Joachim Steinhöfel

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Joachim Nikolaus Steinhöfel (* 26. Juli 1962 in Hamburg) ist ein deutscher Rechtsanwalt, der durch seine erstrittenen Urteile und seine Medienpräsenz als Moderator, Werbefigur und Sänger deutschlandweit bekannt wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seines Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg war Steinhöfel als Autor für Musikzeitschriften (Sounds, Musikexpress) und als Radiomoderator (zum Beispiel für die Sendung Shampoo beim Sender R.SH) in Kiel tätig. Seit 1989 betreibt er eine eigene Kanzlei in Hamburg, mit der er von 1991 an auch für die von der Media-Saturn-Holding betriebenen Elektrofachmärkte Media Markt und Saturn tätig war. Zudem trat er ab 1998 in fünf Werbekampagnen des Unternehmens auf, darunter in der Kampagne „Gut, daß wir verglichen haben“, welche 1999 den Werbepreis EFFIE in Silber gewann.

Neben seiner Anwaltstätigkeit moderierte er ab 1993 Fernsehsendungen wie Die Redaktion (RTL 2), Kreuzfeuer (RTL) oder Achtzehn 30 (RTL).

Im Herbst 2000 erwirkten die Rechtsanwälte Günter Freiherr von Gravenreuth und Joachim Steinhöfel je eine einstweilige Verfügung gegen den Verein Freedom for Links e. V., da dieser in unbefugter Weise deren Namen als Meta-Tags auf seiner Homepage verwendete.[1]

Steinhöfels prozessuales Wirken trug wesentlich zur Liberalisierung des bundesdeutschen Wettbewerbsrechts bei. Das Handelsblatt stellte 2004 fest: „Fast 200 Fälle hat er zum BGH hochprozessiert, rund 70 Prozent davon gewonnen.“[2] Im November 2006 ging sein Name im Zusammenhang mit einer Abmahnwelle des Media Markts durch die Presse. Ein Wechsel an der Spitze der Media-Saturn-Holding führte zu einem Strategiewechsel. Der neue Geschäftsführer wollte zukünftig weniger aggressiv gegen Wettbewerbsverstöße vorgehen. Steinhöfel wollte diese Änderung nach eigener Angabe nicht mittragen, die Partner trennten sich.[3] Anderen Quellen zufolge verlor er hingegen sein Mandat.[4]

Steinhöfel ist regelmäßiger Autor beim politischen Blog Achse des Guten.[5] Sein pointiertes mediales Auftreten wurde mitunter kritisiert. Anlässlich einer Talkshow zur amerikanischen Präsidentenwahl 2012 meinte die FAZ, er gebe mit Vorliebe den Großkotz, inszeniere sich in Illustrierten als „Pitbull in Robe“ – „wo ich hinlange, wächst kein Gras mehr“. Sein Auftritt verbinde Aggressivität mit Inkompetenz.[6] Die Welt ordnete diese Kritik an Steinhöfel, der bei der US-Wahl 2012 für den Republikaner Mitt Romney eintrat, hingegen als rein politisch motiviert ein. „Da ist der totalitäre Kern der deutschen Obama-Begeisterung, die keine abweichenden Meinungen akzeptieren kann.“[7]

Am 10. August 2013 strahlte die ARD eine Folge der Krömer – Late Night Show aus, in der Kurt Krömer seinen Gast Matthias Matussek als „hinterfotziges Arschloch“ sowie als „Puffgänger“ bezeichnete. Matussek versuchte mit Hilfe seines Anwalts Steinhöfel, die Ausstrahlung im Vorfeld mittels einstweiliger Verfügung zu verhindern. Das Hamburger Oberlandesgericht wies dieses Ansinnen jedoch in zweiter Instanz zurück, weil es sich um Satire gehandelt habe, Matussek über den Charakter der Sendung habe informiert sein müssen und er sich selbst entsprechend beteiligt habe, indem er Krömer seinerseits als „blöde Sau“ titulierte.[8] Nachdem die Journalistin Silke Burmester am 14. August 2013 in ihrer Kolumne für die Die Tageszeitung Matussek und das Urteil unter dem Titel Das große Quiz der Puffgänger thematisiert hatte,[9] erwirkte Steinhöfel für Matussek vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung gegen sie.[10][11]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinhöfel ist begeisterter Sportler (u.a. Kiten, Krav Maga, Angeln). Bereits 1981 (Carnac, Frankreich) und 1982 (Glyfada, Griechenland) nahm er an den Segel-Europameisterschaften und 1982 (Sardinien) an der Weltmeisterschaft der olympischen Laserklasse teil.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. golem.de: Freedom for Links e. V. verliert Meta-Tag-Prozess – Gravenreuth und Steinhöfel gewinnen, 8. Juni 2001
  2. Joachim Steinhöfel testet gern Grenzen aus. Eier legende Wollmilchsau auf Rädern, Handelsblatt vom 4. Juni 2004
  3. Der Strategiewechsel ist legitim. Aber für Appeasement stehe ich nicht zur Verfügung. - Oliver Haustein-Teßmer: Media Markt und Anwalt Steinhöfel trennen sich, in: Die Welt vom 11. Juni 2007
  4. Der Onlinehandel wird erheblich überschätzt, Media-Saturn-Chef Roland Weise im Handelsblatt vom 30. Mai 2007
  5. Beiträge von Joachim Steinhöfel bei der Achse des Guten.
  6. Die Sendezeit totschlagen, FAZ vom 7. November 2012
  7. Mit Obamas Schwester im ZDF-Camp, Die Welt vom 11. November 2012
  8. Matussek verliert gegen Kurt Krömer auch vor Oberlandesgericht. In: Der Tagesspiegel vom 16. August 2013.
  9. Das große Quiz der Puffgänger. In: Die Tageszeitung vom 14. August 2013
  10. Besuch vom Gerichtsvollzieher, in: Die Tageszeitung vom 18. September 2013
  11. Liebe Grüße aus dem taz-Puff, in: Die Tageszeitung vom 13. November 2013