Liste der Geotope im Landkreis Dillingen an der Donau

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Diese Liste enthält die Geotope des Schwäbischen Landkreises Dillingen an der Donau in Bayern.[1] Die Liste enthält die amtlichen Bezeichnungen für Namen und Nummern des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie deren geographische Lage. Diese Liste ist möglicherweise unvollständig. Im Geotopkataster Bayern sind etwa 3.400 Geotope (Stand Oktober 2018) erfasst. Das LfU sieht einige Geotope nicht für die Veröffentlichung im Internet geeignet. Einige Objekte sind zum Beispiel nicht gefahrlos zugänglich oder dürfen aus anderen Gründen nur eingeschränkt betreten werden.

Name Bild Geotop ID Gemeinde / Lage Geologische Raumeinheit Beschreibung Fläche m² / Ausdehnung m Geologie Aufschlussart Wert Schutzstatus Bemerkung
Ehemaliger Kalksteinbruch nordwestlich von Wittislingen 773A003 Wittislingen
Position
Riesalb Es handelt sich um den größten Aufschluss typischer Malmsedimente in Fränkischer Fazies im Landkreis. In der Bruchsohle entstand ein See mit zahlreichen Wasservögeln (u. a. Krickenten). Typ: Gesteinsart
Art: Kalkstein
Kiesgrube/Sandgrube bedeutend kein Schutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Ehemalige Sandgrube Goldbergalm 773A004 Höchstädt an der Donau
Position
Riesalb In der Sandgrube waren Riestrümmermassen eingewalzt in allochthone Meeresmolasse aufgeschlossen. Die Obere Meeresmolasse liegt hier (14 km vom Kraterrand entfernt) 100 m über dem lokal anstehenden Horizont. Die Grube ist nahezu vollständig verwachsen. Am SW Grubenrand befindet sich ein einzelner Malmblock. Typ: Standard-/Referenzprofil Auswurfmaterial (Impakt)
Art: Sand, Brekzie
Kiesgrube/Sandgrube wertvoll kein Schutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Ehem. Sandgrube E von Stettenhof 773A005 Mödingen
Position
Riesalb In der ehemaligen Grube, welche derzeit als Spielplatz genutzt wird, sind im Hangendbereich Feinsande der Oberen Süßwassermolasse aufgeschlossen. Aus früheren Beschreibungen geht eine Überlagerung durch Riestrümmermassen hervor. 125
25 × 5
Typ: Schichtfolge
Art: Sand, Breccie
Kiesgrube/Sandgrube bedeutend FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Ehemaliger Steinbruch Beikler bei Haunsheim 773A006 Haunsheim
Position
Riesalb Im ehemaligen Steinbruch Beikler ist die Landschaftsentwicklung und Sedimentationsfolge vom Jura bis ins Tertiär dokumentiert. Das Liegende bilden massige bis dickbankige Kalke des Malm Epsilon mit einer 130 m breiten Karstwanne. Hierin lagern Seesedimente der USM (einziges Vorkommen der Oligozänen Ehinger Schichten E von Ulm). Darüber transgredieren Sande der OMM, am Kontakt zum Malm mit Bohrmuschellöchern. Typ: Standard-/Referenzprofil, Diskordanz, Sedimentstrukturen
Art: Kalkstein, Sand
Kiesgrube/Sandgrube wertvoll kein Schutzgebiet Möglicherweise vom LfU gestrichen (Okt. 2018)
Ehem. Steinbruch Schumacher NW von Haunsheim 773A007 Haunsheim
Position
Schwäbische Alb Aufgeschlossen waren massige Kalke des Malm Epsilon mit einer flachen Karstwanne, in der Sedimente der Unteren Süßwassermolasse lagern (nach Gastropodenfunden ins Aquitan gestellt). Der Steinbruch ist zugewachsen, bessere Aufschlussbedingungen finden sich im ca. 250 m SW gelegenen Steinbruch. Östlich davon ist ein neuer Steinbruch entstanden, der sich allerdings noch im Abbau befindet. 25000
250 × 100
Typ: Diskordanz, Schichtfolge
Art: Kalkstein, Sand
Steinbruch wertvoll kein Schutzgebiet
Ehem. Kiesgrube E von Osterbuch 773A009 Laugna
Position
Iller-Lech-Region Die Schotterzusammensetzung ist repräsentativ für den Nordteil der Zusamplatte. In Mergellinsen war eine glaziale Molluskenfauna zu finden. Die Schotter erreichen ca. 6 m Mächtigkeit. Darüber lagert etwa eine 1 m mächtige Lage von gut erhaltenem Mittel- bis Feinsand. Im Hangendbereich stehen ca. 3 bis 4 m mächtige Lößlehme an. 4900
70 × 70
Typ: Gesteinsart, Tierische Fossilien
Art: Kies, Sand, Lößlehm
Kiesgrube/Sandgrube bedeutend Naturpark
Ehem. Kalktuffabbaue SE von Wittislingen 773A010 Wittislingen
Position
Donauried Der ehemalige Steinbruch ist vollständig zugewachsen, an einer Böschung können krümelige Kalktuffbruchstücke gefunden werden. Die Entstehung des Kalktuffs ist auf karbonathaltiges Wasser der Egau zurückzuführen, die in diesem Bereich von der Alb kommend ins flache Donautal fließt. 30000
200 × 150
Typ: Gesteinsart, Sinterbildung
Art: Kalktuff
Steinbruch bedeutend kein Schutzgebiet
Klifflinie NE von Staufen 773A011 Syrgenstein
Position
Schwäbische Alb In der kleinen Sandgrube nordöstlich von Staufen ist eine Strandfazies der Oberen Meeresmolasse aufgeschlossen. In dem z. T. kalkig verbackenem Feinsand mit Kalkgeröllschnüren sind Fossilien wie Austernschalen und Turritellen erhalten. Es finden sich vereinzelt kantengerundete Malmkalkbrocken mit Bohrmuschellöchern. Dies ist als Indiz für die unmittelbare Nähe der Klifflinie zu werten. 50
10 × 5
Typ: Spurenfossilien, Schichtfolge
Art: Kalkstein, Sand
Kiesgrube/Sandgrube wertvoll kein Schutzgebiet
Hanseles-Höhle NW von Fronhofen 773H001 Bissingen
Position
Riesalb Die Höhle befindet sich im Nordteil des Michelsberges, der von der Kirche St. Michael gekrönt wird. Sie ist angelegt in einer allochthonen Scholle aus Weißjura-Massenkalk. Die Höhle entstand nicht durch Verkarstung, sondern durch Erosion weicherer Gesteine (Bunte Brekzie), die ursprünglich den Hohlraum ausfüllten. 24
8 × 3
Typ: Kluft-/Tektonische Höhle
Art: Kalkstein
Höhle bedeutend Landschaftsschutzgebiet, Vogelschutzgebiet
Quellaustritt Roter Brunnen S von Kloster Mödingen Roter Brunnen (Karst spring).JPG
773Q001 Wittislingen
Position
Donauried Die Quelle liegt am Rand des unteren Riedes. Am Quellteich und Bachlauf sind Ausfällungen von Kalktuff und Eisenhydroxiden zu beobachten. Diese gehen auf Karstwasseranteile und Eisen-Lösung aus Verwitterungstonen (Bunte Brekzie, Karstlehme, verwitterte altpleistozäne Schotter) zurück. 450
30 × 15
Typ: Stauquelle, Sinterbildung
Art: Kalkstein, Kalktuff
kein Aufschluss wertvoll FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Zigeunerfelsen bei Zöschingen 773R001 Zöschingen
Position
Schwäbische Alb Die angewitterte und vergrieste Felskuppe aus Massenkalk ist eine allochthone Scholle innerhalb bunter Riestrümmermassen. Erosionsreste der Malmkalke innerhalb der Auswurfmassen bilden hier (der vorriesischen Landoberfläche aufgesetzt) die höchsten Erhebungen. 240
20 × 12
Typ: Auswurfmaterial (Impakt), Felskuppe
Art: Kalkstein
Hanganriss/Felswand wertvoll Naturdenkmal
Krähenstein E von Ziertheim 773R002 Ziertheim
Position
Riesalb Bei dem oberflächlich angewitterten und vergriesten Malmkalkblock handelt es sich um Auswurfmaterial des Rieskraters. Die Vergriesung resultiert aus dem allseitigen Druck, der zu Beginn des Auswurfvorgangs herrschte. Die Malmgriese werden durch Erosion aus den bunten Trümmermassen herauspräpariert. 20
5 × 4
Typ: Auswurfmaterial (Impakt), Felsblock
Art: Kalkstein
Block wertvoll Naturdenkmal
Ries-Scholle E von Oberbechingen 773R003 Bachhagel
Position
Schwäbische Alb Die Riestrümmermassen bilden einen waldbestandenen Hügel auf autochthoner Oberer Meeresmolasse. Am Gipfel ist eine keltische Viereckschanze zu besichtigen. 87500
350 × 250
Typ: Auswurfmaterial (Impakt)
Art: Breccie
kein Aufschluss bedeutend Naturdenkmal
Hochterrasse SW von Steinheim 773R004 Dillingen an der Donau
Position
Donauried Über der holozänen Donauaue ist eine deutliche Terrassenstufe zu erkennen. Die Aufschotterung erfolgte während des Rissglazials. Erosion und die Bildung der Terrassenstufe durch würmglaziale bis holozäne Erosion. Auch heute noch verlaufen Reste der Donaualtwasser an der unteren Terrassenkante. Durch Kiesabbau und Überbauung existiert dieses geomorphologisch bedeutendste Landschaftselement im Donauried in seiner ursprünglichen Form nur noch an wenigen Stellen. 12000
1200 × 10
Typ: Terrasse
Art: Schotter
kein Aufschluss bedeutend kein Schutzgebiet
Malmscholle bei Zöschingen 773R005 Zöschingen
Position
Schwäbische Alb Die allochthone, leicht vergrieste Malm-Scholle wurde durch Erosion aus weicherer Bunter Brekzie freigelegt. 50
5 × 10
Typ: Auswurfmaterial (Impakt), Felskuppe
Art: Kalkstein
Hanganriss/Felswand bedeutend Naturdenkmal
Osterstein NE von Unterfinningen 773R006 Finningen
Position
Riesalb Der verwitterte Felsklotz liegt am Gipfel eines flachen Bergrückens. Die allochthone Malm-Scholle wurde durch Erosion aus weicherer Bunter Brekzie freigelegt. Der Osterstein ist ein prähistorischer und frühgeschichtlicher Fundplatz. 70
10 × 7
Typ: Auswurfmaterial (Impakt), Felsblock
Art: Kalkstein
Block bedeutend Naturdenkmal, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet
Ponordoline SW von Unterbechingen 773R007 Haunsheim
Position
Schwäbische Alb Die kurzen Wasserläufe entspringen schwach schüttenden Überlauf- oder Schichtquellen im Bereich mächtigerer Deckschichten (Trümmermassen, Obere Meeresmolasse, Decklehme). Beim Übertritt auf autochthonen Massenkalk erfolgt eine schnelle Versickerung in den Karstbildungen. Ein tief eingeschnittener Graben endet hier in einem Ponor. 150
15 × 10
Typ: Ponor
Art: Kalkstein, Sand
kein Aufschluss bedeutend kein Schutzgebiet

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de, Geotoprecherche (abgerufen am 16. September 2017)