Kyrsten Sinema

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Kyrsten Sinema (2009)

Kyrsten Sinema (* 12. Juli 1976 in Tucson, Arizona) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei aus Phoenix, Arizona. Die frühere Abgeordnete sowohl des Repräsentantenhauses als auch des Senats von Arizona vertritt den neugeschaffenen 9. Kongresswahlbezirk Arizonas seit dem 3. Januar 2013 im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Sie bewirbt sich 2018 um einen Sitz im Senat der Vereinigten Staaten.

Ausbildung und Karriereanfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinema ist das Kind einer konservativen Mormonenfamilie. Nachdem sie im Alter von 16 Jahren von der Walton High School in DeFuniak Springs, Florida abgegangen war, besuchte sie die Brigham Young University, an der 1994 sie einen Bachelor für Sozialarbeit erwarb. 1995 zog sie um nach Phoenix. Sie besuchte dann die Arizona State University, wo sie 1999 einen Master in Sozialarbeit und 2004 einen Juris Doctor erwarb. Sie arbeitete im Washington Elementary School District als Sozialarbeiterin, bevor sie Strafverteidigerin wurde.[1]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge auf Bundesstaatsebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinema kandidierte 2001 für den Phoenix City Council im Wahlbezirk 8 und im Jahr 2002 als Unabhängige im Wahlkreis 15 für das Repräsentantenhaus von Arizona, wurde jedoch nicht gewählt. 2004 wurde sie in Letzterem wieder als Kandidatin der Demokraten aufgestellt, errang das Mandat und wurde 2006 und 2008 wiedergewählt. 2010 trat sie von ihrem Mandat im Repräsentantenhaus von Arizona zurück, um für den Senat von Arizona zu kandidieren. Bei der Wahl gewann sie das Mandat, das bisher ihr republikanischer Gegenkandidat Bob Thomas innegehabt hatte.

2006 saß Sinema, die sich zu ihrer Bisexualität bekennt,[2] der bundesstaatsweiten Kampagne „Arizona Together“ vor, die 2006 die Gesetzesinitiative Proposition 107 stoppte, welche die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen und eingetragener Partnerschaften in Arizona verboten hätte.[3] Sinema führte 2008 auch die Kampagne gegen die Proposition 102, eine abgemilderte Neuauflage der Proposition 107, die jedoch am 4. November 2008 von der Mehrheit der Wähler angenommen wurde.

Im Präsidentschaftswahlkampf 2008 unterstützte Sinema Barack Obama und war Delegierte bei der Democratic National Convention in Denver.

Abgeordnete im Kongress der Vereinigten Staaten seit 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Januar 2012 kündigte Sinema an, im neugeschaffenen 9. Kongresswahlbezirk Arizonas für das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten zu kandidieren.[4] Am selben Tag gab sie ihren Sitz im Senat von Arizona auf.[5] Auf ihren Sitz rückte David Lujan nach.

Sinema setzte sich bei der Wahl im November 2012 gegen ihren republikanischen Gegenkandidaten Vernon Parker durch und ist seit dem 3. Januar 2013 Kongressabgeordnete, die erste offen bisexuelle. [6] Nach zwei Wiederwahlen in den Jahren 2014 und 2016 übt sie ihr Mandat voraussichtlich bis zum 3. Januar 2019 aus. Sinema ist Mitglied im Finanzausschuss sowie in zwei Unterausschüssen.

Kandidatur für den Senat der Vereinigten Staaten 2018[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 gab Sinema bekannt, sich bei der Wahl 2018 nicht wieder für ihren bisherigen Sitz zur Wahl zu stellen, sondern sich um den Sitz im Senat der Vereinigten Staaten zu bewerben, den bisher der Republikaner Jeff Flake innehat. Sinema gilt als erfolgreiche Fundraiserin und ist in Washington bekannt, was ihre Aussichten verbessert; Flake hingegen sieht sich als einer der schärfsten Kritiker des Präsidenten Donald Trump einer innerparteilichen Vorwahl-Herausforderung von rechts durch Kelli Ward ausgesetzt.[7] Der Cook Political Report stufte die Wahl anfangs als „Toss up“ (völlig offen) ein.[8]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Sinema in der Legislative Arizonas ein linksliberales Abstimmungsverhalten gezeigt hatte, rückte sie im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten in die politische Mitte, was ihr aus der eigenen Partei Vorwürfe eingebracht hat, da sie mit am häufigsten aus der demokratischen Fraktion für Vorschläge des Präsidenten Trump stimme.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kyrsten Sinema – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Craig Outhier: Phoenix Democrat Kyrsten Sinema. In: Phoenix Magazine, Februar 2011, S. 39 (englisch); Rep. Kyrsten Sinema: biography. In: AZLeg.gov (englisch). Abgerufen am 18. Februar 2012.
  2. Gay-marriage-ban foes raise straight issue anew. In: Arizona Daily Star, 2. Mai 2008 (englisch).
  3. Straight couples pivotal in gay marriage fight. In: The Arizona Republic, 9. November 2006 (englisch).
  4. State senator announces bid for Congress. In: Washington Examiner, 3. Januar 2012 (englisch).
  5. Michelle Garcia: Bi Politician Announces Congressional Bid. The Advocate, 18. Februar 2012 (englisch).
  6. Peter O’Dowd: Sinema, First Openly Bisexual Member Of Congress, Represents ‘Changing Arizona’. In: National Public Radio, 1. Januar 2013 (englisch).
  7. Ronald J. Hansen: Rep. Kyrsten Sinema enters Senate race, hoping to unseat Jeff Flake. In: AZCentral.com, 28. September 2017 (englisch).
  8. Jennifer E. Duffy: Arizona Senate: Sinema’s Candidacy Puts Race in Toss Up. In: Cook Political Report, 29. September 2017 (englisch).
  9. Bridget Bowman: Republicans Eye Sinema’s Arizona House Seat. In: Roll Call, 29. September 2017 (englisch).