Olympische Winterspiele 1988/Ski Alpin

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Olympische Winterspiele 1988
Ski Alpin
Olympic rings without rims.svg
Alpine skiing pictogram.svg
Information
Austragungsort KanadaKanada Nakiska
Wettkampfstätte Mount Allan
Nationen 43
Athleten 272 (95 Frauen}, 177 Männer)
Datum 15.–27. Februar 1988
Entscheidungen 10
Sarajevo 1984

Bei den XV. Olympischen Spielen 1988 in Calgary fanden zehn Wettbewerbe im Alpinen Skisport statt. Austragungsort war der Mount Allan in Nakiska. Aufgrund der schwierigen Wetterlage zu dieser Jahreszeit hatten die Athleten mit schweren Windböen zu kämpfen. Erstmals auf dem olympischen Programm stand die Disziplin Super-G. Dazu kam auch die Kombination, welche zuletzt 1948 olympisch war und seit dem (ab 1954) nur mehr zu Weltmeisterschaften gezählt hatte.

Bilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 SchweizSchweiz Schweiz 3 4 4 11
2 OsterreichÖsterreich Österreich 3 3 6
3 ItalienItalien Italien 2 2
4 Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland 1 2 1 4
5 FrankreichFrankreich Frankreich 1 1 2
6 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 1 1
7 KanadaKanada Kanada 2 2
8 LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 1 1
SchwedenSchweden Schweden 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Abfahrt SchweizSchweiz Pirmin Zurbriggen SchweizSchweiz Peter Müller FrankreichFrankreich Franck Piccard
Super-G FrankreichFrankreich Franck Piccard OsterreichÖsterreich Helmut Mayer SchwedenSchweden Lars-Börje Eriksson
Riesenslalom ItalienItalien Alberto Tomba OsterreichÖsterreich Hubert Strolz SchweizSchweiz Pirmin Zurbriggen
Slalom ItalienItalien Alberto Tomba DeutschlandDeutschland Frank Wörndl LiechtensteinLiechtenstein Paul Frommelt
Kombination OsterreichÖsterreich Hubert Strolz OsterreichÖsterreich Bernhard Gstrein SchweizSchweiz Paul Accola
Frauen
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Abfahrt DeutschlandDeutschland Marina Kiehl SchweizSchweiz Brigitte Oertli KanadaKanada Karen Percy
Super-G OsterreichÖsterreich Sigrid Wolf SchweizSchweiz Michela Figini KanadaKanada Karen Percy
Riesenslalom SchweizSchweiz Vreni Schneider DeutschlandDeutschland Christa Kinshofer SchweizSchweiz Maria Walliser
Slalom SchweizSchweiz Vreni Schneider Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Mateja Svet DeutschlandDeutschland Christa Kinshofer
Kombination OsterreichÖsterreich Anita Wachter SchweizSchweiz Brigitte Oertli SchweizSchweiz Maria Walliser

Ergebnisse Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 SchweizSchweiz SUI Pirmin Zurbriggen 1:59,63
2 SchweizSchweiz SUI Peter Müller 2:00,14
3 FrankreichFrankreich FRA Franck Piccard 2:01,24
4 OsterreichÖsterreich AUT Leonhard Stock 2:01,56
5 OsterreichÖsterreich AUT Gerhard Pfaffenbichler 2:02,02
6 Deutschland BRBR Deutschland FRG Markus Wasmeier 2:02,03
7 OsterreichÖsterreich AUT Anton Steiner 2:02,19
8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR Martin Bell 2:02,49
9 LuxemburgLuxemburg LUX Marc Girardelli 2:02,57
10 ItalienItalien ITA Danilo Sbardellotto 2:02,69
12 SchweizSchweiz SUI Daniel Mahrer 2:03,18
13 Deutschland BRBR Deutschland FRG Hannes Zehentner 2:03,23
17 SchweizSchweiz SUI Franz Heinzer 2:03,36
19 OsterreichÖsterreich AUT Günther Mader 2:03,96
20 Deutschland BRBR Deutschland FRG Hansjörg Tauscher 2:04,31
21 Deutschland BRBR Deutschland FRG Peter Dürr 2:04,32
36 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvio Wille 2:07,77
38 LiechtensteinLiechtenstein LIE Gregor Hoop 2:08,50
39 LiechtensteinLiechtenstein LIE Robert Büchel 2:08,66

Datum: 15. Februar, 11:30 Uhr
Start: 2412 m, Ziel: 1538 m
Höhendifferenz: 874 m, Streckenlänge: 3147 m
Tore: 40; Kurssetzer: Stohl (CAN)

51 Teilnehmer, davon 45 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Luc Alphand (FRA), Michael Mair (ITA), Brian Stemmle (CAN).

Die Strecke war von Bernhard Russi gebaut worden. Die am 14. Februar mit Start um 11:30 h angesetzte Abfahrt wurde wegen zu starker Winde vorerst zweimal verschoben und um 12:35 h abgesagt. Da der 15. Februar der neue Termin war, ergab es sich, dass die für diesen Tag geplante Kombinations-Abfahrt der Herren auf den 16. Februar verlegt werden musste. Für die verschobene Spezial-Abfahrt wurde reglementgerecht eine neue Startnummernauslosung vorgenommen, ebenso präventiv auch gleich die Auslosung der Nummern für die Kombi-Abfahrt, sollte diese vorgezogen werden.

Sieger Zurbriggen, der bereits die Trainings beherrscht hatte, war bei allen Zwischenzeitmessungen voran. Sein Siegerski war ein »Lochski« und hatte ihn in der aktuellen Saison die Ränge eins und zwei in Val-d’Isère und auch den Rang zwei in Bad Kleinkirchheim gebracht. Wie schon 1984 gewann Peter Müller die Silbermedaille. In der Schweiz sahen 1,249 Mio. Fernsehzuschauer Zurbriggens Sieg.[1][2]

Super-G[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 FrankreichFrankreich FRA Franck Piccard 1:39,66
2 OsterreichÖsterreich AUT Helmut Mayer 1:40,96
3 SchwedenSchweden SWE Lars-Börje Eriksson 1:41,08
4 OsterreichÖsterreich AUT Hubert Strolz 1:41,11
5 SchweizSchweiz SUI Pirmin Zurbriggen 1:41,96
OsterreichÖsterreich AUT Günther Mader
7 FrankreichFrankreich FRA Luc Alphand 1:42,27
8 OsterreichÖsterreich AUT Leonhard Stock 1:42,36
9 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Tomaž Čižman 1:42,47
10 ItalienItalien ITA Ivano Camozzi 1:42,66
12 LiechtensteinLiechtenstein LIE Andreas Wenzel 1:43,00
15 SchweizSchweiz SUI Franz Heinzer 1:43,32
17 LiechtensteinLiechtenstein LIE Günther Marxer 1:44,16
28 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvio Wille 1:46,08

Datum: 21. Februar, 10:00 Uhr
Start: 2179 m, Ziel: 1532 m
Höhendifferenz: 647 m, Streckenlänge: 2377 m
Tore: 50

Piccard wurde der erste französische Ski-Olympiasieger seit Jean-Claude Killy im Jahr 1968. Martin Hangl schied nach viertbester Zwischenzeit aus, Markus Wasmeier fädelte bereits beim ersten Tor ein. Alberto Tomba, der sich für die 2,10 m-Skier (statt 2,12 m) entschieden hatte, blieb mit der Kante am Kunstschnee hängen.[3][4][5]

94 Teilnehmer, davon 57 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Marc Girardelli (LUX), Martin Hangl (SUI), Finn Christian Jagge (NOR), Daniel Mahrer (SUI), Peter Roth (FRG), Atle Skårdal (NOR), Jan Einar Thorsen (NOR), Alberto Tomba (ITA), Markus Wasmeier (FRG), Frank Wörndl (FRG).

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 ItalienItalien ITA Alberto Tomba 2:06,37
2 OsterreichÖsterreich AUT Hubert Strolz 2:07,41
3 SchweizSchweiz SUI Pirmin Zurbriggen 2:08,39
4 ItalienItalien ITA Ivano Camozzi 2:08,77
5 OsterreichÖsterreich AUT Rudolf Nierlich 2:08,92
6 LiechtensteinLiechtenstein LIE Andreas Wenzel 2:09,03
7 OsterreichÖsterreich AUT Helmut Mayer 2:09,09
8 Deutschland BRBR Deutschland FRG Frank Wörndl 2:09,22
9 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Rok Petrovič 2:09,32
10 SchweizSchweiz SUI Joël Gaspoz 2:09,57
11 OsterreichÖsterreich AUT Günther Mader 2:10,04
14 SchweizSchweiz SUI Hans Pieren 2:10,68
19 Deutschland BRBR Deutschland FRG Markus Wasmeier 2:11,69
25 LiechtensteinLiechtenstein LIE Günther Marxer 2:12,72
26 Deutschland BRBR Deutschland FRG Armin Bittner 2:13,27
29 LiechtensteinLiechtenstein LIE Silvio Wille 2:15,08

Datum: 25. Februar, 10:30 Uhr (1. Lauf), 14:00 Uhr (2. Lauf)
Start: 2243 m, Ziel: 1874 m
Höhendifferenz: 369 m, Streckenlänge: 1175 m
Tore: 47 (1. Lauf), 48 (2. Lauf)

117 Teilnehmer, davon 69 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Peter Roth (FRG) (im ersten Lauf); Tomaž Čižman (YUG), Finn Christian Jagge (NOR), Ingemar Stenmark (SWE) (im zweiten Lauf).

Martin Hangl war beim Einfahren zum zweiten Lauf Zeuge des tödlichen Unfalls des österreichischen Teamarztes Oberhammer geworden und erlitt einen Schock. Er nahm am Rennen daraufhin nicht teil. 19 Läufer, darunter alle vier Kanadier, wurden noch vor dem zweiten Lauf wegen nicht geprüfter und plombierter Rennanzüge disqualifiziert; allerdings war keiner besser als auf Rang 32 platziert gewesen. Durch diese Maßnahme verzögerte sich der für 13:30 h geplante Beginn des zweiten Laufes.[6]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 ItalienItalien ITA Alberto Tomba 1:39,47
2 Deutschland BRBR Deutschland FRG Frank Wörndl 1:39,53
3 LiechtensteinLiechtenstein LIE Paul Frommelt 1:39,84
4 OsterreichÖsterreich AUT Bernhard Gstrein 1:40,08
5 SchwedenSchweden SWE Ingemar Stenmark 1:40,22
6 SchwedenSchweden SWE Jonas Nilsson 1:40,23
7 SchweizSchweiz SUI Pirmin Zurbriggen 1:40,48
8 ItalienItalien ITA Oswald Tötsch 1:40,55
9 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Grega Benedik 1:41,38
10 Deutschland BRBR Deutschland FRG Florian Beck 1:41,44

Datum: 27. Februar, 10:00 Uhr (1. Lauf), 13:30 Uhr (2. Lauf)
Start: 2074 m, Ziel: 1876 m
Höhendifferenz: 198 m, Streckenlänge: 530 m
Tore: 63 (1. Lauf), 61 (2. Lauf)
Kurssetzer im 1. Durchgang: Tino Pietrogiovanna (ITA), 63 Tore
Kurssetzer im 2. Durchgang: Reinhard Gattermann (BRD), 63 Tore

109 Teilnehmer, davon 54 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Joël Gaspoz (SUI), Hans Pieren (SUI), Armin Bittner (FRG), Rudolf Nierlich (AUT); disqualifiziert: Paul Accola (SUI) (alle erster Durchgang); Didier Bouvet (FRA), Jean-Luc Crétier (FRA), Finn Christian Jagge (NOR), Günther Mader (AUT), Peter Roth (FRG), Thomas Stangassinger (AUT) (alle zweiter Durchgang).

Der Slalom war bei den herrschenden heiklen Schneeverhältnissen – Neuschnee auf pickelhartem Kunstschnee – weitgehend eine Sache der Routine, weshalb sich unter den ersten Sechs vier frühere WM- oder Olympia-Medaillengewinner befanden. Von den Schweizern schied Gaspoz aus; Accola wurde zwar Zwölfter, aber er hatte eingefädelt. Paul Frommelt, vor zehn Jahren schon WM-Bronzegewinner, war zum Saisonauftakt in Sestriere Vierter geworden, doch nach einer Oberschenkelzerrung kam er aus dem Rhythmus. So fuhr er bei Olympia die Kombination eher zu Trainingszwecken und kam hier erst wieder auf Touren. Alberto Tomba, der keine Laufbestzeit erzielen konnte, war im ersten Durchgang über die Kurssetzung seines Trainers verärgert.[7][8][9][10]

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit A Zeit S Punkte
1 OsterreichÖsterreich AUT Hubert Strolz 1:48,51 (5.) 1:27,31 (7.) 036,55
2 OsterreichÖsterreich AUT Bernhard Gstrein 1:50,20 (15.) 1:25,82 (3.) 043,45
3 SchweizSchweiz SUI Paul Accola 1:51,27 (24.) 1:24,93 (1.) 048,24
4 FrankreichFrankreich FRA Luc Alphand 1:49,60 (13.) 1:28,47 (10.) 057,73
5 TschechoslowakeiTschechoslowakei TCH Peter Jurko 1:50,29 (19.) 1:27,61 (8.) 058,56
6 FrankreichFrankreich FRA Jean-Luc Crétier 1:50,04 (14.) 1:28,52 (11.) 062,98
7 Deutschland BRBR Deutschland FRG Markus Wasmeier 1:49,32 (8.) 1:29,84 (13.) 065,44
8 TschechoslowakeiTschechoslowakei TCH Adrian Bíreš 1:50,24 (16.) 1:28,94 (12.) 068,50
11 Deutschland BRBR Deutschland FRG Armin Bittner 1:55,42 (35.) 1:25,64 (2.) 099,65
13 OsterreichÖsterreich AUT Thomas Stangassinger 1:54,70 (34.) 1:27,69 (9.) 107,87
14 LiechtensteinLiechtenstein LIE Gregor Hoop 1:53,21 (29.) 1:30,63 (14.) 114,62
15 SchweizSchweiz SUI Bernhard Fahner 1:51,78 (26.) 1:33,37 (17.) 120,45
16 LiechtensteinLiechtenstein LIE Paul Frommelt 1:56,82 (40.) 1:26,53 (5.) 122,12
17 Deutschland BRBR Deutschland FRG Peter Dürr 1:48,30 (4.) 1:38,68 (23.) 123,92
20 LiechtensteinLiechtenstein LIE Robert Büchel 1:53,96 (32.) 1:32,38 (16.) 136,70
22 Deutschland BRBR Deutschland FRG Hannes Zehentner 1:49,16 (7.) 1:46,85 (25.) 197,87

Datum: 16. Februar, 11:30 Uhr (Abfahrt)
17. Februar, 10:30 Uhr / 13:30 Uhr (Slalom)

Abfahrtsstrecke
Start: 2342 m, Ziel: 1538 m
Höhendifferenz: 804 m, Streckenlänge: 2967 m
Tore: 36

Slalomstrecke
Start: 2051 m, Ziel: 1875 m
Höhendifferenz: 176 m
Tore: 55 (1. Lauf), 57 (2. Lauf)

56 Teilnehmer, davon 26 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Rob Boyd (CAN), Lars-Börje Eriksson (USA), Martin Hangl (SUI), AJ Kitt (USA), Günther Mader (AUT), Franck Piccard (FRA), Atle Skårdal (NOR), Jan Einar Thorsen (NOR), Pirmin Zurbriggen (SUI).

Zurbriggen hatte die Abfahrt in 1:46,90 min und damit mit 1,51 s Vorsprung auf Strolz, 3,20 s auf Gstrein und 4,37 s auf Accola gewonnen. Piccard war Abfahrts-Zweiter (+ 0,38 s), Skårdal lag auf Rang 18 (+ 3,37 s), Hangl auf Rang 25 (+ 4,58 s). Nach seinem Sturz in der Spezialabfahrt trat Michael Mair zur Abfahrt nicht an. Auch Marc Girardelli fehlte; sein Vater Helmut gab im ZDF-Studio am 16. Februar an, dass eine Ellbogenverletzung vorliege, Marc habe sich in der Abfahrt in Leukerbad bei einem Sturz auf die Stahlkanten des eigenen Ski die Sehnen am Ellbogen halb durchgeschnitten. Allerdings wurden die wirklichen Gründe für den Rückzug in einem handfesten Krach zwischen den Girardellis und der Skifirma Atomic vermutet.[11]

Ergebnisse Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 Deutschland BRBR Deutschland FRG Marina Kiehl 1:25,86
2 SchweizSchweiz SUI Brigitte Oertli 1:26,61
3 KanadaKanada CAN Karen Percy 1:26,62
4 SchweizSchweiz SUI Maria Walliser 1:26,89
5 KanadaKanada CAN Laurie Graham 1:26,99
6 OsterreichÖsterreich AUT Petra Kronberger 1:27,03
7 Deutschland BRBR Deutschland FRG Regine Mösenlechner 1:27,16
8 OsterreichÖsterreich AUT Elisabeth Kirchler 1:27,19
9 SchweizSchweiz SUI Michela Figini 1:27,26
10 TschechoslowakeiTschechoslowakei TCH Lucia Medzihradská 1:27,28
11 SchweizSchweiz SUI Chantal Bournissen 1:27,46
13 Deutschland BRBR Deutschland FRG Michaela Gerg 1:27,83
21 Deutschland BRBR Deutschland FRG Christina Meier-Höck 1:29,30
26 LiechtensteinLiechtenstein LIE Jolanda Kindle 1:32,88

Datum: 19. Februar, 10:00 Uhr
Start: 2179 m, Ziel: 1532 m
Höhendifferenz: 647 m, Streckenlänge: 2238 m
Tore: 37

35 Teilnehmerinnen, davon 28 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Hilary Lindh (USA), Jacqueline Vogt (LIE), Anita Wachter (AUT), Sigrid Wolf (AUT).

Kurssetzer war Markus Murmann (SUI). 5.000 Zuseher verfolgten das Rennen. Die Abfahrt hätte bereits am 18. Februar stattfinden sollen. Sie wurde auch um 11:30 Uhr gestartet, wobei die ausgeloste Nr. 1, Pam Fletcher, zwar anwesend war, dies aber mit Gips und Krücken, denn sie war Stunden vorher beim Einfahren mit einem Pistenordner zusammengestoßen und hatte sich einen Bruch am obersten Knochen des Unterschenkels zugezogen. So startete als erste die Nr. 2, Brigitte Oertli. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde offenbar, dass es keine Fortsetzung geben würde. Oertli berichtete, dass sie die Piste nicht mehr sehen konnte, weil der böige Wind den Schnee wirbelte. Vorerst entschied die Jury auf einen Neustart ab 13 Uhr, doch danach kam die Absage.[12]

Die Verhältnisse hatten sich auch am nächsten Tag kaum geändert. Trotzdem entschied die Jury, das Rennen durchzuführen. Kritisiert wurde vor allem, dass es willkürliche Startintervalle gab. Kiehl (kaum negative Windeinflüsse) war bei den entscheidenden Zwischenzeiten voran, Percy hatte zwar die beste erste Marke (0,62 s schneller als Kiehl), verlor das Rennen aber bis zur zweiten Zeitmessung. Oertli hingegen begann mäßig (15. Zeit mit 0,59 s Rückstand), war danach aber windbegünstigt. Die mit Nr. 2 gestartete Sigrid Wolf wurde just beim Super-G-Start von einer Bö erfasst, es blieb ihr unmöglich, auf der Piste zu bleiben. Figinis Handicap war die schlechte Bodensicht, weil der Chinook einen undurchsichtigen Schleier von Flugschnee über die Piste peitschte. Dank großer Routine und Kampfkraft gelang Walliser Rang 4.[13][14][15]

Super-G[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 OsterreichÖsterreich AUT Sigrid Wolf 1:19,03
2 SchweizSchweiz SUI Michela Figini 1:20,03
3 KanadaKanada CAN Karen Percy 1:20,29
4 Deutschland BRBR Deutschland FRG Regine Mösenlechner 1:20,33
5 OsterreichÖsterreich AUT Anita Wachter 1:20,36
6 SchweizSchweiz SUI Maria Walliser 1:20,48
7 ItalienItalien ITA Michaela Marzola 1:20,91
SchweizSchweiz SUI Zoë Haas
9 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Edith Thys 1:20,93
10 Deutschland BRBR Deutschland FRG Christa Kinshofer 1:20,98
Deutschland BRBR Deutschland FRG Michaela Gerg
13 Deutschland BRBR Deutschland FRG Marina Kiehl 1:21,11
15 OsterreichÖsterreich AUT Elisabeth Kirchler 1:21,16
17 SchweizSchweiz SUI Brigitte Oertli 1:21,56
25 OsterreichÖsterreich AUT Sylvia Eder 1:22,39

Datum: 22. Februar, 11:30 Uhr
Start: 2039 m, Ziel: 1532 m
Höhendifferenz: 507 m, Streckenlänge: 1943 m
Tore: 39 - Kurssetzer Don Lyon (Kanada)

46 Teilnehmerinnen, davon 41 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Jacqueline Vogt (LIE).

Figini ging mit 0,30 s Vorsprung gegenüber Mösenlechner in Führung. Wolf lag zwar bei der ersten Zwischenzeitnahme um 0,36 s hinter der Schweizerin, doch eine perfekte Fahrt brachte ihr den deutlichen Vorsprung. Mösenlechner durfte lange Zeit auf eine Medaille hoffen, doch Percy war um 0,04 s schneller. Seitens des deutschen Teams hatte das NOK vorerst Traudl Hächer statt Marina Kiehl nachnominiert, doch hatte deren Olympiasieg eine Änderung dieser Entscheidung zur Folge.[16][17]

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 SchweizSchweiz SUI Vreni Schneider 2:06,49
2 Deutschland BRBR Deutschland FRG Christa Kinshofer 2:07,42
3 SchweizSchweiz SUI Maria Walliser 2:07,72
4 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Mateja Svet 2:07,80
5 Deutschland BRBR Deutschland FRG Christina Meier-Höck 2:07,88
6 OsterreichÖsterreich AUT Ulrike Maier 2:08,10
7 OsterreichÖsterreich AUT Anita Wachter 2:08,38
8 FrankreichFrankreich FRA Catherine Quittet 2:08,84
9 FrankreichFrankreich FRA Carole Merle 2:09,36
10 FrankreichFrankreich FRA Christelle Guignard 2:09,46
14 OsterreichÖsterreich AUT Petra Kronberger 2:12,31
21 LiechtensteinLiechtenstein LIE Jacqueline Vogt 2:14,64

Datum: 24. Februar, 10:30 Uhr (1. Lauf), 13:30 Uhr (2. Lauf)
Start: 2205 m, Ziel: 1880 m
Höhendifferenz: 325 m, Streckenlänge: 839 m
Tore: 42 (1. Lauf), 48 (2. Lauf)

64 Teilnehmerinnen, davon 29 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Nadia Bonfini (ITA), Blanca Fernández Ochoa (ESP), Michela Figini (SUI), Michaela Gerg (FRG), Marina Kiehl (FRG), Paoletta Magoni (ITA), Tamara McKinney (USA), Małgorzata Mogore-Tlałka (FRA), Karen Percy (CAN), Corinne Schmidhauser (SUI), Sigrid Wolf (AUT).

Die gestürzte Gerg (Rang 8 im ersten Lauf) erlitt schwere Bänderverletzung und wurde gleich zur Operation heimgeflogen. Da bei den ÖSV-Damen Sylvia Eder wegen einer Verletzung auf eine Ausscheidungs-Qualifikation verzichtet hatte, kam es lediglich zu einer solchen zwischen Kronberger und Kirchler mit zwei eindeutigen Siegen für Kronberger.[18]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 SchweizSchweiz SUI Vreni Schneider 1:36,69
2 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Mateja Svet 1:38,37
3 Deutschland BRBR Deutschland FRG Christa Kinshofer 1:38,40
4 OsterreichÖsterreich AUT Roswitha Steiner 1:38,77
5 SpanienSpanien ESP Blanca Fernández Ochoa 1:39,44
6 OsterreichÖsterreich AUT Ida Ladstätter 1:39,59
7 ItalienItalien ITA Paoletta Magoni 1:39,76
8 FrankreichFrankreich FRA Dorota Mogore-Tlałka 1:39,86
9 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien YUG Mojca Dežman 1:40,21
10 OsterreichÖsterreich AUT Ulrike Maier 1:40,54

Datum: 26. Februar, 10:30 Uhr (1. Lauf), 13:00 Uhr (2. Lauf)
Start: 2060 m, Ziel: 1880 m
Höhendifferenz: 180 m, Streckenlänge: 550 m
Tore: 63 (1. Lauf), 63 (2. Lauf)

57 Teilnehmerinnen, davon 28 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Nadia Bonfini (ITA), Christelle Guignard (FRA), Tamara McKinney (USA), Brigitte Oertli (SUI), Karen Percy (CAN), Veronika Šarec (SLO), Corinne Schmidhauser (SUI), Anita Wachter (AUT).

Roswitha Steiner hatte sich erst mit Rang 2 in Kranjska Gora für die Mannschaft qualifizieren können.[19] Schneiders Darbietung war makellos, sie griff auch im zweiten Lauf voll an. Seit Olympia 1960 hatte sich nie mehr eine Slalomsiegerin (1,68 s Vorsprung; Anne Heggtveit damals 3,3 s) so deutlich durchgesetzt. Ladstätter verbremste den zweiten Lauf. Nilsson, die nur 0,01 s hinter Schneider gelegen war, schied aus. Kinshofer musste schon vor dem ersten Lauf wegen einer Muskelzerrung behandelt werden, auch vor dem 2. Lauf waren hexenschussartige Beschwerden da.[20][21]

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit A Zeit S Punkte
1 OsterreichÖsterreich AUT Anita Wachter 1:17,14 (3.) 1:22,97 (2.) 029,25
2 SchweizSchweiz SUI Brigitte Oertli 1:18,37 (11.) 1:20,71 (1.) 029,48
3 SchweizSchweiz SUI Maria Walliser 1:16.98 (2.) 1:25.92 (11.) 051,28
4 KanadaKanada CAN Karen Percy 1:18.22 (9.) 1:24.00 (3.) 054,47
5 TschechoslowakeiTschechoslowakei TCH Lenka Kebrlová 1:18.43 (13.) 1:24.38 (5.) 060,87
6 TschechoslowakeiTschechoslowakei TCH Lucia Medzihradská 1:18.62 (15.) 1:24.35 (4.) 063,56
7 KanadaKanada CAN Michelle McKendry 1:17.58 (4.) 1:26.44 (13.) 064,85
8 KanadaKanada CAN Kerrin Lee 1:18.15 (8.) 1:25.43 (9.) 065,26
9 Deutschland BRBR Deutschland FRG Ulrike Stanggassinger 1:17,92 (5.) 1:26,61 (14.) 071,51
11 OsterreichÖsterreich AUT Petra Kronberger 1:18,36 (10.) 1:27,78 (15.) 088,01
12 OsterreichÖsterreich AUT Sylvia Eder 1:19,68 (19.) 1:25,91 (10.) 092,86
14 Deutschland BRBR Deutschland FRG Karin Dedler 1:18,80 (16.) 1:29,03 (18.) 105,18
16 LiechtensteinLiechtenstein LIE Jolanda Kindle 1:21,23 (27.) 1:25,42 (8.) 112,72
18 LiechtensteinLiechtenstein LIE Jacqueline Vogt 1:20,81 (26.) 1:28,31 (17.) 130,22

Datum: 20. Februar, 10:15 Uhr (Abfahrt)
21. Februar, 13:00 Uhr / 14:45 Uhr (Slalom)

Abfahrtsstrecke
Start: 2108 m, Ziel: 1532 m
Höhendifferenz: 576 m, Streckenlänge: 2054 m
Tore: 33

Slalomstrecke
Start: 2024 m, Ziel: 1880 m
Höhendifferenz: 144 m
Tore: 49 (1. Lauf), 49 (2. Lauf)

39 Teilnehmerinnen waren am Start, davon 26 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Ulrike Maier (AUT), Beatrice Gafner (SUI), Claudine Emonet (FRA); disqualifiziert: Michaela Gerg (FRG) (alle in der Abfahrt); Christa Kinshofer (FRG), Carole Merle (FRA), Vreni Schneider (SUI).

Die Abfahrt war zuerst am 19. Februar mit Beginn 12 Uhr geplant, der Slalom am 20. Februar (10:30/13 Uhr). Da jedoch die Spezialabfahrt (nach der Absage am 18. Februar) an diesem Tag neu terminiert worden war, kam es um eine dementsprechende Verschiebung um einen Tag. Merle hatte die Abfahrt in 1:16,46 min gewonnen, schied aber im Slalom aus. Oertli startete im Kombinations-Slalom (die Startreihenfolge richtete sich nach der Slalom-Weltrangliste) mit bester Laufzeit nach dem ersten Durchgang ihre Aufholjagd, während Wachter 1,44 s und Walliser 2,50 s verloren. Schneider hatte die beste Zwischenzeit, fädelte aber ein und schied aus. Oertli verfehlte die Goldmedaille (umgerechnet) um 0,03 s.[22][23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Keine Windlotterie – Abfahrt verschoben» und «2,5 Sekunden Vorsprung», Sport Zürich, 15. Februar 1988, beide S. 3.
  2. «Olympia-Grafik» und «Zurbriggen gewann ein einsames Gold-Duell» sowie «Unser Kaiser Pirmin I.», und «1,249 Millionen sahen Pirmin», alle Sport Zürich, 17. Februar 1988, S. 1, 3 und 13.
  3. Mayer: "Jetzt ist sogar Gold möglich". In: Arbeiter-Zeitung. Wien 23. Februar 1988, S. 20 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  4. «Olympia-Wochenende in Calgary», Sport Zürich, 19. Februar 1988, S. 3.
  5. «Favoritenstürze – aber kein Zufallstrio» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, 22. Februar 1988, S. 3 und 15.
  6. «Tomba widerstand dem Druck» und «Kanadier, Exoten: Ungetestete Kombis!», Sport Zürich, 26. Februar 1988, S. 7.
  7. «Tomba zum zweiten – und starke Altstars» und «Bronze: Paul Frommelt drehte Rad der Zeit um 10 Jahre zurück», Sport Zürich, 29. Februar 1988, S. 7.
  8. «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, 29. Februar 1988, S. 12.
  9. Glosse: «Mit zweimal Gold Tomba in Abfahrt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Februar 1988, S. 16 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  10. Glosse: «I.ooo Geschichten», erster Beitrag. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Februar 1988, S. 19 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  11. «Marc verletzt – oder Krach mit Skifirma», Sport Zürich, 17. Februar 1988, S. 7.
  12. «Oertli: „Sah nichts“». Sport Zürich, 19. Februar 1988, S. 2.
  13. «Ein Berg für Michela Figini», Sport Zürich, 15. Februar 1988, S. 5.
  14. «Der Weg zum Gold führt über Michela Figini», Sport Zürich, 17. Februar 1988, S. 8.
  15. «Marina Kiehl trotzte den Winden am besten – fragwürdiger Jury-Entscheid», und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, 22. Februar 1988, S. 5 und 15.
  16. Krach zwischen Hächer und Kiehl. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 13. Februar 1988, S. 16 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  17. «Michela Figini – Super-G-Silber als versöhnlicher Trost», «Sigrid Wolf – die erste reguläre Siegerin» und «Das Siegesrezept kam per Funk», Sport Zürich, 24. Februar 1988, S. 2 und 3.
  18. Ohne Chance nach Calgary. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 24. Februar 1988, S. 20 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  19. Maier ist Bergers Geheimtip. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 26. Februar 1988, S. 28 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  20. Vreni Schneider wieder mit Gold. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 27. Februar 1988, S. 19 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  21. «Slalom: Schneiders riesiger Vorsprung» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, 29. Februar 1988, S. 9 und 12.
  22. Goldener Sonntag Wachters. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 22. Februar 1988, S. 16/17 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  23. «Olympia-Wochenende in Calgary», Sport Zürich, 19. Februar 1988, S. 13.
  24. «Brigitte Oertli auf Aufholjagd» und «OLYMPIA TOTAL», Sport Zürich, 22. Februar 1988, S. 7 und 15.