Jeff Flake

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Jeff Flake (2013)

Jeffrey „Jeff“ Flake (* 31. Dezember 1962 in Snowflake, Arizona) ist ein amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Von 2001 bis 2003 vertrat er den 1. Kongresswahlbezirk des Bundesstaats Arizona im US-Repräsentantenhaus, von 2003 bis 2013 den 6. Bezirk. Nach seinem Sieg bei der Wahl zum US-Senat 2012 vertritt Flake seit dem 3. Januar 2013 Arizona im US-Senat. Am 24. Oktober 2017 gab Flake unter scharfer Kritik an Präsident Donald Trump bekannt, bei der Senatswahl im November 2018 nicht zur Wiederwahl anzutreten.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeff Flake studierte bis 1987 an der Brigham Young University in Provo (Utah) zunächst politische Wissenschaften und dann internationale Beziehungen. Anfang der 1980er Jahre war er als Missionar für die Mormonen im Süden Afrikas unterwegs und wurde leitender Direktor der Foundation for Democracy (Stiftung zum Aufbau der Demokratie) in Namibia. Im Jahr 1987 arbeitete er für ein Dienstleistungsunternehmen (Public Affairs Firm) und wurde 1992 Direktor des Goldwater Institute, das nach dem früheren Senator und Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater benannt ist.

Jeff Flake ist verheiratet mit Cheryl Flake. Das Paar hat fünf Kinder.

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeordneter im Repräsentantenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl im November 2000 wurde er für den 1. Kongresswahlbezirk Arizonas als Nachfolger von Matt Salmon in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Dabei konnte er sich mit 54 Prozent der Stimmen gegen David Mendoza, den Kandidaten der Demokratischen Partei, durchsetzen. Am 3. Januar 2001 trat er das Mandat an und wurde bei den folgenden Wahlen mit deutlichen Ergebnissen von mindestens 66 Prozent der Wählerstimmen (teils ohne Gegenkandidaten der Demokraten) alle zwei Jahre wiedergewählt, zuletzt 2010. Nach dem Neuzuschnitt der Wahlkreise („redistricting“) 2002 vertrat er ab dem 3. Januar 2003 nicht mehr den 1., sondern den 6. Kongresswahlbezirk.

Flake war im Repräsentantenhaus Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten, im Ausschuss für Bodenschätze und im Ausschuss zur Kontrolle und Reform der Regierung. Ursprünglich ein Anhänger des Irakkrieges und des USA PATRIOT Act, ging er in den folgenden Jahren in vorsichtige Opposition, was ihm 2004 eine parteiinterne Kampfkandidatur in der Vorwahl einbrachte.

Immer wieder wurde Flake als möglicher Bewerber für das Amt des Gouverneurs von Arizona oder für einen Sitz im Senat der Vereinigten Staaten ins Gespräch gebracht.

Senator für Arizona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flake bei einem Wahlkampfauftritt im April 2012

Im Sommer 2012 wurde Flake schließlich von den Republikanern seines Bundesstaates für den Sitz im US-Senat nominiert, den sein Parteifreund Jon Kyl innegehabt hatte. Mit seinem Konkurrenten, dem Demokraten Richard Carmona, lag er laut Umfragen lange Kopf an Kopf. Flake erhielt bei der Wahl im eher republikanisch dominierten Bundesstaat am 6. November 2012 49,2 Prozent der Stimmen und Carmona 46,2 Prozent. Die über 100.000 Stimmen für den Senatskandidaten der Libertarian Party (bei 30.000 Stimmen für den Parteikandidaten bei der zeitgleichen Präsidentschaftswahl) wurden als Indiz dafür gewertet, dass ein Teil der Konservativen Flake zu moderat fand.[1]

Am 3. Januar 2013 trat Flake sein Mandat im Senat an. Seine gegenwärtige Amtszeit läuft noch bis zum 3. Januar 2019. Er gehört den Ausschüssen für Energie und Bodenschätze, Auswärtiges, Justiz und Alterung an und einigen Unterausschüssen. Er ist Vorsitzender der Unterausschüsse für Afrika und Weltgesundheitspolitik sowie Terrorismus und Heimatschutz.

Im Sommer 2014 nahm Flake zusammen mit dem demokratischen Senator Martin Heinrich (New Mexico) an der Reality-TV-Sendung Rival Survival des Discovery Channel teil, in dem beide sechs Tage lang auf einer einsamen Insel in Mikronesien verbringen mussten – und dabei für die Notwendigkeit parteiübergreifender Zusammenarbeit warben.[2] Flake war beim Training für ein Benefiz-Baseballspiel am 14. Juni 2017 anwesend, als das Kongress-Baseball-Attentat stattfand, wurde aber nicht verletzt. Er wurde daraufhin kontaktiert vom früheren Präsidenten Obama, zu dem Flake ein gutes Verhältnis pflegt und der ihn nach den Schüssen auf die damalige Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords 2011 nach Arizona begleitet hatte.[3]

Im Sommer 2017 kündigte Kelli Ward, die dem rechten Parteiflügel angehört und schon 2016 gegen den anderen Senator aus Arizona John McCain angetreten war, an, sich in der parteiinternen Vorwahl gegen Flake für seinen Senatssitz zu bewerben. Eine Umfrage im September 2017 sah sie mit deutlichem zweistelligem Vorsprung – in allen Teilen des Bundesstaates – in Führung. Auch die mögliche demokratische Gegenkandidatin in der Hauptwahl, die Kongressabgeordnete Kyrsten Sinema, führte in dieser Umfrage mit 47 zu 40 Prozent gegen Flake, der bei den voraussichtlichen Teilnehmern der republikanischen Vorwahl eine Beliebtheit von nur 25 Prozent hatte. Demnach waren 34 Prozent der Wähler Arizonas mit seiner Arbeit zufrieden, 59 Prozent nicht.[4]

Im Oktober 2017 gab Flake in einer Senatsrede bekannt, auf ein Wiederantreten bei der Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten 2018 zu verzichten.[5] Bei dieser kritisierte er US-Präsident Trump scharf.[6] Er werde sich angesichts des „rücksichtslosen, unerhörten und unwürdigen“ Verhaltens des Präsidenten nicht länger „mitschuldig machen oder schweigen“.[7] Flakes Mandat endet am 3. Januar 2017.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeff Flake gilt in Fragen wie der Zulassung zur Einwanderung als gemäßigt und steht deshalb bei Konservativen in der eigenen Partei in der Kritik.[8]

Als im März 2015 47 der 54 republikanischen US-Senatoren in einem öffentlichen Brief Obamas Verhandlungsführung zur Kontrolle des iranischen Atomprogramms untergruben, gehörte er zu den sieben Abgeordneten seiner Partei, die den Brief nicht unterzeichneten.[9]

Am 1. August 2017, nach einem halben Jahr Regierung Trump, veröffentlichte Flake ein Buch mit dem Titel Conscience of a Conservative: A Rejection of Destructive Politics and a Return to Principle, in dem er Donald Trumps Politik frontal als populistisch und protektionistisch angriff und sich auf den Titel eines Buches des früheren konservativen Senators aus Arizona, Barry Goldwater, bezog, der gerade im rechten Parteiflügel der Republikaner als Vorbild gilt.[10]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conscience of a Conservative. A Rejection of Destructive Politics and a Return to Principle. Random House, August 2017, ISBN 978-0399592911.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jeff Flake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeff Flake Election Results: Richard Carmona Defeated In 2012 Arizona Senate Race. In: The Huffington Post, 7. November 2012 (englisch); Jeremy Duda: Vote analysis shows why Flake-Carmona race was so close. In: Arizona Center for Investigative Reporting (englisch).
  2. Jordan Ray: Flake: Send Reid, McConnell to island. In: Politico, 18. September 2014 (englisch).
  3. Elena Schor: Obama reaches out to Sen. Flake after shooting. In: Politico, 14. Juni 2017 (englisch).
  4. Josh Delk: Poll shows Flake down huge in primary and general election. In: The Hill, 13. September 2017 (englisch).
  5. Republican Sen. Jeff Flake won’t seek reelection. In: CNN.com, 24. Oktober 2017 (englisch).
  6. Transcript. In: The New York Times, 24. Oktober 2017 (englisch); Republican Jeff Flake, a Fierce Trump Critic, Will Not Seek Re-Election for Senate. In: The New York Times, 24. Oktober 2017 (englisch).
  7. US-Senator: „Mr. President, ich werde mich nicht länger mitschuldig machen“. In: Süddeutsche Zeitung, 25. Oktober 2017; Jeff Flake: Enough. It is Time to Stand Up to Trump. Gastbeitrag. In: The Washington Post, 24. Oktober 2017 (englisch, mit Video der Rede vor dem Senat).
  8. Josh Delk: Poll shows Flake down huge in primary and general election. In: The Hill, 13. September 2017 (englisch).
  9. Republican Senators Warn Iran in Open Letter. In: Politico. 9. März 2015.
  10. Jeff Flake delivers the most courageous conservative rebuttal of Trumpism yet. In: The Washington Post, 2. August 2017 (englisch).