Marineschutzkräfte

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Marineschutzkräfte
— MSK —
Aktiv 1. April 2005 bis 31. März 2014
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Marine with lettering.svg Deutsche Marine
Truppengattung Marinesicherungstruppe[1]
Stärke 496 Soldaten
Unterstellung Coats of arms of None.svg Einsatzflottille 1
Stationierungsort Eckernförde, Schleswig-Holstein
Kommandeur
Letzter Kommandeur Arne Krüger
Fregattenkapitän
Barettabzeichen

Die Marineschutzkräfte (MSK) waren ein infanteristischer Verband der Deutschen Marine in Bataillonsstärke, der am 1. April 2005 aufgestellt und zum 1. April 2014 aufgelöst wurde. Die Marineschutzkräfte waren in Eckernförde an der Ostsee stationiert. Das Bataillon unterstand der Einsatzflottille 1. Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurden die MSK in ein Seebataillon umgegliedert. Der Standort Alt Duvenstedt wird geschlossen. Die dortige 2. Kompanie (2./MSK) wird nach Eckernförde verlegt.[2]

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Soldaten im NATO-Manöver Northern Light, 1999

Die Hauptaufgaben der Marineschutzkräfte sind:

  • „Land- und seeseitiger Schutz der Einheiten der Deutschen Marine und deren Einrichtungen an Land, in Häfen, auf Reeden und in küstennahen Gewässern im In- und Ausland“
  • „Beratung der Führungsebenen vor Ort“
  • „Informationsgewinnung durch Feldnachrichtenkräfte der Marine zur Unterstützung des Operativen Schutzes sowie zur Vorbereitung und Unterstützung des Einsatzes von See- und Seeluftstreitkräften
  • „Unterstützung bei Aufbau und Betrieb sowie Schutz eines Abstützpunktes Marine (APM)“
  • „Schutz von Straßentransporten im In- und Ausland im Rahmen der Einsatzunterstützung“

Nebenaufgaben sind:

  • „Unterstützung von Speziellen Operationen“
  • „Durchführen der Kampfmittelerkundung (EOR)“
  • „Durchführen von ABC-Abwehrmaßnahmen an Land“
  • „Unterstützung bei der Beweissicherung“
  • „Unterstützung fremder Streitkräfte in Deutschland im Rahmen des Host Nation Support (HNS)“
  • „Unterstützung im Rahmen der Humanitären Hilfe (Disaster Relief)“

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bataillon Marineschutzkräfte umfasst etwa 500 Soldaten.

Im Gegensatz zu Kräften der Marineinfanterie oder Infanterie verfügen die Marineschutzkräfte über keine schweren Waffen zur Feuerunterstützung und sind bei nur zwei Infanteriezügen bedingt Infanterieschwach. Sie sind damit nicht zum selbständigen Infanteriegefecht befähigt und übernehmen für Marinekräfte die infanteristische Sicherung an Bord auf See und an Land in Seehäfen.

Gliederung Bataillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bataillon besteht aus einem Stab, drei Einsatzkompanien und dem Feldnachrichten­zug. Die Einheiten tragen keine weitere Bezeichnung; es wird von der ersten, zweiten oder dritten Kompanie gesprochen.

  • Bataillon Marineschutzkräfte (MSK)
    • Stab
    • 1. Kompanie
    • 2. Kompanie
    • 3. Kompanie
    • Feldnachrichtenzug

Gliederung Kompanie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Kompanie setzt sich aus ungefähr 140 Soldaten zusammen, darunter vier Offiziere. Der Kompaniechef und die Zugführer des I. und des IV. Zuges sind jeweils Offiziere des Truppendienstes. Der Dienstposten des Kompanieeinsatzoffiziers wird durch einen Offizier des militärfachlichen Dienstes besetzt. Zugführer des II. und des III. Zuges sind Bootsleute.

Der I. Zug ist mit schweren Waffensystemen zur Feuerunterstützung ausgestattet. Dazu gehören Panzerabwehrwaffen (MILAN), das leichte Maschinengewehr (LMG), die Granatmaschinenwaffe (GraMaWa) sowie Scharfschützen.
  • II. Zug (infanteristischer Objektschutz)
    • Zugtrupp
    • 1. Gruppe
    • 2. Gruppe
    • 3. Gruppe
  • III. Zug (infanteristischer Objektschutz)
    • Zugtrupp
    • 4. Gruppe
    • 5. Gruppe
    • 6. Gruppe
  • IV. Zug (Spezial)
Der IV. Zug verfügt über spezialisierte Fähigkeiten. Dazu gehören Schlauchboote, Sonar­ortungssysteme und Fliegerfäuste.

Während im II. und III. Zug Mannschaftsdienstgrade ohne Spezialisierung eingesetzt werden, dienen im IV. Zug überwiegend längerdienende Mannschaftsdienstgrade mit einer Verpflichtungszeit von vier bis acht Jahren.

Feldnachrichtenzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit innerhalb der Marine stellen die Feldnachrichtenkräfte der Marine dar. Sie umfassen einen Zug bestehend aus fünf Trupps. Die Soldaten haben den Auftrag, mittels zielorientierter Gesprächsführung die Stimmung innerhalb der Bevölkerung im Einsatzland auszuwerten, um das Lagebild vor Ort zu vervollständigen.

Einsatzgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mobile Protection Element[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Schutz von Schiffen und Booten in See werden sogenannte Mobile Protection Elements (MPE) eingesetzt. Die Anzahl der Soldaten eines MPE variiert je nach Schiffstyp. So besteht ein MPE auf Schnellbooten aus vier Soldaten (ein Unteroffizier und drei Mannschaften) und an Bord von Fregatten aus bis zu zehn Soldaten. Schwere Waffen oder Scharfschützen können je nach Auftrag ergänzt werden. Die MPE können mit Angehörigen der Bordbesatzung verstärkt werden.

Vessel Protection Detachment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vessel Protection Detachments (VPD) – so die internationale Bezeichnung – sind ähnlich den MPE aufgebaut und werden als Schutzteams auf Handelsschiffen eingesetzt. Sie beraten die Schiffsführung und schützen das Schiff vor (Piraten-)Angriffen. VPD können per Bordhubschrauber oder Beiboot auf ein anderes Schiff übergesetzt werden. VPD werden immer von einem Offizier geführt und von einem Rettungsassistenten begleitet.

Harbour Protection Element[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harbour Protection Elements (HPE) werden zum Schutz von Schiffen und Booten in Häfen eingesetzt. HPE haben die Größe eines Zuges, d. h. etwa 30 bis 40 Soldaten. HPE bestehen aus mindestens zwei Gruppen, um einen ständigen Schutz des Schiffes gewährleisten zu können. Außerdem betreiben HPE Kontrollstellen (Checkpoints) für Personen und Fahrzeuge.

Der infanteristische Kern der HPE wird ergänzt durch Spezialisten, z. B. Kraftbootfahrer oder Sonaristen, die das Hafenbecken z. B. nach Tauchern aufklären.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit Bemerkungen
5. Fregattenkapitän Arne Krüger[3] 31. Januar 2014 31. März 2014 Aufstellung Seebataillon
4. Fregattenkapitän Edgar Behrends [4] 20. Januar 2011 31. Januar 2014
3. Fregattenkapitän Thomas Schorn 21. September 2007 20. Januar 2011 zunächst im Dienstgrad Korvettenkapitän
2. Fregattenkapitän Andreas Mügge [5] 1. Oktober 2005 21. September 2007
1. Fregattenkapitän Bernd Rehr 1. April 2005 1. Oktober 2005 zuvor letzter Kommandeur MSichBtl 1

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dreimonatige Grundausbildung (GA) wird bei der 9. und der 10. Inspektion der Marineunteroffizierschule in Plön durchgeführt. Grundwehrdienstleistende werden dort zusammen mit Soldaten auf Zeit ausgebildet. Im letzten Drittel der AGA findet die sogenannte Einsatzvorbereitende Ausbildung im Rahmen von Konfliktverhütung und Krisenbewältigung statt, kurz: EAKK.

Im Anschluss an die AGA folgt die sechsmonatige Vollausbildung bei den Marineschutzkräften in Eckernförde und an verschiedenen Schulen des Heeres. Die Soldaten gehören entweder dem II. oder III. Zug einer der drei Einsatzkompanien an.

Bestandteile der Vollausbildung sind:

Bei bestandenen Ausbildungsabschnitten erhält jeder Marinesicherungssoldat nach insgesamt neun Monaten den Status Combat Ready.

Nach der Vollausbildung können weitere Fachlehrgänge folgen, z. B. zum Scharfschützen oder Kraftbootfahrer.

Unteroffiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portepeeunteroffiziere werden bei den Marineschutzkräften hauptsächlich als Gruppen- oder Zugführer eingesetzt.

Bootsmannanwärter durchlaufen gemeinsam mit den freiwilligen Wehrdienstleistenden und längerdienenden Mannschaftsdienstgraden die sechsmonatige Vollausbildung. Im Anschluss folgt der viermonatige Unteroffizierlehrgang 2 an der Marineunteroffizierschule als Laufbahnlehrgang.

Weitere Ausbildungsinhalte für Unteroffiziere mit Portepee sind:

Die Beförderung zum Bootsmann kann frühestens drei Jahre nach dem Diensteintritt erfolgen.

Offiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offiziere werden bei den Marineschutzkräften als Zugführer, Einheits- (Kompaniechef) und Verbandsführer (Bataillonskommandeur) oder im Stab eingesetzt.

Offiziere des Truppendienstes (OffzTrD) absolvieren nach abgeschlossenem Studium an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr den sechsmonatigen Gruppenführerlehrgang an der Marineunteroffizierschule in Plön. Nach einem Truppenpraktikum nehmen sie am wiederum sechs Monate dauernden Zugführerlehrgang teil. Im Anschluss erfolgt der Einsatz bei den Marineschutzkräften in Eckernförde. Es folgen weiterführende Lehrgänge (u. a. ABC/Se, Einzelkämpferlehrgang).

Offiziere des Militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD) sind ehemalige Portepeeunteroffiziere, die in die Laufbahn der Offiziere gewechselt sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marinepionierbataillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Marineschutzkräfte geht zurück auf die Gründung des Marinepionierbataillons im Jahre 1958 in Sengwarden (Friesland) bei Wilhelmshaven. Es unterstand bis zur Aufstellung des Kommandos der Amphibischen Streitkräfte, der späteren Amphibischen Gruppe dem Kommando der Zerstörer.

Das Marinepionierbataillon gliederte sich 1958 in folgende Einheiten:

Seebataillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits nach einem Jahr erhielt der Verband den traditionsreichen Namen Seebataillon (1959−1965 und 1988–1990 als Truppenversuch). Mit dieser Namensgebung wurde an das 1852 in Stettin gegründete erste Seebataillon Deutschlands der Königlich Preußische Marine erinnert. Das Seebataillon hatte den Auftrag, Strand- und Küstenabschnitte für anlandende Truppen von der Größe einer Brigade vorzubereiten. Es gliederte sich 1960 in die folgenden Einheiten:

Bereits nach zwei Jahren ergaben sich neue strukturelle Veränderungen: Aus der Hafenbau- und Betriebskompanie wurde die Strand-Pionierkompanie, die Stabs- und Versorgungskompanie war fortan nur noch eine Stabskompanie. Das Seebataillon wurde bereits 1964 in Borkum wieder aufgelöst.

Im Rahmen eines Truppenversuches wurde das Seebataillon von 1988 bis 1991 aufgestellt und der Amphibischen Gruppe unterstellt. Es umfasste die Strandmeister- und die Kampfschwimmerkompanie, die bis dahin direkt der Amphibischen Gruppe unterstanden haben.

Marinestützpunktsicherungsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1960er Jahren begann die damalige Bundesmarine, Sicherungskräfte zum Schutz ihrer Einrichtungen an Land aufzustellen. Im Verteidigungsfall wären diese nichtaktiven Truppenteile aktiviert worden. Sie waren an strategisch wichtigen Standorten, z. B. bei Depots oder entlang der westdeutschen Ostseeküste, stationiert.

Dem Marineunterstützungskommando mit Sitz Wilhelmshaven waren bis zur Auflösung alle logistischen Einrichtungen der Marine unterstellt. Dazu gehörten u. a. Depots und Stützpunkte. Dem Kommando sowie seinen Dienststellen waren insgesamt 36 nichtaktive Sicherungszüge und drei nichtaktive Sicherungskompanie unterstellt. Diese Truppenteile waren Geräteeinheiten (GerEinh), d.h. es existierte nur eingelagertes Material. Im Verteidigungsfalle wären die Truppenteile durch Reservisten aufgefüllt worden. Die Soldaten hätten das Material übernommen, um die ihnen zugewiesenen Standorte zu sichern und zu verteidigen.

Zum Schutz des Flottenkommandos in Glücksburg und der landgebundenen Marinefernmeldeeinrichtungen existierten 25 nichtaktive Sicherungszüge als Geräteeinheiten.

Zwischen 1973 und 1991 existierten drei Marinestützpunktsicherungsgruppen. Sie waren teilaktiv und bestanden in Friedenszeiten nur aus einer aktiven Einheit, der ersten Kompanie. Diese kann als leichte Infanteriekompanie angesehen werden. Die Gruppen waren einem jeweiligen Marinestützpunktkommando unterstellt.

  • Marinestützpunktsicherungsgruppe 1, Flensburg
    • 1. Kompanie
    • 2. bis 4. Kompanie (GerEinh)
    • zwei Sicherungszüge (GerEinh)
  • Marinestützpunktsicherungsgruppe 3, Olpenitz (Kappeln an der Schlei)
    • 1. Kompanie
    • 2. und 3. Kompanie (GerEinh)
    • drei Sicherungszüge (GerEinh)
  • Marinestützpunktsicherungsgruppe 5, Kiel
    • 1. Kompanie
    • 2. und 3. Kompanie (GerEinh)
    • drei Sicherungszüge (GerEinh)

Sicherungseinheiten der Marineflieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Marinefliegergeschwadern in Kiel, Kropp, Nordholz und Tarp wurden sogenannte Bodenverteidigungsstaffeln unterstellt. In den 1970er Jahren erhielten sie die Bezeichnung Horst­sicherungsstaffeln, später dann (Marine)Sicherungskompanien. Sie unterstanden den Fliegerhorstgruppen des Geschwaders. Die jeweils 1. Kompanie, welche aktiv war, setzte als sogenannte schwere Kompanie zum Objektschutz die Feldkanonen 20 mm ein.

Taktisches Zeichen der Marinesicherungskompanie des Marinefliegergeschwaders 2

Am 1. April 1991 wurden alle aktiven Einheiten zusammengefasst und gingen in den neu aufgestellten Marinesicherungsbataillonen auf. Die nichtaktiven Einheiten und Teileinheiten wurden aufgelöst.

Darüber hinaus verfügten die Fliegerhorstgruppen des MFG 1, MFG 2 sowie MFG 3 zum Objektschutz über je eine Flugabwehrstaffel, ausgestattet mit dem Flugabwehrraketensystem ROLAND und der Flugabwehrkanone 40 mm L/70. Mit der Auflösung der Fliegerhorstgruppen wurden die Flugabwehrstaffeln mit den Flugbetriebsstaffeln zusammengefasst

Marineküstendienstschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel siehe hier.

Marinesicherungsverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 wurden die bisherigen Marinestützpunktsicherungsgruppen aufgelöst und gingen in den neu geschaffenen Marinesicherungsbataillonen auf. Sie hatten den Auftrag, Marineanlagen im Inland zu schützen. Dazu standen drei aktive und zwei nicht aktive Bataillone bereit.

von 1991 bis 2001 in Glückstadt und von 2001 bis 2005 in Eckernförde stationiert
  • Marinesicherungsbataillon 2, nichtaktiv
  • Marinesicherungsbataillon 3, teilaktiv
von 1991 bis 1996 in Rostock und von 1996 bis 2001 in Seeth stationiert
(gebildet aus Teilen des ehemaligen Küstenverteidigungsregimentes 18 der NVA)
  • Marinesicherungsbataillon 4, nichtaktiv
  • Marinesicherungsbataillon 5, teilaktiv
von 1991 bis 1994 in Glückstadt stationiert

Marinesicherungsregiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinesicherungsregiment (MSichRgt) existierte vom 1. Oktober 1996 bis zum 30. September 2001 mit Standort Glückstadt. Es unterstand dem Marineamt (MarA) in Rostock.

Dem MSichRgt waren die Marinesicherungsbataillone 1, 2, 3 und 4 sowie das Marineausbildungsbataillon unterstellt.

Für die Realisierung eines Einsatzkontingents Marine für den Einsatz im Frieden bei Einsätzen der Bundeswehr im Rahmen internationaler Verpflichtungen außerhalb Deutschlands wurde am 1. September 1999 der Einsatzzug 1 aufgestellt und in jeder Hinsicht dem Stab Flottenkommando unterstellt. Ende des Jahres nahm der Einsatzzug 1 am 2. KFOR -Kontingent teil.[6]

Nach Auflösung des MSichRgt wurde der Einsatzzug 1 als Marinesicherungszug 1 dem Marinesicherungsbataillon 1 unterstellt.

Marinesicherungsbataillon 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinesicherungsbataillon 1 (MSichBtl 1) existierte mit einer Truppenstärke von etwa 500 Soldaten vom 1. Januar 1991 bis zum 31. März 2005. Zunächst war es dem Marineabschnittskommando Ost unterstellt, von 1996 bis 2001 dem MSichRgt und anschließend der Flottille der Minenstreitkräfte.

Das MSichBtl 1 gliederte sich in:

Im Rahmen der NATO geführten Operation Amber Fox in Mazedonien wurde der Einsatzzug 2 im Jahre 2001 aufgestellt.

Vom 1. Oktober 1994 bis zum 1. Juli 1996 unterstand dem Bataillon die Marineausbildungskompanie C. Diese verlegte anschließend von Glückstadt nach Seeth und wurde als 3. Kompanie in das neu geschaffene Marineausbildungsbataillon integriert.

Die Einheiten des MSichBtl, die Marinesicherungskompanien, waren zunächst wie folgt organisiert:

  • Kompanieführungsgruppe
  • I. Zug
Infanteriezug, geführt von einem Truppenoffizier
  • II. Zug
Boardingzug, geführt von einem Unteroffizier mit Portepee
  • III. Zug
Feldkanonenzug, geführt von einem Offizier des Militärfachlichen Dienstes

Seit der Embargoüberwachung des ehemaligen Jugoslawiens in der Adria wurde das Boarding durch Angehörige der Verwendungsreihe 76 umgesetzt. Dazu stand später die 2. Kompanie bereit.

Zu den letzten Einsätzen des MSichBtl 1 gehörte der Schutz US-amerikanischer Einrichtungen in Süddeutschland aufgrund des Irakkrieges im Jahre 2003. Dazu wurde das Bataillon durch Personal eines aufgelösten Schnellbootgeschwaders um drei weitere auf nun sieben Kompanien aufgestockt. Dessen Personal rekrutierte sich u. a. aus Angehörigen des 3. Minensuchgeschwaders (dessen Boote in dieser Zeit nur mit Notbesatzung an die Pier gebunden waren) und des im gleichen Jahr aufgelösten 3. Schnellbootgeschwaders.

Marinesicherungsbataillon 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinesicherungsbataillon 3 (MSichBtl 3) wurde am 1. April 1991 in Rostock aufgestellt und zunächst dem Küstenverteidigungsregiment 18 unterstellt. Wenig später, am 1. Juli 1991 folgte die Unterstellung unter das Marinekommando Rostock. Mit der Verlegung nach Seeth im Jahre 1996 wurde das Bataillon kurzzeitig dem Marineamt zugeteilt, ehe es unter das Dach des neu geschaffenen MSichRgt kam.

Seit 1995 bildeten die 1. und 2. Kompanie im jeweiligen II. Zug Boardingsoldaten aus, die auch ab demselben Jahr an der Embargoüberwachung des ehemaligen Jugoslawiens in der Adria teilnahmen.

Am 30. September 2001 wurde das MSichBtl 3 aufgelöst.

Marineausbildungsbataillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marineausbildungsbataillon (MAusbBtl) wurde am 1. Oktober 1996 in Glückstadt aufgestellt und dem MSichRgt unterstellt.

Das Bataillon hatte den Auftrag, Soldaten des Verwendungsbereiches 70 militärisch aus- und weiterzubilden. Des Weiteren gehörte die Kraftfahr- und Fachausbildung dazu. Hierzu gliederte sich das MAusbBtl wie folgt:

- Grundausbildung Verwendungsreihe 76
- Grundausbildung Offizieranwärter
- Truppenwehrübung
  • 2./MAusbBtl, Glückstadt
- Fachausbildung Maat, Bootsmann, Offizier der Verwendungsreihe 76
- Ergänzungsausbildung Boarding
- Objektschutz Kommandant / Beauftragter
- Truppenwehrübung
- Grundausbildung Verwendungsreihe 34, 73
  • Marineausbildungszentrum (MAZ), Seeth
    • Fahrschule Seeth
- Maatenausbildung Verwendungsreihe 73
- Fahrausbildung A1, B, C, CE, D, E
- Fahrausbildung Flurförderfahrzeuge
  • Fahrschule Wilhelmshaven
- Fahrausbildung A1, B, C, CE, D, E

2001 wurde das Marineausbildungsbataillon der Marineunteroffizierschule (MUS) in Plön unterstellt. Ein Jahr später, am 30. September 2002, wurde es Aufgelöst. Teile gingen an MUS, Lehrgruppe B.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marineschutzkräfte haben trotz der relativ kurzen Zeit ihres Bestehens schon an zahlreichen Einsätzen im In- und Ausland teilgenommen.

Internationale Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Systeme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handwaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Feuerwaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwimmende Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist geplant, im Rahmen der Umstellung zum Seebataillon Kraftboote in die Einheit einzuführen.

Ehemalige Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handwaffen

Abstandsfeuerwaffen

  • Feldkanone 20mm

Flugabwehrwaffen

Uniform und Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sichtbares Erkennungszeichen von Soldaten der Marinesicherungskräfte ist das dunkel- bzw. marineblaue Barett mit dem Barettabzeichen der Marinesicherungstruppe. Dieses setzt sich aus zwei gekreuzten Karabinern hinter einem Anker, umrandet von Eichenlaub zusammen.[7] Neben den Marineschutzkräften hat nur noch die Jägertruppe des Heeres ein goldenes Barettabzeichen - alle anderen Truppengattungen tragen silberne Embleme.

Rekruten erhalten das Barett nach der dreimonatigen Grundausbildung (GA). Während der GA wird zum Feldanzug die Feldmütze getragen.

Laufbahnabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uniform (erste Garnitur) von Mannschaften und Unteroffizieren wird durch einen runden Aufnäher bzw. metallene Aufstecker auf den Oberarmen der Matrosenblusen und der Anzugsjacken und den Schulterklappen am Dienstanzug mit einem klaren Anker gekennzeichnet.

An der Uniform (erste Garnitur) wird der Aufnäher unter dem Dienstgradabzeichen aufgenäht und ist - wie auf der Abbildung zu sehen - in der Farbe dunkelblau, exakt dem gleichen Stoff wie der Anzug und mit goldfarbener Stickerei. Die Aufnäher der Blusen sind weiß mit dunkelblauer Stickerei.

Während alle anderen Verwendungsbereiche ein entsprechendes Symbol im Anker führen (beim Marineführungsdienst z. B. ein Blitz, beim Marinefliegerdienst eine Schwinge), ist der Anker der Verwendungsreihe 76 klar.

Weitere Truppenteile mit Bezug zur Verwendungsreihe 76[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Bundeswehr gibt es weitere Truppenteile mit Bezug zur Verwendungsreihe 76.

Lehrgruppe B der Marineunteroffizierschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marineunteroffizierschule (MUS) unterstanden bis Anfang der 1990er Jahre folgende Sicherungseinheiten:

  • 1. Marinesicherungskompanie
  • 2. Marinesicherungskompanie
  • 3. Marinesicherungskompanie
Die schwere Marinesicherungskompanie verlegte am 1. April 1982 nach Olpenitz. Sie wurde am 30. September 1991 aufgelöst.

Nach Auflösung des MAusbBtl gingen Teile der Ausbildung an die MUS in Plön. Die Lehrgruppe B führt die Grundausbildung (GA) von Rekruten durch. Im Gegensatz zur GA an der Marineoperationsschule in Bremerhaven oder an der Marinetechnikschule in Parow ist die Grundausbildung in Plön vergleichsweise ,,grüner". Aus diesem Grund erhalten an der MUS auch die Offiziersanwärter ihre "Infanteristische Basisausbildung" (findet allerdings in der Lehrgruppe A statt).

Es stehen folgende Einheiten zur Verfügung.

  • 6. Inspektion
Seit August 2008 durchlaufen alle Rekruten der Bootsmannanwärter (BA) quartal­sweise gemeinsam bei der 6. Inspektion ihre Grundausbildung im I. und II. Zug. Rekruten der Verwendungsreihe 34, 37 sowie 76 werden im III. und IV. Zug ausgebildet.
  • 7. Inspektion
Die 7. Inspektion bildet die Marineuniformträger (MUT) der Streitkräftebasis in den Verwendungsreihen 6110 (Stabsdienst), 6310 (Materialbewirtschaftung SKB) und 73 (Kraftfahrdienst) aus.
  • 8. Inspektion
Nach Auflösung der Marineversorgungsschule in List auf Sylt ging die Kochausbildung der Marine zur MUS nach Plön. Die 8. Inspektion bildet die Rekruten der Verwendungsreihe 62 (Verpflegungsdienst) aus sowie führt die Fachausbildung für Soldaten der Verwendungsreihe 76 durch, u. a. Gruppenführer- und Zugführerlehrgang.

SEK M[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Boardingkräfte der Marine gingen im Zuge der Umstrukturierung zu den Spezialisierten Einsatzkräften der Marine (SEK M) mit Sitz in Eckernförde.

Zunächst sollten Kampfschwimmer, Minentaucher und Marinesicherungskräfte im Bataillon Spezialisierte Kräfte Marine (BSK M), so die vorläufige Arbeitsbezeichnung der heutigen SEK M, zusammengelegt werden.

Neben der Kampfschwimmer- und der Minentaucherkompanien sollten zwei Marinekompanien für Spezielle Operationen aufgebaut werden:

  • 1./SEK M, Boarding-Kompanie
  • 2./SEK M, Force Protection-Kompanie (Kampfschwimmer-Unterstützung)

Letztere Einheit wurde - vermutlich aus Personalgründen - nicht realisiert. Stattdessen wurde die Schnelle Einsatzgruppe SEK M aufgestellt.

4./Wachbataillon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 4. Kompanie (Protokoll- und Sicherungskompanie) des Wachbataillons wurde am 2. Juli 1973 aufgestellt. Sie ist die Marinekomponente, die das Wachbataillon bis dahin nicht besaß. Ihre Soldaten sind Marineangehörige. Sie besitzen allerdings auch die Uniformen der beiden anderen Teilstreitkräfte Heer und Luftwaffe.

Bei der Wahrnehmung protokollarischer Aufgaben wurde die Marine bis 1973 von Soldaten der Verwendungsreihe 76 vertreten. Zunächst kamen die Abordnungen vom Seebataillon aus Borkum. Nachdem dieses 1965 aufgelöst wurde, teilten sich die Marineunteroffizierschule in Plön und die Bodenverteidigungsstaffel (1. Sicherungskompanie) der Fliegerhorstgruppe des Marinefliegergeschwaders 1 aus Jagel die Aufgabe.

Im Laufe der Jahre kam es für die Marinesoldaten zu hohen Belastungen.

  • Für jede Beteiligung an einer Protokollzeremonie musste die Distanz zwischen dem Rheinland und Schleswig-Holstein überwunden werden.
  • Die Soldaten waren in erster Linie für den Objektschutz ausgebildet und erfüllten nur in Nebenfunktion die Aufgaben des Protokolldienstes.
  • Es kam zu Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit den Bestimmungen im Rahmen des internationalen Protokolls zwischen Marine und Wachbataillon.

Aufgrund der Umstellung des Wehrdienstes von 18 auf 15 Monate und der Neuordnung der Unteroffizierausbildung wurden die zeitlichen Belastungen für die Marineunteroffizierschule und die Bodenverteidigungsstaffel des MFG 1 zu groß. Aus diesem Grund verlegte 1973 die 9. Inspektion der Marineküstendienstschule nach Siegburg und ging wenig später als 4. Kompanie im Wachbataillon auf.

Ähnliche Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Informationen:

Sonstige Seiten:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Klodt: Zur See und an Land. Zu Geschichte, Einsätzen und Uniformen der deutschen Seesoldaten, Marineinfanteristen, der Marinesicherungstruppe und der Marineschutzkräfte. Report-Verlag, Sulzbach/Ts. u. a. 2008, ISBN 978-3-932385-28-5.
  • Hans Joachim Ryszewski: Marine-Infanterie und Seesoldaten in der deutschen Marine. In: Köhlers Flottenkalender. Bd. 95, 2007, ISSN 0075-6474, S. 55–60.
  • Johannes Berthold Sander-Nagashima: Die Bundesmarine 1950 bis 1972. Konzeption und Aufbau (= Sicherheitspolitik und Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 4). Oldenbourg Wissenschaftsverlag München 2006, ISBN 3-486-57972-X, S. 157.
  • Thomas Schorn: Marineschutzkräfte. die „grüne Marine“ als Dienstleister für unsere Flotte. In: Strategie & Technik. Bd. 51, Nr. 8, 2008, ISSN 1860-5311, S. 44–47.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Keine Truppengattung im eigentlichen Sinne, aber z. T. in der Bundeswehr-Fachterminologie analog zu den Truppengattungen des Heeres als solche bezeichnet, vgl. z. B. TL 8455-0128, Barettabzeichen/Truppengattungsabzeichen: VersNr: 8455-12-196-6660 Marine-Sicherungstruppe
  2. BMVg - Die Stationierung der Bundeswehr (Oktober 2011) (PDF-Datei; 3,26 MB)
  3. Presse- und Informationszentrum Marine: Bataillon bleibt in Nord-Händen - Kommandowechsel bei den Marineschutzkräften. Bundeswehr, 28. Januar 2014, abgerufen am 28. Januar 2014.
  4. Presse- und Informationszentrum Marine: Führungswechsel bei den Marineschutzkräften. Presseportal, 18. Januar 2011, abgerufen am 6. Februar 2015.
  5. http://www.deutsches-marinearchiv.de/Archiv/1990/Einheiten/marineschutzkraefte.htm
  6. 1./MSichRgt in die Krisenregion Kosovo abgestellt. In: Marineforum 1/2-2000, S. 26
  7. Zentralrichtlinie A2-2630/0-0-5 "Anzugordnung für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr". Stand: Juli 2015, S. Ziff. 402, 545.