Scheid (Eifel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Scheid
Scheid (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Scheid hervorgehoben
Koordinaten: 50° 22′ N, 6° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Obere Kyll
Höhe: 590 m ü. NHN
Fläche: 5,49 km2
Einwohner: 125 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54611
Vorwahl: 06557
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 237
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
54584 Jünkerath
Webpräsenz: www.oberekyll.de
Ortsbürgermeister: Willi Heinzius
Lage der Ortsgemeinde Scheid im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
Über dieses Bild
Gemeindeplatz von Scheid

Scheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Kyll an, deren Verwaltungssitz in Jünkerath ist.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eifelort Scheid liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Neben dem Hauptort gehören die Ortsteile Birkenhof, Erlenhof, Lindenhof, Losheimerstraße, Schwalbenhof, Tannenhof, Wiesenhof zur Gemeinde. [2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird von Wasserscheide abgeleitet.

Scheid gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur luxemburgischen Herrschaft Kronenburg.

Nach der Einnahme der Region durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Scheid von 1795 bis 1814 zum französischen Kanton Kronenburg im Departement Ourthe.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kamen aus dem Departement Ourthe die drei Gemeinden Hallschlag, Ormont und Scheid zum Königreich Preußen. Die drei Gemeinden wurden der Bürgermeisterei Hallschlag im 1816 neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier zugeordnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in der Nähe von Scheid eine Granatenfabrik gebaut, die nach dem Ersten Weltkrieg durch einen Brand zerstört wurde. Ab 1938 wurde nahe an der Gemeinde Scheid ein Teil des Westwalls errichtet, der die deutsche Westgrenze als Verteidigungssystem abschirmen sollte. Im Zweiten Weltkrieg lag Scheid von September 1944 bis März 1945 unmittelbar an der Westfront und wurde fast völlig zerstört. Nach dem Kriegsende waren große Teile der Gemeinde Scheid wegen Minengefahr gesperrt.[3]

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde die Gemeinde Scheid zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Scheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[5][1]

Jahr Einwohner
1815 101
1835 150
1871 161
1905 126
1939 131
1950 125
Jahr Einwohner
1961 139
1970 131
1987 116
1997 123
2005 124
2015 125

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Scheid besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[6]

Sankt Kornelius; gebaut 1968

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Scheid
Blasonierung: „In Silber durch einen blauen schräglinken Wellenbalken geteilt, vorne eine grüne Fichte mit Astwerk, hinten ein rotes schäglinkes Hifthorn.“[7]
Wappenbegründung: Der blaue Wellenbalken, der den Wappenschild schräglinks teilt, steht für die vielen Bäche, die die Gemarkung Scheid durchfließen. Die Fichte steht für den Ortsnamen, der sich auf eine keltische Bedeutung für Wald oder Holz zurückführen lässt, gleichzeitig aber auch auf die bedeutsame Waldwirtschaft in der Gemeinde hindeutet. Das Hifthorn symbolisiert den Heiligen Cornelius, der Patron der Kapelle und der Gemeinde Scheid ist und gleichzeitig als Patron der Bauern und des Viehs gilt, was auf die landwirtschaftliche Struktur der Gemeinde hinweist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höckerlinie als wertvolle Biotopkette
  • Renaissance-Altar aus der ehemaligen Kapelle von 1739 in der St. Korneliuskirche (Frauenkroner Straße 1)
  • Burgbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) [8]
  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach Christi Himmelfahrt gefeiert.
  • Reste des grenznah (Belgien) verlaufenden ehemaligen Westwalls (Höckerlinie) westlich des Ortes () [9]
  • Bunkeranlagen, Schartenstände um 1938 [10][11]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Scheid

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Kapitalerträge der waldreichen Gemeinde waren der Holzhandel und die Jagdpacht.

Seit 1999 wurde mit der Installation von 36 Windkraftanlagen eine feste Einnahmequelle für die nächsten Jahrzehnte erschlossen.[12][13]

Siehe auch: Liste von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scheid (Eifel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 1. Januar 2017, S. 74, abgerufen am 12. Juli 2017 (PDF; 1,85 MB).
  3. Darstellung der Ortsgeschichte auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Obere Kyll
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 160, 161 (PDF; 2,03 MB)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Obere Kyll
  8. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  9. Westwall Scheid (Eifel). Abgerufen am 5. Juli 2017.
  10. Westwallzentrum Dahlem. Abgerufen am 5. Juli 2017.
  11. Einträge zu allen Kulturgütern der Ortsgemeinde Scheid (Westwallbunker) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 14. Juli 2017.
  12. Einnahmenquellen der Gemeinde Scheid (Eifel). Abgerufen am 5. Juli 2017.
  13. Windkraftanlagen Scheid. Abgerufen am 12. Juli 2017.