und dort ab 1968 Professor für Pädagogik. Er war maßgeblich an der Ausgestaltung und Errichtung der Bielefelder Schulprojekte Laborschule und Oberstufen-Kolleg beteiligt, deren wissenschaftlicher Leiter er seit der Eröffnung 1974 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1987 war.

Kindheit und Schulbesuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmut von Hentigs Eltern waren der Diplomat Werner Otto von Hentig und seine Frau Natalie, geb. von Kügelgen. Als von Hentig zwei Jahre alt war, zog die Familie von Deutschland nach San Francisco, wo sein Vater als deutscher Generalkonsul arbeitete. Von Hentig hat eine ältere Schwester namens Helga. Die Ehe der Eltern wurde geschieden. Der Vater heiratete erneut. 1932 kehrte von Hentig mit seiner Familie, darunter Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters, für gut zwei Jahre nach Deutschland zurück. 1935 nahm der Vater den Botschafterposten in Bogotá an und ließ die Familie nachkommen. Anfang 1936 wurde der Vater auf einen Interimsposten in Amsterdam berufen, während die übrige Familie bei der Großmutter in Partenkirchen lebte. Im Februar 1937 kehrte die Familie nach Berlin zurück, wo von Hentig während der folgenden Jahre am Französischen Gymnasium (FG) unterrichtet wurde.

Kriegseinsatz und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abitur und Reichsarbeitsdienst, den er von März bis August 1943 im Saarland absolvierte,[3] ging von Hentig zur Wehrmacht. Er strebte eine Offizierslaufbahn an. Die Ausbildung fand in Insterburg in Ostpreußen, in der Nähe von Białystok und in Jena-Zwätzen statt. Während eines Heimaturlaubs in Berlin erlebte er bei einem Luftangriff die Zerstörung der elterlichen Wohnung im Hansaviertel mit.[4] Sein Einsatz an der Ostfront währte nur wenige Wochen, weil er im September am Duklapass einen Brustdurchschuss erlitt. Er kam ins Feldlazarett nach Neu Sandez.[5] Anfang 1945 wurde er zu einem Offiziersbewerberlehrgang einberufen. Im Range eines Leutnants reiste er als „Führerreserve“ des OKH im April 1945 von Wischau in Mähren nach Berlin und von da weiter nach Bayern.[6]

Das alte Auditorium maximum der Göttinger Universität

Von Hentig geriet Anfang Mai in amerikanische Kriegsgefangenschaft, kam aber bereits im September wieder frei. Anfang 1946 nahm er an der Georg-August-Universität in Göttingen ein Studium der Klassischen Philologie mit Geschichte als Nebenfach auf,[7] außerdem hörte er Professoren diverser Fachrichtungen. Parallel begann er eine Töpferlehre. In der ersten Jahreshälfte 1948 erlangte er ein College-Stipendium in den USA.[8] In Elizabethtown (Pennsylvania) setzte er sein Studium fort.[9]

Universität von Chicago

1950 erhielt von Hentig ein Stipendium als Fellow an der University of Chicago, wo er bei Benedict Einarson eine Dissertation über Thukydides zu schreiben begann. Nachdem er im Juni 1953 das Rigorosum abgelegt hatte,[10] kehrte er nach Deutschland zurück.

Schuldienst und Professur für Pädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schule Birklehof, Haupthaus (1966)

Von Hentig trat auf Empfehlung von Hellmut Becker am Birklehof in Hinterzarten, einem von Georg Picht geleiteten Landerziehungsheim, ohne Lehrerexamen in den Schuldienst.[11] Unter von Hentigs Schülern am Birklehof war auch der Sohn von Ernst Klett. Daraus entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zu dem Verleger, der von Hentig Publikationsangebote machte.

Anfang 1956 legte von Hentig, um sich für den öffentlichen Schuldienst nachzuqualifizieren, in Göttingen (Niedersachsen) das Erste Staatsexamen ab. Teile der Referendarszeit am Uhland-Gymnasium Tübingen verbrachte er als assistant teacher für alte und neue Sprachen an der Bryanston School sowie mit Hospitationen an anderen englischen Schulen. Während des England-Aufenthalts 1957 wurde von Hentig in einem beschleunigten Verfahren und unter Verzicht auf gängige Bestandteile des Zweiten Staatsexamens zum Studienassessor am Uhland-Gymnasium befördert.[12]

Im Frühsommer 1962 erhielt von Hentig durch Heinrich Roth die Nachricht, die für Pädagogik zuständige Berufungskommission der Göttinger Universität habe seine Berufung zum Frühjahr 1963 auf den vakanten Lehrstuhl von Herman Nohl beschlossen.[13]

Gesellschaftsanalyse und pädagogische Aufklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Auffassung des Erziehungswissenschaftlers Rudolf Messner sind von Hentigs Konzepte zu Schule und Bildung lebensgeschichtlich verankert. Er verweist unter anderem auf die Kriegserlebnisse und auf das „Erlebnis Amerika“.[14] Von Hentig hebt hervor, er habe bereits als Lehrer in der Sammelpublikation „Bestandsaufnahme / eine deutsche Bilanz 1962“ für die deutsche Pädagogik im gesamtgesellschaftlichen Rahmen das Ziel formuliert, „die Menschen so zu erziehen, dass sie ein zweites 1933 rechtzeitig erkennen und entschlossen verhindern würden.“ Das war vier Jahre vor Theodor W. Adornos berühmtem Diktum: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an die Erziehung“.[15]

In der Vortragssammlung Die Menschen stärken, die Sachen klären (1985) kombinierte von Hentig gesellschaftsanalytische Aspekte mit aufklärerischem Anspruch und der Begründung seines pädagogischen Reformansatzes. Wichtige Bezugsgrößen sind für ihn dabei die antike Polis und Sokrates, der in der attischen Demokratie seine Mitbürger über ihr Nichtwissen aufklärte, sowie Jean Jacques Rousseaus Gesellschaftsmodell und Erziehungslehre. Gleichzeitig distanziert von Hentig sich von einem Aufklärungsverständnis, das mit der Vorstellung eines gleichsam automatischen Fortschritts gekoppelt ist: Dieser müsse vielmehr „wieder an den Zügel der Vernunft genommen werden.“[16] Dem Wissenschaftsbetrieb und seinem Beitrag, zu einem richtigen Leben zu verhelfen, steht er skeptisch gegenüber.[17]

Pädagogische Leitvorstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den starken Einfluss Rousseaus auf das eigene politische und pädagogische Denken führte von Hentig 2003 in der Schrift Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit zusammenhängend aus.[18] So betont er die alters- und entwicklungsgerechte individuelle Förderung; die Bereitschaft, den Aufwachsenden für ihren Bildungsprozess Zeit zu lassen, ohne den Erlebnis- und Lernprozess zu forcieren; die Vermittlung von Moral und Werten über Erfahrung und Einsicht, nicht über Belehrung und Autorität.[19] Von Hentig wendet sich gegen Determinismus und Konditionierungstechniken, gegen die Vorstellung, alles Bedeutsame „müsse »vermittelt«, abgefragt, als »Lernziel« ausgewiesen, ausgemessen und abgehakt“ werden. Unberücksichtigt und ungenutzt blieben dabei die menschlichen Formungspotentiale von Fehlern, Zufällen und Besonderheiten sowie die List der Vernunft.[20]

Von Hentig geht davon aus, dass im sozialkulturellen Umfeld etwa so elementare Kompetenzen wie Rechtschreibung und Bruchrechnung von Kindern nicht freiwillig und ohne Anstrengung erworben werden, wenn man sie nur „mit Anregungen umgibt, sie vor Angst bewahrt, sie gewähren lässt.“ Er strebt eine Schulform an, die „so viel stumpfsinnige, widerwillig geleistete Übung wie möglich durch geistvolle, selbstmotivierte, kooperative Übung“ ersetzt.[21] Nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensort und als Raum individueller und sozialer Erfahrungen im Sinne John Deweys soll eine Schule nach von Hentigs Vorstellungen dienen. Damit Schüler selbst zu ordnen lernten, müsse Schule ihre eigene Ordnung zurücknehmen. Die Selbständigkeit von Schülern solle gefördert und belohnt werden.[22] Die herkömmliche Altersdifferenzierung von Klassen sieht von Hentig kritisch. Er votiert für Drei-bis Vierjahresgruppen.[23] Für eine adäquate Förderung der Schüler sollte die Lerngruppengröße unter 20 liegen.[24]

Von Hentig setzt sich für den Rückbau der von ihm so bezeichneten „Belehrungsschule“ ein und für eine „Erziehung durch die Dinge“[25] Dies sei mit großen Anforderungen an die Lehrerpersönlichkeit und -kompetenz verbunden: „Die Person des Lehrers ist sein wirksamstes Curriculum.“[26] Lehrer sollten nach seinem Dafürhalten der Schule auch über die formale Unterrichtsverpflichtung hinaus Zeit widmen. Die Vorbildwirkung des Lehrers sei überhaupt maßgeblich.[27]

Zu den wichtigsten lebensvorbereitenden Aufgaben von Schule gehört es nach von Hentig, Verstehen in dem Sinne zu lehren, dass der Erkennende über die Gründe des Erkannten Bescheid weiß. Lehrer, die solches Verstehen fördern wollen, müssten das ihnen aus dem Studium vertraute wissenschaftliche Instrument der Erkenntnisgewinnung auf eine Weise umwandeln, dass Schüler aus Neugier und mit eigenen Mitteln sich nun ihrerseits dafür interessierten und damit beschäftigten. Von Hentig begreift diesen Ansatz als eine Wissenschaftspropädeutik in sokratischer Manier.[28]

Gründung der Laborschule in Bielefeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universität Bielefeld am Hang des Teutoburger Waldes

Als Helmut Schelsky 1966 eine Reformuniversität in Ost-Westfalen konzipierte und Hartmut von Hentig um Mitwirkung an der Planung im Wissenschaftlichen Beirat bat, erhielt er die Zusage unter der Bedingung, dass eine laboratory school und ein College eingerichtet würden, die im Forschungsmittelpunkt der künftigen pädagogischen Fakultät stehen sollten.[29] Am 9. Oktober 1968 wurde von Hentig zum Professor an der neuen Universität Bielefeld ernannt.[30] Für die nach seiner Vorstellung als Gemeinschaftswerk zu schaffenden Versuchsschuleinrichtungen setzte er eine von gemeinsamen Grundüberzeugungen getragene demokratische Entscheidungsfindung voraus und betonte den Prozesscharakter der Laborschule:

„Sie bringt sich und ihre Ordnungen und Wandlungen selbst hervor. – Unsere Schule geht empirisch vor: Entwurf, Überprüfung, Korrektur.“[31]

Bielefelder Oberstufen-Kolleg

Von Hentig war als Initiator des Gesamtvorhabens in beiden Aufbaukommissionen tätig. Er vertrat das Projekt in allen wichtigen Fragen auch nach außen, so hinsichtlich der Rechenschaftslegung für die benötigten Finanzmittel und bei der Begründung von zu erteilenden Genehmigungen. Parallel dazu war er an der Ausgestaltung der neuen Universität und am Aufbau der Fakultät für Pädagogik, Philosophie und Psychologie beteiligt, die er durchgesetzt hatte.[32] Hervorstechendes Merkmal der Laborschulgebäudeplanung war der Verzicht auf die übliche Klassenzimmereinrichtung zugunsten von Großräumen, die sich die zu Stammgruppen zusammengefassten Schüler teilen und dem jeweiligen Unterrichts- oder Beschäftigungszweck entsprechend gestalten sollten. Davon erhoffte er sich eine zivilisierende Wirkung auf die Schüler, eine größere Nähe zum wirklichen Leben, Geborgenheit in kleinen Stammgruppen bei gleichzeitiger Bereitschaft zur Öffnung gegenüber der größeren Gemeinschaft und einen Zugewinn an Lern- und Begegnungsflächen.[33]

Laborschule und Außenanlagen

Bis zu seiner Emeritierung 1988 war von Hentig als Wissenschaftlicher Leiter der Bielefelder Schulprojekte und als Laborschullehrer tätig.[34]

Weiteres politisch-pädagogisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Hentig engagierte sich nach dem Kongress über „Gemeinschaftsfragen des deutschen Volkes“ 1962 in Berlin, zu dem Willy Brandt ihn eingeladen hatte, für die SPD.[35]

Im Sommer 1969 trat er an der Seite anderer prominenter Intellektueller der Sozialdemokratischen Wählerinitiative bei und propagierte in diesem Rahmen als wichtigste Aufgabe einer neuen Regierung, „den Bürgern das Mitdenken in aller Strenge zuzumuten“ und Bildung allen anderen politischen Aufgaben voranzustellen.[36] Von Hentig votierte in den politischen Auseinandersetzungen um die Hessischen Rahmenrichtlinien für Gesellschaftslehre (HRGG) für Reformen.

Von Hentig war in der Friedensbewegung aktiv. So nahm er an einer Blockade in Bremerhaven gegen militärische Aufrüstung im Zuge des NATO-Doppelbeschluss teil. Während der Aktion las er aus ThukydidesPeloponnesischen Krieg vor, um die Grausamkeit des Krieges herauszustellen.[37] Auch an der Blockade der Zufahrt zum amerikanischen Raketendepot auf der Mutlanger Heide im Dezember 1985 nahm von Hentig teil. Dafür wurde er 1987 wegen Nötigung verurteilt. Zufällig war für den Tag nach der Urteilsverkündung die Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes an von Hentig angesetzt worden.[38]

Im Jahre 1982 wurde von Hentig in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Goethe-Instituts.[39]

Von 1983 an war von Hentig Mitarbeiter des Deutschen Evangelischen Kirchentags.[40] Außerdem war er Mitherausgeber der Neue Sammlung – Vierteljahres-Zeitschrift für Erziehung und Gesellschaft. Er ist Mitglied im Beirat der Humanistischen Union und offizieller Unterstützer der überwachungskritischen Datenschutzdemonstration Freiheit statt Angst.[41][42]

Erinnerung und Aufarbeitung der NS-Vergangenheit blieben für von Hentig auch nach dem Ende seines Berufslebens Anlässe zu eigenem Engagement. So beteiligte er sich bei der Expertenanhörung zum Holocaust-Denkmal 1999 und verfasste einen „Aufruf an alle Deutschen“, sich mit einem eigenen Beitrag an der späten Zwangsarbeiter-Entschädigung zu beteiligen. Zwei Millionen D-Mark kamen auf diese Weise zusammen.[43]

Leben mit den neuen Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren Werken setzte sich von Hentig kritisch mit Neuen Medien auseinander. Die in den 1980er Jahren verbreitete kulturkritische These, durch zunehmende Mediennutzung verändere sich die Wahrnehmung der Wirklichkeit, erfuhr in seinem 1987 erschienenen Werk Das allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit eine zusätzliche drastische Wendung.[44] Um Kindern einen möglichst authentischen Zugang zur Wirklichkeit zu ermöglichen, riet er darin von der Nutzung von Computern zu Unterrichtszwecken grundsätzlich ab. 2002 revidierte er diese Position: Wolle man „der technischen Zivilisation gewachsen bleiben“ (so der Titel), gelte es kritisch zu prüfen, wann und wie sie sinnvoll eingesetzt werden könnten.[45] Ihren Einsatz im Bildungswesen sah er gleichwohl weiterhin skeptisch, da er eine Zweck-Mittel-Verkehrung befürchtete: Statt den Menschen zu dienen, drohten die Neuen Medien so beherrschend werden, dass sie selbst als eigenes Ziel erschienen, an das sich die Menschen anpassen oder dem sie sich unterzuordnen hätten. Wolle man an einem aufklärerischen Erziehungsziel festhalten, müsse technische Bildung dazu befähigen, die Risiken und Belastungen der technischen Zivilisation zu reflektieren. Dazu gehöre immer auch die normative Frage nach einer lebenswerten Zukunft und einer lebenswerten Gesellschaft.[46]

„Dies ist meine Pointe: Wir brauchen für eine Welt, in der es Computer gibt, vor allem etwas, was wir an den Computern gerade nicht lernen können – das offene, dialogische, zweifelnde, entwerfende, bewertende, philosophische Denken.“[47]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Flitner würdigt Hartmut von Hentig als „Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Universitätspädagogen der Gegenwart“. Niemand anderer habe den Schwerpunkt seiner Lehre so weit in die Schule verlegt, „keiner hat Institutionen so weit greifenden Anspruchs entworfen und praktisch-politisch umzusetzen versucht.“[48] Mit von Hentigs Pädagogik sei auch ein Stück Demokratie-Theorie verbunden, indem sie im Zentrum die Frage behandle, welche Sozialgestalt die Schule haben müsse, die sich demokratisch und Demokratie-fundierend nennen könne.[49]

Die Laborschule Bielefeld als wichtigster praktischer Anwendungsbereich für von Hentigs pädagogisches Denken hat das Ausscheiden ihres Gründers überdauert und besteht unter teils veränderten Rahmenbedingungen fort. Das Modell, wonach Laborschullehrer mit einem Teil ihres Stundendeputats für Unterrichtszwecke freigestellt waren, wurde aufgegeben, ebenso die Stelle des Wissenschaftlichen Leiters. Dem Forschungsauftrag gehen an der Versuchsschule als Nachfolger von Hentigs nunmehr gewählte Professoren der Bielefelder Fakultät für Pädagogik nach, die dafür mit halbem Deputat freigestellt sind.[50] Neuere Reformvorstellungen in der Bildungspolitik, die sich auf Schule als Lebensraum beziehen, nähern sich Zielen von Hentigs an. Von Anhängern seines pädagogischen Konzepts wird betont, dass von Hentig als schulischen Lebensraum vor allem einen Erfahrungsraum anstrebe (also nicht primär den Lernraum durch Belehrung), der das Erfahrene auch einzuordnen helfe: „Erfahrungen werden hier nicht nur gesammelt, sondern auch entschlüsselt, analysiert, visualisiert, mit anderen Erfahrungen verglichen, also mit Formen des systematischen und exemplarischen Lernens verbunden, Belehrungen mit Erfahrungen. Davon, dass solche Verbindungen verstärkt glücken, wird die Lebendigkeit unserer Schule auch in Zukunft abhängen.“[51] Rudolf Messner hält von Hentigs auf schulische Integration[52] gerichtete wissenschaftliche Leistung für unübertroffen auch im internationalen Vergleich und bezeichnet seine Beiträge zu Schulreform und Schulentwicklung als epochal.[53]

Haltung zu Gerold Beckers Taten an der Odenwaldschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Natur und Enge von von Hentigs Verhältnis zu Gerold Becker wurde spekuliert. Er selbst bezeichnete Becker als „Freund“. Die Neue Zürcher Zeitung bezeichnet die beiden als Lebensgefährten.[54] Der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers vermutet „eine lebenslange Abhängigkeit“, über die sich mehr kaum sagen lasse. Zu Beckers Lebzeiten sei einfach eine Paarbeziehung sichtbar geworden.[55] Von Hentig widmete Becker sein Buch Die Schule neu denken (1993). In einem Interview erklärte er: „Gerold Becker ist mein Freund und seit 1994 mein Nachbar im selben Haus“.[56] Im dritten Band seiner Memoiren bekannte sich von Hentig 2016, zu seiner Liebesbeziehung zu Becker, und vermutet, dieser sei sie zwecks Überwindung seiner Pädosexualität eingegangen:

„Gerold hat mich gesucht, um sich aus der Abhängigkeit von den Jungen zu lösen. Seine Liebe zu mir – ich glaube fest, dass es Liebe war – sollte ihn von den eigenen Abgründen retten. Sie hat es nicht.“[57]

Wegen der engen Verbindung zu Becker hätte von Hentig ihn nach eigenem Bekunden gern dabei gehabt, als er sein Reformprojekt in Bielefeld anging. Becker zog es aber vor, an die Odenwaldschule zu gehen. In Kontakt blieben beide aber auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten. So nahm von Hentig 1985 zum Beispiel an den Feiern zum 75-jährigen Bestehen der Odenwaldschule teil. Vor dem Festpublikum in Heppenheim führten der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und er (ersterer als Vater eines Odenwaldschülers, von Hentig als dessen Pate) ein Gespräch über Erwartungen an die Schule – Erwartungen an den Staat.[58] Im selben Jahr organisierte Gerold Becker als Mitherausgeber eine Festschrift zum 60. Geburtstag Hartmut von Hentigs. Bald nach seiner Emeritierung fasste von Hentig Anfang der 1990er Jahre den Plan, seinen Alterswohnsitz gemeinsam mit Gerold Becker in Berlin zu errichten, wo beide 1994 in zwei getrennte Wohnungen eines Hauses am Kurfürstendamm einzogen.

Von Hentig wurde nach seinen ersten Äußerungen zu den Missbrauchsfällen an minderjährigen Schutzbefohlenen an der Odenwaldschule scharf kritisiert. Er hatte als langjähriger enger Freund[1][2] des im Juli 2010 verstorbenen Becker dazu eine Stellungnahme verfasst.[59] Becker wurde in dem Abschlussbericht von zwei mit der Aufklärung der Vorgänge an der Odenwaldschule Beauftragten sexueller Missbrauch vorgeworfen; er wurde als Haupttäter und „klassischer Pädophiler“ bezeichnet. Von Hentig beteuerte, von den vielfältigen Fällen sexuellen Missbrauchs durch Becker nichts gewusst zu haben. Er wurde zudem mit den Worten zitiert, Becker habe sich wahrscheinlich von den Opfern verführen lassen.[60][61][62][63] In einem offenen Brief kritisierte Lutz van Dijk, der sich darin als Freund von Hentigs bezeichnet, dass von Hentig in seiner Loyalität zu Gerold Becker sich zur „Ignoranz gegenüber den Opfern von sexuellem Missbrauch“ habe hinreißen lassen.[64]

Unter dem Eindruck der Berichte von Betroffenen bezeichnete von Hentig in einer im November 2011 öffentlich gewordenen Stellungnahme sexuellen Missbrauch von Kindern als ein Verbrechen und zeigte sich von den Vorwürfen gegen seinen Freund hart getroffen. Er bitte die Opfer, Becker zu verzeihen, worum dieser vor seinem Tod gebeten habe, erklärte aber, er werde sich von seinem toten Freund nicht abkehren. Das nütze niemandem und sei von ihm auch nicht zu erwarten.[65]

Im September 2015 äußerte von Hentig „tiefes Mitgefühl“ für die „kindlichen und jugendlichen Opfer der Straftaten“. Er sei mehrfach falsch zitiert und verstanden worden und habe nie behauptet, dass Schüler Becker „verführt“ hätten. Von Hentig sagte dazu: „Wenn mein Lebenswerk nicht für mich einsteht, wird das die Richtigstellung von Zitaten gewiss nicht bewirken“.[66]

Im Mai 2016 erschien der dritte Band seiner Lebenserinnerungen, in dem sich von Hentig detailliert mit den gegen ihn und seinen Freund Gerold Becker erhobenen Vorwürfen auseinandersetzt.[67] Weil er darin Beckers sexuelle Übergriffe zum Teil als einvernehmliche erotische Begegnungen hinstellt und die Glaubwürdigkeit der Opfer des sexuellen Missbrauchs in Frage stellt, stieß das Buch unter den Rezensenten auf Ablehnung. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen deutet es als eine angestrengte Selbstüberredung von Hentigs: „Bis er sich eine monströs hässliche Welt schöngeschrieben hat.“[68] Die Erziehungswissenschaftlerin Hanna Kiper kritisiert, dass von Hentig jede Empathie mit den Opfern vermissen lasse und stattdessen die Täter des Missbrauchs verteidige und Mitleid mit ihren seelischen Nöten einfordere. Er deute die Kritik an dem jahrelangen Missbrauch an der Odenwaldschule als sexualpolitischen Backlash, als „Hexenwahn“ bzw. „üppig wuchernde Verschwörungstheorien“ gegen die liberale Intelligenz. Sie resümiert:

„Wenn sich als Pädagogen verstehende Menschen dabei solche Argumentationsfiguren benutzen, die Täter sexueller Gewalt zur Leugnung oder Verteidigung ihres Handelns wählen und diese als ‚pädagogisch‘ ausgeben, ist ein entschiedenes Zurückweisen notwendig, auch um den Unterschied zwischen pädagogischem Denken und Handeln und dem Benutzen eines pädagogischen Jargons zur Verhüllung krimineller Absichten zu verdeutlichen.“

Insofern müsse das Werk von Hentigs nun kritisch gesichtet werden.[69]

Im Zuge der öffentlichen Kritik an von Hentig und seinen Äußerungen erkannte die Comenius-Stiftung ihm den 1994 verliehenen Comenius-Preis im Jahr 2011 ab.[70] Ebenso wurde ihm 2017 der Ernst-Christian-Trapp-Preis von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) aberkannt, den von Hentig 1996 erhalten hatte.

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmische Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Film Die Auserwählten, der die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule behandelt, kommt Hartmut von Hentig in der Nebenfigur des Hasso von Gravenborg vor.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellas und Rom. Lesewerk zur Geschichte, Langwiesche-Brandt, Ebenhausen b. München, 1964.
  • Platonisches Lehren. Probleme der Didaktik, dargestellt am Modell des altsprachlichen Unterrichts, Bd. 1, Klett Stuttgart 1966.
  • Das Bielefelder Oberstufen-Kolleg, Ernst Klett, Stuttgart 1971.
  • Cuernavaca oder: Alternativen zur Schule?, Ernst Klett/Kösel, Stuttgart/München 1971.
  • Schule als Erfahrungsraum? Eine Übung im Konkretisieren einer pädagogischen Idee, Ernst Klett, Stuttgart 1973.
  • Pädagogik, Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Bd. 18, Mannheim 1976.
  • Was ist eine humane Schule? München/Wien, 7. Auflage 1987 (Originalausgabe 1976).
  • Paff, der Kater oder Wenn wir lieben, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1978.
  • Die entmutigte Republik. Politische Aufsätze. Frankfurt a. M. 1982 (Originalausgabe: München und Wien 1980).
  • Die Krise des Abiturs und eine Alternative, Klett-Cotta, Stuttgart 1980.
  • Aufgeräumte Erfahrung. Texte zur eigenen Person, Hanser, München, Wien 1983.
  • Ergötzen, Belehren, Befreien. Schriften zur ästhetischen Erziehung, Hanser, München, Wien 1985.
  • Die Menschen stärken, die Sachen klären. Ein Plädoyer für die Wiederherstellung der Aufklärung, Reclam, Stuttgart, 1985.
  • Arbeit am Frieden. Übungen im Überwinden der Resignation, Hanser, München, Wien, 1987.
  • Das allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit. Ein Pädagoge ermutigt zum Nachdenken über die Neuen Medien., Hanser, München, Wien, 1987.
  • Magier oder Magister? Über die Einheit der Wissenschaft im Verständigungsprozeß, Klett-Cotta, Stuttgart, 1988.
  • Bibelarbeit. Verheissung und Verantwortung für unsere Welt, Hanser, München, Wien, 1988.
  • Die Schule neu denken. Eine Übung in praktischer Vernunft, Hanser, München, Wien, 1993.
  • Bildung. Ein Essay, Hanser, München, Wien 1996.
  • Kreativität. Hohe Erwartung an einen schwachen Begriff, Hanser, München, Wien, 1998.
  • Die Bielefelder Laborschule. Aufgaben, Prinzipien, Einrichtungen. Eine empirische Antwort auf die veränderte Funktion der Schule. Band 7 Bielefeld, 1998.
  • Ach, die Werte. Ein öffentliches Bewusstsein von zwiespältigen Aufgaben. Über eine Erziehung für das 21. Jahrhundert, Hanser, München, Wien, 1999.
  • Kolumnen, Radius-Verlag, Stuttgart, 2000.
  • Fahrten und Gefährten. Reiseberichte aus einem halben Jahrhundert, Hanser, München, Wien, 2000.
  • Warum muss ich zur Schule gehen? Eine Antwort an Tobias in Briefen, Hanser, München, Wien, 2001.
  • Wissenschaft. Eine Kritik. Hanser, München, Wien, 2002 ISBN 978-3-446-20376-1.
  • Der technischen Zivilisation gewachsen bleiben. Nachdenken über die neuen Medien und das gar nicht mehr allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit, Beltz, Weinheim und Basel 2002.
  • Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit, C.H. Beck, München, 2003.
  • Bewährung. Von der nützlichen Erfahrung, nützlich zu sein, Hanser, München 2006.
  • Mein Leben – bedacht und bejaht. Kindheit und Jugend, Hanser, München 2007.
  • Mein Leben – bedacht und bejaht. Schule, Polis, Gartenhaus, Hanser, München 2007.
  • Noch immer Mein Leben. Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015. Was mit Kindern, Berlin 2016 ISBN 978-3-945-81026-2

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Kutting: Gesinnungsbildung: die humanistische Schul- und Bildungstheorie Hartmut von Hentigs in theologischer Sicht, Marburg: Elwert 2004.
  • Martin Hollender, Ulrike Hollender: Bibliographie Hartmut von Hentig, Bielefeld: Aisthesis 2010.
  • Lehrergruppe Laborschule: Laborschule Bielefeld. Modell im Praxistest. Reinbek 1977.
  • Frauke Stübig (Hrsg.): Die Schule der Zukunft gewinnt Gestalt. Gehaltene und ungehaltene Reden anlässlich der Ehrenpromotionen von Hartmut von Hentig und Wolfgang Klafki an der Universität Kassel am 5. Mai 2004. Kassel 2005.
  • Susanne Thurn, Klaus-Jürgen Tillmann (Hrsg.): Laborschule – Modell für die Schule der Zukunft. Bad Heilbrunn / OBB. 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Philip Eppelsheim: Die Wahrhaftigkeit und Hartmut von Hentig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Oktober 2011.
  2. a b Michael Buselmeier: Ein großer Leidender. In: der Freitag, 24. März 2011.
  3. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 125 f.
  4. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 175 ff.
  5. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 195.
  6. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 201.
  7. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 219 f.
  8. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 287.
  9. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 319.
  10. Mein Leben, Kindheit und Jugend 2007, S. 407.
  11. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 20.
  12. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 90 f.
  13. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 179 f.
  14. Rudolf Messner in: Stübig (Hrsg.) 2005, S. 90 f. Ähnlich Andreas Flitner, ebenda, S. 81.
  15. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 80.
  16. Die Menschen stärken... 1985, S. 35.
  17. Die Menschen stärken... 1985, S. 69/73.
  18. Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit 2003, S. 103 f.
  19. Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit 2003, S. 102.
  20. Was ist eine humane Schule? 1987, S. 95.
  21. Was ist eine humane Schule? 1987, S. 116.
  22. Die Schule neu denken... 1993, S. 221.
  23. Die Schule neu denken... 1993, S. 221 f.
  24. Die Menschen stärken... 1985, S. 112
  25. Rousseau oder die wohlgeordnete Freiheit 2003, S. 102.
  26. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 330.
  27. Die Menschen stärken... 1985, S. 121.
  28. Die Menschen stärken... 1985, S. 115 f.
  29. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 273.
  30. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 291.
  31. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 277.
  32. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 308.
  33. Hartmut von Hentig: Lernen in anderen Räumen: die Gebäude der Laborschule. In: Thurn / Tillmann (Hrsg.) 2005, S. 101–103
  34. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 357–431.
  35. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 177 f.
  36. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 242 f.
  37. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 530 f.
  38. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 530 f.
  39. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 573 / 577.
  40. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 581.
  41. Beirat der Humanistischen Union. Humanistische Union, archiviert vom Original am 27. Juli 2011; abgerufen am 27. Juli 2011.
  42. Demonstration Freiheit statt Angst, Unterstützerliste
  43. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 619 f.
  44. Bettina Hurrelmann: Kinder und Medien. In: Klaus Merten, Siegfried J. Schmidt, Siegfried Weischenberg (Hrsg.): Die Wirklichkeit der Medien. Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft. Springer, Wiesbaden 1994, S. 395.
  45. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2002, Perlentaucher, Zugriff am 3. April 2019.
  46. Hans-Jürgen von Wensierski, Jüte-Sophia Sigeneger: Technische Bildung. Ein pädagogisches Konzept für die schulische und außerschulische Kinder- und Jugendbildung. Verlag Barbara Budrich, Opladen/Berlin/Toronto 2015, S. 52 f.
  47. Hartmut von Hentig: Der technischen Zivilisation gewachsen bleiben. Beltz, Weinheim 2002, S. 73.
  48. Andreas Flitner in: Stübig (Hrsg.) 2005, S. 81.
  49. Andreas Flitner in: Stübig (Hrsg.) 2005, S. 86.
  50. Susanne Thurn / Klaus-Jürgen Tillmann: Die schulpädagogische Diskussion heute – und was die Laborschule dazu beitragen kann. In: Thurn / Tillmann (Hrsg.) 2005, S. 12.
  51. Hans-Joachim Knopff und Dieter Lenzen: Mehr Erfahrung, weniger Belehrung: eine Schule bietet viel mehr als nur Unterricht. In: Thurn / Tillmann (Hrsg.) 2005, S. 33.
  52. „Das Leben zulassen; Mit Unterschieden leben; In der Gemeinschaft leben; Der ganze Mensch; Eine Brücke zwischen der kleinen und der großen Welt; Die Schule bleibt eine Schule.“ (Rudolf Messner in: Stübig (Hrsg.) 2005, S. 94.)
  53. Rudolf Messner in: Stübig (Hrsg.) 2005, S. 94 / 97.
  54. https://www.nzz.ch/feuilleton/die-anhaenger-hartmut-von-hentigs-wollen-dass-ihr-meister-rehabilitiert-wird-ld.1367382
  55. Jürgen Oelkers: Pädagogik, Elite, Missbrauch. Die „Karriere“ des Gerold Becker. Beltz Verlag, Weinheim 2016, S. 14.
  56. Hartmut von Hentig im Interview: „Voll Neid habe ich auf diesen Mann gesehen“, Spiegel Online (schulspiegel), 14. März 2010.
  57. Hartmut von Hentig: Noch immer: Mein Leben. Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015. Was mit Kindern, Berlin 2016, S. 477 f., zitiert nach Hanna Kiper: Im Zweifel für den Freund und Lebensgefährten. Der Angriff auf die Opfer und ihre Fürsprecher als Strategie der Verteidigung - Zur Auseinandersetzung mit Lebenserinnerungen des Hartmut von Hentig. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 16 (2018) 1, S. 91.
  58. Mein Leben, Schule, Polis, Gartenhaus 2007, S. 594.
  59. Markus Verbeet: Hartmut von Hentig im Interview: "Voll Neid habe ich auf diesen Mann gesehen". SPIEGEL ONLINE, 14. März 2010, archiviert vom Original am 26. März 2011; abgerufen am 26. März 2011: „Hentig: Gerold Becker ist mein Freund und seit 1994 mein Nachbar im selben Haus.“
  60. Frankfurter Rundschau, 6. März 2010
  61. Christian Füller: Odenwaldtäter beim Namen genannt"; TAZ, 17. Dezember 2010
  62. Philip Eppelsheim: Die Wahrhaftigkeit und Hartmut von Hentig. FAZ Online, 23. Oktober 2011, abgerufen am 17. November 2011: „Die Wahrhaftigkeit und Hartmut von Hentig“
  63. Tanjev Schultz: Männer, die zu sehr lieben"; Tages-Anzeiger, 13. März 2010'
  64. tagesspiegel Was Hartmut von Hentig damit zu tun hat, Offener Brief von Lutz van Dijk
  65. Zitiert nach Jörg Schindler: Ein Rettungsversuch unter Freunden. In: FR-Online, 25. November 2011, Zugriff am 21. Februar 2016.
  66. Kein Schweigen mehr über den Odenwald-Skandal, Nordwestzeitung, 23. September 2015
  67. Hartmut von Hentig: Noch immer Mein Leben. Erinnerungen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2015. Was mit Kindern, Berlin 2016.
  68. Bernhard Pörksen: Reformpädagogik und Missbrauch: Nach dem Schweigen. In: Die Zeit vom 21. April 2016, Zugriff am 10. Mai 2016 (hier das Zitat); Pitt von Bebenburg: Odenwaldschule Opfer empört über Hentig-Autobiografie. In: Frankfurter Rundschau vom 18. Mai 2016, Zugriff am 14. Juli 2016; Volker Breidecker: Reformpädagogik: Unter freien Sündern. In: Süddeutsche Zeitung vom 27. Juni 2016, Zugriff am 14. Juli 2016.
  69. Hanna Kiper: Im Zweifel für den Freund und Lebensgefährten. Der Angriff auf die Opfer und ihre Fürsprecher als Strategie der Verteidigung - Zur Auseinandersetzung mit Lebenserinnerungen des Hartmut von Hentig. In: Zeitschrift für Sozialpädagogik 16 (2018) 1, S. 90–108, die Zitate S. 102 und 107.
  70. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/odenwaldschule-comenius-stiftung-entzieht-hentig-preis-11505421.html
  71. Mitgliederverzeichnis: Hartmut von Hentig. Academia Europaea, abgerufen am 25. Juli 2017 (englisch).
  72. Prof. Dr. Hartmut von Hentig (Memento des Originals vom 31. Oktober 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.comenius-stiftung.de, Website der J.A.-Comenius-Stiftung, abgerufen am 20. Oktober 2011.
  73. Heike Schmoll: Comenius-Stiftung entzieht Hentig Preis. In: FAZ.net. 26. Oktober 2011, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  74. http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/news/157940/index.html
  75. Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zur Diskussion um sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten, Website der Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, abgerufen am 15. März 2017; siehe dazu auch die Reaktionen auf den umstrittenen Beschluss des DFfE-Vorstands, abgerufen am 21. Dezember 2017.
  76. Liste der Ordensträger 1975–2018. (PDF; 175 kB) Staatsministerium Baden-Württemberg, 28. April 2018, S. 50, abgerufen am 12. Mai 2018., abgerufen am 11. Mai 2009