Kolumbianische Fußballnationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der kolumbianischen Fußballnationalmannschaft der Männer. Für die U-20-Mannschaft siehe Kolumbianische Fußballnationalmannschaft (U-20-Männer).
Kolumbien
Colombia
Logo Federación Colombiana de Fútbol
Spitzname(n) Los Cafeteros
Verband Federación Colombiana de Fútbol
Konföderation CONMEBOL
Technischer Sponsor Adidas
Trainer José Pekerman
Kapitän Radamel Falcao
Rekordtorschütze Arnoldo Iguarán, Radamel Falcao (je 25)
Rekordspieler Carlos Valderrama (111)
Heimstadion Estadio Metropolitano Roberto Meléndez
FIFA-Code COL
FIFA-Rang 6. (1345 Punkte)
(Stand: 24. November 2016)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
KolumbienKolumbien Kolumbien 1:3 Mexiko Mexiko 1934Mexiko
(Panama-Stadt, Panama; 10. Februar 1938)
Höchster Sieg
BahrainBahrain Bahrain 0:6 Kolumbien KolumbienKolumbien
(Riffa, Bahrain; 26. März 2015)
Höchste Niederlage
Brasilien 1889Brasilien Brasilien 9:0 Kolumbien KolumbienKolumbien
(Lima, Peru; 24. März 1957)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 5 (Erste: 1962)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2014
Südamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 17 (Erste: 1945)
Beste Ergebnisse Gewinner 2001
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2003)
Beste Ergebnisse Vierter 2003
Nord- und Zentralamerikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 3
Beste Ergebnisse Zweiter 2000
(Stand: 28. Juni 2014)

Eine kolumbianische Fußballnationalmannschaft trat zum ersten Mal 1938 bei einem offiziellen Turnier, den Zentralamerikanischen und Karibischen Spielen in Panama, an. Bereits am 20. Juli 1937 hatte bei einem Turnier zum 400. Geburtstag der Stadt Cali eine Auswahl des kolumbianischen Fußballverbandes ein erstes Spiel gegen die mexikanische Mannschaft von Jalisco aus Guadalajara bestritten.

Geschichte der Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 qualifizierte sich Kolumbien für die Weltmeisterschaft in Chile, schied aber nach einem Unentschieden (4:4 gegen die Sowjetunion) und zwei Niederlagen als Letzter der Gruppe A in der Vorrunde aus.

Bei der Copa América 1975 erreichte Kolumbien das Finale, das es gegen Peru nach einem 1:0 und einem 0:2 im entscheidenden dritten Finalspiel mit 0:1 verlor.

Die Weltmeisterschaft 1986 war 1974 an den einzigen Kandidaten Kolumbien vergeben worden, da aber Kolumbien die FIFA-Auflagen nicht erfüllen konnte, wurde Kolumbien 1983 die Weltmeisterschaft entzogen und Mexiko als neuer Austragungsort bestimmt. Kolumbien musste daraufhin in die Qualifikation und schied in der Relegationsrunde gegen Paraguay aus.

Ihre "Golden Generation" hatten die Kolumbianer Anfang der 90er Jahre. Die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 war die erste Endrundenteilnahme bei einer Fußball-Weltmeisterschaft seit 28 Jahren, wo sich die Nationalmannschaft im Achtelfinale knapp gegen Kamerun geschlagen geben musste und in der Vorrunde gegen den späteren Weltmeister Deutschland ein 1:1 erreichte. In dieser Zeit bestritt der Rekordnationalspieler Carlos Valderrama 111 Länderspiele und wurde zweimal zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt.

Für die darauf folgende Weltmeisterschaft 1994 gab man ihnen sogar eine reelle Außenseiterchance auf den Titel. In der Qualifikation hatten sie eine souveräne Vorstellung geboten und unter anderem Argentinien 5:0 geschlagen. Doch sie kamen nicht über die Vorrunde hinaus. Andrés Escobar, dem im Spiel gegen die USA am 22. Juni 1994 ein Eigentor unterlaufen war, wodurch Kolumbien mit 1:2 verlor, wurde wenige Tage später in einer Bar in Medellín erschossen.

Darauf folgte eine enttäuschende Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Kolumbien verlor seine Spiele gegen England und Rumänien und schied in der Vorrunde aus.

2001 gewannen sie mit der Copa América 2001 im eigenen Land erstmals ein internationales Turnier. Damit qualifizierte sich die Mannschaft direkt für den Konföderationen-Pokal 2003 in Frankreich, bei dem der vierte Platz erreicht wurde.

Als sie sich jedoch nicht für die Weltmeisterschaft 2002 in Japan/Korea qualifizieren konnten, landeten sie hart auf dem Boden der Tatsachen.

Bei der Copa América 2004 in Peru wurden sie Vierter. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 konnte sich die Mannschaft erneut nicht qualifizieren. Bei der Copa América 2007 in Venezuela scheiterte man in der Vorrunde an Paraguay und Argentinien.

Nach 16 Jahren Abstinenz qualifizierte sich Kolumbien 2014 erstmals wieder für eine Fußball-WM. In Brasilien gelang der Mannschaft mit dem Erreichen des Viertelfinales ihr bisher größter Erfolg. Im Spiel gegen den Gastgeber schieden die Kolumbianer jedoch knapp mit 1:2 aus. James Rodríguez wurde mit 6 Toren Torschützenkönig der WM.

Die A-Nationalmannschaft nahm nie an den Olympischen Spielen teil. Eine kolumbianische Olympiamannschaft nahm 1968, 1972, 1980 und 1992 teil, schied aber jeweils in der Vorrunde aus.

Kolumbien hat von allen CONMEBOL-Mitgliedern die meisten Spiele gegen CONCACAF-Mitglieder ausgetragen. Das Spiel gegen Kanada am 14. Oktober 2014 war die 100. Begegnung Kolumbiens mit einem CONCACAF-Mitglied.

Kolumbien bei Fußball-Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolumbien nahm 15-mal an einer WM-Qualifikation teil, und qualifizierte sich bisher für fünf WM-Endrunden. Dreimal schied man in der Qualifikation gegen die späteren Weltmeister aus.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[2] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied
1934 Italien nicht teilgenommen Kein FIFA-Mitglied
1938 Frankreich nicht teilgenommen
1950 Brasilien nicht teilgenommen
1954 Schweiz nicht teilgenommen
1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Paraguay gescheitert
1962 Chile Vorrunde Uruguay, UdSSR, Jugoslawien 14. Pedernera, Adolfo Adolfo Pedernera Das 4:4 gegen die Sowjetunion ist das torreichste Remis innerhalb der normalen Spielzeit.
1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Chile gescheitert
1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Brasilien gescheitert
1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Uruguay gescheitert
1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Brasilien gescheitert
1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Peru gescheitert
1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Argentinien gescheitert
1990 Italien Achtelfinale Kamerun 14. Maturana, Francisco Francisco Maturana Niederlage in der Verlängerung
1994 USA Vorrunde Rumänien, USA, Schweiz 19. Maturana, Francisco Francisco Maturana Kolumbien schied als Gruppenletzter aus. Andrés Escobar, Schütze eines Eigentores gegen die USA, wurde kurz danach vor einer Bar in Medellín erschossen.
1998 Frankreich Vorrunde Rumänien, Tunesien, England 21. Gómez, Hernán Hernán Gómez
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation belegte Kolumbien nur den 6. Platz. Die ersten Vier, darunter der spätere Weltmeister Brasilien, qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Australien.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Kolumbien wieder nur den 6. Platz. Die ersten Vier qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter scheiterte diesmal in den Play-offs gegen Australien.
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften ausgetragen wurde, belegte Kolumbien nur den 7. Platz. Die ersten Vier qualifizierten sich direkt, Uruguay als Fünfter über die Play-offs gegen Costa Rica.
2014 Brasilien Viertelfinale Brasilien José Pekerman In der Südamerika-Qualifikation, die wieder im Liga-System zwischen allen südamerikanischen Mannschaften (außer Brasilien) ausgetragen wurde, qualifizierte sich Kolumbien am 11. Oktober 2013 durch ein 3:3 gegen Chile vorzeitig. Nach drei Siegen in der Gruppenphase schlug Kolumbien Uruguay im Achtelfinale mit 2:0, verlor allerdings im Viertelfinale mit 1:2 gegen Brasilien.

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Spieler wurden für die Copa América Centenario 2016 nominiert.

Nr. Position Name Verein Geburtsdatum Spiele1 Tore1
01 Torwart David Ospina EnglandEngland FC Arsenal 31. August 1988 64 0
12 Torwart Róbinson Zapata KolumbienKolumbien Santa Fe CD 30. September 1978 3 0
23 Torwart Cristian Bonilla KolumbienKolumbien Atlético Nacional 2. Juni 1993 0 0
02 Abwehr Cristián Zapata ItalienItalien AC Mailand 30. September 1986 40 0
03 Abwehr Yerry Mina MexikoMexiko CF Pachuca 18. April 1988 2 0
04 Abwehr Santiago Arias NiederlandeNiederlande PSV Eindhoven 13. Januar 1992 21 0
14 Abwehr Stefan Medina MexikoMexiko CF Pachuca 14. Juni 1992 4 0
15 Abwehr Felipe Aguilar KolumbienKolumbien Atlético Nacional 20. Januar 1993 0 0
18 Abwehr Frank Fabra ArgentinienArgentinien Boca Juniors 22. Februar 1991 5 0
19 Abwehr Farid Díaz KolumbienKolumbien Atlético Nacional 20. Juni 1983 2 0
22 Abwehr Jeison Murillo ItalienItalien Inter Mailand 27. Mai 1992 16 1
05 Mittelfeld Guillermo Celis KolumbienKolumbien Atlético Junior 8. Mai 1993 1 0
06 Mittelfeld Carlos Sánchez EnglandEngland Aston Villa 6. Februar 1986 62 0
08 Mittelfeld Edwin Cardona MexikoMexiko CF Monterrey 8. Dezember 1992 14 3
10 Mittelfeld James Rodríguez (C)Kapitän der Mannschaft SpanienSpanien Real Madrid 12. Juli 1991 42 14
11 Mittelfeld Juan Cuadrado ItalienItalien Juventus Turin 26. Mai 1988 49 5
13 Mittelfeld Sebastián Pérez KolumbienKolumbien Atlético Nacional 29. März 1993 2 1
16 Mittelfeld Daniel Torres KolumbienKolumbien Independiente Medellín 15. November 1989 4 0
20 Mittelfeld Andrés Roa KolumbienKolumbien Deportivo Cali 25. Mai 1993 1 0
07 Sturm Carlos Bacca ItalienItalien AC Mailand 8. September 1986 27 11
09 Sturm Roger Martínez ArgentinienArgentinien Racing Club 23. Juni 1994 0 0
17 Sturm Dayro Moreno MexikoMexiko Club Tijuana 16. September 1985 27 2
21 Sturm Marlos Moreno KolumbienKolumbien Atlético Nacional 20. September 1996 2 0
1 Anzahl der Länderspiele und Tore vor Beginn der Copa América Centenario 2016

Bekannte Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 30. März 2015, inkl. der Partie gegen Kuwait)

Rekordspieler[7]
Spiele Spieler Zeitraum Tore
111 Carlos Valderrama 1985–1998 11
102 Mario Yepes 1999–aktiv 6
101 Leonel Álvarez 1985–1997 1
84 Freddy Rincón 1990–2001 17
78 Luis Carlos Perea 1987–1994 2
76 Luis Amaranto Perea 2002–aktiv 0
73 Óscar Córdoba 1993–2006 0
73 Iván Córdoba 1997–2010 5
68 René Higuita 1987–1999 3
68 Arnoldo Iguarán 1979–1993 25
67 Alexis Mendoza 1987–1997 2
Rekordschützen[7]
Tore Spieler Zeitraum Spiele
25 Arnoldo Iguarán 1979–1993 68
24 Radamel Falcao 2007–heute 55
20 Faustino Asprilla 1993–2001 57
17 Freddy Rincón 1990–2001 84
15 Víctor Aristizábal 1993–2003 66
14 Adolfo Valencia 1992–1998 37
14 Teófilo Gutiérrez 2009–heute 39
13 Iván Valenciano 1991–2000 29
13 Antony de Ávila 1983–1998 54
12 Willington José Ortiz 1973–1985 49
11 Carlos Valderrama 1985–1998 111


Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kolumbianische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, 24. November 2016. Abgerufen am 24. November 2016
  2. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 200 kB).
  3. "Bolillo Gómez renunció como técnico de Colombia – Y les dio bolilla" auf www.futbol.com.uy vom 9. August 2011, abgerufen am 9. August 2011 (spanisch)
  4. "Alvarez coacht die "Cafeteros"", Kicker vom 9. September 2011, abgerufen am 21. Mai 2014
  5. Kolumbien entlässt Leonel Alvarez. kicker.de. Abgerufen am 13. Dezember 2011.
  6. Pekerman nuevo DT de Colombia – Allí Pekerman (spanisch) auf www.futbol.com.uy vom 6. Januar 2012, abgerufen am 6. Januar 2012
  7. a b rsssf.com: Colombia – Record International Players