Kitakyūshū

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Kitakyūshū-shi
北九州市
Kitakyūshū
Geographische Lage in Japan
Kitakyūshū (Japan)
Red pog.svg
Region: Kyūshū
Präfektur: Fukuoka
Koordinaten: 33° 50′ N, 130° 50′ OKoordinaten: 33° 50′ 0″ N, 130° 50′ 1″ O
Basisdaten
Fläche: 487,88 km²
Einwohner: 958.015
(1. Juni 2016)
Bevölkerungsdichte: 1964 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 40100-5
Symbole
Baum: Eibe
Blume: Azalee, Sonnenblume
Rathaus
Adresse: Kitakyūshū City Hall
1-1, Jōnai
Kokura-Kita-ku, Kitakyūshū-shi
Fukuoka 803-8501
Webadresse: https://www.city.kitakyushu.lg.jp/
Lage Kitakyūshūs in der Präfektur Fukuoka
Lage Kitakyūshūs in der Präfektur

Kitakyūshū (jap. 北九州市, -shi; wörtlich: „Nord-Kyūshū“) ist eine Großstadt in der Präfektur Fukuoka auf der japanischen Insel Kyūshū südlich der Kammon-Straße. Die Stadt ist ein wichtiger Teil des Raumes Kammon-Kitakyūshū und wird zunehmend in die Region Fukuoka integriert.

Kitakyūshū hat das Image einer verschmutzten Industriestadt, was in den 1960er Jahren der Fall war – aber heutzutage ist sie eine der fortschrittlichsten in Sachen Umgang mit Verschmutzung und Recycling-Technik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Teilstadt Kokura war am 9. August 1945 für den US-amerikanischen Major Charles Sweeney das Ziel für die von ihm im Flugzeug mitgeführte Atombombe Fat Man. Das Ziel sollte im Sichtflug angegriffen werden, jedoch verhinderten Rauchschwaden aus den am Vortag mit Brand- und Sprengbomben angegriffenen Yawata Stahlwerken in Yahata, die vom Westwind nach Kokura getrieben wurden, eine klare Sicht. Sweeney brach den Angriff nach dem 3. Versuch ab und bombardierte das Ausweichziel Nagasaki um 11:02 Japanische Normalzeit (JST).

Die Stadt entstand am 10. Februar 1963 aus der Fusion der Städte Moji (門司市, -shi), Kokura (小倉市, -shi), Tobata (戸畑市, -shi), Yahata (八幡市, -shi) und Wakamatsu (若松市, -shi). Sie wurde am 1. April 1963 zur designierten Großstadt (seirei shitei toshi) und in fünf den Vorgängergemeinden entsprechende Bezirke (-ku) unterteilt. Die Teilung der Bezirke Kokura und Yahata erfolgte 1974.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1997 eröffnete das Center for Contemporary Art (CCA) seine Pforten. In den vergangenen Jahren haben Ausstellungen mit bekannten internationalen Künstlern stattgefunden, so z.B. Maurizio Cattelan oder Anri Sala.

Schriftsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schriftsteller Matsumoto Seichō wurde in Kokura geboren. Ein ihm gewidmetes Museum befindet sich in der Innenstadt. Der Romanautor Mori Ōgai lebte hier mehrere Jahre. Sein Haus in Kokura ist der Öffentlichkeit geöffnet, dort schrieb er das Kokura Nikki (Kokuraer Tagebuch). Der Schriftsteller Hino Ashihei wurde im Stadtteil Wakamatsu geboren. Sein Geburtshaus kann besichtigt werden.

Naturschönheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hiraodai (平尾台): Karstplateau
  • Berg Sarakura (皿倉)
  • Kawachi (河内): Reservoir

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionsstärken im Stadtparlament
(Stand: 2016)[1]
       
Von 61 Sitzen entfallen auf:
Rathaus von Kitakyūshū

Seit 2007 ist Kenji Kitahashi, ein langjähriger DSP-Unterhausabgeordneter, Bürgermeister von Kitakyūshū. Er wurde zuletzt im Januar 2015 bei historisch niedriger Wahlbeteiligung von unter 36 % mit Unterstützung der LDP gegen zwei Herausforderer mit über 70 % der Stimmen für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.[2]

Das Stadtparlament von Kitakyūshū (Kitkyūshū-shigikai) hat 61 Mitglieder und wurde zuletzt im Januar 2013 neu gewählt. Die Liberaldemokratische Partei siegte mit 19 Mandaten, die Demokratische Partei fiel auf sieben Sitze zurück.[3]

Im zuletzt bei den einheitlichen Wahlen im April 2015 gewählten 86-köpfigen Präfekturparlament von Fukuoka ist die Stadt mit insgesamt 16 Abgeordneten vertreten, die Bezirke fungieren als Ein- bis Viermandatswahlkreise. Von den Abgeordneten aus Kitakyūshū gehören (Stand: August 2015) sieben der LDP-Fraktion, vier der Kōmeitō-Fraktion, drei der DPJ-Fraktion und zwei der KPJ an.[4]

Bei Wahlen zum Unterhaus des Nationalparlaments bildet Kitakyūshū die Wahlkreise 9 und 10 der Präfektur, die nach der Wahl 2014 unverändert von den Liberaldemokraten Asahiko Mihara (2014: 47,2 % der Stimmen) und Kōzō Yamamoto (44,2 %) vertreten werden.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Bezirke der Stadt Kitakyūshū

Die Stadtbezirke (, -ku) sind:

Pläne, die Stadt Nakama im Jahr 2005 zu einem Stadtbezirk Kitakyūshūs zu machen, wurden 2004 aufgegeben, da man sich in Nakama nicht mit der daraus resultierenden verringerten politischen Autonomie zufriedengeben wollte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nippon Steel ist auch heute ein wichtiger Arbeitgeber, aber die Werke Yawata und Tobata haben gegenüber den 1960er Jahren an Bedeutung verloren. 1972 haben die letzten Kohlegruben geschlossen. Das Yawata-Werk wurde 1901 gegründet und war Japans erstes Stahlwerk. Es produzierte in den ersten Jahrzehnten 80 Prozent des japanischen Stahls.[5] Kitakyūshū ist auch der Standort des Stammwerkes des Industrieroboter- und Elektromotorenherstellers Yaskawa (in Yahata).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage am Südufer der Kammon-Straße ist Kitakyūshū ein wichtiges Verkehrsdrehkreuz zwischen Honshū und Kyūshū und hat einen großen Hafen.

Zuglinien in Kitakyūshū sind:

In der Stadt besteht der ÖPNV im Wesentlichen aus Bussen und der Einschienenbahn Kitakyūshū. Kitakyūshū ist der größte Fährhafen im westlichen Japan. Fährverbindungen gibt es zwischen Kitakyūshū und Shimonoseki, Matsuyama, Tokushima, Kōbe, Ōsaka, Tōkyō, Ulsan (Korea), Busan (Korea) und den Inseln der Stadt.

Im Raum Kanmon-Kitakyūshū bestehen drei Pendlerverbindungen: Trans-Dokaiwan Ferry, The Kanmon Straits Ferry, und The Kanmon Straits Liner.

Ein neuer 24-Stunden-Flughafen Kitakyūshū wurde am 16. März 2006 auf einer künstlichen Insel im Meer eröffnet. Von dort bestehen vorwiegend Inlandsverbindungen nach Tokyo, aber auch Flüge nach Shanghai.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtparlament Kitakyūshū: Abgeordnete nach Fraktion
  2. 北九州市長 北橋氏3選 投票率過去最低35・88%. In: Nishi-Nippon Shimbun. 25. Januar 2015, archiviert vom Original am 26. Januar 2016, abgerufen am 25. August 2016 (japanisch).
  3. 自民19人全員当選、第3極躍進…北九州市議選. In: Yomiuri Online. 28. Januar 2013, archiviert vom Original am 13. April 2013, abgerufen am 25. August 2016 (japanisch).
  4. Präfekturparlament Fukuoka, Abgeordnete: Abgeordnete aus der Stadt Kitakyūshū
  5. Christoph Neidhart: Japan: Als der bunte Rauch verflog. In: Süddeutsche Zeitung. 25. März 2016 (sueddeutsche.de).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kitakyūshū – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien