Prottes

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Marktgemeinde
Prottes
Wappen Österreichkarte
Wappen von Prottes
Prottes (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 13,73 km²
Koordinaten: 48° 23′ N, 16° 44′ OKoordinaten: 48° 23′ 0″ N, 16° 44′ 0″ O
Höhe: 162 m ü. A.
Einwohner: 1.452 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 106 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2242
Vorwahl: 02282
Gemeindekennziffer: 3 08 48
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 1
2242 Prottes
Website: www.prottes.at
Politik
Bürgermeister: Karl Demmer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(19 Mitglieder)
13
6
13 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Prottes im Bezirk Gänserndorf
AderklaaAndlersdorfAngern an der MarchAuersthalBad PirawarthDeutsch-WagramDrösingDürnkrutEbenthalEckartsauEngelhartstettenGänserndorfGlinzendorfGroß-EnzersdorfGroß-SchweinbarthGroßhofenHaringseeHauskirchenHohenau an der MarchHohenruppersdorfJedenspeigenLasseeLeopoldsdorf im MarchfeldeMannsdorf an der DonauMarcheggMarkgrafneusiedlMatzen-RaggendorfNeusiedl an der ZayaObersiebenbrunnOrth an der DonauPalterndorf-DobermannsdorfParbasdorfProttesRaasdorfRingelsdorf-NiederabsdorfSchönkirchen-ReyersdorfSpannbergStrasshof an der NordbahnSulz im WeinviertelUntersiebenbrunnVelm-GötzendorfWeiden an der MarchWeikendorfZistersdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Prottes im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Prottes ist eine Marktgemeinde mit 1452 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß und Klein Prottes (rechts unten) und Umgebung, Landesaufnahme um 1873

Prottes liegt im Weinviertel, im Norden das Marchfeldes auf 160 bis 200 Meter Meereshöhe. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 13,7 Quadratkilometer. Davon werden drei Viertel landwirtschaftlich genutzt, drei Prozent sind Weingärten, vier Prozent Gärten und neun Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur die Katastralgemeinde Prottes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prottes liegt im Wiener Beckens, das im Miozän entstand. Ursprünglich von einem Meer, später von einem Süßwassersee bedeckt bildeten sich mehrere tausend Meter dicke Ablagerungen. Diese Schichten enthalten Erdöl, das heute abgebaut wird. In Schottergruben werden immer wieder Fossilfunde aus dieser Zeit gemacht. In der Eiszeit wurde durch Westwinde Löß abgelagert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Protechin (Prottes) stammt aus dem Jahr 1115. Dass hier bereits im Mittelalter Weinbau betrieben wurde, zeigt eine Urkunde aus 1342. Im Jahr 1359 wurde ein Hermann von Landenberg als Herr von Prottes genannt. In dieser Zeit wurde sein Gut mit der Herrschaft Matzen zusammengelegt und Prottes blieb für mehrere Jahrhunderte bei den Herren von Matzen.1614 verkauften die Herren von Matzen ihren Besitz an Hans Christoph Freiherrn von Fünfkirchen. Als sich 1700 die Tochter des Leonhard von Fünfkirchen, Gräfin Maria Theresia Althan, mit Ferdinand Graf Kinsky vermählte, gelangte Prottes mit Matzen an die Herrschaft Kinsky. Nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte Graf Paul Kinsky Matzen, Prottes und Angern an der March an die Firma Löw.[3]

Namensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Protess änderte im Lauf der Jahre mehrfach seine Schreibweise:[4]

  • 1115: Protechin, Prodechendorf
  • 1120: Protlechendorf
  • ca. 1116: Protleke
  • 1258: Protlehen
  • 1288: Pradlech
  • 1303/06: Prot Ezzen
  • 1314: Pratezze
  • 1314: Protezz
  • 1342: Prathezzen
  • 1343: Protezze
  • 1346: Protezzen
  • 1386: Protess
  • 1386: Protezz
  • 1415: Pratezz
  • 1429: Pratess
  • 1449: Pratess
  • 1469: Prattes
  • 1544: Prates
  • 1708: Brodtes

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pferdekopfpumpe Ma 411 auf dem Erdöl-Lehrpfad.
Kellergasse
  • Katholische Pfarrkirche Prottes Mariä Himmelfahrt: Romanisches Langhaus aus dem 13. Jahrhundert mit gotischem Chor und barockem Umorientierungsbau von 1740
  • Erdöl-Lehrpfad: In Prottes befindet sich ein Erdöl-Lehrpfad, bei dem in Form eines Freilichtmuseums die örtliche Erdölgewinnung thematisiert wird. Der Erdöl-Lehrpfad beginnt am Hauptplatz und verläuft entlang der Josef-Seitz-Straße, wo Originalgeräte, die zur Aufsuchung, Gewinnung und Verarbeitung von Erdöl und Erdgas verwendet werden, ausgestellt sind. Der Lehrpfad ist 4,5 km lang und es werden mehr als 150 Exponate gezeigt.[5]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Fußballverein „SC OMV Prottes“ spielt in der Gebietsliga Nord/Nordwest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 35 auf 18 ab. Von diesen waren sieben Haupterwerbsbauern, die beinahe zwei Drittel der Flächen bewirtschafteten. Im Produktionssektor arbeiteten 39 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 37 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche freiberufliche Dienstleistungen (67), soziale und öffentliche Dienste (34) und der Handel (26 Mitarbeiter).[6][7][8]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 18 35 17 20
Produktion 11 7 76 64
Dienstleistung 69 35 154 114

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 650 Erwerbstätige in Prottes. Davon arbeiteten 99 in der Gemeinde, 85 Prozent pendelten aus.[9]

Windpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 wurde der Windpark Prottes/Ollersdorf eröffnet. Er besteht aus zwölf Windrädern mit einer Gesamtleistung von 36,6 Megawatt.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde befinden sich ein Kindergarten und eine Volksschule. Der Kindergarten wird von allen Kindern ab dem dritten Lebensjahr bis zum Beginn der Schulpflicht besucht. Da nur wenige Kinder (rund 50 im Schuljahr 2006/07) in der Volksschule unterrichtet werden, werden verschiedene Jahrgänge in manchen Gegenständen gemeinsam unterrichtet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1849 waren:[17]

  • 1849–1859 Matthias Haas
  • 1859–1861 Philipp Lobner
  • 1861–1864 Andreas Braun
  • 1864–1867 Jakob Eminger
  • 1867–1870 Martin Lobner
  • 1871–1881 Josef Piller
  • 1881–1882 Johann Helm
  • 1882–1891 Karl Helm
  • 1892–1895 Johann Gunsam
  • 1895–1901 Josef Eichinger
  • 1901–1907 Josef Thaller
  • 1907–1913 Johann Helm
  • 1914–1918 Alexander Lobner
  • 1919–1920 Johann Luckner
  • 1920–1924 Johann Kandler
  • 1924–1929 Alfred Geringer
  • 1929–1938 Johann Kandler
  • 1938–1944 Josef Eichinger
  • 1944–1945 Josef Lobner
  • 1945–1950 Alfred Geringer
  • 1950–1955 Franz Mangel
  • 1955–1960 Lorenz Müllner
  • 1960–1965 Franz Mangel
  • 1965–1990 Leopold Demmer
  • 1990–1992 Ernst Gunsam
  • 1992–1998 Otmar Lutzky
  • 1998–2016 Christa Eichinger (ÖVP)[18]
  • seit 2016 Karl Demmer (ÖVP)[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prottes erhielt im 15. Jahrhundert das Marktrecht. Das Marktwappen zeigt einen gespaltenen Schild, dessen vorderes blaues Feld mit zwei gekreuzten goldenen Schlüsseln und einer darüber schwebenden goldenen Infel belegt ist und dessen rückwärtiges rotes Feld über einem halben grünen Dreiberg zwei goldene Weinstöcke mit goldenen Ranken und Trauben zeigt.[3]

Die daraus abgeleiteten Gemeindefarben sind blau-rot.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prottes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Prottes, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. April 2021.
  2. Geologische Vergangenheit von Prottes. Gemeinde Prottes, abgerufen am 17. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  3. a b Ortsgeschichte. Gemeinde Prottes, abgerufen am 17. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. Namensbildung von Prottes. Gemeinde Prottes, abgerufen am 17. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Bernhard Engelbrecht: Erdöl- und Erdgaslehrpfad (Prottes) in Kulturatlas-NIEDERÖSTERREICH. Abgerufen am 17. April 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Prottes, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. April 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Prottes, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. April 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Prottes, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. April 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Prottes, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. April 2021.
  10. EVN eröffnet Windpark Prottes/Ollersdorf. Abgerufen am 17. April 2021.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 3. März 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 3. März 2020.
  13. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 3. März 2020.
  14. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 3. März 2020.
  15. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 3. März 2020.
  16. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Prottes. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 3. März 2020.
  17. Prottes. Gemeinde Prottes, abgerufen am 17. April 2021 (österreichisches Deutsch).
  18. Prottes' Bürgermeisterin Christa Eichinger im 62. Lebensjahr verstorben. meinbezirk.at, 23. August 2016.
  19. Personalia: Prottes: Demmer folgt Eichinger. gemeindebund.at, 2016.