Liste der Geotope im Landkreis Dillingen an der Donau

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Diese Liste enthält 17 Geotope des Schwäbischen Landkreises Dillingen an der Donau in Bayern.[1] Die Liste enthält die amtlichen Bezeichnungen für Namen und Nummern des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie deren geographische Lage. Diese Liste ist möglicherweise unvollständig. Im Geotopkataster Bayern sind etwa 3.400 Geotope (Stand Oktober 2015) erfasst. Das LfU sieht einige Geotope nicht für die Veröffentlichung im Internet geeignet. Einige Objekte sind zum Beispiel nicht gefahrlos zugänglich oder dürfen aus anderen Gründen nur eingeschränkt betreten werden.

Name Bild Kennung

Einzelheiten Position Fläche
Hektar
Datum
Ehemaliger Kalksteinbruch nordwestlich von Wittislingen BW 773A003


Wittislingen
Es handelt sich um den groessten Aufschluss typischer Malmsedimente in Fraenkischer Fazies im Landkreis. In der Bruchsohle entstand ein See mit zahlreichen Wasservoegeln (u. a. Krickenten).
  • Größe:
  • Geotoptyp: Gesteinsart
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: bedeutend
Ehemalige Sandgrube Goldbergalm BW 773A004


Höchstädt an der Donau
In der Sandgrube waren Riestruemmermassen eingewalzt in allochthone Meeresmolasse aufgeschlossen. Die Obere Meeresmolasse liegt hier (14 km vom Kraterrand entfernt) 100 m ueber dem lokal anstehenden Horizont. Die Grube ist nahezu vollständig verwachsen. Am SW Grubenrand befindet sich ein einzelner Malmblock.
  • Größe:
  • Geotoptyp: Standard-/Referenzprofil Auswurfmaterial (Impakt)
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: wertvoll
Ehem. Sandgrube E von Stettenhof BW 773A005


Mödingen
In der ehemaligen Grube, welche derzeit als Spielplatz genutzt wird, sind im Hangendbereich Feinsande der Oberen Süßwassermolasse aufgeschlossen. Aus früheren Beschreibungen geht eine Überlagerung durch Riestrümmermassen hervor.
  • Größe: Länge 25 m, Breite 5 m, Höhe 10 m
  • Geotoptyp: Schichtfolge
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet
  • Wert: bedeutend
0,0075
Ehemaliger Steinbruch Beikler bei Haunsheim BW 773A006


Haunsheim
Im ehemaligen Steinbruch Beikler ist die Landschaftsentwicklung und Sedimentationsfolge vom Jura bis ins Tertiaer dokumentiert. Das Liegende bilden massige bis dickbankige Kalke des Malm Epsilon mit einer 130 m breiten Karstwanne. Hierin lagern Seesedimente der USM (einziges Vorkommen der Oligozaenen Ehinger Schichten E von Ulm). Darueber transgredieren Sande der OMM, am Kontakt zum Malm mit Bohrmuschelloechern.
  • Größe:
  • Geotoptyp: Standard-/Referenzprofil, Diskordanz, Sedimentstrukturen
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: wertvoll
Ehem. Steinbruch Schumacher NW von Haunsheim BW 773A007


Haunsheim
Aufgeschlossen waren massige Kalke des Malm Epsilon mit einer flachen Karstwanne, in der Sedimente der Unteren Süßwassermolasse lagern (nach Gastropodenfunden ins Aquitan gestellt). Der Steinbruch ist zugewachsen, bessere Aufschlussbedingungen finden sich im ca. 250 m SW gelegenen Steinbruch. Östlich davon ist ein neuer Steinbruch entstanden, der sich allerdings noch im Abbau befindet.
  • Größe: Länge 250 m, Breite 100 m, Höhe 8 m
  • Geotoptyp: Diskordanz, Schichtfolge
  • Aufschlusstyp: Steinbruch (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: wertvoll
2,5
Ehem. Kiesgrube E von Osterbuch BW 773A009


Laugna
Die Schotterzusammensetzung ist repräsentativ für den Nordteil der Zusamplatte. In Mergellinsen war eine glaziale Molluskenfauna zu finden. Die Schotter erreichen ca. 6 m Mächtigkeit. Darüber lagert etwa eine 1 m mächtige Lage von gut erhaltenem Mittel- bis Feinsand. Im Hangendbereich stehen ca. 3 bis 4 m mächtige Lößlehme an.
  • Größe: Länge 70 m, Breite 70 m, Höhe 12 m
  • Geotoptyp: Gesteinsart, Tierische Fossilien
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: Naturpark
  • Wert: bedeutend
0,49
Ehem. Kalktuffabbaue SE von Wittislingen BW 773A010


Wittislingen
Der ehemalige Steinbruch ist vollständig zugewachsen, an einer Böschung können krümelige Kalktuffbruchstücke gefunden werden. Die Entstehung des Kalktuffs ist auf karbonathaltiges Wasser der Egau zurückzuführen, die in diesem Bereich von der Alb kommend ins flache Donautal fließt.
  • Größe: Länge 200 m, Breite 150 m, Höhe 5 m
  • Geotoptyp: Gesteinsart, Sinterbildung
  • Aufschlusstyp: Steinbruch (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: bedeutend
3
Klifflinie NE von Staufen BW 773A011


Syrgenstein
In der kleinen Sandgrube nordöstlich von Staufen ist eine Strandfazies der Oberen Meeresmolasse aufgeschlossen. In dem z. T. kalkig verbackenem Feinsand mit Kalkgeröllschnüren sind Fossilien wie Austernschalen und Turritellen erhalten. Es finden sich vereinzelt kantengerundete Malmkalkbrocken mit Bohrmuschellöchern. Dies ist als Indiz für die unmittelbare Nähe der Klifflinie zu werten.
  • Größe: Länge 10 m, Breite 5 m, Höhe 7 m
  • Geotoptyp: Spurenfossilien, Schichtfolge
  • Aufschlusstyp: Kiesgrube/Sandgrube (künstlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: wertvoll
0,005
Hanseles-Höhle NW von Fronhofen BW 773H001


Bissingen
Die Höhle befindet sich im Nordteil des Michelsberges, der von der Kirche St. Michael gekrönt wird. Sie ist angelegt in einer allochthonen Scholle aus Weißjura-Massenkalk. Die Höhle entstand nicht durch Verkarstung, sondern durch Erosion weicherer Gesteine (Bunte Brekzie), die ursprünglich den Hohlraum ausfüllten.
  • Größe: Länge 8 m, Breite 3 m, Höhe 2 m
  • Geotoptyp: Karst-Horizontalhöhle
  • Aufschlusstyp: Höhle (natürlich)
  • Schutzstatus: Vogelschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet
  • Wert: bedeutend
0,0024
Quellaustritt Roter Brunnen S von Kloster Mödingen Commons-logo.svg Roter Brunnen (Karst spring).JPG 773Q001


Wittislingen
Die Quelle liegt am Rand des unteren Riedes. Am Quellteich und Bachlauf sind Ausfällungen von Kalktuff und Eisenhydroxiden zu beobachten. Diese gehen auf Karstwasseranteile und Eisen-Lösung aus Verwitterungstonen (Bunte Brekzie, Karstlehme, verwitterte altpleistozäne Schotter) zurück.
  • Größe: Länge 30 m, Breite 15 m, Höhe 1 m
  • Geotoptyp: Stauquelle, Sinterbildung
  • Aufschlusstyp: kein Aufschluss (natürlich)
  • Schutzstatus: Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet
  • Wert: wertvoll
0,045
Zigeunerfelsen bei Zöschingen BW 773R001


Zöschingen
Die angewitterte und vergrieste Felskuppe aus Massenkalk ist eine allochthone Scholle innerhalb bunter Riestrümmermassen. Erosionsreste der Malmkalke innerhalb der Auswurfmassen bilden hier (der vorriesischen Landoberfläche aufgesetzt) die höchsten Erhebungen.
  • Größe: Länge 20 m, Breite 12 m, Höhe 8 m
  • Geotoptyp: Auswurfmaterial (Impakt), Felskuppe
  • Aufschlusstyp: Hanganriss/Felswand (natürlich)
  • Schutzstatus: Naturdenkmal
  • Wert: wertvoll
0,024
Krähenstein E von Ziertheim BW 773R002


Ziertheim
Bei dem oberflächlich angewitterten und vergriesten Malmkalkblock handelt es sich um Auswurfmaterial des Rieskraters. Die Vergriesung resultiert aus dem allseitigen Druck, der zu Beginn des Auswurfvorgangs herrschte. Die Malmgriese werden durch Erosion aus den bunten Trümmermassen herauspräpariert.
  • Größe: Länge 5 m, Breite 4 m, Höhe 2 m
  • Geotoptyp: Auswurfmaterial (Impakt), Felsblock
  • Aufschlusstyp: Block (natürlich)
  • Schutzstatus: Naturdenkmal
  • Wert: wertvoll
0,002
Ries-Scholle E von Oberbechingen BW 773R003


Bachhagel
Die Riestrümmermassen bilden einen waldbestandenen Hügel auf autochthoner Oberer Meeresmolasse. Am Gipfel ist eine keltische Viereckschanze zu besichtigen.
  • Größe: Länge 350 m, Breite 250 m, Höhe 20 m
  • Geotoptyp: Auswurfmaterial (Impakt)
  • Aufschlusstyp: kein Aufschluss (natürlich)
  • Schutzstatus: Naturdenkmal
  • Wert: bedeutend
7
Hochterrasse SW von Steinheim BW 773R004


Dillingen a.d.Donau
Über der holozänen Donauaue ist eine deutliche Terrassenstufe zu erkennen. Die Aufschotterung erfolgte während des Rissglazials. Erosion und die Bildung der Terrassenstufe durch würmglaziale bis holozäne Erosion. Auch heute noch verlaufen Reste der Donaualtwasser an der unteren Terrassenkante. Durch Kiesabbau und Überbauung existiert dieses geomorphologisch bedeutendste Landschaftselement im Donauried in seiner ursprünglichen Form nur noch an wenigen Stellen.
  • Größe: Länge 1200 m, Breite 10 m, Höhe 15 m
  • Geotoptyp: Terrasse
  • Aufschlusstyp: kein Aufschluss (natürlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: bedeutend
1,2
Malmscholle bei Zöschingen BW 773R005


Zöschingen
Die allochthone, leicht vergrieste Malm-Scholle wurde durch Erosion aus weicherer Bunter Brekzie freigelegt.
  • Größe: Länge 5 m, Breite 10 m, Höhe 2 m
  • Geotoptyp: Auswurfmaterial (Impakt), Felskuppe
  • Aufschlusstyp: Hanganriss/Felswand (natürlich)
  • Schutzstatus: Naturdenkmal
  • Wert: bedeutend
0,005
Osterstein NE von Unterfinningen BW 773R006


Finningen
Der verwitterte Felsklotz liegt am Gipfel eines flachen Bergrückens. Die allochthone Malm-Scholle wurde durch Erosion aus weicherer Bunter Brekzie freigelegt. Der Osterstein ist ein prähistorischer und frühgeschichtlicher Fundplatz.
  • Größe: Länge 10 m, Breite 7 m, Höhe 7 m
  • Geotoptyp: Auswurfmaterial (Impakt), Felsblock
  • Aufschlusstyp: Block (natürlich)
  • Schutzstatus: Naturdenkmal, Vogelschutzgebiet, FFH-Gebiet
  • Wert: bedeutend
0,007
Ponordoline SW von Unterbechingen BW 773R007


Haunsheim
Die kurzen Wasserläufe entspringen schwach schüttenden Überlauf- oder Schichtquellen im Bereich mächtigerer Deckschichten (Trümmermassen, Obere Meeresmolasse, Decklehme). Beim Übertritt auf autochthonen Massenkalk erfolgt eine schnelle Versickerung in den Karstbildungen. Ein tief eingeschnittener Graben endet hier in einem Ponor.
  • Größe: Länge 15 m, Breite 10 m, Höhe 2 m
  • Geotoptyp: Ponor
  • Aufschlusstyp: kein Aufschluss (natürlich)
  • Schutzstatus: kein Schutzgebiet
  • Wert: bedeutend
0,015
Legende für Geotop

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotoprecherche (abgerufen am 16. September 2017)