Kühlenfels

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Kühlenfels
Koordinaten: 49° 44′ 16″ N, 11° 25′ 10″ O
Höhe: 463 m ü. NHN
Einwohner: 386
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91278
Vorwahl: 09243
Übersichtsbild: Im Vordergrund Waidach, oben rechts Kühlenfels und oben Mitte Kleinkirchenbirkig; oben links liegt Kirchenbirkig
Übersichtsbild: Im Vordergrund Waidach, oben rechts Kühlenfels und oben Mitte Kleinkirchenbirkig; oben links liegt Kirchenbirkig
Schloss Kühlenfels (Rückseite), vom Waldweg aus
Dorfkirche

Kühlenfels ist ein 463 m hoch gelegenes Kirchdorf auf der Fränkischen Alb (Fränkischer Jura), südöstlich der Stadt Pottenstein in Oberfranken im Landkreis Bayreuth. Der Ort ist einer der der größten Ortsteile der Stadt Pottenstein.

Der Name Kühlenfels leitet sich von Kulm ab, einem Toponym für Gipfel eines Berges, Kegelberg oder auch Kuppe. Weitere Abwandlungen sind Kulmleins, Kulmelins, Kulmbus, Külmaß und Kulnfels. Er hat nach der örtlichen Geschichtsforschung durch Willy Hofmann einen slawischen Ursprung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedelt wurde Kühlenfels von slawischen Jägern und Fischern wohl bereits im 9. Jahrhundert, nachgewiesen ist das allerdings erst für das 10. Jahrhundert.

Um das Jahr 1000 erfolgte die Missionierung des Dorfes und schließlich die Eingliederung in das Erzbistum Bamberg.

Das Kühlenfelser Schloss wurde als bambergisches Lehen 1348 erstmals erwähnt und die erste ansässige Adelsfamilie der Melcher bekam ihre verbrieften Nutzungsrechte durch Otto von Bamberg verliehen. Das Wappen der Melcher zeigt im Schild zwei überkreuzte Gabeln. Ebenfalls urkundlich dokumentiert ist die Übertragung des Zehnten von Velden zum Pfarrgut von Pottenstein, von wo aus auch die kirchliche Betreuung erfolgte.

1502 ging Schloss Kühlenfels an Hans und Heinz von Rabenstein über.

1521 zogen aufständische Bauern von Hallstadt aus brandschatzend durch das Land um Bamberg und erreichten 1525 auch Kühlenfels. Ort und Schloss wurden geplündert und niedergebrannt.

Nachfolger der Herren von Rabenstein wurden 1563 die Herren von Guttenberg. Regionale Bekanntheit erlangte Lorenz von Guttenberg, einer der reichsten Grundbesitzer seiner Zeit, durch drei von ihm verursachte Rechtsstreite:

  • Die in seinem Namen errichtete Klumpermühle wurde von den Einwohnern Pottensteins als unerwünschte Konkurrenz niedergerissen, ein Neubau vom Bamberger Bischof mit der Auflage genehmigt, nur für sich und die Bewohner des Rittergutes zu mahlen.
  • Lorenz' Wunsch nach einem eigenen Brauhaus, weil angeblich das Bier aus Pottenstein nichts taugte und der Lieferweg zu lang war, rief erneut den Unmut und Zorn der Pottensteiner hervor, die diesmal Recht bekamen. 1671 wurde allerdings vom Bestehen eines Brauhauses berichtet.
  • Den größten Streit verursachte Lorenz durch das Anbringen seines Wappens an der Dorfkirche von Kühlenfels, die er als seine Patronatskirche ansah. Als 1771 Otto-Philip von Guttenberg starb, ordnete seine Witwe ein vierwöchiges Trauergeläute von täglich einer Viertelstunde an. Derartige Selbstherrlichkeiten wurden vom Pottensteiner Pfarrer nicht geduldet. Es kam zu Gewalttätigkeiten und Drohungen der Exkommunikation bei weiteren Zuwiderhandlungen gegen die Rechte der Pottensteiner Kirchenleitung. Schließlich wurde 1772 als schwerste kirchliche Strafe das Interdikt verhängt. Erst eine Bittschrift der mit in diese Strafe hineingezogenen Waidacher an Fürstbischof Franz-Ludwig beendete das Leid der Dorfbewohner ohne Gottesdienste, kirchliche Beerdigungen und Sakramente.

Bis zur Gemeindegebietsreform war Kühlenfels eine eigenständige Gemeinde im damaligen Landkreis Pegnitz mit dem Ortsteil Klumpermühle, der im 20. Jahrhundert abging. Am 1. Mai 1978 wurde Kühlenfels in die Stadt Pottenstein eingegliedert.[1]

Im Juli 2005 feierte Kühlenfels sein 1025-jähriges Bestehen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmäler in Pottenstein (Oberfranken) sind für Kühlenfels drei Baudenkmäler aufgeführt.

Aktuelle Eigentümerin des Schlosses ist Irmgard Pelz, die es selbst bewohnt. Ihr verstorbener Mann Roland Pelz ließ es nach dem Kauf renovieren. Die Zufahrt wurde mit einem Turm und einem Portal erweitert und damit das ursprüngliche Aussehen der Anlage wiederhergestellt. Zudem wurde ein Schlosspark angelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Wießner: Kühlenfels - Geschichte eines Dorfes in der Fränkischen Schweiz. Kommissionsverlag Korn & Berg, Nürnberg 1978, ISBN 3-87432-047-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kühlenfels (Pottenstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 675.