SBB RABe 511

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SBB RABe 511
RABe 511 044 als S 30 nach Winterthur in Weinfelden
RABe 511 044 als S 30 nach Winterthur in Weinfelden
Nummerierung: UIC-FER:
94 85 0511 001–069 (sechsteilig)
94 85 0511 101–124 (vierteilig)
Anzahl: 69 (sechsteilig)
24 (vierteilig)
Hersteller: Stadler Rail Altenrhein
Baujahr(e): 2010 bis 2012
2015 bis 2016
Achsformel: Bo’Bo’+2’2’+2’2’+2’2’+2’2’+Bo’Bo’ (sechsteilig)
Bo’Bo’+2’2’+2’2’+Bo’Bo’ (vierteilig)
Spurweite: 1435 mm
Länge über Kupplung: 150'000 mm (sechsteilig)
100'360 mm (vierteilig)
Höhe: 4'595 mm
Breite: 2'800 mm
Drehgestellachsstand: Triebdrehgestell: 2'500 mm
Laufdrehgestell: 2'500 mm
Leermasse: 297 t (sechsteilig)
211,9 t (vierteilig)
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Stundenleistung: 6'000 kW
Dauerleistung: 4'000 kW
Anfahrzugkraft: 400 kN
Beschleunigung: 1,1 m/s²
Raddurchmesser: 920 mm
Stromsystem: 15 kV AC, 16,7 Hz
Stromübertragung: Oberleitung
Antrieb: elektrisch in Umrichtertechnik
Sitzplätze: 120 + 415 (sechsteilig)
60 + 277 (vierteilig)
Stehplätze: 838 (sechsteilig)
548 (vierteilig)
Fußbodenhöhe: 0550 mm (Einstieg),
0440 mm (Unterdeck),
2515 mm (Oberdeck)
Einsatzgebiet: S-Bahn Zürich
Vorgänger: SBB RABe 514
Nachfolger: SBB RABe 512

Der RABe 511 ist ein vier- bzw. sechsteiliger doppelstöckiger Triebwagenzug der SBB für die S-Bahn Zürich. Die Züge, welche von den SBB als „Regio-Dosto“ bezeichnet werden,[1] bilden die dritte Fahrzeuggeneration von Doppelstockzügen der S-Bahn Zürich. Der Hersteller Stadler Rail ordnet sie seiner Produktfamilie KISS zu.[2]

Bau und Inbetriebnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regio-Dosto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der RABe 511 begann, als die SBB am 27. Juni 2008 den Auftrag für den Bau der Fahrzeuge der dritten Generation von Doppelstockzügen der Zürcher S-Bahn an Stadler erteilte. Der Vertrag umfasste die Lieferung von insgesamt 50 sechsteiligen Züge ab 2011.[2]

Gegenüber den vorangegangenen Generationen, wie der SBB RABe 514, zeichnen sie sich vor allem durch eine höhere Zahl von Stehplätzen pro Wagen aus, unter anderem, weil wegen der längeren Züge anteilmässig weniger Führerstände mitfahren. Auch wurden 15 Zentimeter Breite gewonnen, indem die Luftkanäle unter die Decke statt in die Seite gelegt wurden; die Stehhöhe beträgt dennoch zwei Meter, weil rührreibgeschweisste Aluminiumstrangpressprofile als Bodenpaneele eingesetzt werden. Die Zahl der Sitzplätze hingegen ist gegenüber den Vorgängermodellen leicht gesunken. Komfortmerkmale wie Niederflureinstiege, Fahrzeug-Klimatisierung und Vakuumtoiletten (zwei, davon eine rollstuhlgängig) sind weiterhin gegeben. Zusätzlich gibt es zwei Multifunktionsbereiche mit Abstellmöglichkeiten für Kinderwagen, Fahrräder und dergleichen. Der sechsteilige Triebzug besteht aus zwei Triebköpfen und vier Mittelwagen. In den Triebköpfen sind alle Achsen angetrieben.

Am 15. April 2010, noch vor der Ablieferung des ersten Zugs, lösten die SBB eine Option für weitere 24 vierteilige Triebzüge desselben Typs ein. Von den insgesamt 74 Einheiten sollen 13 sechsteilige und 24 vierteilige Züge auf RegioExpress-Linien eingesetzt werden, unter anderem auf den Strecken St. Gallen–Chur (ab 2014 Wil–Chur),[3] Zürich–Schaffhausen, Basel–Frick–Zürich, Bern–Biel und Bern–Olten. Die restlichen Züge waren für die Zürcher S-Bahn bestimmt.[4][5] Am 3. Juni 2010 wurde im Zürcher Hauptbahnhof auf Gleis 54 der erste Zug der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 verkehren 13 vierteilige Züge auf der Regio-Express Linie von Genf nach Vevey/Romont, über Lausanne.[6]

Im Juni 2015 hat die SBB bekannt gegeben, dass sie weitere 19 sechsteilige Züge für die S-Bahn Zürich beschaffen wird. Sie sind für die 4. Teilergänzung des Netzes vorgesehen.[7] Der erste Zug wurde im Januar 2016 an die SBB übergeben.

Interregio-Dosto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Ende 2012 nutzten die SBB einige der vierteiligen Kompositionen als Interregio-Züge. 2018 kündigten die SBB an, 43 der RABe 511 inwendig entsprechend auszurüsten.[8] Von 2020 bis 2024 werden die Züge für rund 20 Mio. SFr. von Regio-Dosto (RVD) zu Interregio-Dosto (IRD) umgebaut. Unter anderem werden in der 2. Klasse Steckdosen an den Sitzplätzen installiert, in der 1. Klasse wird der Sitzteiler von 2+2 auf 2+1 geändert unter Verwendung der bisherigen Sitze mit breiterer Armlehne sowie grössere Seitenwandtische montiert. Der bisherige 2. Klasse-Bereich auf dem Zwischengeschoss der Wagenseite mit 1. Klasse im Ober- und Unterdeck wird in einen 1. Klasse-Bereich umgewandelt. Umgebaut werden die sechsteiligen RABe 511 015–030 und 036–038 sowie alle vierteiligen RABe 511 101–124.[9] In den umgebauten AB-Wagen stehen nach dem Umbau noch 52 statt 60 Plätze in der 1. Klasse und 30 statt 42 Plätze in der 2. Klasse zur Verfügung. Somit gehen durch den Umbau in den vierteiligen Zügen insgesamt 20, in den Sechsteilern 40 Sitzplätze verloren.[10]

Im April 2021 bestellten die SBB weitere 60 Interregio-Doppelstockzüge, die als RABe 512 bezeichnet werden. 41 dieser Fahrzeuge ersetzen die Altflotte, 19 der Fahrzeuge werden eingesetzt, um im Regionalverkehr in den Regionen Zürich und Westschweiz das Angebot zu verbessern.[11] Die SBB ergänzt damit die vorhandenen 93 IR/RE-Dosto-Fahrzeuge. Die neuen Fahrzeuge sollen ab Ende 2023 auf Interregio-Strecken wie Bern–Zürich–Chur, Basel–Zürich oder Olten–Luzern zum Einsatz kommen.[8]

Taufnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausserdem wurden bisher 13 Züge getauft:

Betriebsnummer Taufname Bild
511 001 Berlin Taufname SBB RABe 511 001
511 002 Stadt Zürich Taufname SBB RABe 511 002
511 010 Urdorf Taufname SBB RABe 511 010
511 011 Dietikon Taufname SBB RABe 511 011
511 014 Wettingen Taufname SBB RABe 511 014
511 017 Kanton Schaffhausen Taufname SBB RABe 511 017
511 022 Kanton St. Gallen Taufname SBB RABe 511 022
511 023 Kanton Graubünden Taufname SBB RABe 511 023
511 031 Bezirk Affoltern Taufname SBB RABe 511 031
511 033 Winterthur Taufname SBB RABe 511 033
511 048 Rapperswil-Jona Taufname SBB RABe 511 048
511 059 Pünten[12] Taufname SBB RABe 511 059
511 067 Zell ZH[13] Taufname SBB RABe 511 067

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: SBB RABe 511 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue KISS-Doppelstöcker der Zürcher S-Bahn mit Fahrgästen unterwegs. In: Bahnonline.ch. 5. September 2011, abgerufen am 16. Oktober 2018.
  2. a b Elektrischer Doppelstocktriebzug KISS (6-teilig) für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Schweiz. (PDF) In: Stadlerrail.com. Abgerufen am 29. September 2019.
  3. Neuer Liniennetzplan mit S-Bahn 2013 (PDF; 1.6 MiB).
  4. SBB bestellt weitere 24 RegioExpress-Doppelstockzüge. SBB, 15. April 2010, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  5. Weitere Doppelstockzüge für die SBB. In: NZZ. 15. April 2010, abgerufen am 16. Dezember 2018.
  6. Besserer Takt und Zeitgewinn. (Memento vom 19. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  7. Zürich, Waadt und Zug: SBB kauft weitere Züge für S-Bahnverkehr bei STADLER. In: Bahnonline.ch. 4. Juni 2015, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  8. a b Konrad Staehelin: SBB brauchen Interregio – und kaufen S-Bahn bei Stadler. In: tagesanzeiger.ch. 28. Mai 2021, abgerufen am 3. September 2021.
  9. Martin Gut: Neues in Kürze. In: Eisenbahn Amateur. Nr. 11. SVEA, 2018, ISSN 0013-2764, S. 499.
  10. Matthias Rellstab: Aufwertung der ersten Klasse in 43 RABe 511. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 11. Minirex, 2018, ISSN 1022-7113, S. 607.
  11. Großauftrag für KISS-Doppelstockzüge. In: Elektrische Bahnen. Georg Siemens Verlag, Berlin, 21. Mai 2021, abgerufen am 3. September 2021.
  12. Die SBB nahm ihre neuste Service- und Abstellanlage in Betrieb. In: Bahnonline.ch. 13. Januar 2018, abgerufen am 11. Februar 2018.
  13. Die Gemeinde Zell im Tösstal heisst die neue S11 willkommen. In: Bahnonline.ch. 22. September 2018, abgerufen am 23. September 2018.