Weiden an der March

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Weiden an der March
Wappen Österreichkarte
Wappen fehlt
Weiden an der March (Österreich)
Weiden an der March
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Hauptort: Oberweiden
Fläche: 55,87 km²
Koordinaten: 48° 18′ N, 16° 49′ OKoordinaten: 48° 18′ 0″ N, 16° 49′ 0″ O
Höhe: 162 m ü. A.
Einwohner: 996 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2295
Vorwahl: 02284
Gemeindekennziffer: 3 08 65
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberweiden 25
2295 Weiden an der March
Website: www.weiden-march.at
Politik
Bürgermeister: Franz Neduchal (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
12
3
12 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Weiden an der March im Bezirk Gänserndorf
Aderklaa Andlersdorf Angern an der March Auersthal Bad Pirawarth Deutsch-Wagram Drösing Dürnkrut Ebenthal Eckartsau Engelhartstetten Gänserndorf Glinzendorf Groß-Enzersdorf Groß-Schweinbarth Großhofen Haringsee Hauskirchen Hohenau an der March Hohenruppersdorf Jedenspeigen Lassee Leopoldsdorf im Marchfelde Mannsdorf an der Donau Marchegg Markgrafneusiedl Matzen-Raggendorf Neusiedl an der Zaya Obersiebenbrunn Orth an der Donau Palterndorf-Dobermannsdorf Parbasdorf Prottes Raasdorf Ringelsdorf-Niederabsdorf Schönkirchen-Reyersdorf Spannberg Strasshof an der Nordbahn Sulz im Weinviertel Untersiebenbrunn Velm-Götzendorf Weiden an der March Weikendorf Zistersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Weiden an der March im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weiden an der March ist eine Gemeinde im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich mit 996 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiden an der March liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 55,8 Quadratkilometer. 19,63 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Baumgarten an der March, Oberweiden und Zwerndorf.

Nachbargemeinden:

Angern an der March
Weikendorf Nachbargemeinden Malacky (Slowakei)
Untersiebenbrunn Lassee Marchegg

Die Gründung der Großgemeinde "Weiden an der March" in der derzeitigen Form (unter Zusammenschluss der drei Orte Baumgarten, Oberweiden und Zwerndorf) erfolgte am 1. Jänner 1975.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 985
2001 904
1991 822
1981 854
1971 921
1939 1484
1869 1184

Quelle: Statistik Austria, Bevölkerungsentwicklung von Weiden an der March

In der Popreg-Datenbank wurden für das Jahr 2009 942 Einwohner ermittelt. Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 904 Einwohner. Seit der Volkszählung 1991 sind in der Gemeinde wie auch im Bezirk Gänserndorf steigende Einwohnerzahlen zu verzeichnen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1975
Jahr Bürgermeister aus
seit 2010 Franz Neduchal Oberweiden
2005 bis 2010 Josef Dienst Oberweiden
1999 bis 2005 Josef Bubenicek Zwerndorf
1995 bis 1999 Franz Denk Oberweiden
1980 bis 1995 Walter Hansi Baumgarten
1975 bis 1980 Josef Schultes Zwerndorf

Bürgermeister der Gemeinde ist derzeit Franz Neduchal (Oberweiden/ÖVP). Baumgartens Ortsvorsteher Markus Lang ist gleichzeitig Vizebürgermeister. Richard Prossenitsch ist Ortsvorsteher von Zwerndorf. Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 [3] bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 96 % der Einwohner Weidens sind römisch-katholischen Glaubens. Die Kirchen von Weiden zählen zu den ältesten im Bezirk Gänserndorf - die Pfarren der drei Dörfer sind seit je her bedeutende Außenstellen des Stiftes Melk:

  • Die dem Evangelisten Markus gewidmete Wehrkirche von Baumgarten ist eine Filialkirche von Oberweiden und wurde unter dem Patronat des Stiftes im 13. und 14. Jahrhundert erbaut.
  • Die Kirche St. Leopold in Oberweiden wurde im 14. Jahrhundert errichtet.
  • Die Kirche St. Pankraz in Zwerndorf - ebenfalls unter dem Patronat des Stiftes Melk - wird in den Chroniken erstmals 1250 erwähnt. Die Pfarrkirche bildete ursprünglich gemeinsam mit dem Pfarrhof eine Wehranlage. Der sakrale Bau enthält romanische und gotische Bauteile. Die Einrichtung selbst ist neogotisch, der Taufstein stammt aus dem 17. Jahrhundert, die Orgel aus dem Jahr 1837.
Ehemaliges Schulgebäude in Baum­garten an der March

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weiden an der March

In diesem Gebiet wurden auch Funde aus dem Altpaläolithikum gemacht, ca. 800.000 Jahre alte Geröllgeräte des Homo erectus[4].

Natur und Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juwel der Marchfelder Naturlandschaft sind die - sich auf einem Gebiet von etwa 117 Hektar erstreckenden - Sandberge von Oberweiden. In diesem Areal wachsen seltene und teilweise in Österreich vom Aussterben bedrohte Arten wie die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), die Sand-Radmelde (Bassia laniflora), die Spät-Nelke (Dianthus serotinus) und der Sand-Wegerich (Plantago arenaria).

Darüber hinaus laden die Auwälder Zwerndorfs und Baumgartens mit dem Naturreservat Marchauen zum Wandern ein. Die Kamp-Thaya-March-Radroute führt ebenso durch die Gemeinde wie der March-Panoramaweg. Zwerndorfs Badeteich rundet das attraktive Angebot für Aktivitäten in der Natur ab.

Marchau nächst der Bernstein Straße im Bereich der Gemeinde­grenze von Weiden an der March (Ortsteil: Baumgarten an der March) und Marchegg

Natura-2000-Gebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Natura 2000
  • FFH-Gebiet Pannonische Sanddünen
  • Vogelschutzgebiet Sandboden und Praterterrasse[5]
  • FFH-Gebiet March-Thaya-Auen
  • Vogelschutzgebiet March-Thaya-Auen[6]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 90. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 403. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,79 Prozent.

Erdgaslagerstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 wurde hier die bisher größte Erdgaslagerstätte Österreichs erschlossen. Bei der ersten Bohrung kam es am 15. März 1952 zu einem Gasausbruch, in dessen Folge die gesamte Bohranlage zerstört wurde und in einem sich bildenden Krater versank. Hierdurch konnte der Ausbruch mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden. Durch drei um die Ausbruchstelle von sowjetischen Turbinenbohrbrigaden niedergebrachte Richtbohrungen, von denen eine in 1295 m Tiefe auf das Unglücksbohrloch traf, und anschließendes so genanntes Totpumpen konnte der Erdgasausbruch nach 11 Monaten, in denen schätzungsweise eine Milliarde Kubikmeter Erdgas unkontrolliert entströmten, beendet werden. Dieser Einsatz stellt die erste Anwendung der Turbinenbohrtechnik außerhalb der Sowjetunion dar.

Die Erdgas führenden Schichten des Gasfeldes Zwerndorf liegen in Tiefen von 650 bis 2753 m Tiefe. Das weitaus meiste Gas befindet sich jedoch in einer Sandsteinschicht, die in einer Tiefe von 1410 bis 1500 m liegt. Bis 1992 wurden aus dem Lagerstättenkomplex Zwerndorf-Baumgarten 12,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert.

Das geförderte Erdgas gelangt zur zentralen Verteilerstelle im Ortsteil Baumgarten, in die auch mehrere Erdgas-Fernleitungen münden, womit hier eines der wichtigsten europäischen Verteilerzentren für Erdgas besteht.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort Oberweiden liegt der Bahnhof Oberweiden, an diesem halten die Regionalzüge der Bahnstrecke Gänserndorf–Marchegg.

Bahnhof Oberweiden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weiden an der March – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften
  2. a b Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten. Hrsg.: Books on Demand GmbH, Norderstedt.
  3. Gemeinderatswahl 2015
  4. Wiss. Mitt. Niederösterr. Landesmuseum - 9 - 231-245 Wien 1996
  5. Gebietsbeschreibung Pannonische Sanddünen/Sandboden und Praterterrasse (PDF)
  6. Gebietsbeschreibung March-Thaya-Auen (PDF)
  7. Verordnung über die Naturschutzgebiete