Jermaine Jones

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Jermaine Jones

Jermaine Jones (2013)

Spielerinformationen
Name Jermaine Hans-Joachim Jones
Geburtstag 3. November 1981
Geburtsort Frankfurt am MainDeutschland
Größe 184 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1988–1994
1994–1995
1995–1999
SV Bonames
FV Bad Vilbel
Eintracht Frankfurt
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1999–2004
2004–2005
2005–2007
2007–2014
2011
2014
2014–2015
2016
2017–
Eintracht Frankfurt
Bayer 04 Leverkusen
Eintracht Frankfurt
FC Schalke 04
Blackburn Rovers (Leihe)
Beşiktaş Istanbul
New England Revolution
Colorado Rapids
Los Angeles Galaxy
46 (7)
5 (0)
38 (5)
129 (7)
15 (0)
10 (0)
28 (2)
9 (3)
8 (1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2001
2002–2003
2004
2008
2010–
Deutschland U-20
Deutschland U-21
Team 2006
Deutschland
USA
4 (0)
8 (3)
1 (0)
3 (0)
67 (4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 8. Mai 2017

2 Stand: 17. November 2016

Jermaine Jones am 28. Februar 2009 beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt

Jermaine Jones (* 3. November 1981 in Frankfurt am Main) ist ein deutsch-US-amerikanischer Fußballspieler. Er ist im Mittelfeld variabel (besonders zentraldefensiv) einsetzbar und steht seit Anfang 2017 bei Los Angeles Galaxy unter Vertrag.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beginn in Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jones spielte als Jugendlicher bei den Vereinen SV Bonames und FV Bad Vilbel. Dort entdeckten ihn Scouts von Eintracht Frankfurt. 2000/01 stand er im Profikader von Eintracht Frankfurt und spielte in den ersten Jahren überwiegend für die Amateure der Eintracht. In der Saison 2001/02 in der 2. Bundesliga erkämpfte er sich einen Stammplatz in der 1. Mannschaft. In der folgenden Saison wurde der Mittelfeldspieler bei der Eintracht teilweise auch im Angriff aufgestellt. Er erzielte sechs Tore in der Liga und ein weiteres im DFB-Pokal. Jones stieg mit der Eintracht in die Bundesliga auf. Dort verletzte sich Jones erstmals schwerer und kam nur auf fünf Einsätze im Sturmzentrum.

Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause der Saison 2003/04 wechselte er ablösefrei zum Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Dort spielte er für den Rest der Saison für die Amateure Leverkusens und wurde Leistungsträger. Für die Saison 2004/05 schaffte er den Sprung in die Profimannschaft, kam aber nur unregelmäßig zum Einsatz.

Zurück zu den Wurzeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Winterpause kehrte er ein Jahr später auf Leihbasis zum Zweitligisten Eintracht Frankfurt zurück. Bei den Hessen wurde er vom Trainerteam Friedhelm Funkel/Armin Reutershahn zum defensiven Mittelspieler umgeschult und erreichte in der Saison 2004/05 den Aufstieg in die Bundesliga; Friedhelm Funkel ernannte ihn dort zum Mannschaftskapitän.

Zu Beginn der Saison 2005/06 laborierte Jones an einem Haarriss im Schienbein und wurde operiert. Jones verpasste deshalb das DFB-Pokalfinale 2006. Als die Beschwerden im Anschluss an die erste Operation zunahmen, musste er erneut operiert werden, wobei die eingesetzten Metallplatten entfernt wurden. Sein Comeback feierte der etatmäßige Kapitän der Eintracht Ende 2006 mit seiner Einwechslung im DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln.

FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2007/08 wechselte Jones zum FC Schalke 04, bei dem er einen bis Juni 2011 gültigen Vertrag unterschrieb. Aufgrund seiner athletischen Spielweise etablierte er sich schnell als Führungsspieler im Schalker Mittelfeld, sodass der Verein seinen Vertrag am 31. März 2009 bis zum 30. Juni 2014 verlängerte. Wegen der Folgen eines Haarrisses im linken Schienbein konnte Jermaine Jones in der Saison 2009/10 kein Bundesligaspiel für Schalke 04 bestreiten. Sein Comeback gab er am 1. Spieltag der Folgesaison bei der 1:2-Niederlage im Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV. Felix Magath schenkte Jones, nach schwachen Leistungen, kein Vertrauen mehr und gab bekannt, dass er nicht mehr mit ihm plane.

Leihe zu Blackburn Rovers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2011 wechselte Jones leihweise für sechs Monate nach England zu den Blackburn Rovers in die Premier League.[1] Für die Rovers debütierte er am 24. Spieltag beim 2:0-Sieg im Heimspiel gegen West Bromwich Albion und wurde nach 90-minütigem Einsatz zum „Spieler des Spiels“ ernannt. Insgesamt absolvierte er 15 Ligapartien für den Verein, ehe er im Juli 2011 wieder zu Schalke zurückkehrte.

Rückkehr zum FC Schalke 04[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schalkern saß er bei Trainer Ralf Rangnick zunächst auf der Bank, konnte sich aber nach dem Trainerwechsel zu Huub Stevens bis Ende der Hinrunde in die Stammelf zurückspielen. Nach einer Unsportlichkeit am 21. Dezember 2011 im Achtelfinal-Spiel des DFB-Pokals bei Borussia Mönchengladbach – Jones hatte Marco Reus vorsätzlich[2] auf den bereits lädierten linken Fuß getreten – wurde er „wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner in Form des krass sportwidrigen Verhaltens“ bis zum 1. März 2012 gesperrt.[3] Auch dank starker Leistungen von Jones qualifizierte sich die Schalker-Mannschaft für die UEFA Champions League. Zur Saison 2012/13 bildete Jones gemeinsam mit Neuzugang Roman Neustädter eine „Doppel-Sechs“ im defensiven Mittelfeld, wobei Jones den offensiveren Part spielte. Nachdem er lange unumstrittener Stammspieler im defensiven Mittelfeld war, fiel Jones zur Saison 2013/2014 in ein Leistungsloch wie die gesamte Schalker Mannschaft. In den Medien wurde Jones als mitverantwortlich für die damalige Krise gemacht, kurz darauf wurde er für ein Spiel von Trainer Jens Keller suspendiert. Darüber hinaus bekam er mit dem jungen Talent Leon Goretzka, Dennis Aogo und dem neuen Transfer Kevin-Prince Boateng starke Konkurrenz im Mittelfeld. Jones, dessen Vertrag zum Saisonende auslief, wurde schließlich mitgeteilt, dass er kaum noch Chancen auf regelmäßige Einsätze habe. Daraufhin bat Jones um die Freigabe in der Winterpause, um sich im Hinblick auf eine Teilnahme mit der Mannschaft der USA an der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien einen neuen Verein zu suchen.

Beşiktaş Istanbul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Januar 2014 wechselte Jones nach sieben Jahren auf Schalke in die türkische Süper Lig zu Beşiktaş Istanbul.[4] Er unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2013/14 und kostete 200.000 Euro Ablöse.[5] Eine Option, Jones' Vertrag um 2 Jahre zu verlängern, zog der Verein nicht, sodass Jones nach einem halben Jahr den Verein wieder verließ.[6]

New England Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2014 verpflichtete das US-amerikanische MLS-Franchise New England Revolution Jermaine Jones. Er besetzte dort einen von maximal drei pro Team verfügbaren Plätzen für Designated Players.[7]

Colorado Rapids[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 wurde bekannt, dass Jones zu den Colorado Rapids im Austausch für eine Ablösesumme sowie den Erstrundenpick der Rapids im MLS SuperDraft 2017 wechselte.[8]

LA Galaxy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Mitte Dezember 2016 sicherte sich Los Angeles Galaxy die Rechte an Jones. Colorado erhielt dafür einen First Round Pick im MLS SuperDraft 2017. Am 18. Januar 2017 wurde Jones von den Kaliforniern fest verpflichtet.[9]

Nationalmannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach guten Leistungen bei seinem neuen Verein FC Schalke 04 wurde Jones am 9. November 2007 von Bundestrainer Joachim Löw für die EM-Qualifikationsspiele gegen Zypern und Wales erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen, musste seine Teilnahme jedoch kurz darauf wegen einer im Heimspiel gegen den Hamburger SV am 10. November 2007 erlittenen Kapselverletzung absagen. Er gab am 6. Februar 2008 im Freundschaftsspiel gegen Österreich sein Debüt für das deutsche A-Nationalteam. Im Mai 2008 berief ihn Joachim Löw in den vorläufigen Kader für die Europameisterschaft 2008; dem endgültigen Aufgebot gehörte Jones nicht an.

Jermaine Jones 2013 beim Freundschaftsspiel gegen Österreich

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2009 gab Jermaine Jones bekannt, dass er aufgrund seiner Nichtberücksichtigung für die Asienreise der Nationalmannschaft durch Joachim Löw künftig für die Nationalmannschaft der USA spielen wolle. Dieser Wechsel war möglich, da Jones bis dahin nur in Freundschaftsspielen für Deutschland eingesetzt worden war. Weil er verletzungsbedingt die gesamte Saison 2009/10 ausfiel, debütierte er erst ein Jahr später für die USA, als er am 9. Oktober 2010 in einem Freundschaftsspiel gegen Polen in der Startaufstellung stand.[10] Mit der US-amerikanischen Nationalmannschaft nahm Jones am CONCACAF Gold Cup 2011 teil und erzielte beim 2:0-Sieg im Viertelfinale gegen Jamaika am 19. Juni 2011 sein erstes Länderspieltor[11] für die USA. Am Ende belegte er mit der Mannschaft nach einer 2:4-Niederlage im Finale gegen Mexiko den zweiten Platz. Am 21. Januar 2012 führte er beim 1:0-Sieg gegen Venezuela die Nationalmannschaft als Kapitän aufs Feld.[12]

Am 13. Mai 2014 wurde er vom Trainer Jürgen Klinsmann in den Kader der Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten für die Weltmeisterschaft 2014 berufen. Dort spielte er mit der gleichen Frisur und der Rückennummer 13, wie Namensvetter Cobi Jones bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA.[13][14] Am 22. Juni 2014 erzielte Jones im Gruppenspiel gegen Portugal seinen ersten Treffer bei einer Weltmeisterschaft.[15]

Spielweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem beidfüßigen Mittelfeldspieler werden enorme athletische Fähigkeiten zugesprochen. Jones gewinnt viele Bälle im Mittelfeld und schließt Lücken in der Verteidigung. Er ist vor allem für harte Zweikampfführung bis hin zur Unsportlichkeit bekannt. Seine körperbetonte Art, Fußball zu spielen, brachte Jones in seiner Karriere viele Gelbe und Gelb-Rote Karten ein.[16] Nach einem Tritt gegen den damaligen Gladbacher Marco Reus im Februar 2012 im DFB-Pokal-Achtelfinale wurde Jones für acht Wochen gesperrt. Im Januar 2013 wurde eine Sperre von vier Spielen gegen Jones, die er aufgrund eines Fouls an Ibrahima Traoré im Vormonat erhalten hatte, auf drei Spiele reduziert.[17] Insgesamt musste Jones in seiner Karriere den Platz aufgrund von Fouls sechsmal vorzeitig verlassen.[18]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jones ist der Sohn eines in Deutschland stationierten US-amerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter und wuchs in Frankfurt-Bonames auf. Er ist mit der aus dem gleichen Stadtteil stammenden Fußball-Weltmeisterin Steffi Jones nicht verwandt, allerdings war Steffi Jones' Mutter die Tagesmutter von Jermaine Jones.[19] Sein Cousin Wal Fall ist ebenfalls Fußballprofi und derzeit beim BSV Rehden unter Vertrag.

Am 9. September 2007 heiratete Jones in Schermbeck seine langjährige Lebensgefährtin Sarah Gerth.[20] Mit ihr hat er fünf Kinder.[21]

Unter anderem schrieb er im Internet-Forum von Eintracht Frankfurt mehrere Beiträge, die seinerzeit von den Fans unterschiedlich aufgenommen wurden. Hervorzuheben ist hier vor allem der Beitrag mit dem Titel "Nichts als die Wahrheit" (NadW), indem Jones über seinen Wechsel zu Schalke 04 schrieb und der von manchen als unwahr kritisiert wurde.[22][23]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DFL-Supercupsieger 2011
  • Eigentlich war Jones Teil der Mannschaft, die 2011 den DFB-Pokal gewann, allerdings war er zum Zeitpunkt des Gewinns an die Blackburn Rovers ausgeliehen. Und somit nicht Teil der Mannschaft, da er ausgeliehen war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jermaine Jones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jones completes Rovers move. rovers.co.uk. 18. Januar 2011. Abgerufen am 18. Januar 2011.
  2. Jones entschuldigt sich bei Reus (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.is), Website des DFB vom 27. Dezember 2011.
  3. Sportgericht sperrt Jermaine Jones bis 1. März 2012 (Memento vom 7. September 2012 im Webarchiv archive.is), Website des DFB vom 5. Januar 2012.
  4. Jermaine Jones wechselt zu Besiktas Istanbul. Website des FC Schalke 04, abgerufen am 30. Januar 2014.
  5. siehe die offizielle Bestätigung von Beşiktaş Istanbul.
  6. Jones: „In der Türkei würde ich bleiben, aber nicht bei Besiktas“ transfermarkt.de.
  7. Revolution adds U.S. World Cup star Jermaine Jones Website der New England Revolution, abgerufen am 25. August 2014.
  8. Jones wechselt von New England zu den Colorado Rapids
  9. Jones wechselt zu L.A. Galaxy. In: sport1.de. Sport1 GmbH, 18. Januar 2017, abgerufen am 19. Januar 2017.
  10. Jermaine Jones mit Torvorlage bei Debüt für USA. FOCUS online. 10. Oktober 2010. Abgerufen am 2. November 2010.
  11. Matthias Arnhold: Jermaine Jones – International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 15. Juli 2011. Abgerufen am 21. Juli 2011.
  12. FIFA.com: Klinsmann siegt – Jones Kapitän
  13. Meet Jermaine Jones, the man who scored the wonder strike
  14. Jermaine Jones lookin a lot like the old school Cobi Jones
  15. Klinsmann beruft vier Bundesliga-Legionäre, kicker.de (12. Mai 2014).
  16. Jones ist auch der Kartenkönig ntv.
  17. Kicker vom 14. Januar 2013
  18. Statistik auf transfermarkt.de
  19. OK-Chefin Steffi Jones. Das Gesicht der Frauen-WM. Rheinische Post. 5. Mai 2011. Abgerufen am 26. Juli 2011.
  20. Daily Mail: U.S. soccer star Jermaine Jones and his beauty queen WAG soak up the sun in Miami vom 29. Dezember 2010.
  21. Jermaine Jones stolz auf Jadee-Mae Website des FC Schalke 04, abgerufen am 13. Dezember 2012.
  22. "Jermaine Jones hat die Leute belogen". Interview Andreas Hornung. In: fr-online.de. 6. Dezember 2007, abgerufen am 16. Oktober 2016.
  23. „Fans mögen es nicht, wenn sie belogen werden“. In: faszination-fankurve.de. 10. Januar 2008, abgerufen am 16. Oktober 2016: „Jones hat aber ein Jahr vor seinem Wechsel einen Vorvertrag auf Schalke unterschrieben, was sein Onkel – der damals noch Berater war – übrigens bestätigt hat. Dann hat er den Gerüchten, dass er dorthin wechseln wollte, widersprochen und behauptet alles sei noch offen, auch ein Verbleib in Frankfurt. Wenn er dann im Eintracht-Forum unter dem Betreff „Nichts als die Wahrheit“ selber in die Offensive geht und dermaßen lügt, nur weil er einen problemlosen Abgang aus Frankfurt erreichen wollte, dann ist er selber schuld.“