Ironman 70.3 Germany

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andreas Dreitz, Sieger des Ironman 70.3 Germany 2016

Der Ironman 70.3 Germany war eine von 2007 bis 2016 jährlich im August in Wiesbaden stattfindende Triathlon-Sportveranstaltung. Auch wenn keine offizielle Europameisterschaft wurde er vom Veranstalter unter dem Namen „Ironman 70.3 European Championship“ beworben, Qualifikationskriterien zur Teilnahme bestanden keine.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finishermedaille

Der Ironman 70.3 Germany war Teil der Ironman-70.3-Triathlon-Rennserie der World Triathlon Corporation (WTC), einem Tochterunternehmen der chinesischen Wanda Group. Aus der Gesamtdistanz von 113 km bzw. 70,3 Meilen leitet sich der Name ab.

Die ersten beiden Austragungen des Ironman 70.3 Germany in Wiesbaden wurden durch Xdream Sports & Events GmbH, die auch bereits seit 2002 den Ironman Germany in Frankfurt organisierten, veranstaltet. Für die Nutzung des erstmals in Deutschland genutzten Markenzeichens „Ironman 70.3“ wurden Lizenzgebühren an die WTC entrichtet. Der Wettkampf war der erste unter diesem Markenzeichen in Deutschland. 2009 übernahm die WTC Xdream und organisierte von da an bis 2016 die Veranstaltung selber.

Für die Ironman 70.3 World Championship wurden bei diesem Wettkampf jährlich 100 Qualifikationsplätze in allen Altersklassen vergeben (Stand: September 2014). 2013 war in Wiesbaden außerdem eine Qualifikation für den Ironman Hawaii möglich.[1]

Die Schweizerin Daniela Ryf mit ihrer Siegerzeit von 4:26:12 Stunden (2014) sowie der Brite Ritchie Nicholls mit 3:56:55 Stunden (2013) halten hier die Streckenrekorde.

Wegen Bauarbeiten am Raunheimer Waldsee, wo seit 2011 der Start erfolgte, sowie mangelnden Alternativen für die Durchführung der Auftaktdisziplin wurde die Veranstaltung nicht mehr fortgesetzt. Die letzte Austragung war am 14. August 2016.[2][3]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schwimmen wurde bis 2010 im Wassersportgebiet Schiersteiner Hafen gestartet. Nachdem sich im Anschluss an den Wettkampf im Jahr 2010 mehrere Sportler über Durchfallerkrankungen beklagt hatten und diese auf die Wasserqualität im Hafenbecken zurückgeführt wurden, fandt das Schwimmen von 2011 bis 2016 im Raunheimer Waldsee statt.[4]
  • Die Radstrecke führte bis 2010 über Eltville am Rhein und Kiedrich in den Taunus hinein und endete am Kurpark Wiesbaden. Von 2011 bis 2016 führte sie nicht mehr durch den Rheingau, sondern von Raunheim bis an den Rand Wiesbadens, von dort in einer Schleife nach Idstein und zurück nach Wiesbaden, wo sie wiederum am Kurpark endete. Die Radstrecke wurde durch diese Routenänderung einen Kilometer länger und betrug nun 1.450 Höhenmeter.[5][6]
  • Die Laufstrecke begann hinter dem Kurhaus Wiesbaden und erstreckte sich über vier Runden (bis 2008 drei Runden mit je rund 7 Kilometer).

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer Frauen
Datum/Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
14. Aug. 2016 DeutschlandDeutschland Andreas Dreitz KanadaKanada Lionel Sanders DeutschlandDeutschland Boris Stein
09. Aug. 2015 DeutschlandDeutschland Boris Stein DeutschlandDeutschland Andreas Raelert SchweizSchweiz Ruedi Wild
10. Aug. 2014 BelgienBelgien Bart Aernouts AustralienAustralien Peter Robertson DeutschlandDeutschland Maurice Clavel
11. Aug. 2013 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ritchie Nicholls DeutschlandDeutschland Jan Frodeno ItalienItalien Alessandro Degasperi
12. Aug. 2012 DeutschlandDeutschland Michael Raelert -2- BelgienBelgien Bart Aernouts DeutschlandDeutschland Boris Stein
14. Aug. 2011 DeutschlandDeutschland Andreas Böcherer TschechienTschechien Filip Ospalý TschechienTschechien Martin Krnavek
15. Aug. 2010 DeutschlandDeutschland Michael Raelert -1- DeutschlandDeutschland Sebastian Kienle SchwedenSchweden Björn Andersson
16. Aug. 2009 DeutschlandDeutschland Sebastian Kienle DeutschlandDeutschland Michael Raelert SchweizSchweiz Mathias Hecht
10. Aug. 2008 DeutschlandDeutschland Faris Al-Sultan ItalienItalien Alessandro Degasperi DeutschlandDeutschland Uwe Widmann
19. Aug. 2007 FrankreichFrankreich Stephan Bignet ItalienItalien Alessandro Degasperi DeutschlandDeutschland Nils Goerke
Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz
2016 AustralienAustralien Melissa Hauschildt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jodie Swallow DeutschlandDeutschland Laura Philipp
2015 DanemarkDänemark Camilla Pedersen DeutschlandDeutschland Anja Beranek BelgienBelgien Alexandra Tondeur
2014 SchweizSchweiz Daniela Ryf -2- Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Leanda Cave DeutschlandDeutschland Laura Philipp
2013 SchweizSchweiz Daniela Ryf -1- AustralienAustralien Annabel Luxford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Catriona Morrison
2012 DeutschlandDeutschland Anja Beranek SpanienSpanien Virginia Berasategui DeutschlandDeutschland Julia Gajer
2011 SchweizSchweiz Karin Thürig OsterreichÖsterreich Eva Wutti SchweizSchweiz Natascha Badmann
2010 NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken -2- Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Desirée Ficker DeutschlandDeutschland Kristin Möller
2009 NiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken -1- FinnlandFinnland Tiina Boman DeutschlandDeutschland Andrea Steinbecher
2008 SpanienSpanien Virginia Berasategui -2- DeutschlandDeutschland Andrea Brede DeutschlandDeutschland Meike Krebs
2007 SpanienSpanien Virginia Berasategui -1- DeutschlandDeutschland Wenke Kujala DeutschlandDeutschland Andrea Brede

Besondere Vorkommnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der vierten Austragung im Jahr 2010 kam es zu einem Todesfall beim Ironman. Ein 55-jähriger Mann erlitt während des Schwimmens einen Kreislaufstillstand und verstarb trotz Wiederbelebungsmaßnahmen wenig später im Krankenhaus.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ironman 70.3 Germany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kona-Slots: Über Wiesbaden nach Hawaii In: tri2b.com 20. November 2012
  2. Kein Ironman mehr in Wiesbaden In: Frankfurter Rundschau 7. September 2016
  3. Geschäftsführer Björn Steinmetz sieht derzeit geringe Chancen für einen weiteren Ironman 70.3 in Wiesbaden In: Wiesbadener Kurier 8. September 2016
  4. Virenalarm beim Ironman In: Frankfurter Rundschau 28. Oktober 2010
  5. Schwimmstrecke 2011 auf der Website des Ironman 70.3 Germany (Memento vom 26. Juni 2011 im Internet Archive)
  6. Radstrecke 2011 auf der Website des Ironman 70.3 Germany (Memento vom 20. Juni 2011 im Internet Archive)
  7. Ironman Wiesbaden – Tod beim Triathlon In: Frankfurter Allgemeine Zeitung 16. August 2010