Markt Hartmannsdorf

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Marktgemeinde
Markt Hartmannsdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Markt Hartmannsdorf
Markt Hartmannsdorf (Österreich)
Markt Hartmannsdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Weiz
Kfz-Kennzeichen: WZ
Fläche: 29,2 km²
Koordinaten: 47° 3′ N, 15° 51′ OKoordinaten: 47° 3′ 15″ N, 15° 50′ 32″ O
Höhe: 331 m ü. A.
Einwohner: 2.945 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 8311, 8312, 8261
Vorwahl: 03114
Gemeindekennziffer: 6 17 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 157
Markt Hartmannsdorf
Website: www.markt-hartmannsdorf.at
Politik
Bürgermeister: Otmar Hiebaum (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
   
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Markt Hartmannsdorf im Bezirk Weiz
Albersdorf-PrebuchAngerBirkfeldFischbach (Steiermark)Fladnitz an der TeichalmFloingGasenGersdorf an der FeistritzGleisdorfGutenberg-StenzengreithHofstätten an der RaabIlztalLudersdorf-WilfersdorfMarkt HartmannsdorfMiesenbach bei BirkfeldMitterdorf an der RaabMortantschNaasPassailPischelsdorf am KulmPuch bei WeizRattenRetteneggSt. Kathrein am HauensteinSankt Kathrein am OffeneggSt. Margarethen an der RaabSankt Ruprecht an der RaabSinabelkirchenStralleggThannhausenWeizSteiermarkLage der Gemeinde Markt Hartmannsdorf im Bezirk Weiz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Markt Hartmannsdorf ist eine Marktgemeinde mit 2945 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Rittscheintal in der Oststeiermark. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk und Bezirk Weiz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Marktgemeinde gehören vier Katastralgemeinden (Fläche: Stand 31. Dezember 2018[1]):

  • Hartmannsdorf (1.028,77 ha)
  • Oed (355,23 ha)
  • Pöllau bei Gleisdorf (863,97 ha)
  • Reith (680,85 ha)

Die Gemeinde gliedert sich in fünf Ortschaften und weitere Ortsteile (Einwohner Stand 1. Jänner 2019[2]):

  • Bärnbach (103)
  • Markt Hartmannsdorf (1534)
  • Oed (256)
  • Pöllau bei Gleisdorf (721)
    • Pöllau
    • Oberberglen
    • Widenwinkel
  • Reith bei Hartmannsdorf (331)
    • Reith
    • Reithgraben
    • Großegg

Eingemeindungen und Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 1. Juni 1951 wurden die Gemeindenamen von Oed und Reith in „Oed bei Gleisdorf“ bzw. „Reith bei Hartmannsdorf“ geändert.[3]
  • Am 1. Jänner 1952 wurde die ehemalige Gemeinde Oed bei Gleisdorf in Hartmannsdorf eingemeindet.[4]
  • Am 1. August 1964 wurde Hartmannsdorf die Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.[5]
  • Am 1. Jänner 1973 wurde der Gemeindename der Marktgemeinde Hartmannsdorf in „Markt Hartmannsdorf“ geändert.[6]
  • Am 1. Jänner 1976 wurden die ehemaligen Gemeinden Pöllau bei Gleisdorf und Reith bei Hartmannsdorf in Markt Hartmannsdorf eingemeindet.[7]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der neun Nachbargemeinden liegen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), vier im Bezirk Südoststeiermark (SO).

Hofstätten an der Raab Sinabelkirchen Ilz (HF)
St. Margarethen an der Raab Nachbargemeinden Ottendorf an der Rittschein (HF)
Eichkögl (SO) Edelsbach und Feldbach
(beide SO)
Riegersburg (SO)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1232. Es gibt Zeugnisse einer frühgeschichtlichen Besiedlung in Form sogenannter „Keltengräber“. Hartmann, ein Ritter der 1138 errichteten Riegersburg, wird als Gründer genannt. Hartmannsdorf hieß bis 1922 „Windisch-Hartmannsdorf“. Das weist darauf hin, dass die im 12. Jahrhundert eingewanderten deutschen Siedler Reste einer dünnen slawischen Bevölkerung vorgefunden haben, die sich nur in versteckten Randlagen halten konnten. Hier sind im 12. Jahrhundert noch Reste eines Verbindungsweges vorhanden gewesen, nach denen die Dörfer ausgerichtet wurden. So setzte die deutsche Besiedlung im Herrschaftsgebiet der Riegersburg im Rittscheintal ein, wobei Hartmannsdorf im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts als Straßendorf längs des alten Verbindungsweges durch das Rittscheintal neu gegründet worden ist. Der alte Name Windisch-Hartmannsdorf bedeutet also nicht ein windisches Dorf, sondern vielmehr eine deutschsprachige Siedlung im windischen Gebiet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1990 bis 2011 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle Ulrichsbrunn mit Quelle unter der Kapelle
Kloster der Grazer Schulschwestern
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Markt Hartmannsdorf
  • Katholische Pfarrkirche Hartmannsdorf hl. Radegundis
  • Ulrichsbrunn ist eine Wallfahrtskapelle mit einer Quelle circa zwei Kilometer außerhalb des Ortes gelegen. Das Wasser der Quelle soll Augenleiden heilen. Das Gebiet rund um die Kapelle ist Quellschutzgebiet, die Quelle ist ein wichtiger Teil der Trinkwasserversorgung für den Ort. Nach dem Buch „s'Marterl“ von Stjepan Drvoderic besagt eine Legende, dass vor sehr langer Zeit, dort wo heute die Ulrichsbrunnkapelle steht, eine ganze Stadt errichtet war, welche jedoch im von der Quelle aufgeweichten Boden versunken sein soll. Weiters soll ein Wanderer, der in Vollmondnächten die Kapelle aufsucht, immer noch die aus dem Boden herausragende Kirchturmspitze sehen können. Sollte der Unglückliche jedoch die Kirchturmspitze berühren, so wird er laut Legende in die versunkene Stadt hinab gezogen, und muss dort für immer verweilen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft (Obst, Mais, Kürbis) dominiert. Es gibt einige Kleingewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, die auch den Gewerbepark als Betriebsstandort nutzen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Markt Hartmannsdorf gibt es drei Schulen: Volksschule, Neue Mittelschule (NMS) (ca. 300 Schüler) und die Musikschule Ilz/Markt Hartmannsdorf. Die Volksschule wurde 2007 mit dem höchsten steiermärkischen Schulpreis, dem Pädagogischen Panther ausgezeichnet.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Die Mandatsverteilung nach den Gemeinderatswahlen zeigt die Tabelle:[12]

Jahr ÖVP SPÖ FPÖ Grüne
2000 11 - 3 1
2005 10 3 1 1
2010 10 3 1 1
2015 10 - 3 2
Bürgermeister
  • 1991–2008 Anton Freiberger (ÖVP)
  • seit 2009 Otmar Hiebaum (ÖVP)[13]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartmannsdorf erhielt 1959 ein Gemeindewappen. Es ist abgeleitet von der Äbtissin und Pfarrpatronin der Hl. Radegundis. Diese Heilige wurde mit zwei Wölfen und einer Krone als Beigaben dargestellt.

Die heraldische Beschreibung (Blasonierung) des Wappens lautet:[15]

„In von Blau und Silber geviertem Schild in Feld 1 der goldene obere Teil eines Bischofstabes, in 4 eine goldene Krone; in den silbernen Feldern 2 und 3 ein blauer, rot bezungter Wolfskopf.“

Die Gemeindeflagge hat zwei Streifen in den Farben Blau-Weiß mit dem Wappen.[16]

AUT Pöllau bei Gleisdorf COA.jpg

Das 1976 eingemeindete Pöllau bei Gleisdorf hatte seit 1966 ein Wappen: "In einem von Rot und Silber gespaltenen Schild vorn ein silbernes Malteserkreuz, hinten ein schwarzer geflügelter Greifenfuß."

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde
  • 1988: Rupert Wieser-Holper (* 1928 in Knittelfeld), langjähriger Feuerwehrkommandant, Gemeinderat
  • 2004: Peter Simonischek (* 1946 in Graz), Schauspieler
  • 2009: Anton Freiberger (* 1956 in Hartberg), Bürgermeister von Markt Hartmannsdorf (1991–2008)[17]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Zoller: Chronik Markt Hartmannsdorf. Markt Hartmannsdorf 2003[18]
  • Hermann Zoller: Chronik Krieg und Nachkriegszeit Markt Hartmannsdorf, Die 30iger Jahre – Das nationalsozialistische Regime – Die Zeit des 2. Weltkrieges – Die unmittelbare Nachkriegszeit. Markt Hartmannsdorf 2011[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Markt Hartmannsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CSV-Datei aus REGIONALINFORMATION.zip (1.221 kB); abgerufen am 12. Jänner 2019
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. LGBL. STMK. Nr. 037/1951
  4. LGBL. STMK. Nr. 065/1951
  5. LGBL. STMK. Nr. 169/1964
  6. LGBL. STMK. Nr. 138/1972
  7. LGBL. STMK. Nr. 198/1975
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Markt Hartmannsdorf. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 19. Juni 2020.
  9. Takern-St.Margarethen Bahnhof to Markt Hartmannsdorf. GoogleMaps, abgerufen am 19. Juni 2020 (de-US).
  10. Stationsinformation. ÖBB, abgerufen am 19. Juni 2020.
  11. Dr. Peter Härtel, Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft: Preisträger/innen 2007. Beitrag zur Preisverleihung an die Preisträger/innen des Pädagogischen Panthers 2007, Graz-Burg, Weißer Saal, 2. Juli 2007 (pdf@1@2Vorlage:Toter Link/www.lsr-stmk.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , lsr-stmk.gv.at).
  12. Wahlen. Amt der Steiermärkischen Landesregierung, abgerufen am 19. Juni 2020.
  13. Marktgemeinde Hartmannsdorf | Politik/Verwaltung | Gemeinderat. Abgerufen am 19. Juni 2020.
  14. Jahre Gemeindepartnerschaft in „markt hartmannsdorfer nachrichten, 559. folge, august 2018“.
  15. Marktgemeinde Hartmannsdorf | Politik/Verwaltung | Geschichte/Wappen. Abgerufen am 19. Juni 2020.
  16. Eintrag zu Markt Hartmannsdorf auf der Seite kommunalflaggen.eu
  17. „Toni Freiberger – Ehrenbürger von Markt Hartmannsdorf“, Homepage der Gemeinde Markt Hartmannsdorf, 16. Juni 2009.
  18. Chronik. Gemeinde Markt Hartmannsdorf bei Web-Books im Austria-Forum. Hermann Zoller, Markt Hartmannsdorf, 2003, 154 S.
  19. Digitalisat bei Web-Books im Austria-Forum. Hermann Zoller, Markt Hartmannsdorf, 2003, 38 S.