Wittislingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wittislingen
Wittislingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wittislingen hervorgehoben
48.61861111111110.415277777778450Koordinaten: 48° 37′ N, 10° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs­gemeinschaft: Wittislingen
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 17,41 km²
Einwohner: 2306 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89426
Vorwahl: 09076
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 183
Marktgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marienplatz 6
89426 Wittislingen
Webpräsenz: www.wittislingen.de
Bürgermeister: Ulrich Müller (parteilos)
Lage des Marktes Wittislingen im Landkreis Dillingen an der Donau
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Donau-Ries Landkreis Günzburg Aislingen Bachhagel Bächingen an der Brenz Binswangen Bissingen (Bayern) Blindheim Buttenwiesen Dillingen an der Donau Finningen Glött Gundelfingen an der Donau Haunsheim Höchstädt an der Donau Holzheim (bei Dillingen an der Donau) Laugna Lauingen (Donau) Lutzingen Medlingen Mödingen Schwenningen (Donau) Syrgenstein Villenbach Wertingen Wittislingen Ziertheim Zöschingen ZusamaltheimKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Wittislingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wittislingen.

Geografie[Bearbeiten]

Der Markt liegt im Egautal.

Ortsteile[Bearbeiten]

Ortsteile sind Schabringen, Wittislingen und Zöschlingsweiler. Der Beutenstetterhof ist ein Weiler von Wittislingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsmitte von Wittislingen

Bei Wittislingen befindet sich eine Silex-Rohmaterial-Lagerstätte. Gräber aus Zeit der Merowinger belegen, dass die Gegend schon früh besiedelt war. Die Landeshoheit über Wittislingen lag seit 1261 bei Bayern bzw. ab 1505 bei Pfalz-Neuburg. Niedere und seit 1783 auch hohe Gerichtsbarkeit hatte bis 1803 das Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort endgültig zu Bayern. Wittislingen wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern eine selbstständige politische Gemeinde. 1955 wurde Wittislingen zum Markt erhoben.

Wittislingen liegt am Südrand der Schwäbischen Alb beidseits der Egau, die aus einem trogartigen Tal von Norden her kommend, vor dem Austritt auf die Hochterrassenebene des Jurafels in einem Engtälchen durchschneidet. Talauswärts dem Jura angelagert, befinden sich bis zu fünf Meter dicke Süßwasserkalkschichten(Kalk, Tuff, Dauch, Sand). Ort und Gemarkung sind uralter reicher Siedlungsboden. Die Bodenfunde erstrecken sich von der mittleren Altsteinzeit über alle vor- und frühgeschichtlichen Kulturstufen bis zum Hochmittelalter.

Bodenfunde

Wittislingen ist durch seine Bodenfunde international bekannt und zwar einmal durch den "Wittislinger Fund von 1881", zum andern in der jüngsten Zeit ab 1951 durch die Profile der Süßwasser- oder Quellkalke (Kalktuff), aus denen sowohl das bis dahin unklare Alter der Jungsteinzeit (angenommen wurde 2500 v. Chr.) nach Radiokohlenstoffmethode (C14) auf rund 4100 v. Chr. bestimmt werden konnte. Wittislingen ist eine alemannische Gründung. Unter den Funden ragt heraus das Grab einer alemannischen Hochadeligen aus dem 7. Jahrhundert, dessen prächtige Beigaben als Wittislinger Fund heute in der prähistorischen Staatssammlung in München aufbewahrt werden.

Heiliger Ulrich

Dieses Grab spricht dafür, dass Wittislingen spätestens zu dieser Zeit Sitz eines hochadeligen Geschlechtes war. Diesem Geschlecht entstammt der Heilige Ulrich (890–973, Bischof von Augsburg). Bezeichnend für diese Annahme ist die Lebensbeschreibung des Heiligen Ulrich in Gerhards Vita, dass der Bischof kurz vor seinem Tode im Jahre 973 mit seinen beiden Neffen, den Grafen Richwin und Hubald, einige Tage im Oppidum „quod nominatur Uuittegislingua“ weilte, um einen Erweiterungsbau der dortigen Kirche anzuordnen. Die Gräber seiner Eltern Hubald und Burga, die bei dieser Kirche lagen, sollten nicht länger den Witterungseinflüssen ausgesetzt bleiben, sondern ins Innere der Kirche einbezogen werden.

Der Adel im Mittelalter

Die Oberhoheit über Wittislingen lag seit 1261 bei Bayern bzw. ab 1505 bei Pfalz-Neuburg. Die niedrige Gerichtsbarkeit mit eigenem Niedergericht beim Hochstift Augsburg. Erst 1783 erwarb das Hochstift durch Tausch auch die hohe Gerichtsbarkeit dazu. Wittislingen war zu dieser Zeit Sitz eines Hochstift des Augsburgerischen Vogtes. Vor allem in der Zeit zwischen 1455 und 1560 wuchs der Ort durch Aufteilungen an. 1955 wurde Wittislingen zum Markt erhoben. Die alte, im romanischen Stil gehaltene Kirche wurde 1750 abgebrochen und durch einen lichten und geräumigen Neubau, die heutige Pfarrkirche St. Ulrich und Martin, ersetzt. Das Martinspatrozinium wurde 1805 durch ein Ulrichspatrozinium verdrängt. Seit 1952 führt der Ort das abgebildete Wappen. Es weist hin auf die bedeutende Frühzeit sowie auf die große Vergangenheit des Ortes, Stammsitz und Besitz der Grafen von Dillingen und Besitz des Hochstifts Augsburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schabringen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 14 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen:

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Unabhängige Wählervereinigung (FUW): 4 Sitze
  • SPD/Unabhängige Bürger: 2 Sitze
  • Freie Wähler: 2 Sitze

Erster Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2012 Ulrich Müller (überparteilich), Zweiter Bürgermeister seit 2014 Paul Seitz (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein goldener Schrägbalken, begleitet oben von einem schreitenden silbernen Löwen, unten von der großen Bügelfiebel von Wittislingen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Musikverein Wittislingen
  • TSV Wittislingen
  • Imkerverein Wittislingen
  • Storchenfreunde Wittislingen
  • Kultur-Event-Verein Schabringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittislingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.