Objektschutzregiment der Luftwaffe

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Objektschutzregiment der Luftwaffe "Friesland"
— ObjSRgtLw —
CoatArmsGerAFRegiment.jpg
Wappen des ObjSRgtLw
Aufstellung Juli 2006
Land Deutsche FlaggeDeutsche Flagge Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg
Truppengattung Objektschutz
Typ Regiment
Unterstellung Wappen des LwFüKdo KdoEinsVbdeLw
Standort Schortens
Gegenwärtiger Kommandeur
Kommandeur Oberst Hans Peter Dorfmüller
Insignien
Homepage Objektschutzregiment der Lw
Barettabzeichen

Das Objektschutzregiment der Luftwaffe hat die Hauptaufgabe mobile (z. B. Flugabwehrraketen-Einheiten) und stationäre (z. B. Militärflugplätze, Kasernen, Depots) Objekte der Luftwaffe im Einsatz zu schützen, mit aufzubauen und die Einsatzlogistik (Versorgung) zu gewährleisten. Hierfür werden (aktive und nicht aktive) Infanterie-, Brandschutz-, Pionier-, Einsatzlogistik- und Feldnachrichten-Kräfte vorgehalten.

Gliederung[Bearbeiten]

Das Objektschutzregiment der Luftwaffe Friesland (ObjSRgtLw) in Schortens ist dem Kommando Einsatzverbände Luftwaffe in Köln-Wahn unterstellt.

Es gliedert sich in:

  • Stab
  • I. Bataillon, Schortens
    • Stab
    • 1. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
    • 2. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
    • 3. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
    • 4. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
  • II. Bataillon, Diepholz
    • Stab
    • 5. Staffel (Einsatzlogistik),Schortens
    • 6. Staffel (Luftwaffenpioniere), Diepholz (zusätzlich 2 nicht aktive LwPiZüge)
    • 7. Staffel (Brandschutz), Schortens (zusätzlich 2 nicht aktive LwBrandschutzzüge), siehe auch Bundeswehr-Feuerwehr
  • III. Bataillon, Schortens (nicht aktiv, Ergänzungstruppenteil)
    • Stab
    • 8. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
    • 9. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens
    • 10. Staffel (infanteristischer Objektschutz), Schortens

Dienstbereich Objektschutz[Bearbeiten]

Das Objektschutzregiment gehört zum Dienstbereich Objektschutz der Luftwaffe.

Zu diesem Dienstbereich gehören auch noch die beiden Luftwaffensicherungsstaffeln „S“ der Fliegerhorstgruppe des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 auf dem Fliegerhorst Büchel. Bedingt durch den spezialisierten Auftrag, die Sicherheit der Sonderwaffen zu gewährleisten, verfügt dieses Geschwader als einziger fliegender Verband der Luftwaffe über eigene Luftwaffensicherungsstaffeln.

Des Weiteren zählen die Soldaten der Luftwaffenanteile des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung einheitlich zum Dienstbereich Objektschutz der Luftwaffe.

Geschichte[Bearbeiten]

Soldaten mit Radfahrzeug Dingo in Afghanistan (2009)
Ein US-Soldat und ein deutscher Soldat der Luftwaffensicherungsstaffel S während einer gemeinsamen Anti-Terror-Übung zum Schutz eines Hangars des Fliegerhorstes Büchel im Februar 2007

Sicherungsstaffeln der Geschwader[Bearbeiten]

Objektschutz in der Luftwaffe war bis Ende der 1990er Jahre eine Aufgabe, die jeder Einsatzverband wahrzunehmen hatte. Die Geschwader besaßen hierfür eigene Sicherungs­staffeln, zumeist nur teilaktiv mit zwei aktiven und zwei nicht aktiven Zügen. Hinzu kamen Sicherungsstaffeln, die erst im Spannungsfall durch die Einberufung von Reservisten mit Personal besetzt werden sollten. Je nach Geschwadergröße und Einsatzort waren auf diese Weise 4 bis 16 infanteristisch ausgebildete Sicherungszüge vorhanden.

In den fliegenden Geschwadern wurden die Sicherungsstaffeln im Frieden unter anderem mit der Sanitäts- und der Kraftfahrzeugstaffel in der Fliegerhorstgruppe zusammengefasst, in der auch ABC-Abwehr- und Luftwaffenpionierfähigkeiten abgebildet waren. Mit Mobilmachung wären neben zusätzlichen Sicherungs- auch Startbahninstandsetzungsstaffeln aktiviert worden.

Objektschutzbataillon der Luftwaffe[Bearbeiten]

Mit der Einnahme der Luftwaffenstruktur 5 als Folge der sich ändernden Bedrohungslage wurden die nichtaktiven Staffeln teilweise aufgelöst und zudem ab Spätsommer 1996 eine zentrale Komponente für den Objektschutz geschaffen, das Objektschutz­bataillon der Luftwaffe mit Sitz in Wittmund. Der Verband zählte ungefähr 1.100 Soldaten. Zu seinen Aufgaben gehörten der "infanteristische" Objektschutz (1. und 2. Staffel), die Flugabwehr (3. Staffel), die ABC-Abwehr und Brandbekämpfung (4. Staffel), sowie das Pionierwesen und die Kampfmittelbeseitung im Rahmen von Flugplatzschadensbeseitigung (5. Staffel). Insgesamt waren fünf Staffeln in den drei Standorten Upjever (1., 2. und 4. Staffel), Wittmund (Stab), Wangerland (3. Staffel), Diepholz (5. Staffel) disloziert. Das Objektschutzbataillon der Luftwaffe stellte innerhalb seiner Teilstreitkraft, nach den Lufttransportverbänden, den Verband mit den meisten Auslandseinsätzen dar. Erster Kommandeur war Oberstleutnant Karl-Heinz Kubiak.

Umstrukturierung der Objektschutzstaffeln[Bearbeiten]

Zum 1. April 2003 wurden die Fliegerhorstgruppen umgegliedert: Viele nichtaktive Sicherungsstaffeln wurden aufgelöst, sämtliche noch bestehenden Staffeln (alle teilaktiv) wurden zusammengelegt und in drei Fliegerhorstgruppen konzentriert. Diese befanden sich in Jagel (Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“), Kerpen (Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“) und Lechfeld (Jagdbombergeschwader 32). An jedem Standort waren drei Staffeln (nun Objektschutzstaffeln genannt), davon jeweils zwei infanteristische Staffeln à vier aktive Züge und eine Sonderstaffel (EOD, ABC/Se bzw. Fliegerabwehr) in unterschiedlicher Zugstärke eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Luftwaffe über ein theoretisches Einsatzäquivalent von 32 Zügen infanteristischem Objektschutz (acht Staffeln je vier Züge, davon zwei im Objektschutzbataillon).

Aufstellung des Objektschutzregiments[Bearbeiten]

Zum 30. Juni 2006 wurden das Objektschutzbataillon und die drei oben genannten Fliegerhorstgruppen aufgelöst. Sämtliche Objektschutzstaffeln (aktiv und teil- bzw nichtaktiv) wurden ebenfalls aufgelöst und teilweise in das zeitgleich neu aufgestellte Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ überführt. Hiermit findet sich der Abschluss der Luftwaffenstruktur 6 im Bereich des infanteristischen Objektschutzes.

Neuausrichtung des Objektschutzregiments[Bearbeiten]

Aufgrund der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde durch den Verteidigungsminister Thomas de Maizière am 26. Oktober 2011 bekannt gegeben, dass der Standort Kerpen geschlossen wird.[1]

Zum 1. April 2014 wurde das Objektschutzregiment neu strukturiert.[2] Der ABC-Schutz wurde an die Streitkräftebasis (SKB), die Kampfmittelbeseitigung an das Heer abgegeben. Die Flugabwehr im Nahbereich übernimmt das Flugabwehrraketengeschwader 1. Da die Einsatzunterstützungsgruppe in Trollenhagen zum 25. März aufgelöst wurde, ist die Staffel Einsatzlogistik neu im Objektschutzregiment aufgestellt worden. Aufbau, Schutz und Betrieb eines Flugplatzes im Einsatzgebiet kann nun durch das Objektschutzregiment sichergestellt werden.

Einsätze[Bearbeiten]

Personal, Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Die infanteristischen Einheiten des Objektschutzes bestehen größtenteils aus Mannschaftsdienstgraden. Grundwehrdienstleistende werden hier direkt im Anschluss an die Grundausbildung in drei bis vier Monaten bis zum Status Combat ready (CR; dt.: einsatzfähig) ausgebildet. In den letzten Jahren wurde der Anteil an Zeitsoldaten und freiwillig Wehrdienst leistenden Soldaten erhöht, um diese in Einsätzen verwenden zu können und um einen Expertiseerhalt zu erreichen. Im II. Bataillon werden im Vergleich zum I. Bataillon, bedingt durch die erforderliche höhere Qualifizierung, hauptsächlich Unteroffiziers- und Offiziersdienstgrade eingesetzt.

Der Nachwuchs für das Objektschutzregiment rekrutiert sich hauptsächlich aus Soldaten des Luftwaffenausbildungsregimentes. Teils finden sich aber auch Soldaten anderer Einheiten wie Jäger, Fallschirmjäger oder Panzergrenadiere sowie Soldaten der Marineschutzkräfte im Objektschutzregiment wieder.

Die Ausbildung für den infanteristischen Objektschutz gliedert sich in drei Abschnitte:

  • Die Combat Ready Ausbildung, hier findet eine Vertiefung der Themen der Grundausbildung sowie die Ersteinweisung für Luftwaffensoldaten auf die Waffen Panzerfaust 3, Granatpistole, Signalpistole, Maschinengewehr 3 sowie Granatmaschinenwaffe und Handgranate DM51 statt.
  • Den zweiten Abschnitt bildet die Spezialistenausbildung, hier werden die einzelnen Gruppensoldaten speziell auf ihre gruppeninterne Verwendung geschult.
  • Der dritte Abschnitt bildet die einsatzvorbereitende bzw. einsatzbezogene Ausbildung.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Die Ausrüstung der Objektschutzkräfte der Luftwaffe umfasst:

Uniform[Bearbeiten]

Angehörige des Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ und der Luftwaffensicherungsstaffel „S“ tragen abweichend das dunkelblaue Barett mit den gekreuzten Gewehren und der Schwinge als Barettabzeichen. Luftwaffenangehörige des Wachbataillon BMVg tragen das dunkelblaue Barett mit dem in Fraktur gehaltenen „W“ als Barettabzeichen.

Handwaffen[Bearbeiten]

Ungepanzerte Fahrzeuge[Bearbeiten]

Gepanzerte Fahrzeuge[Bearbeiten]

Infanterie[Bearbeiten]

Flugabwehr[Bearbeiten]

Pioniere[Bearbeiten]

  • Hydraulik-Bagger (CAT 318)
  • Schwenklader (Ahlmann AS 12B)
  • Flächenräumgerät (Ahlmann AS 12 B umbaubar)
  • Mehrzweckarbeitsmaschine (Ahlmann AS 6M)
  • Knicklader (Liebherr L574, CAT 930 H)
  • Vibrationswalze (Vibromax)
  • Fahrzeugkran
  • Fugenschneider (Cedima)
  • diverse Kleingeräte

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht des WDR: Zapfenstreich für Kerpen und Königswinter
  2. Luftwaffe.de: Semper Communis – Immer gemeinsam
  3. „AMIS - African Union Mission in Sudan“ auf der Homepage der Luftwaffe; eingesehen am 6. Januar 2009