Schalkenmehren

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schalkenmehren
Schalkenmehren
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schalkenmehren hervorgehoben
Koordinaten: 50° 10′ N, 6° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Daun
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 10,4 km²
Einwohner: 578 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54552
Vorwahl: 06592
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 063
Adresse der Verbandsverwaltung: Leopoldstraße 29
54550 Daun
Webpräsenz: www.schalkenmehren.de
Ortsbürgermeister: Hans-Günter Schommers
Lage der Ortsgemeinde Schalkenmehren im Landkreis Vulkaneifel
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Über dieses Bild
Blick auf Schalkenmehren und dem Schalkenmehrener Maar

Schalkenmehren ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Daun an. Schalkenmehren ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schalkenmehren liegt in der Vulkaneifel rund 4 km (Luftlinie) südsüdöstlich von Daun am Nordostfuß des Hohen List. Mehrere Vulkanseen, wie das Schalkenmehrener Maar, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar, liegen auf der Gemarkung.

Das Schalkenmehrener Maar ist ein beliebter Badesee, in dem man auch Windsurfen darf.

Zu Schalkenmehren gehören auch die Wohnplätze Altburg, Bahnhof, Barninerhof, Bintener Hof, Ehemaliges Flakhaus, Observatorium Hoher List und Schalkenmehrener Mühle.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung der Gemeinde war am 25. November 1287 in einer für das Kloster Himmerod ausgestellten Urkunde.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Schalkenmehren landesherrlich zum Kurfürstentum Trier und stand unter der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit des Amtes Daun. Schalkenmehren war Sitz einer Zenterei. Kirchlich gehörte Schalkenmehren zum Erzbistum Köln.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Schalkenmehren zum Kanton Daun im Saardepartement.

Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die Region an das Königreich Preußen, Schalkenmehren wurde 1816 dem neu errichteten Kreis Daun im Regierungsbezirk Trier zugeordnet und von der Bürgermeisterei Daun verwaltet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Schalkenmehren innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Heimweberei-Genossenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1920 kam die junge Lehrerin Anna Droste-Lehnert in das Eifeldorf. Ihr fiel auf, dass die Eifelbauern sehr arm waren, und dass sie sehr schöne Stoffe weben konnten, das sogenannte „Maartuch“. Mit Freunden aus der Wandervogelbewegung überzeugte sie die Bevölkerung, mit ihr zusammen eine Genossenschaft zu gründen. 1926 schlossen sich 19 Schalkenmehrener Bürger zur Heimweberei-Genossenschaft Schalkenmehren e.G. zusammen. Die Bauern webten, die Bäuerinnen schneiderten, und die Genossenschaft vermarktete die Produkte. Frau Droste-Lehnert entwarf auch neue Muster für die Weber. In den 1930er Jahren war die Genossenschaft sehr erfolgreich, und auch in der schwierigen Nachkriegszeit bewährte sie sich.

In den 1970er Jahren wurde ein Beitrag der Sendung mit der Maus über die Genossenschaft gedreht. Nachdem es immer weniger Bauern im Ort gab, und noch weniger aktive Weber, wurde die Genossenschaft 1983 aufgelöst.

Aktive Bürgerinnen der Gemeinde Schalkenmehren gründeten später das Heimweberei-Museum Schalkenmehren, in dem die Geschichte der Heimweberei-Genossenschaft dargestellt ist, und betreiben es ehrenamtlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schalkenmehren, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 269
1835 369
1871 371
1905 360
1939 434
1950 447
Jahr Einwohner
1961 482
1970 535
1987 471
1997 544
2005 615
2014 578

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schalkenmehren besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schalkenmehren hat einen kleinen Flugplatz für Motor- und Segelflugzeuge, eine Sternwarte, die zur Universität Bonn gehört, und das Heimweberei-Museum Schalkenmehren.

Mit dem Gründungsdatum 11. November 1868 ist das Hotel Schneider am Maar die traditionsreichste Gaststätte, welche mittlerweile in der sechsten Generation von der Familie geführt wird.

Die Suchtklinik in der Altburg bei Schalkenmehren arbeitet seit 1991 mit einer Erfolgsquote bis zu 50 %.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1909 wurde Schalkenmehren mit der Eröffnung der Maare-Mosel-Bahn an das Schienennetz angeschlossen. Seit dem 29. Mai 1988 ist Schalkenmehren nicht mehr mit dem Zug zu erreichen. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft jetzt der Maare-Mosel-Radweg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schalkenmehren – Sammlung von Bildern
Panoramafoto Schalkenmehren

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 70 (PDF; 2,16 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Sarah-Lena Gombert: 4000 Chancen auf die Rückkehr in ein normales Leben. In: Trierischer Volksfreund, 15. November 2011, abgerufen am 16. Juni 2015.